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68.400 Stapler und Lagergeräte haben Kunden im dritten Quartal bei Kion bestellt, 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Auftragswert für neue Geräte sank um 9 Prozent. Mehr verdient hat der Frankfurter Konzern mit der Lagerautomatisierung, deren bereinigtes Ergebnis um 39 Prozent stieg.

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„In der Region APAC schlug sich Industrial Trucks & Services gut im direkten Wettbewerb mit den chinesischen Flurförderzeug-Anbietern, konnte jedoch nicht am starken Marktwachstum in der Region EMEA teilhaben“, sagt Kion-Chef Rob Smith.[1] Gemeint ist die Staplersparte mit Linde und Still, APAC steht für Asien-Pazifik, EMEA für Europa, Nahost und Afrika. Die Prognose für 2026 hatte der Vorstand am 14. Oktober gesenkt, aus dem Quartalsbericht vom Donnerstag geht nun hervor, wo das Geld fehlt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Auftragseingang des Konzerns sank um 0,9 Prozent auf 2,651 Mrd. €.[2]
  • Die bereinigte EBIT-Marge der Staplersparte fiel von 8,8 auf 8,3 Prozent.
  • Die Lagerautomatisierung steigerte das bereinigte EBIT um 38,8 Prozent auf 66,1 Mio. €.
  • Der Konzerngewinn sank um 14,8 Prozent auf 101,6 Mio. €.[1]

Warum bringen mehr Stapler weniger Geld?

Modellgabelstapler mit gestapelten Kartons und einem Preisschild mit der Aufschrift „Preissturz“
Aufträge für Lagertechnik um 15 Prozent gestiegen: Kion verzeichnet Wachstum bei günstigen Einstiegsgeräten und in Asien-Pazifik

Den Ausschlag gibt die Zusammensetzung der Aufträge. Am stärksten legten Geräte der Lagertechnik zu, etwa Hubwagen, mit einem Plus von 15 Prozent auf 47.400 Stück.[2] Laut Kion wuchs vor allem der Anteil günstiger Einstiegsgeräte und der Aufträge aus dem Raum Asien-Pazifik. Rechnerisch bringt ein neu bestelltes Gerät im Schnitt rund ein Fünftel weniger Auftragswert als ein Jahr zuvor.

Einen Teil fing das Servicegeschäft mit 5 Prozent mehr Aufträgen auf, der Auftragseingang der Sparte sank insgesamt nur um 1,4 Prozent.[2] Das bereinigte EBIT der Sparte fiel trotzdem um 4,4 Prozent auf 163,1 Mio. €, weil die Werke schwächer ausgelastet waren.

Wo verliert Kion den Anschluss?

Laut der weltweiten Herstellerstatistik WITS wuchs der Staplermarkt in Europa, Nahost und Afrika im ersten Quartal 2026 um 24 und im zweiten um 12 Prozent, gezählt in Stück.[2] Kion kam in denselben Quartalen auf plus 14 und minus 6 Prozent, im dritten Quartal auf plus 1 Prozent. Seinen Marktanteil sah der Konzern im zweiten Quartal in allen Regionen unter dem Vorjahreswert.

Welche Anbieter in Europa gewinnen, sagt Kion nicht. Der Hamburger Rivale Jungheinrich kennt den Preisdruck: Der Konzern hatte im Juli die Gewinnprognose gesenkt, weil chinesische Hersteller wie Hangcha, Heli und EP Equipment günstige Stapler in Europa verkaufen.

Kion im dritten Quartal 2026
Stapler und Lagerautomatisierung im Vergleich zum Vorjahresquartal
+13 %
mehr bestellte Stapler und Lagergeräte, gezählt in Stück (68.400)
−9 %
weniger Auftragswert für neue Geräte in Euro
+39 %
bereinigtes EBIT der Lagerautomatisierung, 66,1 Mio. €
8,3 %
bereinigte EBIT-Marge der Staplersparte, ein Jahr zuvor 8,8 %

Stückzahlen in Europa, Nahost und Afrika

Q1 2026
Markt +24 %, Kion +14 %
Q2 2026
Markt +12 %, Kion −6 %
Q3 2026
Kion +1 %, die Marktzahl erscheint erst drei Monate später

Kion bekommt mehr Stapler-Aufträge und verdient daran weniger. Den Gewinnzuwachs holt der Konzern inzwischen aus der Lagerautomatisierung.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was liefert die Lagerautomatisierung?

Die Sparte Intelligent Automation Solutions, das frühere Dematic-Geschäft, kam auf eine bereinigte Marge von 7,4 Prozent nach 6,2 Prozent ein Jahr zuvor.[1] Die Aufträge lagen nach einem schwachen Halbjahr knapp über dem Vorjahr. Von den Projektaufträgen stammten 61 Prozent von reinen Online-Händlern, deren Bestellungen sich mehr als verdoppelten.[2]

Als Beleg für KI im Lager nennt Kion Rossmann, das nach Pilotversuchen weitere Roboter bestellte, die mit KI Kartons greifen. Beim Logistiker GXO im französischen Épinoy brauchte die Inbetriebnahme fahrerloser Transportfahrzeuge mehr als 60 Prozent weniger Zeit.[2]

Was bedeuten die Zahlen für Einkäufer in der DACH-Region?

Für 2026 bleibt Kion bei 815 bis 875 Mio. € bereinigtem EBIT.[1] Der freie Mittelzufluss sank im Quartal um 57 Prozent auf 98,9 Mio. €, auch wegen Ausgaben für Zukäufe.

Einkäufer von Staplerflotten verhandeln mit einem Marktführer, der in Europa hinter dem Marktwachstum zurückbleibt. Ein Vergleich mit chinesischen Herstellern lohnt, sollte aber Servicenetz und Ersatzteile einschließen: Service brachte Kion im dritten Quartal die Hälfte des Konzernumsatzes. Vor dem Auftrag für ein automatisiertes Lager helfen Referenzen aus dem laufenden Betrieb, wie Kion sie mit Rossmann und GXO nennt.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. KION GROUP AGKION steigert Umsatz und Profitabilität in den ersten neun Monaten 2026 getrieben von Intelligent Automation Solutions (Pressemitteilung)29.10.2026
  2. KION GROUP AGQ3 2026 Update Call (Präsentation für Analysten)29.10.2026

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