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Nach Steuern verlor Volkswagen von Juli bis September 5,8 Milliarden Euro, mehr als fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. Den größten Posten bildet eine Abschreibung von 6,4 Milliarden Euro auf den Firmenwert von Porsche, Geld fließt dafür nicht ab. Im Autogeschäft blieb der Netto-Cashflow mit 1,2 Milliarden Euro positiv.

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1,885 Millionen Fahrzeuge lieferte der Konzern im dritten Quartal aus, 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.[1] Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 75,3 Mrd. €, das operative Ergebnis fiel auf minus 5,9 Mrd. €. Die Belastung hatte Volkswagen im September mit der gesenkten Prognose angekündigt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach neun Monaten bleiben 0,1 Mrd. € operatives Ergebnis, vor Sondereffekten sind es 8,8 Mrd. €.[1]
  • Die Sondereffekte summieren sich auf 8,7 Mrd. €, davon 7,8 Mrd. € im dritten Quartal.
  • Volkswagen bestätigt die Prognose von rund 315 Mrd. € Umsatz und höchstens 1 Prozent operativer Rendite.
  • In Europa stiegen die Bestellungen um 4 Prozent, bei Elektroautos um 39 Prozent.

Warum ist der Verlust nach Steuern größer als vor Steuern?

Ein weißes Keramikauto mit orangefarbener Markierung, daneben ein orangefarbenes Kreidestück
Quartalsverlust von 5,8 Mrd. € nach Steuern, obwohl 1,6 Mrd. € Steuern anfallen. Porsche-Firmenwert nur in Konzernbilanz, Abschreibung senkt Einzelsteuern nicht

Vor Steuern stand im Quartal ein Minus von 4,2 Mrd. €, nach Steuern eines von 5,8 Mrd. €.[1] Trotz Verlust fielen also rechnerisch rund 1,6 Mrd. € Steuern an. Ein Grund liegt in der Art der größten Buchung: Der Firmenwert von Porsche steht nur in der Konzernbilanz, seine Abschreibung senkt die Steuern der einzelnen Gesellschaften nicht. Gewinne in anderen Konzernteilen bleiben dagegen steuerpflichtig.

Die Höhe des Firmenwerts bemisst Volkswagen an den Gewinnen, die der Konzern künftig von Porsche erwartet. Seit der Sportwagenbauer seine Elektro-Pläne zurückgenommen hat und weniger Autos ausliefert, sinken diese Erwartungen. Hinzu kommen rund 1 Mrd. € Wertberichtigungen auf Gesellschaften in China und Kosten für den angestrebten Verkauf von Volkswagen Osnabrück. Bei den beiden größten Posten fließt kein Geld ab. Die Nettoliquidität im Autogeschäft lag Ende September bei 33,0 Mrd. €.

Wie viel verdient Volkswagen ohne die Sonderposten?

Vor Sondereffekten bleibt nach neun Monaten eine operative Rendite von 3,8 Prozent.[1] „Das ist zu wenig, um weiter kraftvoll in unsere Zukunft zu investieren“, sagt Finanzvorstand Arno Antlitz. Für das dritte Quartal allein errechnet Dr. Web rund 1,9 Mrd. € vor Sondereffekten, rund 2,6 Prozent vom Umsatz.

Einen weiteren Grund sieht Antlitz im Erfolg der Elektroautos: „Der Markterfolg unserer Elektrofahrzeuge setzt unser Ergebnis zusätzlich unter Druck, weil wir mit Elektroautos heute noch weniger verdienen als mit Verbrennern.“ Rund 40 Prozent des europäischen Auftragsbestands sind inzwischen Elektroautos. In der Markengruppe Progressive um Audi sank die Rendite auf 2,7 Prozent, belastet von China, Nordamerika und niedrigeren Restwerten.

Volkswagen in den ersten neun Monaten 2026
Wie viel vom Ergebnis die Sondereffekte aufzehren und wie viel Geld trotzdem hereinkommt
−5,8 Mrd. €
Ergebnis nach Steuern im dritten Quartal, ein Jahr zuvor −1,1 Mrd. €
8,7 Mrd. €
Sondereffekte nach neun Monaten, davon 6,4 Mrd. € Abschreibung auf den Firmenwert von Porsche
3,8 %
operative Umsatzrendite vor Sondereffekten, nach Sondereffekten bleiben 0,0 %
4,4 Mrd. €
Netto-Cashflow im Autogeschäft nach neun Monaten, ein Jahr zuvor 1,8 Mrd. €

Operative Umsatzrendite der Markengruppen, in Klammern die ersten neun Monate 2025

Core
4,1 % (4,4 %), Volkswagen, Škoda, Seat und Cupra, VW Nutzfahrzeuge
Progressive
2,7 % (3,2 %), Audi, Bentley, Lamborghini, Ducati
Sport Luxury
6,7 % (−1,0 %), Porsche
Trucks
5,2 % (5,4 %), Traton

Die Porsche-Abschreibung belastet Volkswagen einmal, die dünne Marge der Elektroautos belastet jedes Quartal.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Steht Volkswagen mit den Abschreibungen allein?

Stellantis meldete für 2025 einen Nettoverlust von 22,3 Mrd. €, vor allem wegen 25,4 Mrd. € Belastungen aus dem Umbau seiner Elektro-Strategie. Auch Zulieferer trifft der Umbau: Schaeffler schreibt 240 Mio. € ab, weil europäische Autobauer in China weniger Teile abrufen. Mercedes-Benz verkaufte in China zuletzt 29 Prozent weniger Autos.

Was bedeuten die Zahlen für Zulieferer und Beschäftigte?

Mit dem Zukunftsplan will Volkswagen rund 31 Mrd. € sparen, unter anderem über eine kleinere Modellpalette und niedrigere Fahrzeugkosten.[1] Lieferanten von Teilen für auslaufende Modelle sollten deshalb Abrufmengen und Ausgleichsregeln für Mindermengen in ihren Verträgen prüfen. Ende September beschäftigte der Konzern 648.100 Menschen, über 12.000 weitere Stellen bei der Kernmarke will Volkswagen mit der IG Metall verhandeln.

Quelle

[1] Volkswagen AG: „Volkswagen Group: Neunmonats-Ergebnis unterstreicht sofortigen Handlungsdruck“ (Pressemitteilung, 29. Oktober 2026)

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