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Von 112 auf 217 Millionen Euro stieg das EBITDA von Wacker Chemie im dritten Quartal. Den größten Teil liefert das Sparprogramm PACE, rund 35 Millionen Euro stammen aus einem aufgelösten Vertrag im Solar-Polysilizium. Ohne diesen Betrag verdiente die Polysilizium-Sparte rechnerisch nur halb so viel wie ein Jahr zuvor.

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Im Oktober 2025 hat der Münchner Chemiekonzern PACE gestartet, ab 2028 soll das Programm jährlich über 300 Millionen Euro einsparen.[1] Die Zahlen vom Donnerstag zeigen, wie viel davon ankommt: Die EBITDA-Marge stieg von 8,3 auf 14,8 Prozent, obwohl Rohstoffe und Energie teurer wurden.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 1,47 Mrd. €, vor allem durch höhere Preise.[1]
  • Das Periodenergebnis drehte von minus 82 auf plus 87 Mio. €.
  • Die Nettofinanzschulden sanken seit Jahresbeginn von 886 auf 261 Mio. €.
  • Wacker bleibt bei 625 bis 750 Mio. € EBITDA für 2026 und rechnet mit einem Wert in der oberen Hälfte.

Was steckt in den 217 Millionen Euro?

Ein Bleistift liegt auf einem glänzenden Gesteinsbrocken vor weißem Hintergrund
Wackers EBITDA steigt um 63 Prozent auf 182 Millionen Euro, hauptsächlich durch PACE-Effekte, Wechselkurse und optimierten Produktmix

Den Zuwachs führt Wacker in erster Linie auf PACE zurück, daneben auf Wechselkurse, einen günstigeren Produktmix und die Vertragsauflösung.[1] Ohne die 35 Millionen Euro bleiben rechnerisch rund 182 Millionen Euro, 63 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal hatte das EBITDA ohne einen Pensions-Sondereffekt 175 Millionen Euro betragen.

„Wir sind hier voll auf Kurs und werden die Ziele, die wir uns für das Jahr 2026 gesteckt haben, auch erreichen“, sagt Vorstandschef Christian Hartel. Am stärksten legten die Chemiesparten zu: Silicones steigerte das EBITDA um 35 Prozent auf 116 Mio. €, Polymers um 58 Prozent auf 75 Mio. €.[1] Beide setzten höhere Preise durch, bei Polymers wirkten sich zudem Schwankungen der Rohstoffpreise positiv aus.

Wie steht es um das Polysilizium?

Die Sparte Polysilicon steigerte den Umsatz um 14 Prozent auf 225 Mio. € und das EBITDA von 18 auf 44 Mio. €.[1] Die rund 35 Millionen Euro aus der Vertragsauflösung fallen vollständig hier an, ohne sie bleiben rechnerisch etwa 9 Millionen Euro. Den Vertragspartner nennt Wacker nicht.

Laut Wacker wächst das Geschäft mit Halbleiter-Polysilizium, während Solar-Polysilizium weiter schwach läuft. Den Preis für Solarqualität drücken chinesische Überkapazitäten, der Konzern streicht deshalb bis Ende 2027 in Burghausen 1.300 Stellen. Offen sind zudem die Folgen der US-Mindestimportpreise für Polysilizium, die ab 4. Dezember gelten.

Wacker Chemie im dritten Quartal 2026
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Vergleich mit dem Vorjahresquartal
217 Mio. €
EBITDA des Konzerns, ein Jahr zuvor 112 Mio. €
14,8 %
EBITDA-Marge, ein Jahr zuvor 8,3 %
rund 9 Mio. €
EBITDA im Polysilizium ohne den Sondereffekt von 35 Mio. €, ein Jahr zuvor 18 Mio. €
261 Mio. €
Nettofinanzschulden Ende September, Ende 2025 waren es 886 Mio. €

EBITDA der Geschäftsbereiche, in Klammern das Vorjahresquartal

Silicones
116 Mio. € (86 Mio. €)
Polymers
75 Mio. € (47 Mio. €)
Polysilicon
44 Mio. € (18 Mio. €), davon rund 35 Mio. € aus einer Vertragsauflösung
Biosolutions
8 Mio. € (8 Mio. €)

Wacker verdient mehr, weil der Konzern spart und höhere Preise durchsetzt. Beim Polysilizium reicht beides noch nicht.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Woher kommt das Geld für den Schuldenabbau?

Der Netto-Cashflow stieg im Quartal auf 476 Mio. €, nach 19 Mio. € ein Jahr zuvor.[1] Rund 170 Millionen Euro brachte der Verkauf weiterer Siltronic-Anteile. Weitere 120 Millionen Euro flossen einmalig, weil Wacker die Altersteilzeit nun über eine Bankbürgschaft absichert und die dafür gehaltenen Wertpapiere verkauft hat. Für Ende 2026 erwartet der Konzern deshalb Nettofinanzschulden von rund 200 statt 500 Mio. €.

Auch BASF verdankt sein Plus vor allem Preisen: Der Konzern verlangte im dritten Quartal im Schnitt 12 Prozent mehr und hob am Mittwoch die Prognose an.

Was bedeuten die Zahlen für Kunden und Beschäftigte?

Einkäufer von Siliconen und Dispersionen haben es mit einem Lieferanten zu tun, der höhere Preise durchsetzt, obwohl die Nachfrage aus Auto- und Bauindustrie laut Hartel verhalten bleibt. Vor der nächsten Verhandlungsrunde lohnt ein Blick auf die Preisgleitklauseln für Rohstoffe und Energie, zumal Wacker selbst höhere Rohstoff- und Energiepreise meldet.

In Deutschland arbeiteten Ende September 10.368 Menschen für Wacker, 180 weniger als Ende Juni.[1] Mit 14,8 Prozent liegt die Quartalsmarge schon im Korridor von 13 bis 17 Prozent, den Wacker im September als neues Ziel ausgegeben hat.

Quelle

[1] Wacker Chemie AG: „WACKER steigert Ergebnis im 3. Quartal gegenüber Vorjahr deutlich“ (Unternehmensmitteilung für den Kapitalmarkt über pressetext, 29. Oktober 2026)

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