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Die Hälfte der 500 größten Unternehmen Chinas setzt laut Tencent den KI-Agenten WorkBuddy ein, sieben Monate nach dessen Start. Am Donnerstag bündelte Tencent den Agenten mit Dokumenten, Wissensdatenbank und Netzlaufwerk zum Paket Buddy One. Mit Freigabe liest WorkBuddy auch Chats und Besprechungsprotokolle aus dem Firmenmessenger WeCom.

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„Ich nutze Yuanbao und WorkBuddy selbst intensiv“, sagte Dowson Tong am 29. Oktober auf Tencents Global Digital Ecosystem Conference. Seinen Vortrag habe er gemeinsam mit dem Agenten vorbereitet.[1] Tong leitet die Cloud-Sparte des Konzerns. Im eigenen Haus arbeiten nach seinen Worten alle Beschäftigten mit KI-Agenten. Das größte Hindernis in den Firmen sei nicht ein zu schwaches Modell, sondern die fehlende Verbindung zu Systemen und Daten.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Unternehmensversion von WorkBuddy läuft laut Tencent in mehr als 50 Branchen, bei 50 Prozent der 500 und 60 Prozent der 100 größten Firmen Chinas.
  • Buddy One verbindet WorkBuddy mit Tencent Docs, der Wissensdatenbank ima und Tencent Design über ein gemeinsames Konto.
  • Firmen sollen eigene und fremde Agenten sowie fremde Messenger anbinden können.
  • Die Modelle Hy4 und Hy4 Flash sollen bald folgen, einen Termin nannte Tencent nicht.

Was steckt in Buddy One?

Schweizer Taschenmesser mit Symbolen, orangefarbenem Pinsel und einem Anhänger
Buddy One nutzt WorkBuddy-Umgebung mit gemeinsamen Konten, Guthaben und Datenspeicher. Das Sprachmodell wählt passende Werkzeuge für Text, Design oder Bilder. Neu: Tencent Netdisk für Zwischenstände

Buddy One baut auf WorkBuddy als Arbeitsumgebung auf. Die angebundenen Programme teilen sich Konto, Nutzungsguthaben und Datenablage, das Sprachmodell wählt je nach Auftrag das Werkzeug für Text, Gestaltung oder Bild. Neu ist auch Tencent Netdisk, ein Netzlaufwerk, in dem der Agent Zwischenstände und Ergebnisse für spätere Aufträge ablegt.[2]

Über die Plattform TokenHub rufen Kunden neben Tencents Hunyuan auch Modelle von DeepSeek, Zhipu (GLM), MiniMax und Moonshot (Kimi) auf, abgerechnet über einen gemeinsamen Tarif. „Welches Modell, welcher Agent, welcher Messenger: Die Wahl liegt beim Unternehmen“, sagte Tong. Die Vorabversion Hy4 Preview vom August hat laut TechNode 770 Milliarden Parameter, von denen 49 Milliarden bei der Ausführung aktiv sind.[3]

Warum hängt Tencent den Agenten an WeCom?

Seit diesem Monat ist WorkBuddy als Bot in die Seitenleiste von WeCom eingebunden, der Firmenversion von WeChat. Im Rahmen der erteilten Rechte liest der Agent dort Chats, Dokumente und Besprechungsprotokolle, über MCP-Schnittstellen fragt er ERP- und CRM-Systeme ab. Administratoren vergeben Zugänge und Token-Kontingente und entziehen sie, sobald jemand das Unternehmen verlässt. Jeder Agent erhält laut Tong eine eigene Identität in der Rechteverwaltung, riskante Vorgänge blockiert das System.[2]

Für das Paket räumt Tencent auf. Den Agenten QClaw stellt der Konzern am 24. Dezember ein, seine Nutzer ziehen zu WorkBuddy um. Im Baukasten Yuanqi lassen sich seit heute keine neuen Agenten mehr anlegen, am 9. November geht er vom Netz. Wie heikel fremde Zugänge zu WeCom sind, zeigte der 24. Oktober: Über eine gehackte Zusatzsoftware verschickten Konten mit den Namen Anker und Nike Pornolinks an Kunden.

Ein Agent, der jeden Firmenchat mitliest, ist nur so sicher wie die großzügigste Freigabe in WeCom.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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WorkBuddy in Zahlen
Angaben von Tencent zur Unternehmensversion, Stand 29. Oktober 2026
50 %
der 500 größten Unternehmen Chinas setzen die Unternehmensversion ein
60 %
der 100 größten Unternehmen Chinas sind Kunden
50.000
Partner und Entwickler auf der offenen Plattform
200.000
Zusatzfunktionen für den Agenten stehen zur Auswahl
Tencent räumt sein Agenten-Angebot auf
März
WorkBuddy startet als Büro-Agent für Firmen
2. Sept.
Fremdentwickler dürfen eigene Agenten anbinden
24. Sept.
Tencent kündigt das Ende des Agenten QClaw an
29. Okt.
Buddy One bündelt WorkBuddy mit Docs, ima und Netzlaufwerk
9. Nov.
Der Agenten-Baukasten Yuanqi geht vom Netz
24. Dez.
QClaw wird abgeschaltet, Nutzer ziehen zu WorkBuddy um

Was heißt das für Unternehmen in Deutschland?

Ob Buddy One außerhalb Chinas zu haben sein wird, sagte Tencent nicht. Die Frage, was ein Agent im Messenger lesen darf, stellt sich auch bei Microsoft Teams oder Slack. Planen Sie einen solchen Agenten, schneiden Sie seine Rechte auf seine Aufgabe zu. Artikel 25 DSGVO verlangt Datenminimierung durch Voreinstellungen.[4] Kann die Software Verhalten oder Leistung von Beschäftigten auswerten, bestimmt der Betriebsrat nach § 87 Absatz 1 Nummer 6 Betriebsverfassungsgesetz mit.[5] Arbeiten Ihre Teams in China mit WeCom, klären Sie vor der Freischaltung, welche Chats WorkBuddy sehen darf.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. 21st Century Business Herald (21世纪经济报道)腾讯汤道生:腾讯内部用Agent办公已覆盖全员、全场景 (chinesisch)29.10.2026
  2. Leikeji (雷科技)腾讯汤道生:以开放生态,打造全场景Agent生产力系统, mit vollständigem Redetext (chinesisch)29.10.2026
  3. TechNodeTencent says upcoming Hy4 and Hy4 flash models will support visual understanding (englisch)29.10.2026
  4. Amtsblatt der EUDatenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679, Artikel 25 Absatz 2
  5. Bundesministerium der Justiz§ 87 Betriebsverfassungsgesetz, Absatz 1 Nummer 6

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