Ein Tesla Semi fing am Dienstagabend auf der Interstate 880 bei Hayward Feuer, ohne dass laut Electrek ein Unfall vorausging. Die Polizei sperrte die Autobahn bis 3.31 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ganz oder in Teilen. Tesla liefert den Elektro-Lkw erst seit dem 25. September in Serie aus.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm Dienstag um 20.46 Uhr Ortszeit meldete die California Highway Patrol (CHP) Hayward die Vollsperrung: Ein Tesla Semi brenne auf der I-880, wegen möglicherweise giftiger Rauchgase seien beide Richtungen gesperrt.[1] Der Fahrer blieb laut Electrek unverletzt, andere Fahrzeuge waren nicht beteiligt.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Tesla Semi fing am 27. Oktober laut Electrek ohne Kollision Feuer, die Polizei sperrte die I-880 zunächst in beide Richtungen.
- Schon 2024 brannte ein Semi nach einem Unfall, damals verbrauchte die Feuerwehr rund 189.000 Liter Wasser.
- Von Januar bis September stiegen die EU-Zulassungen von Elektro-Lkw samt Plug-in-Hybriden gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 49,8 Prozent.
Was ist über den Brand bekannt?

Gegen 21.20 Uhr gab die CHP die Nordrichtung frei. Die Südrichtung blieb an der Winton Avenue gesperrt, die Polizei leitete den Verkehr über die Ausfahrt ab. Um 3.31 Uhr am Mittwoch gab sie alle Fahrstreifen wieder frei.[1]
Angaben zur Ursache liegen noch nicht vor. Tesla hat keine Pressestelle und äußerte sich laut Electrek nicht, auch der Betreiber des Lkw ist unbekannt.[2] Ob der Akku selbst thermisch durchging oder ein Reifen- oder Bremsbrand auf die Batterie übergriff, ist deshalb offen.
Der Brand trifft Tesla mitten im Serienanlauf: Die ersten Serienexemplare des Semi gingen am 25. September unter anderem an PepsiCo und DHL, der Logistikverbund ZET Scale hat 2.500 Fahrzeuge bestellt.
Warum brennt ein Elektro-Lkw so lange?
Geht eine Zelle thermisch durch, erhitzt sie ihre Nachbarzellen, und der Brand breitet sich von Zelle zu Zelle im geschlossenen Gehäuse aus. Das Löschwasser erreicht die Zellen kaum, die Feuerwehr kühlt von außen und misst die Temperatur nach.
Am 19. August 2024 kam ein Semi auf der I-80 bei Emigrant Gap in einer Kurve von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum, danach entzündete sich die Lithium-Ionen-Batterie. Laut der US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB brauchte die Feuerwehr rund 50.000 Gallonen Wasser, gut 189.000 Liter. Die beiden Fahrtrichtungen blieben 14 beziehungsweise 15 Stunden gesperrt, danach stand der Lkw noch 24 Stunden unter Beobachtung im Freien.[3] Die NTSB hat ihre Untersuchung noch nicht abgeschlossen.
Der Akku des Semi ist zudem ungewöhnlich groß: Tesla gibt für die Long-Range-Version 805 Kilometer Reichweite und rund 1,06 Kilowattstunden Verbrauch je Kilometer an. Aus diesen Werten errechnet sich ein Akku von gut 850 Kilowattstunden, mehr als das Zehnfache eines Mittelklasse-Elektroautos.
Was bedeutet das für Flotten in Europa?
Von Januar bis September kamen Elektro-Lkw samt Plug-in-Hybriden in der EU auf 5,3 Prozent der Neuzulassungen. Ihre Zahl stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 49,8 Prozent, in Deutschland um 77,2 Prozent. Deutschland, Frankreich und die Niederlande stellen zusammen 74 Prozent dieser Zulassungen, meldet der Herstellerverband ACEA.[4]
Für die Typgenehmigung in der EU verlangt die UN-Regelung Nr. 100, dass nach einer Warnung vor dem thermischen Durchgehen fünf Minuten ohne Feuer, Explosion oder Rauch im Innenraum vergehen.[5] Die Frist verschafft dem Fahrer Zeit zum Aussteigen, einen stundenlangen Brand verhindert sie nicht.
Zwei Brände widerlegen den Elektro-Lkw nicht, doch Flottenbetreiber und Feuerwehren brauchen von Tesla die Ursache.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Flottenbetreiber fordern vor dem Kauf eines Elektro-Lkw am besten das Rettungsdatenblatt des Herstellers an und klären mit der örtlichen Feuerwehr, wie die Wehr einen Akkubrand am Betriebshof oder an einem Lkw-Ladepark bekämpfen würde. Beim Versicherer lohnt die Nachfrage, ob die Police die Kosten für Sperrung, Bergung und Akku-Entsorgung abdeckt.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- California Highway Patrol Hayward auf XTraffic Alert – I-880 Full Closure sowie Sperrung der Südrichtung und Freigabe aller Fahrstreifen (englisch, 27. und)
- ElectrekTesla Semi catches fire on I-880 with no crash, closes freeway for 10 hours (englisch)
- National Transportation Safety BoardElectric Truck-Tractor Roadway Departure and Postcrash Fire, Untersuchung HWY24FH015, vorläufige Angaben vom 12. September 2024 (englisch)
- ACEANew commercial vehicle registrations: vans 0%, trucks +7.5%, buses +15.2% in Q1-Q3 2026 (englisch)
- Amtsblatt der Europäischen UnionUN-Regelung Nr. 100 – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Fahrzeuge hinsichtlich der besonderen Anforderungen an den Elektroantrieb, L 2026/1695 vom 17. August 2026, Absätze 6.15.1 und 6.15.3.4
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