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Am 1. Oktober 2026 startete der erste Satellit von Rheinmetall für die Überwachung des Luftraums, an Bord einer Falcon 9 von SpaceX in Kalifornien. Zwei Wochen später brachen bei ukrainischen Drohnenpiloten die Verbindungen der militärischen Starlink-Variante ab, sobald ihre Terminals schneller als 160 Kilometer pro Stunde unterwegs waren. Elon Musk verweist auf die US-Regierung, Präsident Donald Trump bestreitet jede Anordnung.

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Funkverbindungen zur Truppe, Warnungen vor anrückenden Raketen, Satellitenbilder und Starts für neue Satelliten: An jeder dieser Stellen sitzen amerikanische Behörden oder Konzerne mit an den Schalthebeln. Hier lesen Sie, wie viel davon in privater US-Hand liegt, was NATO, EU und Bundesregierung dagegen bauen und warum die Lücke bis mindestens 2029 offen bleibt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab dem 14. Oktober 2026 brachen die Starshield-Verbindungen der ukrainischen Armee oberhalb von rund 160 Kilometern pro Stunde ab. Musk verweist auf die US-Regierung, Trump und Rubio bestreiten eine Anordnung.
  • Die USA betreiben 108 militärische Kommunikationssatelliten, Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien zusammen 18. Eine eigene Frühwarnung vor Raketen aus dem All hat Europa nicht.
  • In privater Hand liegt vor allem das Wachstum: SpaceX liefert Starshield, mehr als die Hälfte aller Orbitalstarts und neue Satellitennetze für das US-Militär.
  • Europa baut mit IRIS² 348 Satelliten, Deutschland mit SATCOMBw 4 bis zu 40 Satelliten im ersten Schritt. Starten sollen beide Netze 2029, bis dahin bleibt die Lücke offen.
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Was wissen Sie über Europas Militär im All?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viele militärische Kommunikationssatelliten betreiben die USA nach Daten des Instituts IISS? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Die USA kommen auf 108, Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien zusammen auf 18. Das zweite Kapitel zeigt, wo Europa sonst noch von den USA abhängt.
2 Ab welchem Tempo brachen die Starshield-Verbindungen der ukrainischen Armee nach dem 14. Oktober 2026 ab? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Je nach Einheit brachen die Verbindungen schon bei 72 Kilometern pro Stunde ab, die formale Schwelle lag bei rund 160. Strittig ist, wer die Drosselung angeordnet hat, wie das erste Kapitel zeigt.
3 Mit welcher Rakete flog der erste Rheinmetall-Satellit für die Überwachung des Luftraums ins All? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Der Satellit startete am 1. Oktober 2026 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Auch die deutschen Radarsatelliten SARah flogen mit SpaceX.
4 Wie viele Satelliten soll das EU-Netz IRIS² nach der Erweiterung vom August 2026 haben? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Geplant sind 330 Satelliten im niedrigen und 18 im mittleren Orbit. Die ersten Starts sind für 2029 vorgesehen, wie das fünfte Kapitel beschreibt.
5 Seit wann zählt die NATO den Weltraum zu ihren Operationsräumen? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Die Staats- und Regierungschefs beschlossen das im Dezember 2019 in London. Eigene Satelliten will das Bündnis trotzdem nicht entwickeln.

Was ist im Oktober 2026 in der Ukraine passiert?

Ein Satellitenmodell steht auf weißem Grund, rechts ein oranger Anhänger mit
SpaceX drosselt ukrainische Starlink-Militärterminals auf 160 km/h, wodurch Abfangdrohnen die Verbindung verlieren. Verantwortlicher unklar

In der Nacht zum 14. Oktober 2026 begrenzte SpaceX die militärischen Starlink-Terminals der Ukraine auf rund 160 Kilometer pro Stunde, ohne Vorwarnung. Abfangdrohnen verloren die Verbindung. Strittig ist bis heute, wer die Drosselung angeordnet hat.

Betroffen waren Terminals von Starshield, der militärischen Variante von Starlink. Nach Angaben der Kyiv Post rissen die Verbindungen je nach Einheit schon zwischen 72 und 161 Kilometern pro Stunde ab.

Gestört war die Abwehr russischer Shahed-Drohnen ebenso wie Angriffe mit Drohnen mittlerer Reichweite, Aufklärung und Nachschub an der Front.

Neun US-Senatoren, darunter vier Republikaner, baten am 15. Oktober den Generalinspektor des Pentagons, die interne Prüfstelle des Ministeriums, um eine Untersuchung. SpaceX habe nach Berichten eine Beschränkung bei 100 Meilen pro Stunde eingeräumt, schreiben die Senatoren in ihrem Brief. Bis zum 1. November verlangen die Unterzeichner Auskunft, ob Regierungsbeamte die Änderung angeordnet oder vorab gekannt haben.

Musk, Trump, Rubio: drei Versionen

Elon Musk schob die Verantwortung am 14. Oktober nach Washington. „Starshield-Systeme gehören der US-Regierung und werden von ihr kontrolliert. Über Grenzen bei Tempo oder Nutzung entscheiden das US-Militär und letztlich der Präsident“, schrieb der SpaceX-Chef auf X, übersetzt aus dem Englischen nach Euronews. Präsident Donald Trump widersprach zwei Tage später vor Reportern, wie CBS News berichtet: „Ich weiß nicht, ob es überhaupt jemand war, denn ich war es nicht. Und ich glaube nicht, dass es Elon war.“

Die Nachrichtenagentur Reuters verortet die Anordnung im Weißen Haus, die britische Zeitung The Telegraph führt sie auf einen Vorschlag Musks zurück, dem Trump zugestimmt habe. Die US-Regierung weist beides zurück, Belege für die eine oder andere Version liegen öffentlich nicht vor.

WerDarstellungDatum
Elon Musk, SpaceXStarshield gehört der US-Regierung, über Grenzen entscheiden Militär und Präsident14.10.2026
Neun US-SenatorenSpaceX habe eine Grenze bei 100 Meilen pro Stunde eingeräumt, Untersuchung bis 1. November verlangt15.10.2026
Reuters, drei BeamteDie Anordnung kam aus dem Weißen Haus15.10.2026
Donald Trump„Ich war es nicht“, und Musk nach seiner Einschätzung auch nicht16.10.2026
The Telegraph, vier QuellenMusk schlug die Drosselung vor, Trump stimmte zu16.10.2026
Marco RubioBericht über das Weiße Haus „kategorisch falsch“, die Ukraine habe kein Starshield17.10.2026
Welche Darstellung stimmt, ist nicht belegt. Quellen: US-Senat, Euronews, Reuters über Kyiv Independent, CBS News, The Telegraph über Kyiv Post, Ukrinform.

Außenminister Marco Rubio sagte am 17. Oktober außerdem, die Ukraine habe derzeit gar kein Starshield.

Rubios Aussage passt nicht zu den Pentagon-Verträgen, über die das US-Militär bis 2024 insgesamt 3.000 ukrainische Terminals an Starshield anschließen ließ, und auch nicht zu Musks eigenem Post auf X.

Offen ist auch, ob der Dienst wieder voll läuft. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am 17. Oktober beim EU-Gipfel, in der Ukraine funktioniere Starlink bis 161 Kilometer pro Stunde, in der EU bei mehr als 180.

Kein Einzelfall seit 2022

Zur selben Zeit stritten Washington und Kiew über Angriffe auf russische Raffinerien. Bei Gesprächen in Miami drängte die US-Delegation Kiew nach Berichten der Financial Times und von Reuters, solche Angriffe einzustellen, sonst könnten Waffenkäufe und der Austausch von Geheimdienstdaten ausgesetzt werden.

Ein Zusammenhang mit der Drosselung ist damit nicht belegt. Serhij Beskrestnow, Berater von Präsident Selenskyj, hält einen Zufall trotzdem für ausgeschlossen.

Im Herbst 2022 lehnte Musk eine ukrainische Bitte ab, Starlink bis vor Sewastopol einzuschalten, SpaceX wäre sonst „ausdrücklich mitschuldig an einer großen Kriegshandlung und einer Eskalation“ gewesen, schrieb er 2023.

Im März 2025 erklärte Musk, die ganze Frontlinie würde zusammenbrechen, sobald er Starlink abschalte, und beschied dem polnischen Außenminister Radosław Sikorski: „Sei still, kleiner Mann.“

Der Betreiber kann auch zugunsten der Ukraine eingreifen: Im Februar 2026 sperrten Kiew und SpaceX gemeinsam alle Terminals, die nicht auf einer staatlichen Freigabeliste standen, um russische Drohnen mit Starlink-Empfängern lahmzulegen.

Dieselbe zentrale Steuerung bremste im Oktober die ukrainische Armee selbst.

Bezahlt wird das Netz in der Ukraine zu großen Teilen von Europäern. Polen finanzierte nach Angaben aus Warschau vom März 2025 rund die Hälfte der damals geschätzt 42.000 Terminals und zahlt für die Abos nach Worten Sikorskis rund 44 Millionen Euro im Jahr.

Auch Deutschland finanziert einen Teil der Ausrüstung. Außenminister Johann Wadephul verlangte bei n-tv, die Beschränkungen aufzuheben, die Bundesregierung bestehe darauf, dass der Dienst funktioniere, wenn Berlin schon dafür bezahle.

„Als Ihre europäischen Kunden behalten wir Sie im Auge“, schrieb Sikorski an Musk.

Wie ein Satellitennetz technisch funktioniert und warum ein einzelner Konzern den Markt beherrscht, beschreibt unser Fachartikel darüber, wem das Internet aus dem All gehört. Dieser Beitrag behandelt die militärische Seite: Wofür braucht Europa die USA?

Auf den Punkt
  • Drosselung: seit dem 14. Oktober 2026 rund 160 km/h für Starshield-Terminals in der Ukraine
  • Verantwortung: Musk zeigt nach Washington, Trump und Rubio bestreiten eine Anordnung
  • Rechnung: Polen und Deutschland bezahlen einen großen Teil der ukrainischen Terminals

Wofür braucht Europas Verteidigung die USA im All?

Weißes Fernglas, ein Objektivdeckel orange mit Aufschrift „Frühwarnung“
Europa sieht viel aus dem All, nur Raketenstarts erkennt der Kontinent ohne die Daten der USA nicht.

Europa braucht die USA für fast alles, was schnell gehen muss. Der Kontinent hat eigene Kommunikations- und Aufklärungssatelliten und mit Galileo ein eigenes Navigationssystem. Europa fehlen aber eine Frühwarnung vor Raketen aus dem All, ein großes Netz im niedrigen Orbit und genug eigene Raketen.

Nach Daten des Londoner Instituts IISS für 2025, die Defense News ausgewertet hat, betreiben die USA 108 militärische Kommunikationssatelliten. Großbritannien kommt auf 6, Frankreich auf 5, Italien auf 3, Deutschland und Spanien auf je 2.

Diese fünf europäischen Staaten zusammen erreichen ein Sechstel des amerikanischen Bestands.

Bei der Aufklärung holt Europa auf. Das IISS zählt 36 europäische Satelliten für Bild- und Signalaufklärung, 2015 lag der Bestand bei 14.

Frankreichs hochauflösende CSO-Satelliten kommen nach Angaben der Kyiv Post ein- bis zweimal am Tag über denselben Punkt, amerikanische Systeme mehrmals in der Stunde.

Für eine Armee, die wissen will, wohin sich eine Kolonne seit dem Morgen bewegt hat, ist dieser Takt entscheidend.

Wo Europas Militär im All von den USA abhängt
Militärische Kommunikationssatelliten im Jahr 2025. Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien kommen zusammen auf ein Sechstel des US-Bestands.
108 zu 18
militärische Kommunikationssatelliten der USA gegen fünf große europäische Staaten zusammen
11.140 zu 651
funktionsfähige Satelliten von Starlink und OneWeb im niedrigen Orbit
51,7 %
Anteil von SpaceX an allen Orbitalstarts weltweit im Jahr 2025
2030+
frühestens erste europäische Frühwarnung vor Raketen aus dem All
USA
108
Großbritannien
6
Frankreich
5
Italien
3
Deutschland
2
Spanien
2

Die Zählung des Londoner Instituts IISS erfasst militärische Kommunikationssatelliten. Satellitenzahlen von Starlink und OneWeb nach Jonathan McDowell, Stand 15.10.2026.

Die größte Lücke: Warnung vor Raketen

„Europa ist bis heute auf die Informationen amerikanischer Frühwarnsysteme angewiesen“, schreibt das französische Verteidigungsministerium, übersetzt aus dem Englischen. Die USA erkennen Raketenstarts mit dem satellitengestützten Infrarotsystem SBIRS, sechs Satelliten im geostationären Orbit und Sensoren auf stark elliptischen Bahnen. Europa betreibt kein vergleichbares System.

In zwei aufeinanderfolgenden Nächten im Oktober trafen russische ballistische Raketen Kiew, mindestens neun Menschen starben. Selenskyj sagte, die übliche Vorwarnung westlicher Partner sei in der zweiten Nacht ausgeblieben, Trump erklärte nach Al Jazeera, die USA hätten die Weitergabe der Warndaten nicht gestoppt.

Analysten, die die Kyiv Post zitiert, rechnen mit drei bis fünf Minuten Vorwarnzeit dank der US-Daten. Ohne die US-Daten bleibe weniger als die Hälfte davon oder gar keine Vorwarnzeit.

Paris und Berlin wollen die Lücke mit JEWEL verkleinern. Die Verteidigungsminister beider Länder unterschrieben am 15. Oktober 2025 eine Absichtserklärung, jedes Land soll ein bis zwei geostationäre Frühwarnsatelliten beisteuern. Erste einsatzbereite Satelliten erwartet das französische Ministerium „bis Anfang der 2030er-Jahre“, als Ergänzung zu den US-Daten, nicht als Ersatz.

FähigkeitWas Europa selbst hatWo die USA einspringenEuropäische Lösung
Kommunikation über geostationäre Satelliten18 Militärsatelliten von fünf großen Staaten, Pool GOVSATCOM108 US-MilitärsatellitenSATCOMBw 3 bis 2029
Breitband im niedrigen Orbit651 OneWeb-Satelliten von EutelsatStarlink und Starshield mit 11.140 SatellitenIRIS² und SATCOMBw 4 ab 2029
Frühwarnung vor Raketenkein System im AllSBIRS mit sechs geostationären SatellitenJEWEL, Anfang der 2030er-Jahre
Aufklärung36 Satelliten, etwa SARah, CSO und Radarsatelliten von ICEYEhäufigere Überflüge, Bilder von MaxarSPOCK 1 bis 2030, SPOCK 2 in Vorbereitung
NavigationGalileo mit verschlüsseltem PRS-SignalGPSvorhanden
StartsAriane 6, Vega C, seit September 2026 SpectrumFalcon 9 für Galileo 2024, SARah und OneWebEuropean Launcher Challenge bis 2028
Europa ist nicht überall abhängig, aber bei allem, was schnell gehen muss. Quellen: IISS über Defense News, McDowell, Ministère des Armées, Air & Space Forces Magazine, Kyiv Post, EUSPA, ESA.

Aufklärung und Navigation: teils eigen, teils geliehen

Im März 2025 setzte die US-Regierung den Austausch von Geheimdienstdaten mit der Ukraine für rund eine Woche aus, der US-Anbieter Maxar sperrte ukrainischen Nutzern zugleich den Zugang zu Satellitenbildern aus einem Regierungsprogramm.

Neben US-Anbietern nutzt Kiew nach Angaben der Kyiv Post Bilder aus Europa, etwa vom finnischen Radarspezialisten ICEYE.

Bei der Navigation steht Europa auf eigenen Beinen. Galileo gehört der EU und liefert mit dem verschlüsselten PRS-Signal einen Dienst für Behörden und Militär.

Vier Galileo-Satelliten startete die ESA 2024 trotzdem auf zwei Flügen der Falcon 9 von SpaceX, weil die Ariane 6 bei der Buchung Ende 2023 noch nicht flog. Seit Dezember 2025 fliegt Galileo wieder mit der europäischen Rakete. Gelöst ist die Abhängigkeit beim Weg ins All damit nicht: Die Ariane 6 flog 2025 viermal und 2026 bisher ebenfalls viermal, 2026 dreimal davon mit Satelliten für Amazon Leo, den US-Konkurrenten von Starlink. Deutsche Radarsatelliten, OneWeb-Satelliten und Galileo flogen in den vergangenen Jahren mit SpaceX.

Auf den Punkt
  • Eigen: Navigation mit Galileo, Kommunikation im geostationären Orbit, wachsende Aufklärung
  • Geliehen: Frühwarnung vor Raketen, schnelle Bildfolgen, Breitband im niedrigen Orbit
  • Engpass: Europa hat zu wenige eigene Starts für seine Satelliten

Liegt Europas Sicherheit im All jetzt in privater US-Hand?

Schaltergehäuse mit orangefarbenen Wippschaltern für
Über Starlink entscheidet SpaceX, über Starshield nach Musks Worten die US-Regierung.

Nein, aber ihr am schnellsten wachsender Teil liegt dort. Die großen Militärsatelliten im geostationären Orbit gehören Staaten. Breitband im niedrigen Orbit, die meisten Starts und neue Satellitennetze für das US-Militär liefert SpaceX, und je nach Produkt bestimmt der Konzern oder die US-Regierung über den Dienst.

SpaceX notiert seit Juni 2026 an der Nasdaq. Gründer Elon Musk hält nach dem Börsenprospekt dank Aktien mit zehnfachem Stimmrecht 82,4 Prozent der Stimmrechte. Über die Ausrichtung des Konzerns entscheidet damit faktisch ein Mann, auch nach dem Börsengang. Zugleich wird der amerikanische Staat zu einem der wichtigsten Kunden von SpaceX. Für Starshield meldete der Konzern im August 2026 mehrjährige Regierungsaufträge über mehr als 5,3 Milliarden Euro. Die größten bekannten Einzelaufträge kommen vom Militärgeheimdienst NRO, für den SpaceX nach Reuters-Recherchen ein Netz aus Hunderten Aufklärungssatelliten baut, und von der US Space Force.

AuftraggeberLeistungVolumenStand
Militärgeheimdienst NRONetz aus Hunderten Aufklärungssatellitenrund 1,6 Mrd. €Vertrag von 2021
US Space Forcemilitärisches Datennetz im niedrigen Orbit auf Basis von Starshieldrund 2,0 Mrd. €Prototyp bis Ende 2027
US Space ForceSatelliten zur Verfolgung beweglicher Ziele in der Luftrund 3,7 Mrd. €Konstellation bis 2028
PentagonStarshield-Anschlüsse für 3.000 ukrainische Terminalsnicht veröffentlichtVerträge von 2023 und 2024
Bekannte Einzelaufträge, teils in den Starshield-Angaben von SpaceX enthalten. Umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 16.10.2026. Quellen: Reuters, Breaking Defense, DefenseScoop, SDxCentral.

Hinzu kommen die Starts: 2025 entfielen nach der Zählung des Astronomen Jonathan McDowell 51,7 Prozent aller Orbitalstarts weltweit auf SpaceX. Das Fachmagazin SpaceNews schrieb im August, SpaceX sei längst mehr als nur der wichtigste Startdienstleister des Pentagons.

Die Space Force selbst betont, sie wolle sich bei den Satelliten zur Zielverfolgung nicht auf einen einzigen Anbieter stützen, und hat neun Firmen im Bieterkreis.

Zwei Schalthebel, ein Netz

Musk unterscheidet zwischen den beiden Produkten. Starlink sei ein kommerzieller Dienst, über den SpaceX bestimme, zulässig nur für zivile Zwecke und zur Verteidigung. Starshield dagegen kontrolliere die US-Regierung. Ein europäischer Kunde verhandelt damit je nach Produkt mit einem Konzern, mit einer fremden Regierung oder mit beiden. Die Senatoren schreiben in ihrem Brief, zumindest ein Teil der Dienste für die Ukraine laufe über Verträge, die die US Space Force verwaltet. Welche Stelle im Oktober welchen Regler bewegt hat, soll nun der Generalinspektor klären.

Die Eigentumsfrage erklärt dabei nur einen Teil des Risikos. Die Bundeswehr kauft einen Teil ihrer Radaraufklärung ebenfalls bei einem Privatunternehmen ein, und an Eutelsat hält der französische Staat knapp 30 Prozent.

Unsere Einordnung: Gefährlich wird die Lage, weil Breitband im niedrigen Orbit in der nötigen Größe nur ein Anbieter liefert und dieser Anbieter einer einzigen Rechtsordnung untersteht.

Ein Vertrag mit SpaceX regelt Preis und Bandbreite, aber nicht, welche Regierung im Ernstfall mitredet. Diese Lücke schließt kein Anwalt, nur ein zweiter Anbieter in vergleichbarer Größe, und den hat Europa noch nicht.

Auf den Punkt
  • Staatlich: Militärsatelliten im geostationären Orbit gehören weiter den Regierungen
  • Privat: SpaceX liefert Starshield, die meisten Starts und neue Netze fürs US-Militär
  • Mitsprache: Über Starshield entscheidet nach Musks Worten die US-Regierung

Kann die NATO die Lücke schließen?

Schild-Puzzle mit Lücke, daneben oranges Teil mit Text „Eigenleistung“
Die NATO besitzt keine eigenen Satelliten und setzt auf die Systeme ihrer Mitglieder.

Die NATO kann die Lücke nur begrenzt schließen. Das Bündnis besitzt keine eigenen Satelliten mehr und nutzt die Systeme seiner Mitglieder, allen voran der USA. Die NATO-Strategie für kommerzielle Raumfahrt warnt selbst davor, sich zu sehr auf einen einzigen Anbieter zu verlassen.

Seit dem Gipfel in London im Dezember 2019 zählt das Bündnis den Weltraum zu seinen Operationsräumen, neben Land, Luft, See und Cyberraum. Seit 2021 kann ein Angriff im All nach Einzelfallprüfung den Bündnisfall nach Artikel 5 auslösen. Eigene Weltraumfähigkeiten will die NATO nach eigener Darstellung nicht entwickeln. Zwischen 1970 und 1993 startete das Bündnis acht Kommunikationssatelliten und betrieb sie bis 2005.

Für die Kommunikation kauft das Bündnis Kapazität bei den Mitgliedern. Das Programm NSS6G läuft von 2020 bis 2034 und kostet mehr als eine Milliarde Euro. Das Geld und die Satelliten kommen von den Mitgliedstaaten, und unter ihnen betreiben die USA mit Abstand die meisten Militärsatelliten.

Seit 2024 arbeitet in Ramstein das Weltraum-Operationszentrum der NATO. 19 Staaten bündeln im Programm Aquila nationale und kommerzielle Aufklärungssatelliten zu einer virtuellen Konstellation.

Am 13. Februar 2025 billigten die Verteidigungsminister eine eigene Strategie für kommerzielle Raumfahrt. Kommerzielle Dienste sollen danach im Frieden, in der Krise und im Konflikt verfügbar sein, und das Bündnis soll eine übermäßige Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter oder einer einzelnen Lösung vermeiden.

Eine Fußnote hält fest, dass jeder Mitgliedstaat selbst für die Widerstandsfähigkeit seiner Weltraumsysteme verantwortlich bleibt.

Unsere Einordnung: Die Fußnote gibt die Aufgabe an Paris, Rom und Berlin zurück. Europa fehlt dabei weniger Geld als Abstimmung, ein Muster, das Europa auch im Machtkampf der Großmächte um Handel und Rohstoffe schwächt: Jedes Land plant zuerst sein eigenes Programm.

Auf den Punkt
  • Keine eigenen Satelliten: Die NATO nutzt die Systeme der Mitglieder, vor allem der USA
  • Strategie: Seit Februar 2025 warnt das Bündnis vor der Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter
  • Verantwortung: Für widerstandsfähige Weltraumsysteme sorgt jeder Staat selbst

Starlink hat 11.140 Satelliten und zwei Schalter: einen bei SpaceX, einen in Washington, keinen in Europa.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was baut Europa, um unabhängiger zu werden?

Eine Sanduhr mit Satellitenfüllung und orangefarbener Schleife mit Text „bis 2029“
IRIS² soll 2029 die ersten seiner 348 Satelliten ins All bringen.

Europa verschafft sich Zeit und baut parallel. Die EU bündelt seit Januar 2026 staatliche Satelliten im Dienst GOVSATCOM, Frankreich mietet Kapazität im OneWeb-Netz von Eutelsat, und für das EU-Netz IRIS² mit 348 Satelliten sind die ersten Starts für 2029 geplant.

Am 6. August 2026 unterschrieben die EU-Kommission und das Konsortium SpaceRISE aus SES, Eutelsat und Hispasat die Verträge für IRIS². Das Netz wuchs dabei um 66 auf 348 Satelliten, 330 im niedrigen Orbit und 18 im mittleren. Die zusätzlichen Satelliten sind nach Angaben der Kommission für Verteidigung, Sicherheit und Notdienste bestimmt. Die ersten Starts zog Brüssel auf 2029 vor.

Aerospacelab aus Belgien liefert 264 Satellitenplattformen für 2,4 Milliarden Euro, Airbus mindestens 66 Satelliten mit militärischem Ka-Band, Thales Alenia Space die Nutzlasten für alle 330 Satelliten im niedrigen Orbit. Der Bremer Konzern OHB baut für SES die 18 Satelliten im mittleren Orbit, für knapp eine Milliarde Euro.

Was das Netz insgesamt kostet, sagt die Kommission nicht.

Im Dezember 2024 lag die Rechnung bei 10,6 Milliarden Euro, davon 6,5 Milliarden aus öffentlichen Kassen. Nach der Erweiterung nennt der Partner Hispasat mehr als 15,6 Milliarden Euro, davon 11,6 Milliarden öffentlich und rund 4 Milliarden von den drei Betreibern.

Spanien sagte 1,6 bis 2 Milliarden Euro zu, Polen 656 Millionen, Ungarn 500 Millionen. Eine deutsche Zusage führt Hispasat nicht auf.

GOVSATCOM: die Brücke aus vorhandenen Satelliten

Bis IRIS² fliegt, teilen sich die EU-Staaten, was sie haben. Seit dem 14. Januar 2026 läuft GOVSATCOM: Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg und Spanien stellen Kapazität von acht staatlichen oder militärischen Satelliten bereit, die Agentur EUSPA vermittelt den Zugang über gesicherte Netzknoten am Boden, sogenannte Hubs. Deutschland ist unter den Lieferanten nicht dabei.

Die Satelliten in diesem Pool kreisen fast alle im geostationären Orbit. Für eine Drohne mit flacher Antenne an der Front taugen diese Satelliten kaum.

Die EU will nach Angaben von Kommissionssprecher Thomas Regnier deshalb schon 2027 kommerzielle Dienste in den Katalog aufnehmen und spricht mit Kiew über eine volle Teilnahme der Ukraine.

Kaja Kallas, Außenbeauftragte der EU, sprach die Lage am 16. Oktober 2026 offen aus: Starlink sei für die Ukraine nötig, „und leider kann Europa diese Fähigkeit kurzfristig nicht ersetzen“, so zitiert die Kyiv Post die Außenbeauftragte, übersetzt aus dem Englischen.

Europas Fahrplan im All
Was Bund, EU und ESA bezahlen und wann die eigenen Systeme arbeiten sollen. Die Frühwarnung vor Raketen kommt zuletzt.
35 Mrd. €
will der Bund bis 2030 in die Sicherheit im All investieren
15,6 Mrd. €
kostet IRIS² nach Angaben von Hispasat, davon 11,6 Milliarden öffentlich
22,3 Mrd. €
zeichneten die ESA-Mitgliedstaaten im November 2025, so viel wie nie
8 bis 10 Mrd. €
soll das Bundeswehr-Netz SATCOMBw 4 nach Schätzung des Handelsblatts kosten
Januar 2026
GOVSATCOM startet
Die EU bündelt Kapazität von acht staatlichen Satelliten aus fünf Ländern.
September 2026
Spectrum erreicht den Orbit
Isar Aerospace bringt beim zweiten Flug fünf Kleinsatelliten und ein Experiment ins All.
2027
Kommerzielle Dienste und Vergabe
GOVSATCOM soll kommerzielle Anbieter aufnehmen, der Auftrag für SATCOMBw 4 wird zum Jahreswechsel oder Anfang 2027 erwartet.
2029
Erste Starts der eigenen Netze
IRIS² startet die ersten Satelliten, SATCOMBw 4 soll bis zu 40 Satelliten haben, SATCOMBw 3 wird übergeben.
2030
Vollbetrieb geplant
IRIS² soll voll arbeiten, SATCOMBw 4 den Vollbetrieb aufnehmen, SPOCK 1 läuft regulär aus.
Anfang 2030er
Frühwarnung mit JEWEL
Deutschland und Frankreich wollen erste eigene Frühwarnsatelliten im geostationären Orbit haben.

Zeitpläne nach Angaben der Betreiber und Behörden, Stand Oktober 2026. Der EU-Haushalt ab 2028 ist noch nicht beschlossen.

Eutelsat: Europas einziges fertiges Netz im niedrigen Orbit

Das einzige europäische Breitbandnetz im niedrigen Orbit gehört Eutelsat. Der Astronom Jonathan McDowell zählte am 15. Oktober 2026 genau 651 funktionsfähige OneWeb-Satelliten, Starlink kam auf 11.140, rund 17-mal so viele. Im Geschäftsjahr bis Juni 2026 setzte Eutelsat mit dem Geschäft im niedrigen Orbit 297 Millionen Euro um, währungsbereinigt 69,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Paris hat sich den Betreiber gesichert. Bei der Kapitalerhöhung über rund 1,5 Milliarden Euro Ende 2025 zeichnete der französische Staat 749 Millionen Euro und hält seitdem knapp 30 Prozent, Großbritannien rund 11 Prozent. Das Verteidigungsministerium in Paris schloss mit Eutelsat einen Rahmenvertrag über bis zu eine Milliarde Euro in zehn Jahren und rief im Juni 2026 rund 350 Millionen Euro davon ab, ausdrücklich als Überbrückung bis IRIS².

Für das Gefecht ist OneWeb schlechter gerüstet als Starlink. Ein unabhängiger Berater nannte die Terminals gegenüber Reuters teuer, sperrig und stromhungrig. In der Ukraine standen im April 2025 nach Reuters-Angaben weniger als 1.000 Eutelsat-Terminals nach ukrainischer Zählung rund 50.000 von Starlink gegenüber, den Zugang zu OneWeb bezahlte damals Deutschland.

Auch die Erneuerung des Netzes hängt an Amerika: Die ersten 32 von 669 neuen OneWeb-Satelliten aus Toulouse fliegen mit SpaceX ins All.

Raketen: der Engpass, über den wenig gesprochen wird

Ein eigenes Netz nützt wenig ohne eigene Raketen. Die Ariane 6 flog 2026 nach Angaben von Euronews bisher viermal, dreimal davon mit Satelliten für Amazon Leo, und Amazon hat mindestens 18 Starts gebucht. Für die Nachfrage aus Brüssel, Paris und Berlin bleibt auf der europäischen Trägerrakete wenig Platz.

Die Rakete Spectrum des bayerischen Herstellers Isar Aerospace erreichte am 5. September 2026 beim zweiten Flug von Andøya in Norwegen die Umlaufbahn und setzte fünf Kleinsatelliten und ein Experiment aus.

Die ESA fördert über die European Launcher Challenge Isar mit 197,8 Millionen Euro, Rocket Factory Augsburg mit 186,9 Millionen und PLD Space aus Spanien mit 158,9 Millionen. Ein Erststart der RFA One war bis Mitte Oktober nicht gemeldet.

Spectrum ist nach Herstellerangaben für bis zu eine Tonne Nutzlast im niedrigen Orbit ausgelegt, die IRIS²-Satelliten im mittleren Orbit wiegen 2,6 Tonnen je Stück. Für ganze Konstellationen braucht Europa schwere Raketen in dichter Folge, und solche Startraten erreichen bisher nur die Startanlagen in Florida und Kalifornien.

Auf den Punkt
  • IRIS²: 348 Satelliten, erste Starts 2029, laut Hispasat mehr als 15,6 Milliarden Euro
  • Brücke: GOVSATCOM bündelt acht staatliche Satelliten, ab 2027 auch kommerzielle Dienste
  • Engpass: Ariane 6 fliegt vor allem für Amazon Leo, neue Kleinraketen wie Spectrum sind für große Netze zu klein

Wo steht Deutschland?

Umschlag mit Siegel, Stempel „Vergabe offen“ und Satellitenmodell auf hellem Grund
Über den Auftrag für SATCOMBw 4 entscheidet der Bund frühestens zum Jahreswechsel.

Deutschland hat Geld und Pläne, aber noch kein eigenes Netz im niedrigen Orbit. Bis 2030 will der Bund 35 Milliarden Euro in die Sicherheit im All stecken, die Konstellation SATCOMBw 4 soll 2029 mit bis zu 40 Satelliten starten. Vergeben ist der Auftrag noch nicht.

„Auch im Weltraum müssen wir abschrecken können, um verteidigungsfähig zu sein“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius am 25. September 2025 auf dem Weltraumkongress des BDI in Berlin und kündigte das Budget an. Im November 2025 beschloss das Kabinett die erste deutsche Weltraumsicherheitsstrategie. Die Strategie nennt Russland als akuteste Bedrohung, weil Moskau die Abhängigkeit moderner Armeen von Satelliten in seine Planung einrechne.

Wie weit die Umsetzung ist, steht in einer Antwort der Bundesregierung vom Mai 2026 (Drucksache 21/5934). Die Leitlinien zur Strategie seien „in der Erstellung“, der Ausbau des Weltraumkommandos in Uedem „noch im Planungsstadium“. Immerhin hat das Kommando sein Personal seit der Gründung 2021 mehr als verdoppelt.

SATCOMBw 4: ein deutsches Starlink im Kleinformat

Den größten Posten bildet die Konstellation SATCOMBw 4. Generalmajor Armin Fleischmann beschrieb das Netz laut Euronews als Netz „ähnlich wie Starlink, nur kleiner“. Im Endausbau ist eine dreistellige Zahl von Satelliten geplant, die Kosten schätzt das Handelsblatt auf acht bis zehn Milliarden Euro.

Zuerst soll das Netz unter deutscher Kontrolle die NATO-Ostflanke abdecken.

Um den Auftrag bewirbt sich das Gemeinschaftsunternehmen OHB Rheinmetall Space Networks aus Bremen: OHB baut die Satelliten, Rheinmetall Bodenstationen und Endgeräte. Airbus war im Frühjahr als Fertigungspartner im Gespräch. Die Vergabe erwarten die Beteiligten zum Jahreswechsel, möglicherweise erst Anfang 2027.

ProgrammZweckVolumenZeitplan
SATCOMBw 3Kommunikation über geostationäre Satellitenrund 2,2 Mrd. €Übergabe im Orbit 2029
SATCOMBw 4eigenes Netz im niedrigen Orbit8 bis 10 Mrd. € (Schätzung)bis zu 40 Satelliten 2029, Vergabe offen
SPOCK 1Radaraufklärung als Dienstleistungrund 1,7 Mrd. €bis Ende 2030, verlängerbar bis 2032
JEWELFrühwarnung mit Frankreichnicht veröffentlichterste Satelliten Anfang der 2030er-Jahre
ESA-Beitrageuropäische Raumfahrtprogrammerund 5,4 Mrd. €gezeichnet im November 2025
Bis 2030 will der Bund insgesamt 35 Milliarden Euro in die Sicherheit im All investieren. Quellen: Bundeswehr, Handelsblatt, Euronews, ES&T, Ministère des Armées, DLR.

Bis 2029 funkt die Bundeswehr über zwei geostationäre Satelliten aus den Jahren 2009 und 2010. Die Nachfolger aus dem Programm SATCOMBw 3 baut Airbus für rund 2,2 Milliarden Euro, im Orbit übergeben werden sollen sie 2029.

Einen Vertrag mit Starlink hat die Bundeswehr nicht, Gespräche 2024 führten nach Angaben des Ministeriums zu keinen konkreten Projekten.

Aufklärung als Dienstleistung

Bei der Radaraufklärung geht Berlin einen anderen Weg. Im Dezember 2025 schloss das Beschaffungsamt mit Rheinmetall ICEYE Space Solutions den Vertrag SPOCK 1 über rund 1,7 Milliarden Euro bis Ende 2030. Die Bundeswehr bekommt exklusiv reservierte Radarsatelliten und beauftragt Aufnahmen selbst, die Satelliten gehören aber dem Gemeinschaftsunternehmen aus Neuss.

Ein weiteres Firmenduo drängt in die Aufklärung aus dem All: Helsing und OHB gründeten im Mai 2026 die gemeinsame Tochter KIRK für Aufklärung und Zielerfassung aus dem All.

Ins All kamen die deutschen Radarsatelliten bisher mit amerikanischer Hilfe. SARah-1 startete 2022 auf einer Falcon 9, SARah-2 und -3 folgten im Dezember 2023 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien.

Am 1. Oktober 2026 flog dort auch der erste Satellit für die Luftraumüberwachung, den Rheinmetall mit dem Turiner Hersteller Argotec gebaut hat. Eine Raketenfrühwarnung wie SBIRS oder JEWEL liefert er nicht.

Wir kennen das Muster aus der IT: Wer Rechenleistung in der Cloud mietet, bekommt Tempo, aber keinen Schlüssel zum Rechenzentrum. Die Bundeswehr hat bei SPOCK 1 die schnelle Variante gewählt und sich mit reservierten Satelliten gegen die Warteschlange anderer Kunden abgesichert.

Auf den Punkt
  • Budget: 35 Milliarden Euro bis 2030, die Umsetzungsleitlinien fehlen noch
  • Kommunikation: SATCOMBw 4 soll 2029 mit bis zu 40 Satelliten starten, vergeben ist der Auftrag noch nicht
  • Starts: SARah und der erste Rheinmetall-Satellit für die Luftraumüberwachung flogen mit SpaceX

Was bedeutet die Lücke für Unternehmen?

Weißer Schutzkoffer mit orangem Griff und Aufkleber „NOTFALLPLAN“ sowie Satelliten-Piktogramm
Satellitennavigation und Zeitsignal gehören in den Notfallplan jedes Betriebs mit Lieferflotte oder Lager.

Die Lücke bringt Unternehmen Aufträge und Risiken. Bund, EU und ESA vergeben in den nächsten Jahren Milliarden für Satelliten, Raketen und Bodentechnik. Zugleich hängen Lieferketten, Zahlungsverkehr und Kommunikation vieler Firmen an Satelliten, deren Ausfall die Bundesregierung als Risiko beschreibt.

Die Bundesregierung beschreibt die Abhängigkeit in ihrer Weltraumsicherheitsstrategie ungewohnt konkret. Navigation und Zeitsignal, Kommunikation und Wetterdaten kommen aus dem All, ein Ausfall träfe Notfalldienste, Logistik und sogar das Geldabheben am Automaten. Für ein Unternehmen mit Lieferflotte, Lagerhaus oder Onlineshop gehört dieses Szenario in den Notfallplan, nicht in die Rubrik Science-Fiction.

Bei der ESA-Ministerratskonferenz im November 2025 in Bremen zeichneten die Mitgliedstaaten 22,3 Milliarden Euro, so viel wie nie zuvor, Deutschland trug rund 5,4 Milliarden bei. Die ESA nennt den neuen Auftrag, Raumfahrt auch für die Verteidigung zu nutzen, eine „historische Wende“.

Für den EU-Haushalt 2028 bis 2034 schlägt die Kommission 131 Milliarden Euro für Verteidigung, Sicherheit und Raumfahrt vor, beschlossen ist das noch nicht.

Profitieren können nicht nur OHB, Airbus und Rheinmetall. Bodenstationen, Antennen, Verschlüsselung, Software für die Auswertung von Radarbildern und der Bau kleiner Raketen sind Märkte, auf denen auch junge Firmen mitbieten.

Was Sie selbst prüfen sollten

PrüffrageWarum sie zählt
Welche Abläufe hängen an Satellitennavigation, Zeitsignal oder Satelliteninternet?Bei einem Ausfall wären laut Bundesregierung Notfalldienste eingeschränkt, Logistik und Geldautomaten lägen still
Dient der Satellitenanschluss als zweiter Weg neben Glasfaser und Mobilfunk?Ein Betreiber kann zentral drosseln oder sperren, wie die Ukraine im Oktober 2026 erlebte
Welche Rechtsordnung gilt für den Anbieter?Starlink untersteht US-Recht, über Starshield entscheidet nach Musks Worten die US-Regierung
Was regelt der Vertrag zu Sperren, Drosselung und Tempogrenzen?Sperr- und Drosselrechte des Betreibers stehen oft im Kleingedruckten, staatliche Eingriffe regelt kein Vertrag
Vier Fragen für den Notfallplan eines Unternehmens. Quellen: Bundesregierung, Euronews, Kyiv Post.

Nach dem Entwurf für ein EU-Weltraumgesetz vom Juni 2025 soll das Gesetz für alle Betreiber gelten, die in Europa Dienste anbieten, auch für solche von außerhalb der EU. Er schreibt unter anderem eigene Anforderungen an die Cybersicherheit vor. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht.

Allianz Research erklärt die deutsche Investitionslücke von bis zu 730 Milliarden Euro mit einem Mangel an lohnenden Projekten, nicht an Geld. Im All liegt das Geld ebenfalls bereit, nur die Vergabe stockt: Die 35 Milliarden Euro sind angekündigt, der größte Einzelauftrag SATCOMBw 4 ist nicht vergeben.

Unsere Einschätzung

Komplett in amerikanischer Hand ist Europas Sicherheit im All nicht. Galileo, die geostationären Militärsatelliten und die wachsende Radaraufklärung gehören Europäern. Bei den Amerikanern liegen aber genau die Fähigkeiten, die im Krieg über Minuten entscheiden: beim US-Staat die Warnung vor der Rakete und das dichte Netz der Aufklärung, bei SpaceX die Funkverbindung zur Drohne und die Rakete für neue Satelliten.

Die Ukraine hat diese Abhängigkeit im Oktober nicht zum ersten Mal erlebt. Neu war, dass der Betreiber selbst auf die US-Regierung als Entscheiderin zeigte, deren Rolle bis heute ungeklärt ist.

Europa hat das Problem erkannt und investiert, aber nach einem Zeitplan, der bis 2029 und für die Frühwarnung bis in die 2030er-Jahre reicht. Bis dahin kauft der Kontinent seine Souveränität ausgerechnet bei dem Anbieter ein, von dem er sich lösen will: Der erste Rheinmetall-Satellit für die Luftraumüberwachung flog mit SpaceX, die neuen OneWeb-Satelliten fliegen mit SpaceX.

Gefährlich sind deshalb vor allem die Jahre bis 2030, bei der Frühwarnung auch die ersten Jahre danach.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Europas Militär im All

Ein aufgeschlagenes graues Buch mit einem orangefarbenen Lesebändchen
Vom Bündnisfall bis zum Weltraumkommando: die wichtigsten Begriffe zu Europas Militär im All.

Bündnisfall

Bündnisfall heißt die Lage nach Artikel 5 des NATO-Vertrags, in der ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle gilt. Seit 2021 kann nach Darstellung der NATO auch ein Angriff auf, aus oder im All den Bündnisfall auslösen, über den der Nordatlantikrat im Einzelfall entscheidet.

Frühwarnsatellit

Frühwarnsatellit nennt man einen Satelliten, der mit Infrarotsensoren den Start einer Rakete erkennt. Die USA betreiben dafür das System SBIRS mit sechs Satelliten im geostationären Orbit. Europa besitzt kein vergleichbares System und erhält die Warnungen von den USA.

Galileo

Galileo ist das europäische Satellitennavigationssystem, das der EU gehört. Neben dem offenen Signal bietet Galileo mit dem verschlüsselten PRS einen störungs- und täuschungsfesteren Dienst nur für staatlich autorisierte Nutzer wie Militär, Polizei und Katastrophenschutz.

Geostationärer Orbit

Geostationärer Orbit (GEO) heißt die Umlaufbahn in 35.786 Kilometern Höhe über dem Äquator. Ein Satellit dort steht vom Boden aus gesehen still. Die meisten militärischen Kommunikationssatelliten Europas kreisen auf dieser Bahn, für kleine Antennen an Drohnen eignen sie sich kaum.

GOVSATCOM

GOVSATCOM (Governmental Satellite Communications) ist der Satellitenkommunikationsdienst der EU für Behörden. Seit Januar 2026 bündelt er Kapazität von acht staatlichen oder militärischen Satelliten aus fünf Ländern, ab 2027 sollen kommerzielle Dienste dazukommen.

IRIS²

IRIS² (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite) ist das geplante Satellitennetz der EU. Betreiber ist das Konsortium SpaceRISE aus SES, Eutelsat und Hispasat, geplant sind 348 Satelliten, die ersten sollen 2029 starten.

JEWEL

JEWEL (Joint Early Warning for a European Lookout) heißt das deutsch-französische Vorhaben für eine Raketenfrühwarnung aus dem All. Jedes Land soll ein bis zwei geostationäre Satelliten beisteuern, erste einsatzbereite Satelliten erwartet Paris bis Anfang der 2030er-Jahre.

Konstellation

Konstellation nennt die Raumfahrt eine Gruppe gleichartiger Satelliten, die abgestimmt zusammenarbeiten. Netze im niedrigen Orbit brauchen viele Satelliten, weil jeder nur einen kleinen Ausschnitt der Erde sieht. Starlink ist mit 11.140 funktionsfähigen Satelliten die größte Konstellation.

Niedriger Orbit

Niedriger Orbit (LEO, Low Earth Orbit) heißt der Bahnbereich unterhalb von 2.000 Kilometern. Kurze Wege bedeuten kurze Signallaufzeiten und kleine Antennen, deshalb eignen sich Netze wie Starlink, OneWeb oder das geplante SATCOMBw 4 für Drohnen und Fahrzeuge.

Radar mit synthetischer Apertur

Radar mit synthetischer Apertur (SAR) bezeichnet ein Verfahren, mit dem Satelliten per Radar Bilder aufnehmen, auch nachts und durch Wolken. Die Bundeswehr nutzt dafür ihre SARah-Satelliten und über den Vertrag SPOCK 1 die Konstellation von Rheinmetall ICEYE.

SATCOMBw

SATCOMBw heißt die Satellitenkommunikation der Bundeswehr. Stufe 3 ersetzt bis 2029 die geostationären Satelliten von 2009 und 2010, Stufe 4 soll ein eigenes Netz im niedrigen Orbit werden, im Endausbau mit einer dreistelligen Zahl von Satelliten.

Starshield

Starshield heißt die militärische Variante von Starlink, die SpaceX für die US-Regierung betreibt. Nach Musks Worten entscheiden über Grenzen bei Tempo und Nutzung das US-Militär und der Präsident. Die ukrainische Armee nutzt Starshield über Verträge des Pentagons.

Trägerrakete

Trägerrakete heißt eine Rakete, die Satelliten in eine Umlaufbahn bringt. Europa verfügt über die Ariane 6, die Vega C und seit September 2026 über die kleine Spectrum von Isar Aerospace. Viele europäische Satelliten starten trotzdem mit der Falcon 9 von SpaceX.

Weltraumkommando

Weltraumkommando der Bundeswehr heißt die Dienststelle in Uedem am Niederrhein, die seit Juli 2021 die Lage im All beobachtet und militärische Weltraumoperationen führen soll. Sein Ausbau ist nach Angaben der Bundesregierung noch im Planungsstadium.

FAQ: Europas Verteidigung hängt im All von den USA ab

Eine Satellitenschüssel mit einem FAQ-Schild daneben, daneben ein orangefarbenes Fragezeichen
Häufige Fragen zu Starlink, IRIS², Frühwarnung und dem Weltraumbudget des Bundes.

Kann Starlink in Europa abgeschaltet werden?

Technisch ist das möglich. Der Betreiber kann Terminals, Regionen oder Funktionen zentral sperren oder drosseln, ohne die Geräte beim Kunden anzufassen. Im Oktober 2026 brachen in der Ukraine die Verbindungen militärischer Terminals oberhalb von rund 160 Kilometern pro Stunde ab.

Nutzt die Bundeswehr Starlink?

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums von 2024 hat die Bundeswehr keine konkreten Projekte mit Starlink. Die Truppe funkt über eigene geostationäre Satelliten und plant mit SATCOMBw 4 ein eigenes Netz im niedrigen Orbit. Starlink-Ausrüstung für die Ukraine bezahlt Deutschland dagegen mit.

Wann ist IRIS² einsatzbereit?

Die ersten Satelliten sollen 2029 starten, die Dienste danach schrittweise anlaufen. Voller Betrieb ist nach Berichten der Nachrichtenagentur AFP etwa ein Jahr später geplant. Bis dahin bündelt die EU vorhandene Satelliten im Dienst GOVSATCOM.

Hat Europa eine eigene Raketenfrühwarnung?

Aus dem All hat Europa keine. Der Kontinent ist nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums auf die Daten amerikanischer Frühwarnsysteme angewiesen. Frankreich und Deutschland planen mit JEWEL eigene Satelliten, erste einsatzbereite Satelliten sollen bis Anfang der 2030er-Jahre arbeiten.

Wer bezahlt Starlink in der Ukraine?

Mehrere Staaten teilen sich die Kosten. Polen finanzierte nach Angaben vom März 2025 rund die Hälfte der Terminals und zahlt rund 44 Millionen Euro im Jahr für Abos. Deutschland bezahlt einen Teil der Ausrüstung, das Pentagon die Anschlüsse an Starshield.

Wie viel gibt Deutschland für die Sicherheit im All aus?

Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte im September 2025 an, bis 2030 insgesamt 35 Milliarden Euro in Weltraumprojekte und eine Sicherheitsarchitektur im All zu stecken. Größter geplanter Posten ist das Netz SATCOMBw 4 für geschätzt acht bis zehn Milliarden Euro.

Quellen

72 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 18.10.2026
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  3. The Kyiv IndependentOrder limiting Starlink access for Ukraine’s military came from within White House, Reuters reports15.10.2026
  4. EuronewsMusk points to Trump behind any slowdown in Ukraine’s Starshield system15.10.2026
  5. Al JazeeraMusk says US military controls Starlink’s limits after Ukraine outcry14.10.2026
  6. CBS NewsUkraine still unable to intercept Russian drones due to Starlink restrictions, Zelenskyy says17.10.2026
  7. MeduzaTrump denies ordering restrictions on Ukraine’s military Starlink service16.10.2026
  8. Kyiv PostRubio: Ukraine Denied Starshield17.10.2026
  9. UkrinformRubio says Ukraine does not have access to Starshield18.10.2026
  10. SDxCentralSpaceX wins US contract to expand Ukraine’s access to Starshield satellite networkDezember 2024
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  12. ERR NewsForeign minister hits out at Elon Musk denying Starlink Ukraine coverageSeptember 2023
  13. Al JazeeraBe quiet, small man: Musk clashes with Polish FM over Starlink in Ukraine10.03.2025
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  15. Kyiv PostGermany Demands Starlink Restrictions Be Repaired16.10.2026
  16. Defense NewsThe good, the bad and the ugly: Inside Europe’s race to supplant US defense enablers27.02.2026
  17. Ministère des ArméesJEWEL: France and Germany lay the foundation for a European early warning capabilityOktober 2025
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  21. ArianeGroupWith Ariane 6, Arianespace successfully launches EU’s Galileo L1417.12.2025
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  40. Via SatelliteEutelsat Taps Airbus and Aerospacelab for OneWeb and IRIS² Satellites10.09.2026
  41. EuronewsEurope’s answer to Starlink: Who is building IRIS² and what is Germany’s role16.10.2026
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  54. PayloadIsar Aerospace Reaches Orbit on Second Attempt07.09.2026
  55. European SpaceflightESA Awards €544 Million in European Launcher Challenge Contracts27.08.2026
  56. ES&TSpace Security: Pistorius kündigt 35 Milliarden Euro für den Weltraum anSeptember 2025
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  58. NoerrWeltraumsicherheitsstrategie im Bundeskabinett beschlossen12.12.2025
  59. Deutscher BundestagDrucksache 21/5934: Umsetzung der Weltraumsicherheitsstrategie durch die Bundeswehr13.05.2026
  60. HandelsblattRaumfahrt: Deutschland plant riesiges Satellitenprojekt10.03.2026
  61. ES&TOHB und Rheinmetall gründen Joint Venture für SATCOMBw 413.06.2026
  62. HartpunktSATCOM Bw 4: Airbus, OHB und Rheinmetall wollen gemeinsam für Bundeswehr-Satellitenkonstellation anbieten09.03.2026
  63. BundeswehrNationale Sicherheit: Neue Kommunikationssatelliten für die Bundeswehr05.07.2024
  64. t-onlineStarlink-Gespräche abgebrochen: Deutschlands Angst vor Elon Musk04.02.2024
  65. ES&TTaktische Weltraumaufklärung SPOCK 1 von Rheinmetall und ICEYE19.12.2025
  66. Deutsche Börse (EQS)Helsing and OHB establish joint venture KIRK for tactical space-based reconnaissance systems19.05.2026
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  71. Europäische KommissionEU-Haushaltsvorschlag 2028 bis 2034: Europäischer Wettbewerbsfonds16.07.2025
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