Artikel teilen

Ein KI-Agent wie Claude oder ChatGPT soll sich künftig ohne technisches Vorwissen mit einer WordPress-Website verbinden: Der Agent erkennt WordPress und zeigt einen Link zur Freigabe, der Betreiber meldet sich an. So beschreibt Jason Adams aus dem KI-Team von WordPress den Ablauf in einem Vorschlag vom 28. Oktober.[1]

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen

Zielversion ist WordPress 7.3, einen Termin dafür hat das Projekt noch nicht veröffentlicht. Die Grundlage heißt Model Context Protocol (MCP), ein offener Standard, über den KI-Agenten auf fremde Programme zugreifen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • MCP, eine Anmeldung per OAuth und eine Grundausstattung an Aktionen sollen mit WordPress 7.3 fest in die Software kommen.
  • Heute brauchen Betreiber dafür das Plugin MCP Adapter und ein Anwendungspasswort.
  • Verbindlich ist der Plan noch nicht.

Wie verbinden sich KI-Agenten heute mit WordPress?

Ein Bund Schlüssel neben einer hellblauen Karte mit dem Text „Agent“ auf weißem Hintergrund
MCP Adapter Plugin für WordPress seit Oktober 2024 verfügbar. Version 0.7.1 erfordert WordPress 6.9 und läuft auf über 50.000 Websites

Den Anschluss liefert das Plugin MCP Adapter, das WordPress.org seit dem 2. Oktober im Plugin-Verzeichnis führt. Version 0.7.1 setzt WordPress 6.9 voraus und läuft auf mehr als 50.000 Websites (Stand 29. Oktober).[2] Der Adapter reicht nur weiter, was als Ability registriert ist, also einzelne Aktionen wie „Beiträge lesen“ oder „Einstellung ändern“, die WordPress oder ein anderes Plugin bereitstellt.

Angemeldet wird der Agent mit einem Anwendungspasswort, das Nutzer seit WordPress 5.6 im eigenen Profil erzeugen und im Agenten hinterlegen.[3] Adams nennt diesen Weg zu umständlich und hofft ausdrücklich, dass niemand das Passwort als Klartext in den Chat kopiert.[1]

Was plant das KI-Team für WordPress 7.2 und 7.3?

Die fertige Version von WordPress 7.2 soll am 8. Dezember erscheinen, die erste Beta ist bereits da. Die Zeit bis dahin will das Team für Grundlagen und Prototypen nutzen.[1] Der MCP Adapter soll bis dahin stabiler werden und mit 7.3 in WordPress selbst aufgehen. Eine OAuth-Freigabe soll das Anwendungspasswort ersetzen. Für die Zugangsschlüssel ist die Secrets API vorgesehen, mit der WordPress 7.2 API-Schlüssel von Plugins verschlüsselt speichern soll.

Ob die Funktionen mit 7.3 kommen, hängt laut Adams von technischer Reife und Sicherheitsprüfungen ab. Der Baukasten Webflow ist schon weiter: Über den Webflow MCP Server greifen unter anderem Claude, ChatGPT und Codex auf Webflow-Projekte zu.[4]

Der Fahrplan für KI-Agenten in WordPress
Vom Plugin zur eingebauten Freigabe, nach dem Vorschlag des KI-Teams, Stand 29. Oktober 2026
50.000+
aktive Installationen des Plugins MCP Adapter laut wordpress.org
0.7.1
aktuelle Version des Adapters, Voraussetzung WordPress 6.9
4
Arbeitsbereiche: MCP, freigegebene Aktionen (Abilities), OAuth und die Bedienung
8. Dez.
soll WordPress 7.2 erscheinen, bis dahin entstehen Grundlagen und Prototypen

Wie kommt der Agent auf die Website?

Heute
Plugin und Passwort
MCP Adapter installieren, freigegebene Aktionen bereitstellen, Anwendungspasswort im Agenten hinterlegen
WordPress 7.2
Grundlagen und Prototypen
Adapter stabilisieren, erste Aktionen womöglich schon in der Beta, OAuth-Abläufe planen
WordPress 7.3
Eingebaute Freigabe
MCP in WordPress selbst, Anmeldung per OAuth, zentraler Widerruf; Termin offen

Warum soll der Zugang nicht beim Plugin bleiben?

Solange einzelne Anbieter den Zugang bereitstellen, regelt jedes Plugin Anmeldung und Rechte auf eigene Art. Adams nennt Jetpack, Elementor und WPVibe als Anbieter solcher Verbindungen.[1] Wie schnell dabei etwas schiefgeht, zeigte im Oktober das Plugin Royal MCP: Bis Version 1.5.6 machte eine schwere Sicherheitslücke Vorschau-Links zum Admin-Zugang. Eine einheitliche Freigabe, die sich zentral widerrufen lässt, senkt dieses Risiko.

Ein einziger Plugin-Fehler machte im Oktober Vorschau-Links zum Admin-Zugang. Den Zugang für KI-Agenten muss WordPress selbst regeln.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Zitat teilen

Liest ein Agent Kommentare, Bestellungen oder Nutzerkonten, verarbeitet der KI-Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag des Betreibers. Dafür braucht der Betreiber in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, daran ändert auch der eingebaute Zugang nichts.

Was sollten Betreiber und Agenturen jetzt tun?

  • Auf einer Testkopie ausprobieren: Verbinden Sie den Agenten zuerst mit einer Testkopie der Website und sichern Sie vorher die Live-Website, etwa mit einem der Backup-Plugins für WordPress.
  • Rechte knapp halten: Legen Sie für den Agenten ein eigenes Konto mit möglichst wenigen Rechten an. Der MCP Adapter prüft bei jeder Aktion, ob das angemeldete Konto sie ausführen darf.[2] Nach dem Test widerrufen Sie das Anwendungspasswort im Profil.
  • Nicht fest auf das Plugin bauen: Version 0.7.0 brachte mehrere nicht abwärtskompatible Änderungen, und mit 7.3 soll ein neues Anmeldeverfahren kommen.

Fehlt beim Hoster eine Testumgebung, hilft der WordPress-Hosting-Vergleich.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Make WordPress AIWordPress for the Agentic Web (Jason Adams, 28. Oktober 2026, englisch)
  2. WordPress.org PluginsMCP Adapter (Version 0.7.1, abgerufen am 29. Oktober 2026, englisch)
  3. Make WordPress CoreApplication Passwords: Integration Guide (5. November 2020, englisch)
  4. Webflow DevelopersWebflow MCP server (abgerufen am 29. Oktober 2026, englisch)

Mehr Newshunger?

4,2 17 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?