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Der Handscanner piept, an der Rampe wartet die nächste Palette, den Lagerplatz für jeden Karton hat das System längst vergeben. Stapeln dürfen Sie noch selbst. Laut IAB könnten Computer und Roboter schon heute neun von zehn Kerntätigkeiten des Fachlageristen übernehmen, im KI-Resilienz-Check reicht das für die Note 4,6.

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Amazon meldete im Juli 2025 den millionsten Roboter in seinen Lagern, seit Oktober 2026 verkauft Jungheinrich einen Palettenroboter, der Paletten bis 1.200 Kilogramm allein ein- und auslagert. Gleichzeitig unterschrieben 2025 laut BIBB 5.712 junge Leute einen Ausbildungsvertrag zum Fachlageristen, mehr als im Jahr davor. Beide Entwicklungen treffen sich in einem Beruf, der seit 2004 nach derselben Verordnung ausgebildet wird.

Wie viel der Arbeit Maschinen und Software übernehmen können, prüft dieser Beitrag mit demselben Sechs-Kriterien-Raster wie der Basisartikel zur KI-Resilienz von Ausbildungsberufen. Die Note folgt der Schulnotenskala von 1 bis 6, eine 1 steht für sehr KI-sicher, eine 6 für leicht ersetzbar.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Fachlagerist erreicht die Gesamtnote 4,6 und liegt damit zwei Zehntel hinter der Fachkraft für Lagerlogistik mit 4,4, schwächer schneidet in der Serie bisher nur der Bauzeichner mit 5,1 ab.
  • Die Ausbildung dauert zwei Jahre und lässt sich um ein drittes Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik verlängern.
  • Die Einstiegsvergütung reicht im ersten Jahr von der gesetzlichen Untergrenze von 724 Euro bis zum tariflichen Westschnitt von 1.163 Euro, so die BIBB-Datenbank.
  • Der Job-Futuromat des IAB führt 9 von 10 Kerntätigkeiten als ersetzbar, vom Kommissionieren bis zu den Versandpapieren, nur die Lagerwirtschaft als Ganzes nicht.
  • Die Lösungsquote lag 2024 bei 34,8 Prozent, mehr als jeder dritte Vertrag endete vorzeitig.

Erst raten, dann lesen: Wie KI-fest tippen Sie den Fachlageristen?

Ein Bauchgefühl genügt, Vorwissen brauchen Sie keines.

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Wissenstest
Fünf Fragen zu Palette, Roboter und Lohn
Schätzen Sie zuerst und lesen Sie danach im Artikel nach. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viele neue Ausbildungsverträge zum Fachlageristen kamen 2025 bundesweit zustande? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Das BIBB zählte 5.712 Verträge, 4,7 Prozent mehr als im Jahr davor. Wie sich die Zahl entwickelt, steht in Kapitel 6.
2 Greifroboter im Lager können nur Artikel greifen, die sie vorher kennen. Stimmt das? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Zalando lässt Retouren in Greven von Robotern sortieren, die den einzelnen Artikel vorher nicht kennen müssen. Was Maschinen im Lager schon übernehmen, steht in Kapitel 4.
3 Welche der zehn Kerntätigkeiten führt der Job-Futuromat des IAB beim Fachlageristen als einzige als nicht ersetzbar? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Nur die Lagerwirtschaft als Ganzes gilt als nicht ersetzbar, Kommissionieren und Warenannahme stehen auf der Liste der ersetzbaren Tätigkeiten. Was beim Menschen bleibt, steht in Kapitel 5.
4 Wie hoch ist die tarifliche Ausbildungsvergütung im ersten Jahr im Bundesschnitt laut BIBB? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Der Bundesschnitt liegt bei 1.151 Euro, im Osten bei 1.062 Euro, die gesetzliche Untergrenze bei 724 Euro. Die ganze Tabelle steht in Kapitel 1.
5 Welche KI-Resilienz-Note vergibt Dr. Web an den Fachlageristen? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Der Beruf erreicht die Note 4,6, gestützt von der Arbeit an der Palette, belastet von Routine, Digitalisierung und fehlendem Berufsschutz. Das Siegel steht in Kapitel 2, Tacho und Rechnung finden Sie in Kapitel 3.

Was macht ein Fachlagerist und wie läuft die Ausbildung ab?

Ausbildungsvergütung nach Lehrjahr
Monatliche Brutto-Spanne, Fachlagerist (zwei Ausbildungsjahre)
1. Jahr
Spanne
724–1.163 €
2. Jahr
Spanne
854–1.241 €

Ein Fachlagerist nimmt Ware an, prüft und lagert sie ein, stellt Aufträge zusammen, verpackt sie und lädt sie für den Versand. Gearbeitet wird in Lagern von Industrie und Handel, bei Speditionen, in Verteilzentren des Onlinehandels und in Kühlhäusern. Den Takt geben Lieferungen und Aufträge vor, häufig im Schichtbetrieb.

Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich vom 26. Juli 2004, in Kraft seit dem 1. August 2004. Sie regelt zwei Berufe zugleich: den zweijährigen Fachlageristen und die dreijährige Fachkraft für Lagerlogistik. Abgelöst hat sie den früheren Handelsfachpacker.

Neben Arbeitsrecht, Sicherheit und Umweltschutz nennt das Berufsbild Güterkontrolle, der Einsatz von Arbeitsmitteln sowie Annahme, Lagerung, Kommissionierung und Versand von Gütern. Zum Pflichtstoff gehört auch der Umgang mit Gefahrgut, Zollgut und verderblicher Ware nach ihrer Kennzeichnung.

Am Ende des ersten Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung. In höchstens 90 Minuten entlädt und kontrolliert der Prüfling eine Lieferung oder lagert Güter nach Güterarten ein. Die Abschlussprüfung besteht aus zwei praktischen Aufgaben in höchstens drei Stunden und drei schriftlichen Teilen: Lagerprozesse und Güterbewegung zählen je 40 Prozent, Wirtschafts- und Sozialkunde 20 Prozent.

Die BIBB-Datenbank der tariflichen Ausbildungsvergütungen weist für 2025 im Bundesschnitt 1.151 Euro im ersten und 1.231 Euro im zweiten Jahr aus. Im Westen liegen die Werte bei 1.163 und 1.241 Euro, im Osten bei 1.062 und 1.161 Euro. Ohne Tarifbindung gilt für einen Ausbildungsbeginn 2026 die Mindestvergütung von 724 und 854 Euro.

Ausbildungsjahr Gesetzliche Mindestvergütung (Beginn 2026) BIBB-Tarifschnitt Ost BIBB-Tarifschnitt Bund BIBB-Tarifschnitt West
1. Jahr 724 € 1.062 € 1.151 € 1.163 €
2. Jahr 854 € 1.161 € 1.231 € 1.241 €

Die Tarifwerte gelten für tarifgebundene Betriebe, Stand 1. Oktober 2025.

Einen bestimmten Schulabschluss verlangt die Verordnung nicht. Unter den 5.154 neuen Azubis des Jahres 2024 hatten laut BIBB 2.931 den Ersten Schulabschluss, 1.410 einen Mittleren Abschluss und 186 die Hochschul- oder Fachhochschulreife. Im Schnitt waren die Neuen 19,9 Jahre alt. Von den Neuverträgen 2025 schlossen laut BIBB 90,9 Prozent Männer ab.

Welche Note bekommt der Fachlagerist im KI-Resilienz-Check?

KI-Resilienz4,6von 1 bis 6
Palette stark, alles andere schwach

Punkte holt der Beruf an Rampe und Regal, Punkte verliert er an Lagerverwaltungssysteme, Routine und das Fehlen jeder Zulassungshürde.

Der Fachlagerist erhält im KI-Resilienz-Check die Note 4,6 und gehört damit zu den drei schwächsten Berufen der Serie. Für ihn spricht die Arbeit an der Palette, gegen ihn der fehlende Berufsschutz, ein fast vollständig digital gebuchter Arbeitstag und eine Tätigkeitsliste, die sich Schicht für Schicht wiederholt.

Die Fachkraft für Lagerlogistik kam in dieser Serie auf 4,4. Beide Berufe teilen Verordnung, Halle und Regal, den Abstand von zwei Zehnteln macht die Urteilskraft aus. Die dreijährige Fachkraft erstellt Beladepläne, plant Touren und ergreift Maßnahmen gegen Mängel. Der Fachlagerist kontrolliert und meldet Abweichungen, über die Folgen entscheiden andere.

Gleichauf liegt der Kaufmann für Büromanagement mit 4,6, schwächer ist bisher nur der Bauzeichner mit 5,1. Deutlich besser schneiden Logistikberufe mit mehr Kontakt nach draußen ab, etwa die Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen mit 3,9. Wo Handwerk, Büro und Gesundheit insgesamt stehen, zeigt unsere Übersicht der KI-resistenten Berufe.

Gegen eine noch schlechtere Note spricht die Palette selbst. Ein eingedrückter Karton, eine verrutschte Ladung oder ein fehlendes Gefahrgutetikett fällt dem auf, der davorsteht. Diese Arbeit am Objekt zählt im Raster doppelt und hält die Note unter 5.

Eine bessere Note verhindert die Arbeitsteilung im Lager.

Wir halten 4,6 für ehrlich. Der Fachlagerist ist der Einstieg in die Logistik, mit dem dritten Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik liegt eine bessere Ausgangslage nur zwölf Monate entfernt.

Wie setzt sich die Note aus dem Sechs-Kriterien-Raster zusammen?

Wie die Note 4,6 zustande kommt
123 456
4,6
Gesamtnote auf der Schulnotenskala 1 bis 6
Physische PräsenzGewicht ×2
2
Empathie & VertrauenGewicht ×2
5
Urteilskraft & HaftungGewicht ×2
5
Regulatorische HürdeGewicht ×2
5
RoutineanteilGewicht ×1
6
DigitalisierungsgradGewicht ×1
6
(2×2) + (5×2) + (5×2) + (5×2) + (6×1) + (6×1) = 46  →  46 ÷ 10 = 4,6

Die Note 4,6 ergibt sich aus einer Zwei für physische Präsenz, je einer Fünf für Empathie, Urteilskraft und regulatorische Hürde und je einer Sechs für Routineanteil und Digitalisierungsgrad.

Physische Präsenz (Note 2)

Paletten entladen, Kartons auf Schäden prüfen, Ware ins Regal heben und eine Ladung auf dem Lkw sichern erledigt niemand vom Bildschirm aus. Die Zwischenprüfung fragt genau das ab: eine Lieferung entladen und kontrollieren oder Güter nach Güterarten einlagern. Auch das Verstauen und Sichern der Sendungen nennt die Verordnung ausdrücklich.

Eine glatte 1 verhindert der Teil des Tages, der am Scanner stattfindet. Für die physische Präsenz vergibt Dr. Web die Note 2.

Empathie und Vertrauen (Note 5)

Kundschaft im engeren Sinn hat der Fachlagerist selten. Sein Gegenüber sind Fahrer an der Rampe, Kollegen im Schichtteam und interne Abteilungen, der Austausch läuft über Lieferscheine, Scans und Übergaben. Der Futuromat listet für den Beruf keine einzige beratende oder betreuende Tätigkeit.

Die Zusammenarbeit im Team verhindert eine 6. Dr. Web vergibt die Note 5.

Urteilskraft und Haftung (Note 5)

Die Verordnung beschreibt den Fachlageristen als jemanden, der prüft und meldet. Er kontrolliert Lagerbestände und meldet Abweichungen, gleicht Ladungen mit den Begleitpapieren ab und meldet Abweichungen, bei Mängeln veranlasst er die Beseitigung. Die Maßnahme selbst ergreift laut Verordnung erst die Fachkraft für Lagerlogistik.

Verantwortung trägt der Beruf an zwei Stellen: beim Sichern der Ladung und beim Umgang mit Gefahrgut nach Kennzeichnung. Mehr als eine 5 verhindert genau diese Haftung. Bei der Urteilskraft steht die Note 5.

Regulatorische Hürde (Note 5)

Ein Lager darf jeder betreiben, einräumen darf es jeder. Ein Meisterbrief oder Gesellenbrief ist nicht vorgeschrieben, neben ausgebildeten Fachlageristen arbeiten angelernte Kräfte an denselben Regalen. Für den Gabelstapler verlangt die DGUV Vorschrift 68 eine Ausbildung und einen schriftlichen Auftrag des Unternehmers, eine Zulassung zum Beruf ist das nicht.

Bei der Regulierung steht die Note 5.

Routineanteil (Note 6)

Der Job-Futuromat des IAB führt für den Fachlageristen ein Substituierbarkeitspotenzial von 90 Prozent: Neun von zehn Kerntätigkeiten gelten als ersetzbar, darunter Kommissionieren, Verpacken, Etikettieren, Warenannahme, Bestandskontrolle und das Erstellen von Versandpapieren. 2013 lag der Wert noch bei 43 Prozent.

Die gleichen Handgriffe wiederholen sich hundertfach pro Schicht. Beim Routineanteil steht die Note 6.

Digitalisierungsgrad (Note 6)

Jede Bewegung im Lager ist schon ein Datensatz. Wareneingang, Umlagerung, Entnahme und Versand laufen über das Lagerverwaltungssystem, der Futuromat führt es ebenso als ersetzbar wie Hochregallager, automatische Kleinteilelager und Kommissioniersysteme. Die Verordnung verlangt, Eingangsdaten zu erfassen und Güterbewegungen mit betrieblichen Informationsmitteln zu buchen.

Beim Digitalisierungsgrad steht die Note 6.

Die gewichtete Gesamtrechnung

Physische Präsenz, Empathie, Urteilskraft und regulatorische Hürde zählen doppelt, Routineanteil und Digitalisierungsgrad einfach. Mit den sechs Einzelnoten ergibt die Rechnung (2×2) + (5×2) + (5×2) + (5×2) + (6×1) + (6×1) = 46 Punkte. Geteilt durch die Gewichtssumme 10 folgt ohne Rundung die Note 4,6.

Welche Teilaufgaben verschwinden zuerst?

Ein kleiner blauer Transportroboter transportiert einen braunen Karton vor weißem Hintergrund
Kleinteilelager, Palettenroboter und Lagersoftware übernehmen Wege, Zählarbeit und Buchungen

Zuerst verschwinden die Wege zum Regal, das Zählen der Bestände und der Transport von Paletten durch die Halle. Für alle drei Aufgaben gibt es Anlagen und Fahrzeuge, die verkauft werden und laufen.

Am weitesten ist die Kommissionierung in großen Verteilzentren. Automatische Kleinteilelager bringen den Behälter zum Arbeitsplatz, statt die Person durch die Gasse zu schicken. Amazon meldete im Juli 2025 mehr als eine Million Roboter in seinen Lagern weltweit.

Wie der Konzern dorthin kam, beschreibt unser Porträt von Amazon Robotics.

Jungheinrich verkauft seit dem 1. Oktober 2026 den Palettenroboter EAC 212a, der Lasten bis 1.200 Kilogramm zwischen Wareneingang, Lager und Versand bewegt. Eine Kamera mit Bilderkennung greift auch schief abgestellte Paletten, für den Einstieg reicht laut Hersteller ein einzelnes Fahrzeug.

Die Einzelheiten stehen in unserem Beitrag zum Palettenroboter EAC 212a.

Die Inventur verliert ihre Zettel. Barcode-Scanner und automatische Identifizierung erfassen Ware beim Eingang und bei der Entnahme, der Futuromat nennt als Technik der Berufsgruppe sogar Drohnen, die Bestände kontrollieren. Das Abhaken ganzer Regalreihen entfällt, die Differenzen bleiben.

Selbst bei Retouren greifen inzwischen Roboter zu. Zalando lässt Rücksendungen in Greven von zweiarmigen Robotern sortieren, die den einzelnen Artikel vorher nicht kennen müssen. Lange galt gerade die zerknüllte Rücksendung als Grenze der Technik, wir haben das Retouren-Projekt von Zalando beschrieben.

Teilaufgabe Technik Stand
Kommissionieren im Kleinteilelager Automatische Kleinteilelager, mobile Roboter In großen Verteilzentren verbreitet, laut IAB ersetzbar
Paletten ein- und auslagern Palettenroboter wie der EAC 212a von Jungheinrich Seit Oktober 2026 im Verkauf, nach unserer Einschätzung im Mittelstand bis 2030 noch die Ausnahme
Bestände zählen Barcode-Scanner, automatische Identifizierung Verbreitet, laut IAB ersetzbar
Etikettieren und Versandpapiere Lagerverwaltungssystem mit Etikettendruck Verbreitet, laut IAB ersetzbar
Retouren sortieren Greifroboter mit KI-Steuerung Bei Zalando in Greven im Regelbetrieb, sonst selten

Für mittelständische Lager mit einigen tausend Palettenplätzen sehen wir den Umbau langsamer. Eine Anlage rechnet sich erst ab bestimmten Mengen, eine Person mit Handscanner rechnet sich ab dem ersten Tag.

Welche Teilaufgaben bleiben unersetzbar menschlich?

Was die KI übernimmt, was menschlich bleibt
Das übernimmt die KI
  • −Kommissionieren im Kleinteilelager
  • −Paletten durch die Halle fahren
  • −Bestände zählen und buchen
  • −Etiketten und Versandpapiere
Das bleibt beim Menschen
  • +Beschädigte Ware prüfen und melden
  • +Ladung sichern am Lastzug
  • +Gefahrgut nach Kennzeichnung handhaben
  • +Eingreifen bei Störungen der Anlage

Beim Menschen bleiben die Prüfung beschädigter Ware, das Sichern der Ladung, der Umgang mit Gefahrgut und das Eingreifen, wenn eine Anlage stehen bleibt.

Der Futuromat führt die Lagerwirtschaft als Ganzes als nicht ersetzbar, ebenso Pick-by-Voice und Pick-by-Light. Beide Systeme führen Menschen per Ansage oder Lichtsignal zum richtigen Fach, die Hand am Karton bleibt die eines Menschen.

Am stabilsten steht die Ladungssicherung. Ob eine Ladung hält, entscheidet sich an Gewicht, Schwerpunkt, Zurrmitteln und Fahrzeug, die Verordnung verlangt, Sendungen nach Güterart und Verkehrsmittel zu verladen und zu sichern. Auch Verschlussvorschriften anzuwenden verlangt die Verordnung. Diese Prüfung findet am Lastzug statt, nicht im System.

Ein Greifroboter arbeitet zuverlässig, solange Karton, Gewicht und Etikett stimmen. Ist die Umverpackung eingerissen oder die Menge falsch, hält der Prozess an. Ein Mensch muss dann entscheiden, ob die Ware in den Bestand geht, und den Mangel dokumentieren.

Gefahrgut bleibt ebenfalls Handarbeit mit Verantwortung. Batterien, Spraydosen oder Chemikalien verlangen, dass Kennzeichnung und Begleitpapiere stimmen, bevor die Ware ins Regal geht.

Ein Programm kann die Vorschrift nachschlagen, die falsch beschriftete Kiste muss trotzdem jemand in die Hand nehmen.

Paradox wirkt der vierte Bereich: Er wächst mit der Technik. Je mehr Fördertechnik und Roboter in der Halle stehen, desto häufiger braucht es jemanden, der eine Störung erkennt, den Bereich absichert und den Betrieb von Hand weiterführt. Die Verordnung von 2004 kennt diese Rolle noch nicht, Betriebe mit Automatisierung brauchen sie in jeder Schicht.

Wie verändert sich der Arbeitsalltag konkret?

Mehr Verträge, viele Abbrüche
Der Beruf und sein Umfeld in drei Zahlen
5.712
neue Ausbildungsverträge zum Fachlageristen 2025, ein Plus von 4,7 Prozent
34,8 %
Lösungsquote 2024, mehr als jeder dritte Vertrag endete vorzeitig
17.181
gemeldete Stellen für Fachkräfte in der Lagerwirtschaft 2024, bei 28.702 Arbeitslosen

Der Fachlagerist läuft weniger, scannt mehr und kümmert sich häufiger um Ware, die nicht ins Schema passt.

Das BIBB zählte 5.709 neue Verträge im Jahr 2021, 5.595 im Jahr 2022, 5.676 im Jahr 2023, 5.454 im Jahr 2024 und 5.712 im Jahr 2025, ein Plus von 4,7 Prozent. In den neuen Ländern stieg die Zahl sogar um 9,5 Prozent auf 1.068. Bei der Fachkraft für Lagerlogistik sanken die Neuverträge im selben Jahr um 4,4 Prozent auf 8.472.

Schwerer wiegt die andere Zahl. Die Lösungsquote stieg von 24,0 Prozent im Jahr 2008 auf 34,8 Prozent im Jahr 2024, nach der Datenbank Auszubildende des BIBB. Von den Prüflingen bestanden zuletzt 84,0 Prozent.

Der Beruf verliert seine Azubis also vor allem vor der Prüfung, nicht in ihr. Mit Automatisierung hat diese Quote nichts zu tun.

5.712 neue Verträge im Jahr 2025, zuletzt wurde mehr als jeder dritte vorzeitig gelöst. Für den Fachlageristen ist der Roboter das kleinere Problem als ein Ausbildungsjahr, das nur aus Kartons besteht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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In der Berufsgruppe der Fachkräfte in der Lagerwirtschaft arbeiteten 2024 laut IAB 484.694 Beschäftigte, 2019 waren es 466.771. Das mittlere Bruttoentgelt stieg im selben Zeitraum von 2.814 auf 3.253 Euro. Den 17.181 gemeldeten Stellen standen 28.702 Arbeitslose gegenüber, einen Engpass an Fachkräften zeigen diese Zahlen für das Lager also nicht.

Die Logistik insgesamt beschäftigte 2024 laut Bundesvereinigung Logistik rund 3,35 Millionen Menschen, etwa 60.000 weniger als ein Jahr zuvor. Für Lagerbetreiber heißt das: Arbeitskräfte sind zu haben, der Druck zur Automatisierung kommt aus den Kosten und der Planbarkeit, nicht aus leeren Stellen.

Für den Alltag rechnen wir mit drei Veränderungen. Datenbrillen und sprachgeführtes Kommissionieren ersetzen die Pickliste auf Papier, Exoskelette nennt das IAB als Hilfe beim Heben schwerer Lasten. Kommissioniert wird zunehmend an festen Plätzen, an die Fahrzeuge und Anlagen die Ware bringen. Die frei werdende Zeit wandert in Wareneingangsprüfung, Klärung von Differenzen und Ladungssicherung.

Was bedeutet das für angehende Azubis und Betriebe?

Ein blauer Zurrgurt, ein Holzblock und ein Etikett auf weißem Grund
Mit dem dritten Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik wächst die Verantwortung für Ladung und Planung

Angehende Azubis wählen mit dem Fachlageristen einen kurzen Einstieg mit der Note 4,6, der sich um ein drittes Jahr ausbauen lässt.

Nach § 6 der Verordnung kann die Ausbildung im dritten Jahr als Fachkraft für Lagerlogistik fortgesetzt werden. Dieses Jahr stärkt das Kriterium, an dem der Fachlagerist zwei Zehntel verliert: die Urteilskraft. Beladepläne, Tourenplanung und Maßnahmen gegen Mängel gehören erst zur dreijährigen Ausbildung.

Bei den Zusatzqualifikationen zahlt sich aus, was Haftung bündelt. Kenntnisse im Gefahrgut, in der Ladungssicherung und an Fördertechnik und Lagerverwaltungssystemen machen aus der Hilfe am Regal die Person, die man bei Störungen und Sonderfällen ruft. Ab 18 Jahren kommt die Ausbildung für den Gabelstapler hinzu, ohne die in vielen Lagern wenig geht.

Fragen Sie im Vorstellungsgespräch, ob der Betrieb die Fortsetzung zur Fachkraft für Lagerlogistik anbietet und wer bei einer Störung an der Anlage eingreift. Beide Antworten sagen mehr über die Zukunft des Platzes als die Größe der Halle.

Ob für Sie eine Lehre oder ein Studium etwa in Logistikmanagement besser passt, klärt unser Beitrag zu Ausbildung oder Studium. Verwandte Berufe von der Fachkraft für Lagerlogistik bis zum Kaufmann für Spedition finden Sie im Ausbildungsberufe-Finder.

Betriebe sollten die Fortsetzung gleich in den Vertrag schreiben und Azubis früh an Scanner, Lagerverwaltungssystem und Fördertechnik lassen. Eine Ausbildung, die zwei Jahre lang nur Kartons stapeln lässt, bildet für einen Arbeitsplatz aus, den der Betrieb selbst gerade automatisiert.

Bei einer Lösungsquote von 34,8 Prozent ist das auch eine Frage der Bindung.

Für einen Ausbildungsbeginn 2027 steigt die Mindestvergütung laut BIBB auf 764 Euro im ersten und 902 Euro im zweiten Jahr. Tarifgebundene Betriebe zahlen schon heute deutlich mehr und können das im Wettbewerb um Bewerber nutzen.

Ein Roboter, der Paletten fährt, nimmt dem Fachlageristen Wege ab, die Kontrolle an der Rampe bleibt bei ihm. Im KI-Resilienz-Check erhält der Fachlagerist die Note 4,6.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum Fachlageristen

Automatische Identifizierung

Die automatische Identifizierung erfasst Waren ohne Abtippen, etwa per Barcode, Funketikett oder Kamera. Im Lager dokumentiert sie Wareneingang, Entnahme und Retouren lückenlos. Das IAB zählt sie zu den Techniken, die die Arbeit in der Lagerwirtschaft verändern.

Automatisches Kleinteilelager

Das automatische Kleinteilelager ist ein Regalsystem, in dem Behälter maschinell ein- und ausgelagert werden. Die Beschäftigten greifen an einem festen Arbeitsplatz zu, statt durch die Gassen zu laufen. Der Job-Futuromat führt die Technik als ersetzbaren Teil des Berufsprofils.

Begleitpapiere

Begleitpapiere sind Lieferscheine, Frachtbriefe und weitere Dokumente, die eine Sendung begleiten. Bei der Annahme prüft der Fachlagerist sie laut Verordnung auf Richtigkeit und Vollständigkeit, auch nach Zoll- und Gefahrgutvorschriften, beim Versand gleicht er sie mit der Ladung ab.

Exoskelett

Ein Exoskelett ist eine tragbare Stützkonstruktion, die Rücken, Schultern oder Arme beim Heben entlastet. Das IAB nennt Exoskelette als Technik, die Beschäftigte in der Lagerwirtschaft beim Umgang mit schweren Lasten unterstützt.

Gefahrgut

Gefahrgut sind Stoffe und Gegenstände, von denen beim Transport Gefahren für Menschen, Umwelt oder Sachwerte ausgehen, etwa Batterien, Spraydosen oder Chemikalien. Die Verordnung verlangt, Gefahrgüter nach ihren Kennzeichnungen und Symbolen zu handhaben.

Job-Futuromat

Der Job-Futuromat ist ein Werkzeug des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Er zeigt für jeden Beruf, welche Kerntätigkeiten nach heutigem Stand der Technik ersetzbar wären. Daraus berechnet er einen Anteil in Prozent.

Kommissionieren

Kommissionieren heißt, aus dem Lagerbestand die Artikel eines Auftrags zusammenzustellen. In klassischen Lagern kostet die Tätigkeit vor allem Wegzeit zwischen den Regalen. Der Job-Futuromat führt sie für den Fachlageristen seit 2013 als ersetzbar.

Ladungssicherung

Die Ladungssicherung verhindert, dass sich Güter während der Fahrt verschieben, kippen oder herabfallen. Dafür werden Zurrgurte, Antirutschmatten und eine passende Verteilung der Last eingesetzt. Die Verordnung verlangt vom Fachlageristen, Ladungen zu sichern und Verschlussvorschriften anzuwenden.

Lagerverwaltungssystem

Das Lagerverwaltungssystem ist die Software, die Lagerplätze vergibt, Bestände führt und jede Warenbewegung bucht. Sie schickt Aufträge an Scanner, Kommissioniersysteme und Anlagen. Der Job-Futuromat führt die Arbeit mit solchen Systemen als ersetzbar.

Lösungsquote

Die Lösungsquote gibt an, welcher Anteil der begonnenen Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst wird. Sie ist keine Abbruchquote, weil manche Azubis den Betrieb oder Beruf wechseln. Beim Fachlageristen lag sie 2024 laut BIBB bei 34,8 Prozent.

Mindestausbildungsvergütung

Die Mindestausbildungsvergütung ist die gesetzliche Untergrenze nach § 17 Berufsbildungsgesetz für Betriebe ohne Tarifbindung. Für einen Ausbildungsbeginn 2026 beträgt sie 724 Euro im ersten und 854 Euro im zweiten Jahr, für 2027 steigt sie auf 764 und 902 Euro.

Pick-by-Voice

Pick-by-Voice ist ein Kommissionierverfahren, bei dem ein Headset die Beschäftigten per Ansage zum Lagerfach führt und die Entnahme per Sprache bestätigt wird. Die Hände bleiben frei. Der Job-Futuromat führt das Verfahren beim Fachlageristen als nicht ersetzbar.

Substituierbarkeitspotenzial

Das Substituierbarkeitspotenzial gibt an, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs schon heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnte. Für den Fachlageristen liegt er laut IAB bei 90 Prozent, für die Fachkraft für Lagerlogistik bei 92 Prozent.

Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung ermittelt den Ausbildungsstand und findet beim Fachlageristen am Ende des ersten Ausbildungsjahres statt. In höchstens 90 Minuten entlädt und kontrolliert der Prüfling eine Lieferung oder lagert Güter nach Güterarten ein.

FAQ: Fachlagerist: Ware kommt an, weil Hände sie stapeln

Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachlageristen?

Die Ausbildung dauert zwei Jahre im dualen System. Am Ende des ersten Jahres steht eine Zwischenprüfung, zum Schluss eine Abschlussprüfung mit zwei praktischen Aufgaben in höchstens drei Stunden und drei schriftlichen Teilen zu Lagerprozessen, Güterbewegung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Was verdient man in der Ausbildung zum Fachlageristen?

Laut BIBB lag die tarifliche Vergütung 2025 im Bundesschnitt bei 1.151 Euro im ersten und 1.231 Euro im zweiten Jahr, im Osten bei 1.062 und 1.161 Euro. Ohne Tarifbindung gilt für einen Ausbildungsbeginn 2026 die Untergrenze von 724 und 854 Euro.

Kann ich nach dem Fachlageristen noch Fachkraft für Lagerlogistik werden?

Ja. Nach § 6 der Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich lässt sich die Ausbildung im dritten Ausbildungsjahr als Fachkraft für Lagerlogistik fortsetzen. Im Lehrplan kommen dann unter anderem Beladepläne, Tourenplanung und Maßnahmen gegen Mängel dazu.

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung?

Die Verordnung schreibt keinen Abschluss vor. Von den 5.154 neuen Azubis des Jahres 2024 hatten laut BIBB 2.931 den Ersten Schulabschluss, 1.410 einen Mittleren Abschluss, 186 die Hochschul- oder Fachhochschulreife und 417 keinen Abschluss.

Brauche ich als Fachlagerist einen Staplerschein?

Gesetzlich gehört er nicht zur Ausbildung, viele Betriebe erwarten ihn aber. Nach § 7 der DGUV Vorschrift 68 darf ein Unternehmer nur Personen ab 18 Jahren mit dem Steuern von Gabelstaplern beauftragen, die ausgebildet sind und ihre Befähigung nachgewiesen haben, und zwar schriftlich.

Kann KI den Fachlageristen ersetzen?

Kleinteilelager, Palettenroboter und Lagerverwaltungssysteme übernehmen Wege, Zählarbeit und Buchungen, laut IAB sind neun von zehn Kerntätigkeiten ersetzbar. Beschädigte Ware, Ladungssicherung, Gefahrgut und Störungen an Anlagen bleiben beim Menschen. Im KI-Resilienz-Check ergibt das die Note 4,6.

Quellen

22 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 29.10.2026
  1. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Datenbank Ausbildungsvergütungen
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Tarifliche Ausbildungsvergütungen in dualen Ausbildungsberufen 2025, Bundesgebiet
  3. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Ost und West
  4. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Rangliste der Ausbildungsberufe nach Anzahl der Neuabschlüsse 2025, Tabelle 67
  5. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2025, Tabelle 66
  6. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)DAZUBI-Datenblatt Fachlagerist/-in, Berichtsjahr 2024
  7. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Pressemitteilung 28/2025 Mindestausbildungsvergütung 2026
  8. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Pressemitteilung 31/2026 Mindestausbildungsvergütung 2027
  9. Bundesamt für JustizVerordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich in den Ausbildungsberufen Fachlagerist/Fachlageristin und Fachkraft für Lagerlogistik vom 26. Juli 2004
  10. Bundesamt für JustizBekanntmachung zur Mindestvergütung für Berufsausbildungen 2026
  11. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)DGUV Vorschrift 68 Flurförderzeuge, § 7
  12. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)Job-Futuromat, Fachlagerist/Fachlageristin
  13. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)Job-Futuromat, Fachkraft für Lagerlogistik
  14. Bundesvereinigung Logistik (BVL)Zahlen, Daten, Fakten zu Umsatz und Beschäftigung in der Logistik
  15. AmazonAmazon launches a new AI foundation model to power its robotic fleet and deploys its 1 millionth robot, Juli 2025
  16. LogistraMobile Roboter im Lager: Jungheinrich startet Vertrieb des EAC 212a für Palettentransporte
  17. Sereact, Zalando und CEVA LogisticsPressemitteilung vom 7. Oktober 2026 zur automatisierten Retourenabwicklung in Deutschland und Polen
  18. Dr. WebAusbildung oder Studium KI: Schulnote für 30 Berufe
  19. Dr. WebKI-resistente Berufe 2026
  20. Dr. WebAmazon Robotics: Eine Million Roboter, kein Mensch mehr nötig
  21. Dr. WebJungheinrich verkauft den Palettenroboter EAC 212a
  22. Dr. WebZalando lässt Retouren von KI-Robotern sortieren
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