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Atif Azam hat nach seinem Abschied von Coinbase fast ein Dutzend Produkte mit KI-Agenten gebaut. Bevor Codex programmiert, entwirft ein Agent jede Oberfläche im Design-Tool Paper, und Azam überarbeitet den Entwurf von Hand. Der kostenlose Tarif von Paper erlaubt dafür 100 Aufrufe über die MCP-Schnittstelle pro Woche.

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Ein Ticket wandert zum KI-Agenten, darin ein paar eingefügte Screenshots als Vorlage, heraus kommt eine fertige Codeänderung. So beschreibt Azam am 25. Oktober die übliche Spielart der Softwarefabrik, in der Agenten Software am Fließband bauen.[1] Den Gestaltungsschritt lassen dabei fast alle aus.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Azams Ablauf hat vier Stationen: Linear, Paper, einen KI-Agenten zum Programmieren und die eigene Abnahme.
  • Paper legt Entwürfe direkt als HTML und CSS an, Agenten lesen und ändern die Entwürfe über MCP.
  • Paper Pro kostet 20 Dollar pro Bearbeiter und Monat, Betrachter zahlen nichts.

Wie sieht Azams Softwarefabrik aus?

Staffelei vor Förderband mit weißen Würfeln, darauf Schild mit der Aufschrift „Entwurf?“
Linear-Ticket mit Zweck und Abnahmekriterium, Paper-Entwurf, KI-Agent schreibt Code, Azam prüft das Ergebnis

In Linear beginnt jede Aufgabe mit Zweck und Abnahmekriterium, in Paper entsteht der Entwurf, ein KI-Agent setzt beides in Code um. Azam nimmt das Ergebnis ab.

Jedes Ticket in Linear muss sagen, warum die Arbeit ansteht und woran man erkennt, dass sie erledigt ist. Manche Tickets legen Agenten selbst an, etwa aus einer Meldung des Supports.

Aufgaben mit sichtbarer Oberfläche laufen danach durch Paper. Ein Agent baut dort über MCP einen ersten Entwurf aus dem Designsystem, Azam rückt Abstände zurecht, schreibt Texte um oder hinterlässt Kommentare für den Agenten. Programmiert wird meist mit Codex, laut Azam klappt das mit Claude Code genauso.

Weicht das Ergebnis vom Entwurf ab, wertet Azam das nicht sofort als Fehler. Manchmal liefert der Agent die bessere Lösung, dann passt Azam den Entwurf an. „Code ist inzwischen billig. Teuer bleibt die Entscheidung, was gebaut wird und wie es sich anfühlen soll“, schreibt Azam.

Was unterscheidet Paper von Figma?

Paper speichert Entwürfe als HTML und CSS, Figma in einem eigenen Format auf WebGL-Basis. Agenten müssen bei Paper deshalb weniger übersetzen, bevor Code entsteht.

Laut Anbieter arbeiten Agenten auf dieser Grundlage genauer und schneller und verbrauchen weniger Token als in anderen Design-Tools.[2] Die MCP-Verbindung setzt die Desktop-App für macOS, Windows oder Linux voraus und lässt sich per Klick mit Claude, Codex, Cursor, GitHub Copilot und VS Code koppeln.[3]

Figma gibt Nutzern mit voller Lizenz oder Entwicklerlizenz im Professional-Tarif 200 lesende MCP-Aufrufe pro Tag, im Enterprise-Tarif 600, reine Betrachter bekommen 20 im Monat.[4] Paper erlaubt im Pro-Tarif eine Million Aufrufe pro Woche, im kostenlosen Tarif 100.[5]

Design vor dem Code: Atif Azams Ablauf mit KI-Agenten
Vier Stationen von der Aufgabe bis zur Abnahme, dazu die MCP-Grenzen von Paper und Figma

Die vier Stationen

1
Linear
Ticket mit Zweck und Abnahmekriterium, von Azam oder von einem Agenten angelegt
2
Paper
Agent entwirft über MCP aus dem Designsystem, Azam überarbeitet von Hand
3
KI-Agent
Meist Codex, auch Claude Code; programmiert nach Ticket und Entwurf
4
Abnahme
Azam vergleicht das Ergebnis mit dem Entwurf und passt bei Bedarf den Entwurf an

MCP-Aufrufe pro Woche, umgerechnet

Paper Freekostenlos
100
Figma Professionalvolle Lizenz oder Entwicklerlizenz, 200 pro Tag
1.400
Figma Enterprisevolle Lizenz oder Entwicklerlizenz, 600 pro Tag
4.200
1 Mio.
MCP-Aufrufe pro Woche im Pro-Tarif von Paper, zu groß für die Balkenskala
20 $
pro Bearbeiter und Monat für Paper Pro, 16 $ bei jährlicher Zahlung
20
lesende MCP-Aufrufe im Monat bleiben bei Figma für reine Betrachter

Steht im Ticket nur ein Screenshot, legt am Ende der generierte Code fest, wie sich ein Produkt anfühlt. Diese Entscheidung ist Sache eines Menschen mit Gestaltungsauftrag.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Für welche Teams lohnt sich ein Test?

Für Agenturen und Inhouse-Teams, die Oberflächen schon mit KI-Agenten bauen. Der kostenlose Tarif begrenzt nur die MCP-Aufrufe, nicht die Zahl der Nutzer.

Paper Pro kostet 20 Dollar pro Bearbeiter und Monat, bei jährlicher Zahlung 16 Dollar.[5] Im Juli sammelte der Anbieter 34 Millionen Dollar bei Accel und ICONIQ ein.[6] Die Desktop-App steht erst bei Version 0.5.16.

Für den Datenschutz zählt die Liste der Unterauftragsverarbeiter vom 2. Oktober: Gehostet wird bei US-Diensten wie Cloudflare, MongoDB und Fly.io, Bilder erzeugen unter anderem OpenAI und xAI.[7] Stehen Kundendaten im Entwurf, brauchen Agenturen einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.

Eine Lücke räumt Azam selbst ein: Jede Agentensitzung beginnt ohne die Vorgeschichte des Produkts, also ohne verworfene Varianten und frühere Messwerte. Einen Teil davon fängt ein maschinenlesbares Designsystem auf. Vorlagen für Agenten liefert auch Craftwork über MCP, weitere Werkzeuge stehen in unserem Vergleich der KI-Webdesign-Tools.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Atif AzamThe software factory forgot about design
  2. PaperPaper MCP Server
  3. PaperDownloads
  4. Figma Developer DocsRate limits & access
  5. PaperPricing
  6. PaperPaper raises $34M to build the next great design platform
  7. PaperSubprocessors

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