Diehl Defence, MBDA und KNDS werben in Ingolstadt um Audi-Fachkräfte, zum Auftakt gingen mehr als 2.000 Anmeldungen ein. Die Beschäftigten sollen mindestens 24 Monate bei einem Rüstungsunternehmen arbeiten und bleiben bei Audi angestellt. Airbus, Anfang Oktober noch genannt, fehlt in der Mitteilung.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenDie Bundesagentur für Arbeit und die drei Rüstungsfirmen informieren am Donnerstag und Freitag an eigenen Ständen über Einsätze, Qualifizierungen und Fördermöglichkeiten.[1] Entwickelt hat Audi das Modell mit dem Arbeitgeberverband vbm und dem bayerischen Wirtschaftsministerium im Arbeitsdialog zur Beschäftigungssicherung.
Das Wichtigste in Kürze
- Audi-Beschäftigte können freiwillig für mindestens 24 Monate zu Diehl Defence, MBDA oder KNDS wechseln, ihr Arbeitsverhältnis mit Audi bleibt bestehen.
- Für die Jobbörse am 29. und 30. Oktober, bei Audi „Beschäftigungsmarktplatz“, liegen mehr als 2.000 Anmeldungen vor.
- Grundlage ist ein Tarifvertrag der IG Metall zum regionalen Personaleinsatz.
- Diehl Defence hat nach eigenen Angaben mehr als 600 Stellen ausgeschrieben.
Was ist seit Anfang Oktober neu?

Als das Angebot am 7. Oktober bekannt wurde, nannte Audi laut dpa vier Unternehmen: Diehl, Airbus, MBDA und KNDS.[2] Die Mitteilung vom Donnerstag führt nur noch drei auf, einen Grund für das Fehlen von Airbus nennt sie nicht. Zu den Partnern zählt Audi jetzt auch die Arbeitsagentur, den vbm und das Ministerium von Hubert Aiwanger. Dr. Web hatte über das erste Angebot an die Ingolstädter Fachkräfte berichtet.
Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, spricht von der „Perspektive einer dauerhaften Übernahme“.[1] Audi-Personalvorstand Xavier Ros betont das Rückkehrrecht: Die Beschäftigten blieben „gleichzeitig Teil von Audi“. Gesamtbetriebsratschef Jörg Schlagbauer verlangt, dass Entgelt, Arbeitsbedingungen und Rückkehr geschützt bleiben.
Warum dürfen die Einsätze länger als 18 Monate dauern?
Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz begrenzt den Einsatz eines Leiharbeitnehmers beim selben Entleiher grundsätzlich auf 18 Monate.[3] Für Überlassungen zwischen Arbeitgebern desselben Wirtschaftszweigs, die Kurzarbeit oder Entlassungen vermeiden, gilt das Gesetz weitgehend nicht, wenn ein Tarifvertrag für beide Seiten das vorsieht. Dann entfällt auch die Höchstdauer.
Genau so begründet Schlagbauer den Tarifvertrag: Bei vorübergehendem Personalüberhang könnten Beschäftigte befristet wechseln, Kurzarbeit lasse sich so vermeiden.[1] Ob sich die Partner auf diese Ausnahme stützen, sagt die Mitteilung nicht. Betriebsbedingt kündigen kann Audi ohnehin nicht, eine Beschäftigungssicherung schließt das bis Ende 2033 aus. Zugleich sollen bis 2029 rund 7.500 Stellen wegfallen.[4]
Vom Tarifvertrag zum Marktplatz
Audi hat mehr Fachkräfte als Arbeit, Diehl allein sucht 600. Der Marktplatz bringt Fachkräfte dorthin, wo Arbeit ist, ohne dass jemand kündigen muss.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bleibt für die Beschäftigten offen?
Wie viele Plätze die drei Unternehmen anbieten, steht nicht in der Mitteilung.[1] Teilnehmen dürfen Beschäftigte nur, wenn sie selbst, Audi und das Partnerunternehmen zustimmen. MBDA Deutschland sitzt im nahen Schrobenhausen, Personalchef Marc Zizmann will qualifizierte Menschen in der Region halten.
Ähnlich geht der Zulieferer ZF vor, der seit September Fachkräfte an Diehl Defence verleiht. Personal suchen Rüstungsfirmen auch anderswo: In Leipzig haben 17 von ihnen bei der Stadt angefragt. Audi nennt den Marktplatz in Ingolstadt den Auftakt und spricht von der ersten Anwendung des Modells.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- AUDI AGPionierprojekt: Audi und Partner der bayerischen Wirtschaft starten innovatives Transformationsmodell (Medieninformation)
- dpa via Heilbronner StimmeAudi verleiht Mitarbeiter an Rüstungsindustrie
- Bundesministerium der Justiz§ 1 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, Absätze 1b und 3 (abgerufen am 29. Oktober 2026)
- Börsen-ZeitungVW-Tochter Audi kürzt Prämie und baut 7.500 Stellen ab
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