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Der Volkswagen-Vorstand hat die Personalverantwortlichen des Konzerns weltweit angewiesen, die Entgelte bis 2030 nicht mehr zu erhöhen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet darüber unter Berufung auf interne Unterlagen, der Europäische und Weltkonzernbetriebsrat hat den Plan gegenüber den Belegschaften bestätigt. In Deutschland beginnen die Tarifrunden gerade erst.

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Einen „Pay freeze until 2030“, also einen Gehaltsstopp bis 2030, sehen laut SZ die neuen Verhandlungsrichtlinien vor, die ab dem vierten Quartal gelten. Dazu kommen Kürzungen bei variabler Vergütung, Sonderzahlungen und weiteren Leistungen. Volkswagen äußert sich nach eigenen Worten nicht zu „solchen Spekulationen“ und verweist auf die anstehende Verhandlungsrunde.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vorgabe gilt laut Betriebsrat seit Anfang Oktober, die Entgelte sollen auf dem Stand von 2026 bleiben.
  • Bei weiter steigenden Preisen rechnet der Betriebsrat bis 2030 mit Einbußen von vermutlich 10 Prozent und mehr.
  • Im VW-Haustarif hat der Konzern die Entgeltregeln zum Jahresende gekündigt, die IG Metall fordert 5 Prozent mehr.

Wie friert ein Vorstand Gehälter ein, die er nicht allein festlegt?

Ein in Eis eingefrorener Lohnbeutel, versiegelt mit blauen Bändern, die bis 2030 beschriftet sind
Volkswagen streicht Inflationsausgleich und Tariferhöhungen aus Personalbudgets und untersagt Personalchefs jegliche Lohnsteigerungen

In seinen weltweiten Personalkostenbudgets hat Volkswagen bisher einen Inflationsausgleich und laufende Tariferhöhungen eingeplant, schreibt der Betriebsrat.[1] Über die Höhe verhandeln die Tarifparteien vor Ort, in Deutschland der Konzern und die IG Metall. Die neue Vorgabe streicht den eingeplanten Spielraum aus den Budgets und gibt den Personalchefs den Auftrag, in keiner Runde eine Erhöhung zuzusagen.

Von den 275.000 Beschäftigten in Deutschland fallen laut Betriebsrat 130.000 unter den VW-Haustarif, Audi, MAN und Porsche dagegen unter den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie. Für den Haustarif hat Volkswagen Ende September mehrere Tarifverträge zum Jahresende gekündigt.[2] Die gekündigten Regeln wirken weiter, bis eine neue Abmachung an ihre Stelle tritt.[3] Mit dem Jahreswechsel endet aber die Friedenspflicht, ab Januar sind Warnstreiks möglich.

Wie viel Kaufkraft steht auf dem Spiel?

Steigen die Preise bis 2030 ähnlich wie in den vergangenen Jahren, bedeuten die Nullrunden nach Rechnung des Betriebsrats Einbußen von vermutlich 10 Prozent und mehr.[1] Die SZ kommt auf einen ähnlichen Wert. Die IG Metall verlangt für die Beschäftigten im Haustarif 5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate.[4]

Volkswagen will die Gemeinkosten senken, die nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume rund 20 Prozent über dem Niveau vergleichbarer Konzerne liegen und zur Hälfte auf Personal entfallen. Aus dem Sparziel hatte Blume im Sommer rechnerisch 50.000 weitere Stellen abgeleitet. Im dritten Quartal lieferte der Konzern zudem 14 Prozent weniger Fahrzeuge aus, der größte Teil des Rückgangs entfiel auf China.

Der Weltkonzernbetriebsrat nennt das Vorgehen „absurd“ und hält die Umsetzung für wenig realistisch. Nach seiner Rechnung würde selbst eine Halbierung des VW-Haustarifs ein Fahrzeug nur um 5 Prozent verbilligen.[1]

Volkswagen: Nullrunden bis 2030
Wen die Vorgabe des Vorstands trifft und wie die Tarifrunde dahin führt
660.000
Beschäftigte im VW-Konzern weltweit, davon 275.000 in Deutschland
130.000
Beschäftigte im VW-Haustarif, Audi, MAN und Porsche im Flächentarif
10 %+
erwartete Einbußen bei der Kaufkraft bis 2030, Schätzung des Betriebsrats
5 %
mehr Geld für zwölf Monate fordert die IG Metall im Haustarif
30. September 2026
Kündigung

Volkswagen kündigt mehrere Haustarifverträge zum Jahresende, die Jobgarantie bis 2030 bleibt.

Anfang Oktober 2026
Vorgabe an die Personalchefs

Laut Betriebsrat gilt seitdem die Anweisung, alle Entgelterhöhungen auszusetzen.

19. Oktober 2026
Plan wird öffentlich

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, der Betriebsrat bestätigt und nennt den Plan absurd.

1. Januar 2027
Friedenspflicht endet

Die gekündigten Regeln wirken nach, Warnstreiks im Haustarif sind möglich.

Was bedeutet der Plan für Zulieferer und andere Arbeitgeber?

BMW musste sein Abfindungsprogramm nach dem Ansturm der Beschäftigten vorerst stoppen, Mercedes startet im Dezember eine zweite Abfindungsrunde für die Verwaltung. Beide Hersteller bauen Personal über freiwillige Abgänge ab, Volkswagen setzt mit einer konzernweiten Nullrunde zusätzlich bei den Entgelten an. Tesla erhöhte in Grünheide die Löhne zum 1. Oktober dagegen um bis zu 5 Prozent, ohne Tarifvertrag.

Zulieferer mit Just-in-time-Abrufen aus den VW-Werken sollten für das erste Quartal 2027 schwankende Bestellungen einplanen. Personalabteilungen, die mit Volkswagen um Fachkräfte konkurrieren, prüfen ihre Gehaltsbänder am besten, bevor die Tarifrunde ein Ergebnis bringt.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. IG Metall Wolfsburg, Europäischer und WeltkonzernbetriebsratVW-Konzernvorstand will jahrelange Nullrunden für Belegschaften weltweit durchdrücken19.10.2026
  2. Volkswagen AGRevisionsgespräche haben begonnen: Volkswagen AG kündigt verschiedene Tarifverträge zum Jahresende30.09.2026
  3. Bundesministerium der Justiz§ 4 Tarifvertragsgesetz, Wirkung der Rechtsnormen, Absatz 5
  4. IG Metall Niedersachsen und Sachsen-AnhaltIG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld für Beschäftigte und Azubis22.09.2026

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