Gewerkschaften haben den Beschäftigten in Deutschland den Achtstundentag, die Fünftagewoche und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erkämpft. Am 21. September 2026 protestierten nach Angaben der IG Metall rund 175.000 Beschäftigte der Autoindustrie mit Trommeln und Trillerpfeifen gegen Stellenabbau und Werksschließungen. Zur selben Zeit verlagern Miele, Stihl und BASF Arbeit nach Polen, China und Indien.

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Für Unternehmer ist die Gewerkschaft Verhandlungspartner, Gegenspieler und im Ernstfall Verbündeter bei der Rettung eines Standorts. Dieser Beitrag verfolgt die Arbeiterbewegung vom Mainzer Buchdrucker-Verein 1848 bis zum Bahnstreik 2024 und prüft, ob Warnstreik-Ritual und hohe Lohnforderungen in eine Zeit der Verlagerungen passen. Am Ende steht, was Gewerkschaften und Betriebe jetzt ändern sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vom ersten reichsweiten Tarifvertrag 1873 bis zur 35-Stunden-Woche 1995 gehen zentrale Arbeitnehmerrechte auf Streiks und Verhandlungen der Gewerkschaften zurück.
  • Die DGB-Gewerkschaften zählten Ende 2025 noch 5,43 Millionen Mitglieder, 54 Prozent weniger als 1991. Nur noch 49 Prozent der Beschäftigten arbeiten in einem tarifgebundenen Betrieb.
  • Deutschland streikt im internationalen Vergleich wenig, die Arbeitsstunde kostet mit 45 Euro aber 29 Prozent mehr als im EU-Schnitt. Rund 40 Prozent der Industriebetriebe schränken wegen der Energiekosten die Produktion im Inland ein, verlagern oder planen einen dieser Schritte.
  • In Krisen tauschen Belegschaften seit Jahrzehnten Lohn und Arbeitszeit gegen Jobgarantien, von VW 1994 bis Valeo 2026. Verzicht kauft Zeit, über die Zukunft eines Werks entscheiden neue Produkte und Investitionen.
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Wissenstest
Wie gut kennen Sie die Gewerkschaften?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 In welchem Jahr gründeten Buchdrucker in Mainz den ersten nationalen Gewerkschaftsverband Deutschlands? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Vom 11. bis 14. Juni 1848 gründeten Delegierte von 12.000 Druckern und Setzern in Mainz den Nationalen Buchdrucker-Verein. Die Hans-Böckler-Stiftung spricht von der ersten nationalen Gewerkschaftsgründung in Deutschland.
2 Wie viele Mitglieder hatten die DGB-Gewerkschaften Ende 2025? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Ende 2025 zählten die acht DGB-Gewerkschaften 5,43 Millionen Mitglieder und damit weniger als 1950/51 allein in Westdeutschland. Zum Höchststand 1991 waren 11,8 Millionen Menschen organisiert.
3 Wie viele Arbeitstage fielen in Deutschland von 2015 bis 2024 im Schnitt je 1.000 Beschäftigte durch Arbeitskämpfe aus? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Laut WSI der Hans-Böckler-Stiftung liegt Deutschland mit rund 22 Ausfalltagen im internationalen Mittelfeld. Finnland und Frankreich kommen auf je 100 Tage, Schweden auf 2.
4 Welche Arbeitszeit vereinbarten Siemens und IG Metall 2004 für die Handywerke in Bocholt und Kamp-Lintfort? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Gut 4.000 Beschäftigte arbeiteten fortan 40 statt 35 Stunden ohne Lohnausgleich, Siemens gab dafür eine Standortgarantie für zwei Jahre. 2006 meldete BenQ Mobile, die deutsche Tochter des Käufers BenQ, Insolvenz an.
5 Um wie viel Prozent lagen die Arbeitskosten je Stunde in Deutschland 2025 über dem EU-Durchschnitt? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Laut Statistischem Bundesamt kostete eine Arbeitsstunde 2025 in Deutschland 45,00 Euro, im EU-Schnitt 34,90 Euro. Im Verarbeitenden Gewerbe betrug der Abstand 41 Prozent.

Was haben die Gewerkschaften für Arbeitnehmer erkämpft?

Verpacktes Fabrikmodell in Luftpolsterfolie mit Aufschrift „UMZUG“, davor orangefarbene Pfeife
Gewerkschaften erkämpften Arbeiterrechte wie Tarifverträge, Achtstundentag, Betriebsräte und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch Streiks und Verhandlungen

Viele Rechte, die Beschäftigte heute für selbstverständlich halten: das Recht, sich zusammenzuschließen, den Tarifvertrag, den Achtstundentag, Betriebsräte und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Manches erstritten die Gewerkschaften mit Streiks, anderes handelten sie mit Arbeitgebern und Staat aus.

Die ersten Gewerkschafter waren Buchdrucker. Vom 11. bis 14. Juni 1848 gründeten Delegierte von 12.000 Druckern und Setzern in Mainz den Nationalen Buchdrucker-Verein, nach Darstellung der Hans-Böckler-Stiftung die erste nationale Gewerkschaftsgründung in Deutschland. Im September desselben Jahres folgte in Berlin die Assoziation der Zigarrenarbeiter. Dauerhafte Zentralverbände entstanden erst 1865 und 1866, wieder angeführt von Zigarrenarbeitern und Buchdruckern.

Den Schlachtruf der Bewegung lieferte 1863 der Dichter Georg Herwegh. Für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, den Ferdinand Lassalle im Mai 1863 in Leipzig gegründet hatte, schrieb Herwegh ein Bundeslied. Die bekannteste Strophe lautet: „Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.“ Die Zeilen beschreiben bis heute das Prinzip jedes Streiks: Beschäftigte, die gemeinsam die Arbeit niederlegen, bringen den Betrieb zum Stillstand.

Erlaubt wurde der Zusammenschluss am 21. Juni 1869. Die Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes hob in Paragraf 152 alle Verbote von Vereinigungen „zum Behufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen“ auf. Vier Jahre später setzten die Buchdrucker nach Streik und Aussperrung den ersten reichsweiten Tarifvertrag durch, mit Zehnstundentag und Mindestlohn. Von 1878 bis 1890 verbot das Sozialistengesetz fast alle Gewerkschaften. Nach dem Ende des Verbots gründeten die freien Gewerkschaften im November 1890 ihre Generalkommission unter Carl Legien, bis 1913 wuchs die Mitgliederzahl auf rund 2,5 Millionen.

Den Durchbruch brachte die Revolution. Am 15. November 1918 erkannten die Arbeitgeber im Stinnes-Legien-Abkommen die Gewerkschaften als „berufene Vertreter der Arbeiterschaft“ an. Die Unternehmer sagten Tarifverträge, Arbeiterausschüsse in Betrieben ab 50 Beschäftigten und den Achtstundentag ohne Lohnkürzung zu. Eine Anordnung vom 23. November 1918 begrenzte die tägliche Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter auf acht Stunden, im Dezember folgte die erste Verordnung über Tarifverträge. Das Betriebsrätegesetz von 1920 schrieb einen Betriebsrat ab 20 Beschäftigten vor. Rund acht Millionen Menschen gehörten 1920 den freien Gewerkschaften an, dreimal so viele wie vor dem Krieg.

Wie viel Macht im starken Arm steckte, zeigte der März 1920. Gegen den Kapp-Putsch riefen die Gewerkschaften am 13. März zum Generalstreik auf, nach Schätzungen des Deutschen Historischen Museums streikten rund zwölf Millionen Menschen. Am 17. März gaben die Putschisten auf. Dreizehn Jahre später zerschlugen die Nationalsozialisten die Gewerkschaften: Am 2. Mai 1933 besetzten SA- und SS-Trupps die Gewerkschaftshäuser, verhafteten Funktionäre und beschlagnahmten das Gewerkschaftsvermögen. An die Stelle der Gewerkschaften trat am 10. Mai 1933 die Deutsche Arbeitsfront.

Auf den Punkt
  • Rechte erstritten: Reichstarif 1873, Achtstundentag 1918 und Betriebsräte ab 1920 sind Ergebnisse von Streiks, Verhandlungen und Revolution.
  • Macht bewiesen: Der Generalstreik gegen den Kapp-Putsch zwang die Putschisten 1920 binnen weniger Tage zur Aufgabe.
  • Zweimal verboten: Das Sozialistengesetz von 1878 bis 1890 und die Zerschlagung am 2. Mai 1933 drängten die Gewerkschaften in die Illegalität.

Wie wurden die Gewerkschaften zur Ordnungsmacht der Bundesrepublik?

Gleichgewichtswaage mit orangefarbenem Schutzhelm und grauem Aktenkoffer, Basis mit
Seit 1949 handeln Gewerkschaften und Arbeitgeber Löhne und Arbeitszeit ohne staatliche Lohnfestsetzung aus.

Nach 1945 entstanden die Gewerkschaften als parteiunabhängige Einheitsgewerkschaften neu, Tarifautonomie und Mitbestimmung sicherten ihren Platz in der Wirtschaftsordnung. Bis 1995 folgten Fünftagewoche, Lohnfortzahlung für Arbeiter und in der westdeutschen Metallindustrie die 35-Stunden-Woche.

Das Tarifvertragsgesetz vom 9. April 1949 ist älter als das Grundgesetz. Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes garantiert seit Mai 1949 die Koalitionsfreiheit „für jedermann und für alle Berufe“, in fast denselben Worten wie die Weimarer Verfassung. Seitdem handeln Gewerkschaften und Arbeitgeber Lohn und Arbeitszeit in eigener Verantwortung aus, ohne staatliche Lohnfestsetzung. Juristen nennen das Prinzip Tarifautonomie.

Vom 12. bis 14. Oktober 1949 schlossen sich in München 16 Gewerkschaften mit rund fünf Millionen Mitgliedern zum Deutschen Gewerkschaftsbund zusammen, erster Vorsitzender wurde Hans Böckler. In der Weimarer Republik hatten freie, christliche und liberale Richtungsgewerkschaften nebeneinander gestanden. Der DGB setzte dagegen auf eine parteiunabhängige Einheitsgewerkschaft nach dem Grundsatz „ein Betrieb, eine Gewerkschaft“.

Die erste Kraftprobe folgte 1951. In Urabstimmungen der IG Metall und der IG Bergbau stimmten jeweils über 90 Prozent für einen Streik, am 25. Januar 1951 einigten sich Bundeskanzler Konrad Adenauer und Böckler. Das Montan-Mitbestimmungsgesetz vom 21. Mai 1951 schrieb für große Unternehmen des Bergbaus und der Stahlindustrie einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat vor.

Berühmt wurde die DGB-Parole zum 1. Mai 1956: „Samstags gehört Vati mir“. Nach dem Bremer Abkommen vom Juni 1956 sank die tarifliche Wochenarbeitszeit in der Metallindustrie ab Oktober von 48 auf 45 Stunden. Ab dem 1. Januar 1967 galt dort die 40-Stunden-Woche mit freiem Samstag.

Den längsten Arbeitskampf der Bundesrepublik führten Metallarbeiter in Schleswig-Holstein: 114 Tage vom 24. Oktober 1956 bis zum 14. Februar 1957, zuletzt in 38 Betrieben mit 34.068 Beschäftigten. Gestreikt wurde für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die für Angestellte längst galt. Ein Gesetz vom Juni 1957 brachte Arbeitern ab dem dritten Krankheitstag 90 Prozent des Nettolohns, die volle Gleichstellung mit den Angestellten folgte am 1. Januar 1970.

Von der Koalitionsfreiheit zur 35-Stunden-Woche
Meilensteine der Gewerkschaftsgeschichte in Deutschland, 1869 bis 1995
Kaiserreich
1869Die Gewerbeordnung hebt das Koalitionsverbot auf.
1873Buchdrucker setzen den ersten reichsweiten Tarifvertrag durch.
1890Ende des Sozialistengesetzes, Generalkommission unter Carl Legien.
Weimarer Republik
1918Stinnes-Legien-Abkommen und Achtstundentag.
1920Betriebsrätegesetz, Generalstreik gegen den Kapp-Putsch.
1933Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai.
Bundesrepublik
1949Tarifvertragsgesetz und Gründung des DGB.
1951Montan-Mitbestimmung in Kohle und Stahl.
196740-Stunden-Woche in der Metallindustrie.
1970Volle Lohnfortzahlung für Arbeiter.
1976Mitbestimmungsgesetz für Großunternehmen.
199535-Stunden-Woche in der westdeutschen Metallindustrie.

Auch der Staat als Arbeitgeber bekam die Macht der Gewerkschaften zu spüren. Im Februar 1974 streikten mehr als 200.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes drei Tage lang. Die ÖTV unter Heinz Kluncker setzte 11 Prozent mehr Lohn durch, obwohl Kanzler Willy Brandt ein zweistelliges Ergebnis öffentlich abgelehnt hatte. Zwei Jahre später folgte das Mitbestimmungsgesetz für Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten.

Der härteste Kampf galt der Arbeitszeit. Ab dem 14. Mai 1984 streikten 57.500 Metaller fast sieben Wochen für die 35-Stunden-Woche, rund eine halbe Million Beschäftigte wurden ausgesperrt. Der Schlichter Georg Leber vermittelte 38,5 Stunden ab April 1985, im Gegenzug erhielten die Betriebe mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Seit dem 1. Oktober 1995 gilt in der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie die 35-Stunden-Woche.

1991, nach der Wiedervereinigung, erreichten die DGB-Gewerkschaften mit 11,8 Millionen Mitgliedern ihren Höchststand. Zwölf Jahre später kassierte die IG Metall eine historische Niederlage. Im Juni 2003 brach die Gewerkschaft den Streik für die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland nach vier Wochen ohne Ergebnis ab. Der Deutschlandfunk sprach vom ersten Misserfolg eines Streiks der IG Metall seit 50 Jahren.

Kurz gemerkt

Tarifautonomie und Mitbestimmung gaben den Gewerkschaften in der Bundesrepublik eine feste Rolle, Streiks brachten Fünftagewoche, Lohnfortzahlung und 35-Stunden-Woche. Mit dem Höchststand von 1991 und der Niederlage im Osten 2003 begann der Machtverlust.

Warum laufen den Gewerkschaften die Mitglieder davon?

Oranger Eimer mit Aufschrift MITGLIEDER, aus dem Wasser läuft
Die DGB-Gewerkschaften zählten Ende 2025 noch 5,43 Millionen Mitglieder, 1991 waren 11,8 Millionen Menschen organisiert.

Neue Stellen entstehen vor allem in Dienstleistungen und kleinen Betrieben, wo Gewerkschaften schwach vertreten sind. Viele Beschäftigte sehen zudem keinen Grund für einen Beitrag. Die acht DGB-Gewerkschaften zählten Ende 2025 noch 5,43 Millionen Mitglieder, 54 Prozent weniger als 1991.

Seit dem Rekord von 1991 sank die Mitgliederzahl fast in jedem Jahr, zuletzt stieg sie 2023 leicht, im Rekordjahr der Arbeitskämpfe. Heute organisieren die DGB-Gewerkschaften weniger Menschen als 1950/51, als der Dachverband nur für Westdeutschland sprach. Damals zählte der DGB 5,45 Millionen Mitglieder, Ende 2025 noch 5,43 Millionen.

Aussagekräftiger als die absolute Zahl ist der Anteil an allen Beschäftigten. Nach Daten der OECD lag der gewerkschaftliche Organisationsgrad in Deutschland 1991 bei 33,9 Prozent, 2024 noch bei 14,1 Prozent. Nur jeder siebte Arbeitnehmer ist damit Mitglied einer Gewerkschaft. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommt für 2023 je nach Datenquelle auf 14,8 bis 16,6 Prozent.

Stichtag 31.12.DGB gesamtIG Metallver.di
1950/51 (nur West)5.449.990keine Angabekeine Angabe
1980 (nur West)7.882.527keine Angabekeine Angabe
199111.800.412keine Angabekeine Angabe
20007.772.7952.763.485gegründet 2001
20106.193.2522.239.5882.094.455
20205.850.1672.214.6621.941.071
20255.432.3062.015.4951.830.267
Mitglieder der DGB-Gewerkschaften. IG Metall und ver.di stellen zusammen rund 71 Prozent aller DGB-Mitglieder. Quelle: DGB-Mitgliederstatistik.

Parallel schrumpft die Tarifbindung. Nach dem IAB-Betriebspanel arbeiteten 2025 nur noch 49 Prozent der Beschäftigten in einem tarifgebundenen Betrieb, 1996 lag der Anteil im Westen bei 80 Prozent. Unter allen Betrieben gilt im Westen nur noch für 24 Prozent ein Branchentarif, im Osten für 16 Prozent.

Das IW befragte 2023 insgesamt 2.564 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie. Für 18 Prozent der Nichtmitglieder war ein wichtiger Grund gegen den Beitritt, dass man auch ohne Beitrag von den Tarifabschlüssen profitiert. Ökonomen sprechen von Trittbrettfahrern. 46 Prozent der Nichtmitglieder hatten sich nie über eine Gewerkschaft informiert, zugleich hielten 87 Prozent aller Befragten Gewerkschaften für notwendig.

Die Mitgliedschaft altert. Nach DGB-Angaben ist jedes fünfte Mitglied im Ruhestand, rund 1,2 Millionen Menschen. Von den 2,02 Millionen Mitgliedern der IG Metall arbeiteten Ende 2025 nur 1,46 Millionen in einem Betrieb. Das IW weist darauf hin, dass die geburtenstarken Jahrgänge in den Gewerkschaften stark vertreten sind und in den nächsten Jahren in Rente gehen. Welche Lücke die Babyboomer am Arbeitsmarkt hinterlassen, haben wir gesondert untersucht.

2025 verlor die IG Metall 3,9 Prozent ihrer Mitglieder, doppelt so viele wie im Vorjahr. Neu eingetreten sind nur 93.285 Menschen, nach 129.348 im Jahr 2023. Streiks bringen dagegen Zulauf: Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gewann 2023, im Jahr der großen Warnstreiks im öffentlichen Dienst, mehr als 193.000 neue Mitglieder und wuchs netto um rund 40.000. Der Effekt hielt nicht lange. Ende 2025 zählte ver.di 1,83 Millionen Mitglieder, 67.000 weniger als zwei Jahre zuvor.

Auf den Punkt
  • Mehr als halbiert: Die DGB-Gewerkschaften verloren seit 1991 gut die Hälfte ihrer Mitglieder, der Organisationsgrad sank laut OECD von 33,9 auf 14,1 Prozent.
  • Weiße Flecken: Nur noch 49 Prozent der Beschäftigten arbeiten in tarifgebundenen Betrieben, 1996 lag der Anteil im Westen bei 80 Prozent.
  • Kein Beitrittsgrund: Fast jedes fünfte Nichtmitglied in der Metallindustrie verweist darauf, auch ohne Beitrag vom Tarif zu profitieren.
  • Alternde Basis: Jedes fünfte DGB-Mitglied ist im Ruhestand, bei der IG Metall arbeitet mehr als ein Viertel der Mitglieder nicht mehr im Betrieb.

Wie viel Ritual steckt in einer Tarifrunde?

Modell-Diesellokomotive auf Gleisstück mit
Sechs Streiks zwischen November 2023 und März 2024 brachten den Schichtarbeitern der Bahn die 35-Stunden-Woche bis 2029.

Viel, zum Teil mit Absicht: Forderung, Ablehnung, Warnstreik und Einigung folgen einem eingeübten Drehbuch. Gemessen an den Ausfalltagen streikt Deutschland trotzdem wenig. Laut WSI fielen von 2015 bis 2024 im Schnitt 22 Arbeitstage je 1.000 Beschäftigte aus, in Frankreich und Finnland je 100.

Den Ablauf beschreibt die IG Metall selbst. Läuft ein Tarifvertrag aus, endet die Friedenspflicht. Die Gewerkschaft beschließt ihre Forderung, die Arbeitgeber legen ein Gegenangebot vor oder lehnen ab. Um Druck aufzubauen, werden die Verhandlungen nach den Worten der IG Metall „durch Aktionen und Warnstreiks nach Ende der Friedenspflicht begleitet“. Trillerpfeife, Fahne und Warnweste gehören seit Jahrzehnten zur Kulisse.

Eine Tarifrunde erinnert an eine Schachpartie unter Großmeistern: Die Eröffnungszüge stehen in jedem Lehrbuch, entschieden wird im Mittelspiel. Beide Seiten wissen, dass die Forderung über dem späteren Abschluss liegt und das erste Angebot darunter. In der Stahlrunde 2023 forderte die IG Metall 8,5 Prozent, vereinbart wurden 5,5 Prozent ab 2025 und eine Inflationsprämie von 3.000 Euro. Der Warnstreik zeigt den Arbeitgebern, wie viele Beschäftigte hinter der Forderung stehen. Den eigenen Mitgliedern beweist die Gewerkschaft damit ihre Kampfbereitschaft.

Juristisch ist die Eskalation eng begrenzt. Das Bundesarbeitsgericht erkannte Warnstreiks 1984 im Urteil zur „Neuen Beweglichkeit“ ausdrücklich an. Seit einem Urteil von 1988 gilt das Ultima-Ratio-Prinzip auch für Warnstreiks, als Nachweis gescheiterter Verhandlungen genügt allerdings der Streikaufruf selbst. Ein unbefristeter Erzwingungsstreik braucht bei der IG Metall die Zustimmung von mindestens 75 Prozent der aufgerufenen Mitglieder in einer Urabstimmung.

Deutschland streikt im Mittelfeld
Arbeitskampfbedingte Ausfalltage je 1.000 Beschäftigte, Jahresdurchschnitt 2015 bis 2024
Finnland100
Frankreich*100
Kanada93
Belgien92
Spanien40
Großbritannien*32
USA23
Deutschland22
Niederlande21
Dänemark14
Österreich4
Schweden2
645.000
Ausfalltage durch Arbeitskämpfe 2025, nach 1,53 Millionen im Rekordjahr 2023
7 von 261
Arbeitskämpfen waren 2025 unbefristete Streiks
69
Arbeitskämpfe galten 2025 einem ersten Tarifvertrag im Betrieb

Die Zahlen relativieren das Bild vom Dauerstreik. Das WSI der Hans-Böckler-Stiftung zählte 2025 genau 261 Arbeitskämpfe mit 645.000 Ausfalltagen, nach 1,53 Millionen im Rekordjahr 2023. Nur sieben davon waren unbefristete Streiks. In 69 Fällen, gut einem Viertel, kämpften Beschäftigte um einen ersten Tarifvertrag für ihren Betrieb.

Das arbeitgebernahe IW misst die Konfliktintensität der großen Tarifrunden auf einer Punkteskala. 2025 kam ein Tarifkonflikt im Schnitt auf 6,4 Punkte, 2023 lag der Wert bei 12,7 Punkten und 2024 bei 11,5. Warnstreiks blieben 2025 in fünf von 15 beobachteten Konflikten die höchste Eskalationsstufe, etwa bei der Deutschen Post und im öffentlichen Dienst der Länder. Nach zwei harten Jahren sank die Temperatur also deutlich.

Unsere Einschätzung: Das Ritual ist billiger als sein Ruf, nutzt sich aber ab. Ein befristeter Warnstreik bindet Mitglieder und lenkt Ärger in geordnete Bahnen, ohne einen Betrieb auf Dauer lahmzulegen. Sichtbar wird allerdings vor allem das Theater: Pfeifen vor dem Werkstor, Absagen am Flughafen. Die leise Arbeit an Arbeitszeitkonten, Qualifizierung und Standortverträgen bleibt meist unsichtbar.

Kurz gemerkt

Warnstreiks folgen einem festen Drehbuch, rechtlich anerkannt seit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 1984. Mit 22 Ausfalltagen je 1.000 Beschäftigte streikt Deutschland weniger als Frankreich, Belgien oder Kanada.

Was hat der Bahnstreik der GDL gebracht?

Ein orangefarbener Bollerwagen mit der Aufschrift „AUSLAND“ transportiert ein Modellwerk
Im Verarbeitenden Gewerbe fielen binnen eines Jahres 144.100 Stellen weg.

Für die Schichtarbeiter der Bahn viel: Die Referenzarbeitszeit sinkt bis 2029 ohne Lohnkürzung von 38 auf 35 Stunden. Erkauft hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer den Abschluss mit sechs Streiks, die Reisende, Pendler und Industrie Hunderte Millionen Euro kosteten.

Zwischen November 2023 und März 2024 legte die GDL den Bahnverkehr sechsmal lahm. Der längste Ausstand begann im Güterverkehr am 23. Januar 2024 und endete nach rund 120 Stunden vorzeitig, angekündigt waren 144. Mindestens zweimal scheiterte die Deutsche Bahn mit Eilanträgen gegen die Streiks vor Gericht. Der langjährige GDL-Chef Claus Weselsky, der im September 2024 nach 16 Jahren an der Spitze abtrat, feierte den Abschluss als „historischen Durchbruch“.

Die Einigung vom 26. März 2024 senkt die Referenzarbeitszeit für Schichtarbeiter schrittweise: 37 Stunden ab 2026, 36 ab 2027, 35,5 ab 2028 und 35 ab 2029, jeweils ohne Abzug beim Lohn. Beschäftigte, die länger arbeiten wollen, können bis zu 40 Stunden wählen und erhalten für jede zusätzliche Stunde 2,7 Prozent mehr Geld. Hinzu kamen zweimal 210 Euro mehr im Monat und eine Inflationsausgleichsprämie von 2.850 Euro. Nach unserer Rechnung steigt der Stundenlohn allein durch die kürzere Woche um 8,6 Prozent.

Bezahlt haben andere. IW-Konjunkturchef Michael Grömling bezifferte einen bundesweiten Bahnstreiktag auf etwa 100 Millionen Euro an Wirtschaftsleistung. Zum sechstägigen Ausstand im Januar 2024 sagte der Ökonom: „Wir sind da schnell bei einer Milliarde Euro Schaden.“ Die Commerzbank setzte den Wertschöpfungsverlust im Transportsektor mit 30 Millionen Euro pro Tag deutlich niedriger an. Die Deutsche Bahn bezifferte ihre eigene Streikbelastung im ersten Halbjahr 2024 auf rund 300 Millionen Euro.

Möglich war der Arbeitskampf trotz Tarifeinheitsgesetz. Seit 2015 gilt in einem Betrieb mit konkurrierenden Tarifverträgen nur der Vertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern. Das Bundesverfassungsgericht billigte die Regel 2017 weitgehend, ließ das Streikrecht kleiner Gewerkschaften aber unangetastet. Bei der Bahn hatte die GDL 2021 nur in 16 von 71 umkämpften Betrieben die Mehrheit. Berufsgewerkschaften wie GDL, Vereinigung Cockpit oder UFO erzielen mit wenigen Streikenden große Wirkung, weil ohne Lokführer, Piloten oder Flugbegleiter nichts fährt oder fliegt.

Die nächste Runde verlief anders. Unter dem neuen Vorsitzenden Mario Reiß einigten sich GDL und Bahn am 27. Februar 2026 ohne einen einzigen Streik auf zweimal 2,5 Prozent mehr Geld. Wie teuer Eskalation werden kann, erlebte die Lufthansa. Mitten in der Streikwelle der Piloten legte der Konzern am 16. April 2026 seine Regionaltochter CityLine vorzeitig still, begründet mit Kerosinkosten und Streiks. Die Streiktage im April kosteten laut Lufthansa mindestens 150 Millionen Euro. Den Beschäftigten von CityLine droht nach Angaben der Vereinigung Cockpit nun ein Sozialplan ohne jede Ausgleichszahlung.

Auf den Punkt
  • Viel erreicht: Die GDL setzte für Schichtarbeiter die 35-Stunden-Woche bis 2029 ohne Lohnabzug durch, samt Option auf bis zu 40 Stunden.
  • Teuer erkauft: Ein bundesweiter Bahnstreiktag kostet nach IW-Schätzung etwa 100 Millionen Euro Wirtschaftsleistung, die Bahn selbst verbuchte rund 300 Millionen Euro Streiklasten im ersten Halbjahr 2024.
  • Einigung ohne Streik: 2026 schlossen GDL und Bahn erstmals seit Jahren ohne Arbeitskampf ab.

Warum reicht der starke Arm allein nicht mehr?

Offener Safe mit Zettel
Gut 4.000 Siemens-Beschäftigte arbeiteten ab 2004 40 statt 35 Stunden, 2006 folgte die Insolvenz von BenQ Mobile.

Weil Unternehmen heute ausweichen können. Eine Fertigung, die in Deutschland zu teuer wird, entsteht in Polen, China oder Indien neu. Ein Streik kann solche Pläne verzögern oder verteuern, einen Umzug verhindert er selten.

Herweghs Vers setzt voraus, dass die Räder nur dort laufen, wo der starke Arm sie antreibt. Die Annahme gilt nicht mehr. Die Autoindustrie beschäftigte Mitte 2026 noch 691.500 Menschen, der niedrigste Stand seit 2005. Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe fielen binnen eines Jahres 144.100 Stellen weg. Heute stehen Räder still, weil ein Werk schließt oder eine Fertigung ins Ausland wandert.

Wie wenig ein Streik gegen eine Schließung ausrichtet, zeigte Lüneburg. Beim Gabelstaplerhersteller Jungheinrich streikten IG-Metall-Mitglieder 2025 gegen das Aus ihrer Produktion, 85 Tage lang, der längste Streik des Jahres. Am Ende stand ein Sozialtarifvertrag mit Regeln für den Abschied. Die Fertigung endet trotzdem im März 2027, betroffen sind 160 Beschäftigte.

Treiber sind vor allem die Kosten. Nach dem Statistischen Bundesamt zahlten Arbeitgeber in Deutschland 2025 im Schnitt 45,00 Euro je geleisteter Arbeitsstunde, 29 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt von 34,90 Euro. Im Verarbeitenden Gewerbe lag der Abstand mit 49,50 zu 35,00 Euro bei 41 Prozent. Die Lohnstückkosten je Arbeitsstunde stiegen von 2019 bis 2025 nach unserer Rechnung auf Basis von Eurostat-Daten um 25,6 Prozent, im Euroraum um 22,2 Prozent. Die Produktivität je Stunde legte in Deutschland im selben Zeitraum nur um 2,2 Prozent zu.

Der Standort unter Kostendruck
Vier Kennzahlen zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie
45,00 €
Arbeitskosten je Stunde 2025
29 Prozent über dem EU-Schnitt von 34,90 Euro, in der Industrie 41 Prozent darüber.
+25,6 %
Lohnstückkosten je Stunde seit 2019
Euroraum: +22,2 Prozent. Die Stundenproduktivität stieg in Deutschland nur um 2,2 Prozent.
−144.100
Industriejobs binnen eines Jahres
Stand Mitte 2026. Die Autoindustrie erreichte mit 691.500 Beschäftigten den tiefsten Stand seit 2005.
40 %
der Industriebetriebe
schränken wegen der Energiekosten die Produktion im Inland ein, verlagern oder planen einen dieser Schritte.

Die Unternehmen ziehen Konsequenzen. Laut Energiewende-Barometer der DIHK vom Juli 2026 drosseln rund 40 Prozent der Industriebetriebe wegen der Energiekosten die Produktion im Inland, verlagern oder planen solche Schritte. Unter großen Industrieunternehmen liegt der Anteil bei rund 60 Prozent, ein Drittel davon verlagert bereits. Von den Industriebetrieben, die im Ausland investieren wollen, nennen 41 Prozent Kostenersparnis als Motiv, der höchste Wert seit 2003. Ein reiner Verlagerungsindikator ist die Umfrage allerdings nicht: Erfasst werden Produktionskürzungen im Inland und Verlagerungen gemeinsam.

Miele verlegt die Montage von Waschmaschinen bis 2027 schrittweise aus Gütersloh ins polnische Ksawerów, rund 700 Stellen am Stammsitz sind betroffen. Stihl baut Entwicklung und Fertigung seiner Mähroboter künftig in China auf. Bei der IT-Tochter von BASF soll die Belegschaft nach Angaben der IG BCE von rund 1.900 auf unter 900 im Jahr 2030 sinken. Die Aufgaben wandern nach Indien und Malaysia.

Die Abwanderung betrifft längst auch Wissen: Dass inzwischen 43 Prozent der Maschinenbauer im Ausland forschen, zeigt unsere Analyse zur Zukunft des Sozialstaats bis 2035. Die Arbeitskosten sind nur ein Faktor unter mehreren, für Energiepreise und Bürokratie sind die Gewerkschaften nicht verantwortlich. Löhne und Arbeitszeit handeln die Tarifparteien dagegen selbst aus. Ob ein Tarifabschluss einen Standort stärkt oder ihm die Rechnung präsentiert, entscheidet sich deshalb am Verhandlungstisch.

Auf den Punkt
  • Ausweichen statt aushalten: Unternehmen verlagern Montage, Entwicklung und IT nach Polen, China oder Indien, ein Streik kann solche Pläne verzögern, verhindert sie aber selten.
  • Teure Stunde: Mit 45,00 Euro kostet eine Arbeitsstunde in Deutschland 29 Prozent mehr als im EU-Schnitt, die Lohnstückkosten stiegen seit 2019 schneller als im Euroraum.
  • Geteilte Verantwortung: Energiepreise und Bürokratie liegen bei der Politik, Löhne und Arbeitszeit bei den Tarifparteien.

Wann tauschen Belegschaften Arbeitszeit gegen Arbeitsplätze?

Graue Stechuhr mit Kurbel und Karte, Aufschrift
Im zweiten Quartal 2026 arbeiteten laut IAB 40,3 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit.

Sobald ein Standort konkret bedroht ist. IG Metall und Betriebsräte haben Lohn und Arbeitszeit immer wieder gegen Zusagen getauscht, von der Viertagewoche bei VW 1994 bis zu den Ergänzungstarifverträgen von 2026.

Volkswagen hatte 1993 einen Überhang von 30.000 Beschäftigten. Statt Massenentlassungen vereinbarten Vorstand, Betriebsrat und IG Metall zum 1. Januar 1994 eine Viertagewoche mit 28,8 statt 36 Stunden, die Einkommen sanken nach Ausgleichszahlungen um etwa 10 bis 15 Prozent. Die Belegschaft teilte die Arbeit, statt Kollegen gehen zu lassen. 2006 ging VW den umgekehrten Weg: Ein Arbeitszeitkorridor von 25 bis 33 Wochenstunden erlaubte längere Arbeit ohne zusätzliches Geld.

2004 wurde zum Jahr der Tauschgeschäfte. Im Februar einigten sich IG Metall und Südwestmetall auf das Pforzheimer Abkommen. Betriebe dürfen seitdem zur Sicherung von Arbeitsplätzen befristet vom Flächentarif abweichen, bis hin zu längeren Arbeitszeiten ohne vollen Lohnausgleich. Im Juni folgte Siemens, das mit der Verlagerung von 2.000 Stellen nach Ungarn gedroht hatte. Gut 4.000 Beschäftigte der Handywerke in Bocholt und Kamp-Lintfort arbeiteten fortan 40 statt 35 Stunden ohne Lohnausgleich. Im Gegenzug gab der Konzern eine Standortgarantie für zwei Jahre und sagte 30 Millionen Euro Investitionen zu.

Die Geschichte von Bocholt zeigt die Grenzen solcher Geschäfte. Siemens verkaufte die Handysparte 2005 an BenQ, am 29. September 2006 meldete BenQ Mobile Insolvenz an. Rund 3.300 Stellen in Kamp-Lintfort, Bocholt und München gingen verloren. Längere Arbeit hatte den Werken zwei Jahre verschafft, eine Zukunft nicht.

Größer fiel der Tausch bei DaimlerChrysler aus. Im Juli 2004 einigten sich Vorstand und Betriebsrat auf Einsparungen von 500 Millionen Euro im Jahr. Zum Paket gehörten Mehrarbeit in der Entwicklung und der Verzicht auf die für 2006 vereinbarte Tariferhöhung von 2,79 Prozent. Im Gegenzug garantierte der Konzern seinen 162.000 Beschäftigten in Deutschland die Arbeitsplätze bis 2012. Gedroht hatte das Management mit dem Abbau von 6.000 Stellen im Hauptwerk Sindelfingen und der Verlagerung der C-Klasse nach Bremen und Südafrika.

In der Finanzkrise und in der Corona-Krise teilten sich Belegschaften, Betriebe und Bundesagentur für Arbeit die Last durch Kurzarbeit. Im Mai 2009 waren 1,44 Millionen Menschen in konjunktureller Kurzarbeit. Im April 2020 zahlte die Bundesagentur für 6,0 Millionen Beschäftigte Kurzarbeitergeld, ein historischer Höchststand.

JahrUnternehmenBeitrag der BeschäftigtenGegenleistung
1994VolkswagenViertagewoche mit 28,8 statt 36 Stunden, etwa 10 bis 15 Prozent weniger EinkommenKeine Massenentlassungen trotz eines Überhangs von 30.000 Beschäftigten
2004Siemens, Bocholt und Kamp-Lintfort40 statt 35 Stunden ohne LohnausgleichStandortgarantie für zwei Jahre, 30 Mio. € Investitionen; 2006 Insolvenz von BenQ Mobile
2004DaimlerChryslerMehrarbeit, Verzicht auf die Tariferhöhung 2006, zusammen 500 Mio. € pro JahrJobgarantie bis 2012 für 162.000 Beschäftigte
2024VolkswagenTariferhöhung von gut 5 Prozent erst ab 2031, Abbau von mehr als 35.000 Stellen bis 2030Keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2030
2025thyssenkrupp SteelArbeitszeit von 34 auf 32,5 Stunden gesenkt, Urlaubsgeld gestrichen, Weihnachtsgeld gekürztSanierungstarifvertrag bis 2030 bei Abbau oder Ausgliederung von rund 11.000 Stellen
2026Porsche3,5 Prozent der Tariferhöhungen bis 2035 aufgeschoben, Weihnachtsgeld von bis zu 100 auf 60 Prozent eines Monatsgehalts gekürztBeschäftigungs- und Standortsicherung bis 2035 bei Abbau weiterer 5.000 Stellen, 2,1 Mrd. € Investitionen
2026Valeo, EbernZwei Wochenstunden mehr ab 2027, geringere SonderzahlungenBeschäftigungssicherung bis Ende 2030, neues Montageprodukt
Zugeständnisse gegen Zusagen: Tauschgeschäfte zwischen Belegschaften und Unternehmen seit 1994. Quellen: Volkswagen, WSI-Tarifarchiv, Tagesspiegel, autohaus.de, thyssenkrupp Steel, Porsche, IG Metall Bamberg.

Seit 2024 häufen sich die Tauschgeschäfte wieder. Bei Volkswagen vereinbarten Vorstand, Betriebsrat und IG Metall am 20. Dezember 2024 den sozialverträglichen Abbau von mehr als 35.000 Stellen bis 2030. Die in der Metallindustrie vereinbarte Tariferhöhung von gut 5 Prozent wird bei VW erst 2031 tabellenwirksam, im Gegenzug sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 ausgeschlossen. Beim Zulieferer Aumovio in Ingolstadt und Villingen-Schwenningen steigt die Arbeitszeit laut Tagesspiegel von 35 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich. Allein in Baden-Württemberg zählte die IG Metall 2025 rund 300 Abweichungen vom Flächentarif.

Die Debatte über längere Arbeitszeiten hat inzwischen auch die Autobauer erreicht. Mercedes-Benz spricht laut Tagesspiegel mit dem Gesamtbetriebsrat über eine 40-Stunden-Woche, um mögliche Ergebnisse in die Tarifrunde einzubringen. Horst Ott von der IG Metall Bayern hält dagegen: „Mercedes haut die 40-Stunden-Woche raus, die haben aber nicht einmal Arbeit für 35 Stunden.“ Der Einwand ist berechtigt: Längere Arbeitszeiten helfen nur dort, wo Aufträge warten.

Unsere Einschätzung: Wo ein Werk ohne Zugeständnisse schließen würde, ist der Tausch von Zeit gegen Sicherheit vernünftig. Viele Belegschaften beißen längst in den sauren Apfel, oft stiller, als die Trillerpfeifen vor den Werkstoren vermuten lassen. Entscheidend ist, was das Unternehmen im Gegenzug zusagt: neue Produkte, Investitionen und eine überprüfbare Standortperspektive. Lohnverzicht allein rettet keine schwache Produktstrategie, wie Bocholt gezeigt hat.

Auf den Punkt
  • Lange Tradition: Von VW 1994 über Siemens und DaimlerChrysler 2004 bis zu VW 2024 tauschten Belegschaften Lohn oder Arbeitszeit gegen Jobgarantien.
  • Keine Garantie: Die 40-Stunden-Woche sicherte Bocholt zwei Jahre, 2006 folgte die Insolvenz von BenQ Mobile.
  • Neue Welle: Allein in Baden-Württemberg zählte die IG Metall 2025 rund 300 Abweichungen vom Flächentarif.

Die Trillerpfeife gehört zur Tarifrunde wie der Anpfiff zum Fußballspiel, gewonnen wird am Verhandlungstisch. Über die Arbeitsplätze von morgen entscheiden Produkte, Investitionen und Arbeitszeit, nicht die nächste Prozentrunde.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Muss Deutschland wieder mehr arbeiten?

Ein graues Metronom auf einem grauen Block mit einem handgeschriebenen Zettel „TAKT“
In Schweden setzt die Exportindustrie seit 1997 die Lohnnorm, 2025 lag die Marke bei 6,4 Prozent für 24 Monate.

Teilweise: Gemessen an den Stunden je Erwerbstätigem arbeitet kein OECD-Land weniger als Deutschland, auch weil vier von zehn Beschäftigten in Teilzeit sind. Mehr Arbeit nützt dem Standort allerdings nur dort, wo Aufträge warten.

Den Ton in der Debatte gab Bundeskanzler Friedrich Merz an. Auf dem CDU-Wirtschaftstag im Mai 2025 forderte der Kanzler, in diesem Land „wieder mehr und vor allem effizienter“ zu arbeiten. „Mit Viertagewoche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können“, sagte Merz. Die Koalition will im Arbeitszeitgesetz eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ermöglichen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart.

Die Zahlen geben Merz teilweise recht. Nach OECD-Daten arbeiteten Erwerbstätige in Deutschland 2025 im Schnitt 1.332 Stunden, weniger als in jedem anderen OECD-Land, der OECD-Durchschnitt lag bei 1.736 Stunden. Die OECD warnt allerdings vor Niveauvergleichen zwischen Ländern, weil die Daten aus unterschiedlichen Quellen stammen. Ein wichtiger Grund für den niedrigen Wert ist die Teilzeit: Im zweiten Quartal 2026 arbeiteten laut IAB 40,3 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit, ein Rekordwert. Die tarifliche Wochenarbeitszeit für Vollzeit liegt laut WSI-Tarifarchiv im Schnitt bei 37,8 Stunden.

Umstritten ist, wie die Flexibilität kommen soll. Ein Referentenentwurf aus dem Arbeitsministerium von Bärbel Bas öffnete im Juni 2026 die wöchentliche Höchstarbeitszeit nur für tarifgebundene Betriebe oder solche mit Betriebsvereinbarung. Den Achtstundentag in Paragraf 3 des Arbeitszeitgesetzes ließ der Entwurf unangetastet. Gesamtmetall nannte das Papier eine „Ansammlung gewerkschaftlicher Maximalpositionen“, Anfang Juli vertagte der Koalitionsausschuss das Thema. Merz erwartet einen Gesetzentwurf im Herbst. Ein anderer Hebel wirkt schon: Seit Januar 2026 dürfen Beschäftigte, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten, bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei verdienen.

Die Gewerkschaften setzen auf Abwehr. „Hände weg vom Achtstundentag“, rief DGB-Chefin Yasmin Fahimi im Mai 2026 auf dem DGB-Bundeskongress. Am 21. September 2026 mobilisierte die IG Metall nach eigenen Angaben rund 175.000 Beschäftigte der Autoindustrie unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“. Die Deutsche Presse-Agentur beschrieb die Szene mit „Trommeln, Trillerpfeifen, Banner und Fahnen“. Fünf Tage später meldete der DGB bei Kundgebungen gegen Sozialkürzungen erneut rund 175.000 Teilnehmer. BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter warf den Gewerkschaften „rituelle Reformverweigerung“ vor.

Unsere Einschätzung: Der Streit um den Achtstundentag ist eine Stellvertreterdebatte. Schon heute erlaubt das Arbeitszeitgesetz bis zu zehn Stunden am Tag, solange der Durchschnitt über sechs Monate bei acht Stunden liegt. Tarifverträge kennen zudem Korridore und Optionsmodelle, bei der Bahn bis zu 40 Stunden, im öffentlichen Dienst bis zu 42 Stunden mit Zuschlag. Mehr Arbeit lässt sich also organisieren, freiwillig und bezahlt, ohne ein Schutzrecht aus dem Jahr 1918 zu schleifen.

Kurz gemerkt

Die niedrige Jahresarbeitszeit je Erwerbstätigem geht stark auf die Teilzeitquote von rund 40 Prozent zurück, die tarifliche Wochenarbeitszeit liegt bei 37,8 Stunden. Gesetz und Tarifverträge erlauben schon heute flexiblere Wochenarbeitszeiten, der Streit um den Achtstundentag ist deshalb vor allem Symbolpolitik.

Was machen Gewerkschaften in den Niederlanden und Schweden anders?

Draufsicht auf eine orange-silberne digitale Messschieber im offenen grauen Metallkasten
Nach der Meinhold-Formel läge der Verteilungsspielraum derzeit bei rund 2,4 Prozent.

Gewerkschaften in beiden Ländern binden ihre Lohnforderungen stärker als in Deutschland an die Wettbewerbsfähigkeit. In den Niederlanden tauschten die Gewerkschaften 1982 Lohnzurückhaltung gegen kürzere Arbeitszeiten, in Schweden setzt seit 1997 die Exportindustrie die Lohnnorm für alle Branchen.

Am 24. November 1982 unterschrieben Arbeitgeberchef Chris van Veen und Gewerkschaftschef Wim Kok das Abkommen von Wassenaar. Die Gewerkschaften versprachen Lohnmäßigung, im Gegenzug wurde die Arbeitswoche um zwei Stunden kürzer. Die Arbeitslosigkeit erreichte 1983 und 1984 trotzdem ihren Höchststand von 9,6 Prozent und sank erst in den späten 1990er Jahren deutlich, bis 2001 auf 3,8 Prozent. Welchen Anteil das Abkommen daran hatte, ist unter Ökonomen umstritten.

Schweden ging 1997 einen Schritt weiter. Im Industriavtalet vereinbarten Arbeitgeber und Gewerkschaften der Industrie, dass ihr Abschluss den Maßstab für den gesamten Arbeitsmarkt setzt, das sogenannte Märket. Die Marke lag 2025 bei 6,4 Prozent für 24 Monate. Das staatliche Schlichtungsinstitut Medlingsinstitutet hat seit 2000 den Auftrag, die lohnnormierende Rolle der Exportindustrie zu wahren. Nach Angaben des Instituts stiegen die Reallöhne seit 1997 im Schnitt um rund 2 Prozent pro Jahr.

Schweden ist stark organisiert und trotzdem streikarm. Laut OECD sind dort 65,9 Prozent der Beschäftigten Gewerkschaftsmitglied, in Dänemark 60,4 und in Finnland 51,4 Prozent. Die hohen Werte haben einen institutionellen Grund, die sogenannten Ghent-Systeme, in denen gewerkschaftsnahe Kassen die Arbeitslosenversicherung verwalten. Nach WSI-Daten fielen in Schweden von 2015 bis 2024 im Schnitt nur 2 Arbeitstage je 1.000 Beschäftigte durch Arbeitskämpfe aus. Finnland kommt trotz eines ähnlichen Systems auf 100 Ausfalltage und zählt damit zur Spitzengruppe.

Zwei Gegenbeispiele zeigen die Spannweite. In Großbritannien fielen 1984 vor allem durch den Bergarbeiterstreik 27,1 Millionen Arbeitstage aus, heute sind dort laut OECD noch 22 Prozent der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert. In den USA streikte die Autogewerkschaft UAW 2023 erstmals gleichzeitig bei Ford, General Motors und Stellantis. Die Gewerkschaft setzte 25 Prozent mehr Lohn über viereinhalb Jahre durch, obwohl landesweit nur 9,9 Prozent der Beschäftigten organisiert sind.

Unsere Einschätzung: Übertragbar ist weniger das Ghent-System als die schwedische Disziplin. Eine Lohnnorm aus der Exportindustrie zwingt alle Branchen, die internationale Konkurrenz mitzudenken. Stabile Reallöhne und wenige Streiktage zeigen, dass Beschäftigte dabei nicht verlieren müssen.

Auf den Punkt
  • Wassenaar 1982: Lohnmäßigung gegen kürzere Arbeitszeit, die Arbeitslosigkeit sank aber erst Jahre später deutlich.
  • Märket seit 1997: In Schweden setzt die Exportindustrie die Lohnnorm, ein staatliches Institut wacht darüber.
  • Viele Mitglieder, wenig Streik: 65,9 Prozent Organisationsgrad und 2 Ausfalltage je 1.000 Beschäftigte in Schweden.

Welche Reformen brauchen die Gewerkschaften?

Graues Buch mit schwarzem Stift darauf und ein Stempel rechts daneben auf weißem Grund
Seit dem 1. Mai 2026 verlangt das Bundestariftreuegesetz bei Bundesaufträgen ab 50.000 Euro tarifliche Arbeitsbedingungen.

Die Gewerkschaften sollten Lohnforderungen an Produktivität und Lage der Betriebe koppeln, Arbeitszeit flexibler anbieten und Zugeständnisse nur gegen verbindliche Investitionszusagen tauschen. Die Mitglieder brauchen eine ehrliche Lagebeschreibung statt Maximalforderungen als Verhandlungsritual.

Einen Maßstab für Lohnforderungen lieferte der Ökonom Helmut Meinhold schon 1965: Die Löhne sollen im Umfang des Produktivitätsfortschritts plus der Preissteigerung wachsen. Das gewerkschaftsnahe Institut IMK setzt dafür die Trendproduktivität plus die Zielinflation der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent an. Die Stundenproduktivität stieg in Deutschland von 2019 bis 2025 aber nur um 2,2 Prozent, nach unserer Rechnung rund 0,4 Prozent pro Jahr. Der Verteilungsspielraum läge damit bei rund 2,4 Prozent, die IG Metall fordert 5 Prozent. Die Gewerkschaft begründet das Plus mit gestiegenen Preisen und einem gerechten Anteil an den Gewinnen.

Aus den Beispielen dieses Beitrags ergeben sich fünf Aufgaben für die Gewerkschaften:

  1. Produktivität als Maßstab: Forderungen orientieren sich am Verteilungsspielraum aus Produktivität und Zielinflation, Nachholbedarf aus den Inflationsjahren wird offen ausgewiesen.
  2. Arbeitszeit als Wahlmodell: Korridore wie bei der Bahn oder im öffentlichen Dienst lassen Beschäftigte zwischen mehr Freizeit und mehr Geld wählen, statt eine Einheitsnorm zu verteidigen.
  3. Verzicht nur gegen Zusagen: Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeit fließen nur gegen verbindliche Investitionen, neue Produkte und klare Laufzeiten, nach dem Vorbild von Valeo in Ebern.
  4. Ehrliche Lagebilder: Die gemeinsame Prüfung der Wettbewerbslage nach dem Muster des Pforzheimer Abkommens gehört an den Anfang einer Krise, nicht an ihr Ende.
  5. Nutzen statt Folklore: Beratung, Qualifizierung und Rechtsschutz überzeugen eher als Trillerpfeifen. Laut IW haben sich 46 Prozent der Nichtmitglieder in der Metallindustrie nie über eine Gewerkschaft informiert.

Die Pflichten liegen nicht nur auf einer Seite. IG-Metall-Chefin Christiane Benner akzeptiert „Verlagerungsdrohungen als Ablenkungsmanöver von Management-Versagen“ ausdrücklich nicht. Der Einwand verdient eine Antwort: Unternehmen, die Verzicht verlangen, sollten ihre Zahlen und Pläne offenlegen und selbst investieren. Ohne eigene Gegenleistung der Unternehmen wird aus dem Standortpakt ein einseitiger Lohnabschlag.

Kurz gemerkt

Produktivität plus Zielinflation ergibt derzeit einen Spielraum von rund 2,4 Prozent, die Forderung der IG Metall liegt beim Doppelten. Verzicht ohne Gegenleistung der Unternehmen schwächt Gewerkschaften wie Standorte.

Was heißt das für Unternehmer und Entscheider?

Eine Rolle Papier mit Gummiband, Anhänger mit Aufschrift „PLAN B“ und orangefarbener Pfeife
Für die VW-Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm ist ab den Jahren 2031 bis 2034 keine Folgebelegung gesichert.

Tarifpolitik ist für Betriebe eine Wahl mit Folgen: Flächentarif, Haustarif, Verbandsmitgliedschaft ohne Tarifbindung oder gar kein Tarif. Betriebe mit Bundesaufträgen oder Personalnot sollten bewusst wählen und die Gewerkschaft früh einbinden, lange bevor ein Standort in Gefahr gerät.

Rechtlich gilt ein Tarifvertrag nach dem Tarifvertragsgesetz unmittelbar nur zwischen tarifgebundenen Arbeitgebern und Gewerkschaftsmitgliedern. Tarifgebunden ist ein Arbeitgeber, der Mitglied im tarifschließenden Arbeitgeberverband ist oder selbst einen Haustarif unterschreibt. Arbeitgeberverbände bieten zusätzlich eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung an, die OT-Mitgliedschaft. Das Bundesarbeitsgericht erkannte das Modell 2006 grundsätzlich an und verlangt eine klare Trennung von den tarifgebundenen Mitgliedern, das Bundesverfassungsgericht billigte diese Linie 2010.

ModellBindungVorteilRisiko
FlächentarifvertragVerbandstarif gilt für Gewerkschaftsmitglieder unmittelbar, per Arbeitsvertrag meist für alleFriedenspflicht während der Laufzeit, keine eigenen Lohnrunden, Pluspunkt bei BewerbernAbschlüsse folgen dem Branchenschnitt, nicht der Lage des eigenen Betriebs
HaustarifvertragEigener Vertrag mit der Gewerkschaft, auch als Ergänzung zum FlächentarifPassgenaue Regeln für Arbeitszeit, Löhne und StandortsicherungVerhandlungsaufwand, Streik im eigenen Betrieb möglich
OT-MitgliedschaftKeine Tarifbindung, Beratung und Service des VerbandsFreiheit bei Löhnen und ArbeitszeitGewerkschaft kann einen Haustarif fordern und dafür streiken
Ohne Tarif und VerbandNur Gesetz und ArbeitsvertragVolle GestaltungsfreiheitMindestlohn als Untergrenze, Tariftreuepflicht bei Bundesaufträgen ab 50.000 €, Nachteile im Wettbewerb um Fachkräfte
Vier Wege im Umgang mit dem Tarifvertrag. Quellen: Tarifvertragsgesetz, Bundesverfassungsgericht, Bundestariftreuegesetz, BDA.

Seit dem 1. Mai 2026 gilt das Bundestariftreuegesetz. Unternehmen, die für den Bund Bau- oder Dienstleistungsaufträge ab 50.000 Euro netto ausführen, müssen ihren Beschäftigten tarifliche Arbeitsbedingungen gewähren. Voraussetzung ist eine Verordnung des Arbeitsministeriums, die diese Bedingungen für die Branche festsetzt. Lieferaufträge sind ausgenommen, Beschaffungen der Bundeswehr bis Ende 2032. Für Zulieferer der öffentlichen Hand wird die Tariftreue damit zur Geschäftsfrage.

Auch ohne Tarif steigt die Untergrenze. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 13,90 Euro und steigt am 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro, gegenüber 8,50 Euro bei seiner Einführung 2015 ein Plus von 72 Prozent. Im Juli 2026 beschloss das Kabinett zudem einen Nationalen Aktionsplan, weil die EU-Mindestlohnrichtlinie bei weniger als 80 Prozent Tarifdeckung einen solchen Plan verlangt. Gewerkschaftsbeiträge sind seit 2026 zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag steuerlich absetzbar.

Für die Metall- und Elektroindustrie mit über 3,7 Millionen Beschäftigten läuft der Tarifvertrag am 31. Oktober 2026 aus. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate, eine tarifliche Sicherung der Beschäftigung und erstmals eine Gewinnbeteiligung in Betrieben mit guter Lage. Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter sieht die Aufgabe der Runde dagegen darin, „Kosten zu senken und den Standort zu retten“. Verhandelt wird regional ab dem 7. Oktober, ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.

Betriebe der Branche sollten Warnstreiks im November einplanen. Während eines Streiks entfällt für die Streikenden der Lohnanspruch gegenüber dem Arbeitgeber. IG-Metall-Mitglieder erhalten nach mindestens drei Monaten Mitgliedschaft Streikgeld, je Streikwoche das 12- bis 14-Fache ihres durchschnittlichen Monatsbeitrags. Der Mitgliedsbeitrag beträgt bei der IG Metall ein Prozent des Bruttoeinkommens.

Wie ein Betrieb ohne Tarif um Beschäftigte wirbt, zeigt Tesla in Grünheide. Zum 1. Oktober 2026 erhöht der Autobauer die Entgelte in der Produktion um 5 Prozent, so viel, wie die IG Metall für die ganze Branche fordert. Bei der Betriebsratswahl im März 2026 gewann die Liste der IG Metall nur 13 von 37 Sitzen. Einen Tarifvertrag lehnt Tesla weiter ab.

Zum Mitnehmen
  • Tarif bewusst wählen: Flächentarif, Haustarif, OT-Mitgliedschaft oder kein Tarif haben jeweils eigene Kosten und Risiken.
  • Bundesaufträge: Seit Mai 2026 verlangt das Bundestariftreuegesetz ab 50.000 Euro Auftragswert tarifliche Arbeitsbedingungen.
  • Tarifrunde Metall: Ab dem 1. November 2026 sind Warnstreiks möglich, die IG Metall fordert 5 Prozent.
  • Früh reden: Standortpakte gelingen leichter, wenn Betriebsrat und Gewerkschaft die Zahlen kennen, bevor die Krise da ist.

Haben die Gewerkschaften noch eine Zukunft?

Draufsicht auf ein aufgeschlagenes, liniertes Notizbuch und eine orange Pfeife mit Schnur
Von Allgemeinverbindlicherklärung bis Warnstreik: die wichtigsten Begriffe der Tarifpolitik.

Ja, aber nicht als Kulisse für Trillerpfeifen. Gebraucht werden Gewerkschaften als Partner, die Löhne, Arbeitszeit und Standortsicherung zusammen verhandeln und ihren Mitgliedern die Lage ehrlich erklären.

Unsere Haltung: Die Gewerkschaften haben mehr für den sozialen Frieden in Deutschland getan, als ihre Kritiker zugeben. Achtstundentag, Fünftagewoche und Lohnfortzahlung wären ohne den Druck der Gewerkschaften später oder gar nicht gekommen. Auch heute sichern Belegschaften mit Verzicht Standorte, von Valeo in Ebern bis ZF in Koblenz, meist abseits der Kameras.

Die öffentliche Inszenierung passt dagegen nicht mehr zur Lage. Eine Forderung von 5 Prozent in einer Branche, die binnen eines Jahres Zehntausende Stellen verliert, strapaziert die Glaubwürdigkeit. Für die VW-Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm ist laut Konzern ab den Jahren 2031 bis 2034 keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gesichert. Aktionstage mit Trommeln verteidigen Besitzstände, erklären aber nicht, womit ein solches Werk in zehn Jahren sein Geld verdient. Laufen werden die Räder nur mit Aufträgen, Produkten und Investitionen.

Dass kein Kanzler den Reformstau allein auflöst, haben wir an anderer Stelle gezeigt. Für die Tarifparteien gilt Ähnliches: Gewerkschaften allein retten keinen Standort, eine falsche Tarifpolitik kann ihn aber beschädigen. Die Gewerkschaft der Zukunft verhandelt Arbeitszeit als Wahlmodell, knüpft Verzicht an Investitionen und sagt ihren Mitgliedern, wo das eigene Werk im Wettbewerb steht. Ehrlichkeit wäre zugleich die beste Werbung bei Beschäftigten, die heute vom Tarif profitieren, ohne Beitrag zu zahlen.

Kurz gemerkt

Die Gewerkschaften bleiben unverzichtbar, ihr Ritual aus Maximalforderung und Warnstreik passt aber nicht mehr zur Lage der Industrie. Zukunft haben Tarifverträge, die Lohn, Arbeitszeit und Standortzusagen gemeinsam regeln.

Glossar: 16 wichtige Fachbegriffe zu Gewerkschaften

Ein Modell einer Fabrik in Noppenfolie neben einer orangen Pfeife mit der Aufschrift „FAQ“
Häufige Fragen zu Gewerkschaften, Streikrecht und Tarifbindung in Deutschland.

Allgemeinverbindlicherklärung

Allgemeinverbindlicherklärung heißt die Ausdehnung eines Tarifvertrags auf alle Arbeitgeber und Beschäftigten einer Branche, auch auf Betriebe ohne Tarifbindung. Das Bundesarbeitsministerium erlässt die Erklärung nach Paragraf 5 des Tarifvertragsgesetzes auf gemeinsamen Antrag der Tarifparteien, im Einvernehmen mit dem Tarifausschuss und nur im öffentlichen Interesse.

Einheitsgewerkschaft

Einheitsgewerkschaft bezeichnet das Organisationsprinzip des DGB seit 1949: eine Gewerkschaft je Branche, unabhängig von Parteien und Weltanschauungen. Der Grundsatz „ein Betrieb, eine Gewerkschaft“ löste die Richtungsgewerkschaften der Weimarer Republik ab, die nach politischer oder konfessioneller Nähe getrennt waren.

Ergänzungstarifvertrag

Ergänzungstarifvertrag nennt man eine betriebliche Zusatzvereinbarung zum Flächentarif, meist zwischen einem Unternehmen und der zuständigen Gewerkschaft. Zulässig sind befristete Abweichungen wie längere Arbeitszeiten oder gekürzte Sonderzahlungen, im Gegenzug für Beschäftigungssicherung oder Investitionen. Grundlage in der Metallindustrie ist das Pforzheimer Abkommen von 2004.

Erzwingungsstreik

Erzwingungsstreik heißt der unbefristete Streik nach einer Urabstimmung, mit dem eine Gewerkschaft einen Tarifvertrag durchsetzen will. Die IG Metall nennt diese Streikform das letzte Mittel und die schärfste Waffe im Tarifkonflikt. 2025 zählte das WSI nur sieben unbefristete Arbeitskämpfe, der längste dauerte bei Jungheinrich in Lüneburg 85 Tage.

Flächentarifvertrag

Flächentarifvertrag heißt ein Tarifvertrag, den ein Arbeitgeberverband und eine Gewerkschaft für eine ganze Branche in einer Region abschließen. Unmittelbar gilt der Vertrag für die Mitglieder beider Seiten, viele Betriebe wenden ihn per Arbeitsvertrag auf alle Beschäftigten an. Den ersten reichsweiten Flächentarif setzten 1873 die Buchdrucker durch.

Friedenspflicht

Friedenspflicht bedeutet, dass während der Laufzeit eines Tarifvertrags keine Arbeitskämpfe über die darin geregelten Themen stattfinden dürfen. Warnstreiks sind erst nach Ablauf der Friedenspflicht zulässig. In der Metall- und Elektroindustrie endet die Friedenspflicht der laufenden Tarifrunde am 31. Oktober 2026.

Ghent-System

Ghent-System heißt nach der belgischen Stadt Gent ein Modell, in dem gewerkschaftsnahe Kassen die Arbeitslosenversicherung verwalten. Viele Beschäftigte finden über die Kasse zur Gewerkschaft. Laut OECD liegt der Organisationsgrad deshalb fast nur in Ghent-Ländern wie Schweden, Dänemark und Finnland über 50 Prozent, in Deutschland bei 14,1 Prozent.

Haustarifvertrag

Haustarifvertrag, auch Firmentarifvertrag, heißt ein Tarifvertrag zwischen einer Gewerkschaft und einem einzelnen Unternehmen. Volkswagen regelt Löhne und Arbeitszeit seit Jahrzehnten auf diese Weise. Laut IAB galten Haustarife 2025 für 6 Prozent der Beschäftigten im Westen und für 11 Prozent im Osten.

Koalitionsfreiheit

Koalitionsfreiheit ist das Recht, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände zu bilden und sich darin zu betätigen. Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes garantiert das Recht „für jedermann und für alle Berufe“. In Deutschland fiel das Koalitionsverbot 1869 mit der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes.

Meinhold-Formel

Meinhold-Formel heißt eine Faustregel für Lohnerhöhungen, die der Ökonom Helmut Meinhold 1965 vorschlug: Die Löhne steigen im Umfang von Produktivitätszuwachs und Preissteigerung. Gewerkschaftsnahe Ökonomen setzen dafür die Trendproduktivität plus die Zielinflation der EZB von 2 Prozent an. Die Verteilung zwischen Kapital und Arbeit bleibt dann konstant.

Organisationsgrad

Organisationsgrad bezeichnet den Anteil der Gewerkschaftsmitglieder an allen Beschäftigten. Nach OECD-Daten sank der Anteil in Deutschland von 33,9 Prozent im Jahr 1991 auf 14,1 Prozent im Jahr 2024. Rentner und Arbeitslose zählen dabei nicht mit, weil nur beschäftigte Mitglieder erfasst werden.

OT-Mitgliedschaft

OT-Mitgliedschaft steht für die Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband ohne Tarifbindung. Das Unternehmen nutzt Beratung, Rechtsschutz und Interessenvertretung des Verbands, ist aber nicht an dessen Tarifverträge gebunden. Das Bundesarbeitsgericht erkannte das Modell 2006 grundsätzlich an und verlangt eine klare Trennung von den tarifgebundenen Mitgliedern.

Tarifautonomie

Tarifautonomie bedeutet, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber Löhne und Arbeitsbedingungen ohne staatliche Vorgaben aushandeln. Den Schutz liefert Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes, die Regeln zu Abschluss und Wirkung der Verträge enthält das Tarifvertragsgesetz vom 9. April 1949.

Tarifeinheitsgesetz

Tarifeinheitsgesetz heißt die Regel von 2015, nach der in einem Betrieb mit konkurrierenden Tarifverträgen nur der Vertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern gilt. Das Bundesverfassungsgericht billigte das Gesetz 2017 weitgehend. Bei der Deutschen Bahn hatte die GDL 2021 nur in 16 von 71 umkämpften Betrieben die Mehrheit.

Urabstimmung

Urabstimmung heißt die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder über einen unbefristeten Streik oder über ein Verhandlungsergebnis. Bei der IG Metall müssen mindestens 75 Prozent der aufgerufenen Mitglieder für den Streik stimmen. Für die Annahme eines Verhandlungsergebnisses reichen danach 25 Prozent Zustimmung.

Warnstreik

Warnstreik nennt man eine kurze, befristete Arbeitsniederlegung während laufender Tarifverhandlungen, zulässig erst nach Ende der Friedenspflicht. Das Bundesarbeitsgericht erkannte Warnstreiks 1984 an und unterwarf sie 1988 dem Ultima-Ratio-Prinzip. Der Streikaufruf selbst gilt dabei als Feststellung, dass die Verhandlungen gescheitert sind.

FAQ: Gewerkschaften: Die Trillerpfeife sichert keinen Job

Warum sind Gewerkschaften heute noch wichtig?

Gewerkschaften handeln für knapp die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland Löhne und Arbeitsbedingungen aus. Hinzu kommen Standortpakte in Krisen, bei denen Belegschaften Lohn oder Arbeitszeit gegen Jobgarantien tauschen. Auch Arbeitgeber profitieren, weil während der Laufzeit eines Tarifvertrags Friedenspflicht gilt und nicht gestreikt werden darf.

Warum wurden Gewerkschaften gegründet?

Gewerkschaften entstanden im 19. Jahrhundert, weil einzelne Arbeiter gegenüber den Unternehmern kaum Verhandlungsmacht hatten. Gemeinsam konnten Beschäftigte Löhne, Arbeitszeiten und Arbeitsschutz durchsetzen, notfalls mit Streik. In Deutschland gründeten Buchdrucker 1848 in Mainz den ersten nationalen Gewerkschaftsverband, 1873 folgte der erste reichsweite Tarifvertrag.

Warum wurden Gewerkschaften verboten?

Im Kaiserreich verbot das Sozialistengesetz von 1878 bis 1890 fast alle Gewerkschaften, weil Reichskanzler Otto von Bismarck die sozialistische Arbeiterbewegung bekämpfen wollte. Die Nationalsozialisten zerschlugen die Gewerkschaften am 2. Mai 1933, besetzten die Gewerkschaftshäuser und beschlagnahmten das Vermögen. An die Stelle der Gewerkschaften trat die Deutsche Arbeitsfront.

Lohnt sich eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft?

Für viele Beschäftigte ja, denn nur Mitglieder haben einen rechtlich gesicherten Anspruch auf die Leistungen aus dem Tarifvertrag, dazu kommen Rechtsschutz und Streikgeld. Bei der IG Metall kostet die Mitgliedschaft ein Prozent des Bruttoeinkommens. Seit 2026 lassen sich Gewerkschaftsbeiträge zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag von der Steuer absetzen.

Dürfen Beamte streiken?

Nein, für Beamte gilt in Deutschland ein Streikverbot. Das Bundesverfassungsgericht erklärte das Verbot am 12. Juni 2018 für verfassungsgemäß, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sah darin am 14. Dezember 2023 keinen Verstoß gegen die Menschenrechtskonvention. Beamte dürfen aber Gewerkschaften beitreten, etwa dem dbb oder der GEW.

Wie hoch ist die Tarifbindung in Deutschland?

2025 arbeiteten 49 Prozent der Beschäftigten in einem tarifgebundenen Betrieb, 42 Prozent unter einem Branchentarif und 7 Prozent unter einem Haustarif. 1996 lag die Tarifbindung im Westen noch bei 80 Prozent. Weil die EU-Mindestlohnrichtlinie unter 80 Prozent Tarifdeckung einen Aktionsplan verlangt, beschloss das Bundeskabinett im Juli 2026 einen Nationalen Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen.

Quellen

Hans-Böckler-Stiftung | Juni 1848: Die Gründung des Nationalen Buchdrucker-Vereins | https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/1830-bis-1870-gewerkschaften-55530-die-buchdrucker-und-die-zigarrenarbeiter-55765.htm | besucht am 28.09.2026

Hans-Böckler-Stiftung | Chronik der Gewerkschaftsbewegung: 1861 bis 1880 | https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/chronik-der-gewerkschaftsbewegung-1861-bis-1880.htm | besucht am 28.09.2026

Deutschlandfunk | Vor 200 Jahren: Geburt des Schriftstellers Georg Herwegh | https://www.deutschlandfunk.de/vor-200-jahren-geburt-des-schriftstellers-georg-herwegh-100.html | besucht am 28.09.2026

Deutsches Historisches Institut Washington, German History in Documents and Images | Gesetz zur Gewerbefreiheit und Koalitionsfreiheit (21. Juni 1869) | https://germanhistorydocs.org/de/reichsgruendung-bismarcks-deutschland-1866-1890/gesetz-zur-gewerbefreiheit-und-koalitionsfreiheit-21-juni-1869 | besucht am 28.09.2026

Friedrich-Ebert-Stiftung | Ein Meilenstein der Tarifgeschichte: Der Buchdruckerverband erkämpft 1873 den ersten Reichstarifvertrag | https://www.fes.de/news/ein-meilenstein-der-tarifgeschichte-der-buchdruckerverband-erkaempft-1873-den-ersten-reichstarifvertrag | besucht am 28.09.2026

Deutsches Historisches Museum, LeMO | Sozialistengesetz | https://www.dhm.de/lemo/kapitel/kaiserreich/innenpolitik/sozialistengesetz | besucht am 28.09.2026

Hans-Böckler-Stiftung | Chronik der Gewerkschaftsbewegung: 1881 bis 1900 | https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/chronik-der-gewerkschaftsbewegung-1881-bis-1900.htm | besucht am 28.09.2026

Deutsches Historisches Institut Washington, German History in Documents and Images | Stinnes-Legien-Abkommen (15. November 1918) | https://germanhistorydocs.org/de/die-weimarer-republik-1918-1933/stinnes-legien-abkommen-15-november-1918 | besucht am 28.09.2026

documentArchiv.de | Anordnung über die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter (23.11.1918) | http://www.documentarchiv.de/wr/1918/arbeitszeit-arbeiter_ao.html | besucht am 28.09.2026

Hans-Böckler-Stiftung | 4. Februar 1920: Das erste Betriebsrätegesetz | https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/1918-bis-1923-gewerkschaften-55513-das-erste-betriebsraetegesetz-56265.htm | besucht am 28.09.2026

Deutsches Historisches Museum, LeMO | Gewerkschaften in der Weimarer Republik | https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/gewerkschaften-in-der-weimarer-republik | besucht am 28.09.2026

Deutsches Historisches Museum, LeMO | Generalstreik 1920 | https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/generalstreik-1920 | besucht am 28.09.2026

Hans-Böckler-Stiftung | Mai 1933: Die Zerschlagung der Gewerkschaften | https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/1933-bis-1945-gewerkschaften-55501-die-zerschlagung-der-gewerkschaften-56610.htm | besucht am 28.09.2026

Deutsches Historisches Museum, LeMO | Deutsche Arbeitsfront | https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ns-organisationen/daf | besucht am 28.09.2026

DGB | Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbundes | https://www.dgb.de/der-dgb/geschichte-des-dgb/ | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium der Justiz | Tarifvertragsgesetz | https://www.gesetze-im-internet.de/tvg/BJNR700550949.html | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium der Justiz | Grundgesetz, Artikel 9 | https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_9.html | besucht am 28.09.2026

Friedrich-Ebert-Stiftung | „Parlament der Arbeit“: Deutscher Gewerkschaftsbund vor 70 Jahren gegründet | https://www.fes.de/themen/gewerkschaften-und-gute-arbeit/dgb-vor-70-jahren-gegruendet | besucht am 28.09.2026

Friedrich-Ebert-Stiftung | Der Kampf um die Montanmitbestimmung 1948 bis 1951 | https://www.fes.de/feshistory/montanmitbestimmung | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium der Justiz | Montan-Mitbestimmungsgesetz | https://www.gesetze-im-internet.de/montanmitbestg/BJNR003470951.html | besucht am 28.09.2026

DGB | „Samstags gehört Vati mir“: Maiplakate und Mai-Slogans | https://www.dgb.de/mitmachen/erster-mai/maiplakate/ | besucht am 28.09.2026

Hans-Böckler-Stiftung | Bremer Abkommen der Metallindustrie vom 13. Juni 1956 (Faksimile) | https://www.boeckler.de/pdf/ta_tvg60_1956_bremer_abkommen_metall.pdf | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Die Tariferfolge der IG Metall | https://www.igmetall.de/ueber-uns/geschichte/die-tariferfolge-der-ig-metall | besucht am 28.09.2026

Landeshauptstadt Kiel, Stadtarchiv | Erinnerungstag 24. Oktober 1956: Der längste Streik in der Bundesrepublik | https://www.kiel.de/de/kultur_freizeit/stadtarchiv/erinnerungstage.php?id=63 | besucht am 28.09.2026

Hans-Böckler-Stiftung | Chronik der Gewerkschaftsbewegung: 1941 bis 1960 | https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/chronik-der-gewerkschaftsbewegung-1941-bis-1960.htm | besucht am 28.09.2026

ver.di | 10. Februar 1974: Streik im öffentlichen Dienst | https://www.verdi.de/10-februar-1974-streik-im-oeffentlichen-dienst | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium der Justiz | Mitbestimmungsgesetz | https://www.gesetze-im-internet.de/mitbestg/BJNR011530976.html | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Der Kampf um die 35-Stunden-Woche | https://www.igmetall.de/ueber-uns/geschichte/der-kampf-um-die-35-stunden-woche | besucht am 28.09.2026

Deutschlandfunk | Nach der Streik-Aufgabe in Ostdeutschland | https://www.deutschlandfunk.de/nach-der-streik-aufgabe-in-ostdeutschland-100.html | besucht am 28.09.2026

DGB | DGB-Mitgliederzahlen | https://www.dgb.de/der-dgb/geschichte-des-dgb/mitgliederzahlen/ | besucht am 28.09.2026

OECD | Trade union density (OECD/AIAS ICTWSS) | https://sdmx.oecd.org/public/rest/data/OECD.ELS.SAE,DSD_TUD_CBC@DF_TUD,1.0/all?startPeriod=1985 | besucht am 28.09.2026

Institut der deutschen Wirtschaft | Regionale Verankerung der Gewerkschaften in Deutschland (IW-Kurzbericht 14/2026) | https://www.iwkoeln.de/studien/lennart-eckle-regionale-verankerung-der-gewerkschaften-in-deutschland.html | besucht am 28.09.2026

IAB-Forum | Anteil der Beschäftigten in Betrieben mit Branchentarifbindung ist 2025 nicht weiter gesunken | https://iab-forum.de/graphs/anteil-der-beschaeftigten-in-betrieben-mit-branchentarifbindung-ist-2025-nicht-weiter-gesunken/ | besucht am 28.09.2026

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung | Daten zur Tarifbindung und betrieblichen Interessenvertretung | https://iab.de/daten/daten-zur-tarifbindung-und-betrieblichen-interessenvertetung/ | besucht am 28.09.2026

Statistisches Bundesamt | Tarifbindung 2025 unverändert bei 49 % | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_097_623.html | besucht am 28.09.2026

Institut der deutschen Wirtschaft, iwd | Gewerkschaften: Der Grund für den Mitgliederschwund | https://www.iwd.de/artikel/gewerkschaften-der-grund-fuer-den-mitgliederschwund-617113/ | besucht am 28.09.2026

DGB | DGB Seniorenpolitik | https://www.dgb.de/politik/bildung-und-gesellschaft/seniorenpolitik/ | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Hintergrundinformationen zur Jahrespressekonferenz 2026 | https://www.igmetall.de/dam/jcr:0bfbe9e8-a943-437d-8c55-5dc677114c48/20260126_Hintergrundinformationen_Jahresepressekonferenz_2026.98d2ebdf31a15dabb5a42670c80fc1aa.pdf | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Hintergrundinformationen zur Jahrespressekonferenz 2024 | https://www.igmetall.de/download/20240125_Hintergrundinformationen-Jahrespressekonferenz-2024.pdf | besucht am 28.09.2026

ver.di | Deutliches Mitgliederplus | https://www.verdi.de/deutliches-mitgliederplus | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Wie laufen Tarifverhandlungen ab? | https://www.igmetall.de/tarif/wie-laufen-tarifverhandlungen-ab | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Forderung zur Stahl-Tarifrunde 2023 | https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/eisen-und-stahl/forderung-stahltarifrunde-2023 | besucht am 28.09.2026

IG Metall Ruhrgebiet Mitte | Verhandlungsergebnis für die nordwestdeutsche Stahlindustrie erzielt | https://www.igmetall-ruhrgebiet-mitte.de/aktuelles/meldung/verhandlungsergebnis-fuer-die-nordwestdeutsche-stahlindustrie-erzielt | besucht am 28.09.2026

Bundeszentrale für politische Bildung | Das Streikrecht: Grundsätze und Grenzen | https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/streik-2024/556158/das-streikrecht-grundsaetze-und-grenzen/ | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Das Tariflexikon: Urabstimmung | https://www.igmetall.de/tarif/tariflexikon/urabstimmung | besucht am 28.09.2026

WSI der Hans-Böckler-Stiftung | WSI-Arbeitskampfbilanz 2025 (WSI Report Nr. 114) | https://www.wsi.de/fpdf/HBS-009426/p_wsi_report_114_2026.pdf | besucht am 28.09.2026

Hans-Böckler-Stiftung | Zahl der Arbeitskämpfe im zweiten Jahr in Folge rückläufig | https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-gewerkschaften-muessen-haeufig-fuer-tarifbindung-streiken-77574.htm | besucht am 28.09.2026

Institut der deutschen Wirtschaft | Tarifpolitischer Bericht 2. Halbjahr 2025: Entspannung durch Verhandlungspausen | https://www.iwkoeln.de/studien/hagen-lesch-entspannung-durch-verhandlungspausen.html | besucht am 28.09.2026

Deutsche Bahn | Presse-Blog: Alle Infos zum GDL-Streik | https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Presse-Blog-Alle-Infos-zum-GDL-Streik-12467744 | besucht am 28.09.2026

Deutsche Bahn | Tarifabschluss mit der GDL (Integrierter Zwischenbericht 2024) | https://zbir.deutschebahn.com/2024/de/konzern-zwischenlagebericht-ungeprueft/mitarbeitende/tarifabschluss-mit-der-gdl/ | besucht am 28.09.2026

LOK Report | DB und GDL erzielen Tarifabschluss mit innovativem Optionsmodell über Arbeitszeit | https://www.lok-report.de/news/deutschland/verkehr/48561-db-und-gdl-erzielen-tarifabschluss-mitarbeitende-entscheiden-mit-innovativem-optionsmodell-kuenftig-selbst-ueber-arbeitszeit.html | besucht am 28.09.2026

GDL | GDL gelingt beispielhafter Tarifabschluss | https://www.gdl.de/aktuelles/news/gdl-gelingt-beispielhafter-tarifabschluss/ | besucht am 28.09.2026

GDL | Neuer Vorstand gewählt | https://www.gdl.de/aktuelles/news/neuer-vorstand-gewaehlt/ | besucht am 28.09.2026

WirtschaftsWoche | Bahnstreik: Wie teuer ist der GDL-Streik pro Tag? | https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/bahnstreik-wir-sind-da-schnell-bei-einer-milliarde-euro-so-schadet-der-mammut-streik-der-deutschen-wirtschaft/29617830.html | besucht am 28.09.2026

Deutsche Bahn | Zustand der Infrastruktur, Streik und Unwetter belasten Halbjahresergebnis | https://www.deutschebahn.com/de/presse/suche_Medienpakete/Halbjahresbilanz-2024-12953906 | besucht am 28.09.2026

Bundesverfassungsgericht | Pressemitteilung Nr. 57/2017: Das Tarifeinheitsgesetz ist weitgehend mit dem Grundgesetz vereinbar | https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/bvg17-057.html | besucht am 28.09.2026

Bundeszentrale für politische Bildung | Tarifkonflikte bei der Deutschen Bahn und das Tarifeinheitsgesetz | https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/die-bahn-2022/505283/tarifkonflikte-bei-der-deutschen-bahn-und-das-tarifeinheitsgesetz/ | besucht am 28.09.2026

Deutsche Bahn | Gute Nachrichten für Bahnkunden und Beschäftigte: DB und GDL erzielen Einigung | https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Gute-Nachrichten-fuer-Bahnkunden-und-Beschaeftigte-DB-und-GDL-erzielen-Einigung-13760126 | besucht am 28.09.2026

Vereinigung Cockpit | Streikaufruf für Cockpitpersonal bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings | https://www.vcockpit.de/newsroom/streikaufruf-fuer-cockpitpersonal-bei-lufthansa-lufthansa-cargo-cityline-und-eurowings/ | besucht am 28.09.2026

DIE ZEIT | Lufthansa legt wegen Kerosinkosten und Streiks Cityline sofort still | https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-04/lufthansa-kerosinpreis-flugzeuge-stilllegen | besucht am 28.09.2026

Lufthansa Group | Lufthansa Group erzielt trotz deutlich höherer Treibstoffkosten einen operativen Gewinn von 383 Millionen Euro | https://newsroom.lufthansagroup.com/lufthansa-group-profitiert-von-einer-starken-nachfrage-nach-flugreisen-und-erzielt-trotz-deutlich-hoeherer-treibstoffkosten-einen-operativen-gewinn-von-383-millionen-euro/ | besucht am 28.09.2026

Vereinigung Cockpit | „Sozialplan Null ist ein Schlag ins Gesicht“ | https://www.vcockpit.de/newsroom/sozialplan-null-ist-ein-schlag-ins-gesicht/ | besucht am 28.09.2026

Statistisches Bundesamt | Stellenabbau in der Automobilindustrie: 42 300 weniger Beschäftigte zum Ende des 1. Halbjahres 2026 | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_N057_42.html | besucht am 28.09.2026

Statistisches Bundesamt | Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_148_624.html | besucht am 28.09.2026

Eurostat | Labour productivity and unit labour costs, annual data (nama_10_lp_ulc) | https://ec.europa.eu/eurostat/api/dissemination/statistics/1.0/data/nama_10_lp_ulc?geo=DE&geo=EA20&na_item=NULC_HW&na_item=RLPR_HW&unit=I20&sinceTimePeriod=2018 | besucht am 28.09.2026

DIHK | Energiekosten: Jedes dritte große Industrieunternehmen verlagert bereits Produktion ins Ausland | https://www.dihk.de/de/newsroom/energiekosten-jedes-dritte-grosse-industrieunternehmen-verlagert-bereits-produktion-ins-ausland-184510 | besucht am 28.09.2026

DIHK | Industrie investiert stärker im Ausland: Kostendruck erreicht historischen Höchststand | https://www.dihk.de/de/newsroom/industrie-investiert-staerker-im-ausland-kostendruck-erreicht-historischen-hoechststand-176268 | besucht am 28.09.2026

VDI nachrichten | Mehr als jeder zehnte Arbeitsplatz betroffen: Miele streicht 2700 Jobs | https://www.vdi-nachrichten.com/wirtschaft/unternehmen/beinahe-jeder-zehnte-arbeitsplatz-betroffen-miele-streicht-2000-jobs/ | besucht am 28.09.2026

Stuttgarter Zeitung | In Waiblingen fallen noch mehr Stellen weg | https://www.stuttgarter-zeitung.de/lokales/rems-murr-kreis/stihl-waiblingen-nochmal-100-stellen-weg-78992413.html | besucht am 28.09.2026

WirtschaftsWoche | Chemiekonzern: BASF streicht mehr als die Hälfte der Stellen bei IT-Tochter | https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/chemiekonzern-basf-streicht-mehr-als-die-haelfte-der-stellen-bei-it-tochter/100255311.html | besucht am 28.09.2026

Der Tagesspiegel | Hintergrund: Das Tarifmodell von VW | https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/das-tarifmodell-von-vw-1343332.html | besucht am 28.09.2026

Volkswagen Group | 1992 bis 2015: Die Globalisierung des Mobilitätskonzerns | https://www.volkswagen-group.com/de/volkswagen-chronik-17351/1992-bis-2015-die-globalisierung-des-mobilitaetskonzerns-17360 | besucht am 28.09.2026

WSI der Hans-Böckler-Stiftung | Tarifarchiv: Volkswagen | https://www.wsi.de/de/volkswagen-27436.htm | besucht am 28.09.2026

WSI der Hans-Böckler-Stiftung | 20 Jahre Pforzheimer Abkommen und seine Hintergründe | https://www.wsi.de/de/blog-17857-20-jahre-pforzheimer-abkommen-und-seine-hintergruende-58036.htm | besucht am 28.09.2026

Der Tagesspiegel | Siemens will noch mehr Bündnisse für Arbeit | https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/siemens-will-noch-mehr-bundnisse-fur-arbeit-1131052.html | besucht am 28.09.2026

teltarif.de | Trauriger Jahrestag für BenQ-Mobile-Mitarbeiter | https://www.teltarif.de/arch/2007/kw39/s27373.html | besucht am 28.09.2026

autohaus.de | DaimlerChrysler schnürt drastisches Sparpaket | https://www.autohaus.de/nachrichten/autohersteller/daimlerchrysler-schnuert-drastisches-sparpaket-2767598 | besucht am 28.09.2026

Der Tagesspiegel | Daimler: sichere Jobs für weniger Geld | https://www.tagesspiegel.de/politik/daimler–sichere-jobs-fur-weniger-geld-1138768.html | besucht am 28.09.2026

Bundesagentur für Arbeit | Geschäftsbericht 2020 | https://www.arbeitsagentur.de/datei/geschaeftsbericht-2020_ba032090.pdf | besucht am 28.09.2026

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung | IAB-Kurzbericht 17/2020 | https://doku.iab.de/kurzber/2020/kb1720.pdf | besucht am 28.09.2026

Volkswagen Group | Einigung erzielt: Volkswagen AG stellt sich wettbewerbsfähig für die Zukunft auf | https://www.volkswagen-group.com/de/pressemitteilungen/einigung-erzielt-volkswagen-ag-stellt-sich-wettbewerbsfaehig-fuer-die-zukunft-auf-18911 | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Tarifergebnis bei VW und Töchtern | https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/tarifrunde-volkswagen-2024 | besucht am 28.09.2026

thyssenkrupp Steel | Einigung zum Sanierungstarifvertrag „Neuaufstellung Stahl“ erzielt | https://www.thyssenkrupp-steel.com/de/newsroom/pressemitteilungen/einigung-zum-sanierungstarifvertrag-neuaufstellung-stahl-erzielt-thyssenkrupp-steel-und-ig-metall-schaffen-grundvoraussetzung-fuer-zukunftsfaehige-aufstellung.html | besucht am 28.09.2026

Porsche | Executive Board and General Works Council of Porsche AG agree on Future Package | https://newsroom.porsche.com/en/2026/company/porsche-executive-board-general-works-council-future-package-42938.html | besucht am 28.09.2026

Neuer Wiesentbote | IG Metall Bamberg: „Kehrt jetzt Ruhe am Valeo-Standort in Ebern ein?“ | https://www.wiesentbote.de/2026/09/17/ig-metall-bamberg-kehrt-jetzt-ruhe-am-valeo-standort-in-ebern-ein/ | besucht am 28.09.2026

Der Tagesspiegel | Autoindustrie diskutiert 40-Stunden-Woche: Länger arbeiten hilft der Branche nicht | https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/autoindustrie-diskutiert-40-stunden-woche-langer-arbeiten-hilft-der-branche-nicht-15876320.html | besucht am 28.09.2026

DIE ZEIT | Bundeskanzler Merz stimmt auf „Kraftanstrengung“ ein | https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-05/friedrich-merz-regierungserklaerung-wirtschaft-wettbewerb-finanzen | besucht am 28.09.2026

CDU, CSU und SPD | Koalitionsvertrag „Verantwortung für Deutschland“ | https://www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf | besucht am 28.09.2026

OECD | Average annual hours actually worked per worker | https://sdmx.oecd.org/public/rest/data/OECD.ELS.SAE,DSD_HW@DF_AVG_ANN_HRS_WKD,1.0/all?startPeriod=2022&format=csvfilewithlabels | besucht am 28.09.2026

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung | Ergebnisse der IAB-Arbeitszeitrechnung für das zweite Quartal 2026 | https://iab.de/presseinfo/ergebnisse-der-iab-arbeitszeitrechnung-fuer-das-zweite-quartal-2026-teilzeitquote-erreicht-neuen-hoechstwert-vollzeitstellen-gehen-zurueck/ | besucht am 28.09.2026

WSI-Tarifarchiv | Tarifpolitischer Jahresbericht 2025 | https://www.wsi.de/fpdf/HBS-009340/p_ta_jb_2025.pdf | besucht am 28.09.2026

Der Tagesspiegel | Kritik an Bas-Vorschlag zur Reform der Arbeitszeit | https://www.tagesspiegel.de/politik/arbeitgeber-sprechen-von-zumutung-so-kann-der-achtstundentag-gelockert-werden-15726940.html | besucht am 28.09.2026

Gleiss Lutz | BMAS: Update zum neuen Referentenentwurf zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes | https://www.gleisslutz.com/de/know-how/bmas-update-neuer-referentenentwurf-zur-aenderung-des-arbeitszeitgesetzes | besucht am 28.09.2026

DIE ZEIT | Reform des Arbeitszeitgesetzes: Streit über Arbeitszeitreform geht weiter | https://www.zeit.de/arbeit/2026-08/arbeitszeitgesetz-reform-gewerkschaften-arbeitgeber-streit-gxe | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium der Finanzen | Fragen und Antworten zur Aktivrente | https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/FAQ-zur-Aktivrente.html | besucht am 28.09.2026

Handelsblatt | DGB-Chefin Fahimi warnt vor Angriffen auf den Sozialstaat | https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/dgb-dgb-chefin-fahimi-warnt-vor-angriffen-auf-den-sozialstaat/100222874.html | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Rund 175.000 Beschäftigte demonstrieren für Zukunft statt Kahlschlag in der Autoindustrie | https://www.igmetall.de/presse/pressemitteilungen/2026/rund-175000-beschaeftigte-demonstrieren-fuer-zukunft-statt-kahlschlag-in-der-autoindustrie | besucht am 28.09.2026

Der Tagesspiegel | Autoland bald abgebrannt? IG Metall mobilisiert rund 175.000 Auto-Beschäftigte | https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/dpa-autoland-bald-abgebrannt-ig-metall-mobilisiert-rund-175000-auto-beschaftigte-16079004.html | besucht am 28.09.2026

DIE ZEIT | Sozialstaat: DGB mobilisiert Zehntausende gegen Sozialkürzungen | https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-09/dgb-gewerkschaften-demonstration-sozialstaat-kuerzungen-yasmin-fahimi | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium der Justiz | Arbeitszeitgesetz, Paragraf 3 | https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__3.html | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium des Innern | Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen | https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/tvoed/tarifverhandlungen/tarifverhandlungen-2025-artikel.html | besucht am 28.09.2026

Stichting van de Arbeid | Akkoord van Wassenaar | https://www.stvda.nl/nl/publicaties/akkoord-van-wassenaar | besucht am 28.09.2026

Centraal Bureau voor de Statistiek | Ontwikkelingen per tijdvak | https://www.cbs.nl/nl-nl/longread/statistische-trends/2025/vacatures-en-werklozen-na-de-tweede-wereldoorlog/3-ontwikkelingen-per-tijdvak | besucht am 28.09.2026

Raad voor het Openbaar Bestuur | Besturen met akkoorden: Het Akkoord van Wassenaar (1982) | https://www.raadopenbaarbestuur.nl/site/binaries/site-content/collections/documents/2020/03/12/analyse-van-het-akkoord-van-wassenaar/Analyse_Akkoord_Wassenaar_20200312.pdf | besucht am 28.09.2026

Medlingsinstitutet | „Märket“ och Industriavtalet | https://www.mi.se/forhandling-avtal/market-och-industriavtalet/ | besucht am 28.09.2026

Medlingsinstitutet | Industriavtalet: till nytta för svensk ekonomi i 25 år | https://www.mi.se/nyheter/2022/industriavtalet-till-nytta-for-svensk-ekonomi-i-25-ar/ | besucht am 28.09.2026

Medlingsinstitutet | Vårt uppdrag | https://www.mi.se/om-oss/vart-uppdrag/ | besucht am 28.09.2026

OECD | Negotiating Our Way Up: Collective Bargaining in a Changing World of Work | https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2019/11/negotiating-our-way-up_16bd8a10/1fd2da34-en.pdf | besucht am 28.09.2026

Office for National Statistics | Labour disputes in the UK: 2018 | https://www.ons.gov.uk/employmentandlabourmarket/peopleinwork/workplacedisputesandworkingconditions/articles/labourdisputes/2018 | besucht am 28.09.2026

NBC News | UAW autoworkers officially ratify new contract with Ford, GM and Stellantis | https://www.nbcnews.com/business/business-news/uaw-officially-ratifies-new-contract-ford-gm-stellantis-rcna125708 | besucht am 28.09.2026

WSI der Hans-Böckler-Stiftung | Zur Interdependenz von Geld- und Lohnpolitik (WSI-Diskussionspapier Nr. 100) | https://www.wsi.de/fpdf/HBS-002258/p_wsi_diskp_100.pdf | besucht am 28.09.2026

Hans-Böckler-Stiftung | Gesamtwirtschaftliche Entwicklung zählt (Böckler Impuls 02/2006) | https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-gesamtwirtschaftliche-entwicklung-zaehlt-6538.htm | besucht am 28.09.2026

IG Metall | IG Metall beschließt Forderungspaket: 5 Prozent mehr Geld, sichere Jobs und Gewinnbeteiligung | https://www.igmetall.de/presse/pressemitteilungen/2026/ig-metall-beschliesst-forderungspaket-5-prozent-mehr-geld-sichere-jobs-und-gewinnbeteiligung | besucht am 28.09.2026

IG Metall Koblenz | Durchbruch bei ZF Koblenz | https://koblenz.igmetall.de/aktuelles/2026/2026-09-23-durchbruch-zf-koblenz | besucht am 28.09.2026

Bundesverfassungsgericht | Pressemitteilung Nr. 115/2010: Zur Mitgliedschaft ohne Tarifbindung in Arbeitgeberverbänden | https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/bvg10-115.html | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Tariftreuegesetz | https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze-und-Gesetzesvorhaben/tariftreuegesetz.html | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium der Justiz | Bundestariftreuegesetz | https://www.gesetze-im-internet.de/bttg/BJNR0770B0026.html | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro | https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2025/mindestlohn-steigt-zum-ersten-januar-2026.html | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Nationaler Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen verabschiedet | https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2026/nationaler-aktionsplan-zur-foerderung-von-tarifverhandlungen.html | besucht am 28.09.2026

Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Nationaler Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen (PDF) | https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arbeitsrecht/nap-tarifverhandlung.pdf?__blob=publicationFile&v=1 | besucht am 28.09.2026

Gesamtmetall | „Nicht den Luxus über Verteilung von Zuwächsen zu verhandeln“ | https://www.gesamtmetall.de/wir-haben-nicht-den-luxus-ueber-die-verteilung-von-zuwaechsen-verhandeln-zu-koennen/ | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Das Tariflexikon: Streikunterstützung | https://www.igmetall.de/tarif/tariflexikon/streikunterstuetzung | besucht am 28.09.2026

IG Metall | Mitgliedsbeitrag: Kosten der Mitgliedschaft | https://www.igmetall.de/mitmachen/mitglied-werden/wer-zahlt-wie-viel-mitgliedsbeitrag | besucht am 28.09.2026

onvista, dpa-AFX | Tesla erhöht Gehälter in Grünheide um bis zu fünf Prozent | https://www.onvista.de/news/2026/09-28-roundup-tesla-erhoeht-gehaelter-in-gruenheide-um-bis-zu-fuenf-prozent-0-10-26558136 | besucht am 28.09.2026

taz | Betriebsratswahl in Grünheide: IG Metall verfehlt die Mehrheit | https://taz.de/Betriebsratswahlen-im-Tesla-Werk/!6160069/ | besucht am 28.09.2026

Volkswagen Group | Aufsichtsrat stimmt Zukunftsplan 2030 zu | https://www.volkswagen-group.com/de/pressemitteilungen/aufsichtsrat-stimmt-zukunftsplan-2030-zu-starkes-signal-fuer-die-volkswagen-group-20662 | besucht am 28.09.2026

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände | Vorteile des Tarifvertrags erkennen und nutzen | https://arbeitgeber.de/wp-content/uploads/2021/01/bda-arbeitgeber-argumente-vorteile_des_tarifvertrags_erkennen_und_nutzen-2020_04-1.pdf | besucht am 28.09.2026

Bundesverfassungsgericht | Pressemitteilung Nr. 46/2018: Streikverbot für Beamte verfassungsgemäß | https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/bvg18-046.html | besucht am 28.09.2026

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte | Humpert u. a. gegen Deutschland (Zusammenfassung des Österreichischen Instituts für Menschenrechte) | https://hudoc.echr.coe.int/app/conversion/pdf/?library=ECHR&id=001-233760&filename=CASE+OF+HUMPERT+AND+OTHERS+v.+GERMANY+-+%5BGerman+Translation%5D+summary+by+the+Austrian+Institute+for+Human+Rights+(%C3%96IM).pdf | besucht am 28.09.2026

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