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DoorDash kauft den Lebensmittellieferdienst Instacart für 65 Dollar je Aktie, umgerechnet rund 56,55 Euro. Damit ist Instacart rund 14,8 Mrd. Euro wert, 26 % mehr als vor den ersten Berichten über Gespräche. Abschließen wollen die beiden US-Konzerne den Kauf Ende 2027 oder im ersten Halbjahr 2028.

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Den Vertrag gab DoorDash am Donnerstag zusammen mit den Zahlen für das dritte Quartal bekannt.[1] Vorbörslich stieg die DoorDash-Aktie um rund 7 %, Instacart legte um rund 5 % auf 61,25 Dollar zu. Damit liegt der Kurs noch etwa 6 % unter dem Angebotspreis. Stand: Donnerstag, 29. Oktober, 12:40 Uhr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • DoorDash zahlt mindestens 75 % des Preises in bar, den Rest in eigenen Aktien.
  • Nach einigen Jahren will DoorDash jährlich 435 Mio. Euro an Kosten sparen, neue Investitionen schon abgezogen.
  • Zustimmen müssen die Instacart-Aktionäre und die Wettbewerbsbehörden in den USA, Kanada und Israel.

Wie bezahlt DoorDash den Kauf?

Orangefarbene Liefertasche mit Papiertüte, Baguette und Möhre auf weißem Hintergrund
Instacart-Aktionäre können zwischen Barauszahlung von 65 Dollar, DoorDash-Aktien oder Mischform wählen. DoorDash benötigt mindestens 11,1 Milliarden Euro Bargeld

Instacart-Aktionäre wählen je Aktie zwischen 65 Dollar in bar, 0,3372 DoorDash-Aktien oder 48,75 Dollar plus 0,0843 Aktien.[1] Der Aktienanteil ist auf ein Viertel der Gesamtsumme begrenzt.

Mindestens 11,1 Mrd. Euro muss DoorDash also bar aufbringen. Ende September lagen rund 4,4 Mrd. Euro an flüssigen Mitteln in der Bilanz. Die Lücke schließt ein Überbrückungskredit von JPMorgan Chase. Der Verwaltungsrat von Instacart stimmte einstimmig zu, Aktionäre mit rund 19 % der Anteile haben sich verpflichtet, dafür zu stimmen.

Warum will DoorDash Instacart haben?

Bei Lebensmitteln zahlten Kunden einen Aufpreis und bekämen trotzdem keine zuverlässige Lieferung, schreibt DoorDash im Brief an die Aktionäre.[1] Der Konzern will deshalb die Ware für Händler selbst lagern. In seinen DashMart-Lagern führt DoorDash bereits die Bestände von Ketten wie Albertsons und Giant Eagle. Dort kommen laut DoorDash mehr als 99 % der Bestellungen vollständig und richtig an. Die Lieferung dauert im Schnitt über zehn Minuten weniger als aus dem Supermarkt.

Ein Lager verursacht aber Fixkosten, egal wie viele Bestellungen durchlaufen. Erst mehr Bestellungen senken die Kosten je Lieferung, und diese Menge soll Instacart liefern. Im ersten Jahr nach dem Abschluss will DoorDash mehr als die gesamten Einsparungen in niedrigere Preise und kürzere Lieferzeiten stecken. Ab dem zweiten Jahr sollen die Einsparungen diese Ausgaben übersteigen.

Instacart beschloss am 25. Oktober, die Caper Carts aufzugeben, Einkaufswagen mit Kamera und Waage.[2] Dafür rechnet Instacart mit Kosten von 48 bis 70 Mio. Euro. In Deutschland setzt Kaufland einen ähnlichen Einkaufswagen ein.

Was DoorDash für Instacart zahlt
Vertrag vom 29. Oktober 2026, Beträge in Euro
14,8 Mrd. €
Wert aller Instacart-Aktien zum Angebotspreis
26 %
Aufschlag auf den Schlusskurs vom 22. Oktober, dem letzten Handelstag vor den Berichten
11,1 Mrd. €
zahlt DoorDash mindestens in bar, Ende September lagen 4,4 Mrd. € an flüssigen Mitteln vor
993 Mio.
Bestellungen bei DoorDash im dritten Quartal, 28 % mehr als vor einem Jahr
Der Weg zum Abschluss
23. Oktober
The Information berichtet über Verkaufspläne von Instacart
29. Oktober
DoorDash und Instacart unterzeichnen den Vertrag
offen
Abstimmung der Instacart-Aktionäre, Prüfung in den USA, Kanada und Israel
Ende 2027 bis Mitte 2028
geplanter Abschluss der Übernahme

Warum dauert der Abschluss bis 2028?

Schon 2021 scheiterten Gespräche beider Firmen laut The Information auch an der Sorge vor den Kartellbehörden, wie Dr. Web am 24. Oktober zu den Verkaufsplänen berichtete. Jetzt prüfen die US-Behörden den Kauf nach dem Fusionskontrollgesetz Hart-Scott-Rodino, dazu die Wettbewerbshüter in Kanada und Israel. DoorDash nennt selbst das Risiko, dass Behörden den Kauf an Auflagen knüpfen.[1]

Eine Genehmigung der EU-Kommission braucht der Kauf nicht, Instacart liefert nur in Nordamerika aus. In Europa läuft parallel die Übernahme von Delivery Hero durch Uber. In Taiwan untersagte die Wettbewerbsbehörde den Verkauf von Foodpanda Taiwan an Grab.

DoorDash kauft mit Instacart vor allem Bestellungen für seine Lager. Ob die Kartellbehörden darin einen Wettbewerber weniger sehen, entscheidet über die Preise für Kunden.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für Händler im DACH-Raum?

In Deutschland und Österreich liefert DoorDash über seine Tochter Wolt aus. Liefern Sie über Wolt oder eine andere Plattform, legen Sie im Vertrag fest, wem Bestell- und Kundendaten gehören und ob die Ware aus Ihrem Laden oder aus dem Lager der Plattform kommt.

Einen eigenen Lieferkanal baut hierzulande etwa Aldi Süd mit meinALDI auf. Prüfen Sie, wie viel Ihres Liefergeschäfts an einer einzigen Plattform hängt.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. DoorDashDoorDash Releases Third Quarter 2026 Financial Results (29. Oktober 2026, Anlage 99.1, bei der SEC als Formular 425 eingereicht)
  2. Instacart (Maplebear Inc.)Formular 8-K zur Einstellung von Caper Cart (26. Oktober 2026, SEC)

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