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Rund 3,47 Mrd. Euro Abo-Umsatz meldete ServiceNow für das dritte Quartal, mehr als der Konzern selbst in Aussicht gestellt hatte. Trotzdem lag die Aktie am Donnerstagmorgen vorbörslich rund 18 % unter dem Schlusskurs. Anleger stoßen sich am Ausblick für die vertraglich zugesagten Umsätze, die im vierten Quartal langsamer wachsen sollen.

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„Dieses Wachstum steckt also schon im dritten Quartal“, sagte Finanzchefin Gina Mastantuono am Mittwochabend in der Telefonkonferenz mit Analysten. Gemeint waren Kunden, die ihre Verträge früher als geplant verlängert hatten. Nachbörslich hatte die Aktie gut 17 % verloren. Stand: Donnerstag, 29. Oktober, 11:00 Uhr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Abo-Umsatz stieg um 21 % auf rund 3,47 Mrd. Euro, der Gesamtumsatz auf rund 3,57 Mrd. Euro.
  • Die vertraglich zugesagten Umsätze der nächsten zwölf Monate sollen im vierten Quartal währungsbereinigt nur noch um 18,5 % wachsen, nach 21 % im dritten.
  • Beim Auftragsbestand stammt laut Mastantuono die Hälfte des Zuwachses über der eigenen Prognose aus vorgezogenen Verlängerungen.
  • Nach US-GAAP sank der Gewinn um 45 % auf rund 241 Mio. Euro.

Warum blicken Anleger zuerst auf den Auftragsbestand?

September-Kalenderblatt, überdeckt von „OKTOBER“-Blatt mit orangefarbenem Pfeilsticker
ServiceNow steigert Abo-Umsatz im Q3 um 21 % und erhöht Prognose für 2026 auf 13,73–13,74 Mrd. Euro sowie Free-Cashflow-Marge auf 36 %

Von Juli bis September setzte ServiceNow mit Abos 21 % mehr um als vor einem Jahr und übertraf die eigene Prognose.[1] Die Erwartung für den Abo-Umsatz 2026 hob der Konzern auf 13,73 bis 13,74 Mrd. Euro an, die Zielmarke für die Free-Cashflow-Marge auf 36 %.

Bei Softwarefirmen mit Abo-Geschäftsmodell schauen Anleger zuerst auf den Auftragsbestand. Die Kennzahl cRPO erfasst alle vertraglich zugesagten Umsätze der nächsten zwölf Monate und zeigt, wie viel Geschäft schon unterschrieben ist. Ende September lag der Wert bei rund 11,9 Mrd. Euro, währungsbereinigt 21 % mehr als ein Jahr zuvor. Für das vierte Quartal erwartet ServiceNow nur noch 18,5 %.[1]

Woher kommt die Delle im vierten Quartal?

Mastantuono nannte mehrere Sondereffekte, die den Auftragsbestand drücken, ohne den Umsatz zu schmälern:

  • Viele Kunden verlängerten ihre Verträge schon im dritten Quartal. Diese Abschlüsse lieferten die Hälfte des Zuwachses über der Prognose und fehlen nun im vierten Quartal.
  • Behörden bestellen mehr Software für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum. Solche Lizenzen zählen zum Umsatz, aber nicht zum Auftragsbestand.
  • Verträge, die eine Behörde jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen darf, rechnet ServiceNow ebenfalls nicht ein. Der Bestand solcher Verträge wächst.

Nach US-GAAP sank der Gewinn von 437 auf rund 241 Mio. Euro.[1] Die Abschreibungen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte stiegen von 29 auf 172 Mio. Euro, denn für Zukäufe wie Armis und Veza zahlte ServiceNow in neun Monaten rund 8 Mrd. Euro bar. Die Abfindungen kletterten auf 76 Mio. Euro, nach 54 Mio. Euro im zweiten Quartal.

ServiceNow im dritten Quartal 2026
Juli bis September, Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal
3,47 Mrd. €
Abo-Umsatz, 21 % mehr als vor einem Jahr
11,9 Mrd. €
vertraglich zugesagte Umsätze der nächsten zwölf Monate
1,48 Mrd. €
Ziel für den vertraglich vereinbarten Jahresumsatz mit KI-Produkten bis Ende 2026, zu Jahresbeginn 0,87 Mrd. €
241 Mio. €
Gewinn nach US-GAAP, 45 % weniger als vor einem Jahr
Wachstum der zugesagten Umsätze, währungsbereinigt
Drittes Quartal: plus 21 %
mit vorzeitig verlängerten Verträgen, die sonst ins vierte Quartal gefallen wären
Viertes Quartal: plus 18,5 %
Prognose von ServiceNow vom 28. Oktober 2026

Den Abschlag trotz guter Zahlen kennt die Branche aus dieser Woche: Fortinet verlor nachbörslich rund ein Viertel seines Börsenwerts. Analysten fragten Firmenchef Bill McDermott in der Konferenz, ob KI das Geschäft von Softwarefirmen schmälert oder vergrößert. SAP meldete für seinen vergleichbaren Auftragsbestand in der Cloud zuletzt ein währungsbereinigtes Plus von 26 %.

ServiceNow hat Wachstum aus dem vierten Quartal ins dritte vorgezogen, und die Börse zieht diesen Vorsprung jetzt wieder ab.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für Unternehmen, die ServiceNow nutzen?

Bietet Ihnen ServiceNow eine vorzeitige Vertragsverlängerung an, nutzen Sie den Verhandlungsspielraum. Solche Abschlüsse fließen sofort in die Kennzahl ein, auf die Anleger am stärksten achten. Halten Sie Rabatte und Preisobergrenzen für die gesamte Laufzeit fest.

Neben den Nutzerlizenzen setzt ServiceNow bei KI-Agenten auf eine Abrechnung nach Verbrauch. McDermott sprach von der Chance, den Umsatz je Nutzer durch die Abrechnung verbrauchter Tokens auf das Fünffache zu steigern. Vereinbaren Sie Budgetgrenzen und monatliche Verbrauchsberichte, bevor die Agenten in Betrieb gehen.

Quelle

[1] ServiceNow: „ServiceNow Reports Third Quarter 2026 Financial Results“ (28. Oktober 2026, Anlage 99.1 zum Formular 8-K bei der SEC)

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