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Erstmals kommt MTU Aero Engines nach neun Monaten auf mehr als eine Milliarde Euro operatives Ergebnis. Den Zuwachs liefert die Instandhaltung mit 19 Prozent mehr Umsatz. Für neue Triebwerke senkt der Münchner Konzern die Prognose deutlich, die Marge fällt auf 14,6 Prozent.

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Im Juli rechnete MTU Aero Engines für das zivile Seriengeschäft 2026 noch mit einem zweistelligen organischen Umsatzplus, seit Donnerstag nur noch mit einem einstelligen.[1] Die Umsatzprognose für den Konzern präzisierte der Triebwerkshersteller auf 9,5 bis 9,7 Mrd. €, bisher lag die Spanne bei 9,2 bis 9,7 Mrd. €. Für Instandhaltung und Ersatzteile hob MTU die Prognose auf das obere Ende der bisherigen Spannen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der bereinigte Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 13 Prozent auf 7.116 Mio. €, das bereinigte EBIT um 5 Prozent auf 1.042 Mio. €.[1]
  • Die zivile Instandhaltung wuchs um 19 Prozent auf 5.108 Mio. €, der Triebwerksbau um 2 Prozent auf 2.091 Mio. €.
  • Die bereinigte EBIT-Marge sank von 15,9 auf 14,6 Prozent, das EBIT-Ziel von 1,35 bis 1,45 Mrd. € für 2026 bleibt.
  • Der Free Cashflow stieg um 67 Prozent auf 466 Mio. €.

Woher kommt das Wachstum?

Isoliertes Triebwerk auf Rollwagen mit „Wartung“-Schild
Zivile Instandhaltung wuchs um 23 Prozent. Getriebefan-Triebwerke von Pratt & Whitney und MTU machten 45 Prozent des Umsatzes aus. Werkstattbesuche und Materialeinsatz je Besuch stiegen

Fast der gesamte Zuwachs stammt aus der zivilen Instandhaltung, auf Dollar-Basis wuchs sie um 23 Prozent.[1] Rund 45 Prozent ihres Umsatzes entfielen auf Getriebefan-Triebwerke, die Pratt & Whitney zusammen mit MTU baut. Laut Finanzvorständin Katja Garcia Vila stiegen dort die Zahl der Werkstattbesuche und der Materialeinsatz je Besuch.

Wegen verunreinigten Metallpulvers in Turbinen- und Verdichterscheiben kündigte die Pratt-Mutter RTX 2023 an, bis Ende 2026 zusätzlich 600 bis 700 Triebwerke zur Inspektion zu holen.[3] Dr. Web hatte darüber schon zum Halbjahr berichtet, als die Wartung um 21 Prozent wuchs.

Im zivilen Triebwerksbau blieb der Umsatz mit 1.619 Mio. € fast auf Vorjahreshöhe.[1] Einen Grund für die gesenkte Prognose im Seriengeschäft nennt die Mitteilung nicht. Das Militärgeschäft legte um 13 Prozent auf 472 Mio. € zu, vor allem mit den Antrieben von Eurofighter und A400M.

Warum sinkt die Marge trotz Rekordergebnis?

Im Triebwerksbau lag die bereinigte EBIT-Marge nach neun Monaten bei 30,3 Prozent, in der Instandhaltung bei 8,0 Prozent.[1] Wächst die Wartung schneller, sinkt die Konzernmarge, auch wenn jede Sparte für sich stabil bleibt.

Eine eigene Rechnung aus den Spartenzahlen zeigt die Größenordnung: Mit der Umsatzverteilung des Vorjahres käme MTU auf rund 15,2 Prozent Marge, mit der heutigen auf 14,5 Prozent. Gut die Hälfte des Rückgangs geht damit auf die Verschiebung zur Wartung zurück, der Rest auf leicht gesunkene Margen beider Sparten. Im dritten Quartal fiel die Marge im Triebwerksbau von 34,8 auf 28,6 Prozent.[1]

MTU Aero Engines nach neun Monaten 2026
Bereinigte Werte, Januar bis September, Veränderung zum Vorjahreszeitraum
7,12 Mrd. €
Umsatz, 13 Prozent mehr als nach neun Monaten 2025
+19 %
Umsatz der zivilen Instandhaltung, auf 5,11 Mrd. €
1.042 Mio. €
operatives Ergebnis (EBIT), erstmals über einer Milliarde
14,6 %
EBIT-Marge des Konzerns, nach 15,9 Prozent im Vorjahr

Wie viel vom Umsatz als Ergebnis bleibt

Triebwerksbau
30,3 Prozent EBIT-Marge (Vorjahr 31,1 Prozent)
Instandhaltung
8,0 Prozent EBIT-Marge (Vorjahr 8,3 Prozent)
Umsatzanteil
Die Instandhaltung steht für 71 Prozent des Spartenumsatzes (Vorjahr 68 Prozent)

MTU wächst in der Werkstatt, wo von jedem Euro Umsatz 8 Cent bleiben. Im Triebwerksbau sind es 30.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bleibt für das vierte Quartal und die Standorte?

Für das vierte Quartal ergibt sich aus der Prognose rechnerisch ein bereinigtes EBIT von 308 bis 408 Mio. €, MTU rechnet dabei mit 1,15 US-Dollar je Euro.[1] Die Ausgaben für Sachanlagen stiegen in neun Monaten um 82 Prozent auf 280 Mio. €, vor allem für Kapazitäten in Deutschland und im texanischen Fort Worth.

In Langenhagen bei Hannover begann MTU Maintenance am 21. Oktober einen Anbau für mehr als 100 Mio. € mit Platz für rund 200 zusätzliche Arbeitsplätze ab Ende 2028.[2] Was Ersatzteile kosten können, zeigte Anfang Oktober Lufthansa Technik, die in V2500-Triebwerke neue Verdichterschaufeln zum siebenfachen Preis einbaut.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. MTU Aero Engines AGMTU Aero Engines: erstmals über eine Milliarde Euro operatives Ergebnis nach neun Monaten (Pressemitteilung)29.10.2026
  2. MTU Aero Engines AGMTU Maintenance erweitert Kapazitäten in Hannover (Pressemitteilung)21.10.2026
  3. Reuters via BusinessDayRTX takes $3bn charge over Pratt & Whitney jet engine recall11.09.2023

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