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Der Flugzeugvermieter Avolon aus Dublin hat 140 Boeing 737 MAX und 110 Airbus-Jets fest bestellt. Bei Airbus warteten Ende September schon 9.310 Flugzeuge auf ihre Auslieferung. Fluggesellschaften, die nicht so lange warten wollen, mieten ihre Jets deshalb bei Leasinggebern, die frühe Lieferplätze besitzen.

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Avolon gab die Bestellung über 250 Flugzeuge am 9. Oktober zusammen mit den Zahlen zum dritten Quartal bekannt.[1] Gültig wird der Auftrag erst, sobald die Aktionäre von Bohai Leasing zustimmen. Der chinesische Konzern hält 70 Prozent an Avolon, die Abstimmung soll bis Ende Oktober stattfinden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Avolon bestellt 140 Boeing 737 MAX und 110 Airbus-Jets, dazu Optionen auf 100 weitere Airbus-Maschinen.
  • Im Bestellbuch stehen danach 749 Flugzeuge, mehr als die rechnerisch 593 Jets, die Avolon Ende September besaß oder verwaltete.
  • Airbus hatte Ende September 9.310 bestellte Flugzeuge noch nicht ausgeliefert.
  • Die Aktionäre von Bohai Leasing müssen dem Auftrag bis Ende Oktober zustimmen.

Was hat Avolon bei Airbus und Boeing bestellt?

Weißes Flugzeugmodell und ein oranger Etikettenspender auf weißem Hintergrund
Avolon bestellt 140 Boeing 737 MAX, 75 Airbus A320neo und 35 Airbus A330neo. Avolon-Chef sieht starke Nachfrage nach moderner Flugtechnik

Den größeren Teil bekommt Boeing mit 140 Maschinen der 737 MAX. Bei Airbus ordert Avolon 75 Jets der A320neo-Familie und 35 Großraumflugzeuge der A330neo-Familie.[1] Kaufpreis und Liefertermine nennt Avolon nicht.

„Wir sehen weiterhin eine starke Nachfrage nach Flugzeugen der neuen Technologiegeneration“, sagt Avolon-Chef Andy Cronin. Die Vereinbarungen mit beiden Herstellern sichern laut Cronin die Auslieferungen über Jahre hinaus. Schon 2023 orderte Avolon 200 Flugzeuge direkt bei den Herstellern,[2] im Juli 2025 folgten 90 Airbus-Jets, deren letzte erst 2033 kommen.[3]

Warum bestellt ein Leasinggeber Flugzeuge auf Vorrat?

Avolon fliegt nicht selbst, sondern vermietet Jets an 138 Airlines in 62 Ländern.[1] Den Wert schafft dabei der frühe Lieferplatz: Eine feste Bestellung sichert Produktionsplätze, auf die eine Fluggesellschaft sonst jahrelang warten müsste.

Airbus führte Ende September 26.615 Bestellungen und 17.305 Auslieferungen in seiner Statistik. Offen waren damit 9.310 Flugzeuge, davon 7.535 aus der A320-Familie.[4] Im Tempo der ersten neun Monate mit 547 Auslieferungen bräuchte der Hersteller für diesen Auftragsbestand fast 13 Jahre.

Avolon hat 89 Prozent der Neuflugzeuge, die in den nächsten 24 Monaten eintreffen, bereits an Airlines vergeben. Im dritten Quartal verkaufte der Konzern 29 Flugzeuge, für 112 weitere war der Verkauf vereinbart.[1] Der Vermieter verkauft also Flugzeuge in einen knappen Markt und füllt den Bestand mit Neubestellungen wieder auf.

Bei 9.310 offenen Airbus-Bestellungen ist der Lieferplatz das knappste Gut, und Avolon kauft ihn auf Vorrat.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Avolon und der Stau bei den Herstellern
Bestellung vom 9. Oktober 2026 und Airbus-Auftragsbestand Ende September
250
Flugzeuge bestellt Avolon fest, 140 bei Boeing und 110 bei Airbus
9.310
bestellte Flugzeuge hatte Airbus Ende September noch nicht ausgeliefert
fast 13 Jahre
bräuchte Airbus für diesen Bestand im Tempo der ersten neun Monate 2026
89 %
der Avolon-Neuflugzeuge für die nächsten 24 Monate sind schon an Airlines vergeben
Avolons Großbestellungen direkt beim Hersteller
2023
200 Flugzeuge von Airbus und Boeing in einem Jahr
Juli 2025
90 Airbus-Jets, die letzten kommen 2033
Oktober 2026
250 Flugzeuge fest, dazu Optionen auf 100 weitere Airbus-Jets

Was bedeutet der Engpass für Airlines und Zulieferer in Deutschland?

Airbus muss an rund 500 A321neo den Korrosionsschutz nachbessern, den ein Zulieferer mangelhaft aufgebracht hatte. Wegen eines vergessenen Werkzeugs im Höhenleitwerk verließ im Juni und Juli keine A330neo das Werk. Getriebefan-Triebwerke der A320neo müssen früher als geplant in die Werkstatt, wovon MTU Aero Engines in München profitiert.

Lufthansa plant den Sommer 2027 ohne Boeing 777-9 und hält dafür ältere A340-300 länger in Betrieb. Die 20 Boeing 737 MAX 10, die der Konzern im September zusätzlich bestellte, kommen erst Anfang der 2030er-Jahre.

Zulieferer der Luftfahrt sehen damit Arbeit für viele Jahre, den Ausschlag geben Lieferfähigkeit und Qualitätssicherung, wie der Fall der A321neo zeigt. Unternehmen mit großem Reisebudget planen besser mit den Flotten von heute als mit angekündigten Neuflugzeugen.

Quellen

[1] Avolon: „Avolon Orders 250 Airbus and Boeing Aircraft“ (09.10.2026)

[2] Avolon: „Avolon Continues to Drive Growth With Orders for Additional 140 Aircraft“ (12.12.2023)

[3] Avolon: „Avolon Orders 90 Airbus Aircraft“ (24.07.2025)

[4] Airbus: „Orders and deliveries“ (Stand 30.09.2026)

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