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Lufthansa hat für die Allegris-Kabine über 27.000 neue Sitze bestellt und rund 2,5 Milliarden Euro in die größte Produktoffensive seiner Geschichte gesteckt. Das Design steht seit Jahren, die Sitze aber hängen in der Zulassung. Verkaufen lässt sich die neue Business Class deshalb nur schleppend. Für Geschäftsreisende entscheidet genau diese Freigabe, ob der eigene Flug die neue Kabine schon an Bord hat.

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Lufthansa Allegris ist das neue Kabinenprogramm über alle vier Klassen, von der Economy bis zur abschließbaren First-Class-Suite mit Doppelbett. Das Vorhaben liefert die Schlagzeilen mit Luxus und Privatsphäre, doch die eigentliche Nachricht steht im Kleingedruckten der Sitzzulassung. Parallel rüstet der Konzern die Kabine digital auf und bringt bis 2029 mit Starlink an Bord schnelles Internet in die gesamte Flotte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lufthansa steckt rund 2,5 Milliarden Euro in die Allegris-Offensive und ersetzt über 27.000 Sitze, so viele wie nie zuvor.
  • Die neue Business Class und die First-Class-Suite kommen in mehr als 80 fabrikneue Jets vom Typ A350, Boeing 787-9 und 777-9.
  • Der eigentliche Engpass ist die Sitzzulassung: Crashtests und vier Zulieferer verzögerten das Produkt um Jahre.
  • Ab dem 26. Oktober 2026 fliegt Allegris zwischen München und Singapur, bis Ende 2026 in jedem dritten Langstreckenjet.

Was steckt in der 2,5-Milliarden-Offensive?

Ein grauer Schlafsessel mit ausgefahrener Fußstütze und einem orangen Etikett „Zulassung ausstehend“
Allegris erneuert bis 2025 Sitze, Kabinenbeleuchtung und Unterhaltungssysteme in vier Klassen der Lufthansa-Langstreckenflotte

Allegris erneuert bis 2025 nicht nur die Sitze, sondern auch Kabinenbeleuchtung und Unterhaltungssysteme über die gesamte Langstreckenflotte. Vier Klassen bekommen ein eigenes Produkt, von der Economy bis zur First-Class-Suite mit abschließbarer Tür.

Neben den Sitzen baut der Konzern den Service um. Unter dem Namen Future Onboard Experience investiert Lufthansa 2026 mehr als 70 Millionen Euro in einen neuen Bordstandard über alle Klassen, samt Personalisierung und schnellem Netz.[1] Zusammen mit dem Starlink-Ausbau in 850 Jets wird die Kabine zum vernetzten Produkt, dessen Service Lufthansa künftig personalisieren will.

Warum bremst die Zulassung das Milliardengeschäft?

Der Engpass sitzt nicht im Design, sondern in der Zertifizierung der Sitze. Jeder neue Flugzeugsitz muss harte Crashtests bestehen, und Lufthansa verteilte die zwölf Sitztypen auf vier Zulieferer. Ausgerechnet die Business-Class-Sitze des US-Herstellers Collins zogen sich durch die Zulassung, weshalb die Boeing 787-9 rund zwei Jahre mit halber Kabine flog.

Auch die neue First Class kam mit rund einem Jahr Verspätung, die ersten fünf A350 verließen das Werk ganz ohne Suite. Weil einige Jets bis heute nicht endgültig freigegeben sind, bleiben teure Plätze gesperrt und lassen sich erst nach und nach verkaufen. Jeder Monat Verzug kostet den Konzern die Premium-Aufschläge, mit denen sich Allegris am Ende rechnen soll.

Die Allegris-Kabine ist längst gebaut, verkaufen darf Lufthansa die teuren Sitze aber erst nach dem letzten bestandenen Crashtest. Ein Premiumprodukt entsteht hier nicht im Designstudio, sondern im Zulassungslabor.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was heißt das für Geschäftsreisende und den Standort?

Lufthansa setzt mit Allegris auf die zahlungskräftige Kundschaft, weil sich im mittleren Segment gegen Billigflieger und die Airlines vom Persischen Golf kaum noch Geld verdienen lässt. Andere Netzwerk-Airlines gehen denselben Weg und rüsten Business und First auf. Am Drehkreuz Frankfurt modernisiert auch der Flughafen selbst, etwa mit dem elektrischen Flugzeugschlepper auf dem Vorfeld.

Für Geschäftsreisende und Travel-Manager heißt das konkret: vor der Buchung prüfen, ob die gewählte Maschine Allegris schon führt, denn Lufthansa mischt alte und neue Kabinen im selben Streckennetz. Ende 2026 fliegt das Produkt in jedem dritten Langstreckenjet, ab dem 26. Oktober auch zwischen München und Singapur. Für die neue Suite lohnt sich der Abgleich von Flugnummer und Flugzeugtyp vor dem Kauf, ähnlich wie beim längsten Linienflug der Welt.

Allegris in Zahlen
Lufthansas Premiumoffensive zwischen Milliardeneinsatz und Zulassung.

Der Einsatz

Größte Produkt- und Serviceoffensive der Konzerngeschichte, bis 2025.

2,5 Mrd. €
Investition in Sitze, Beleuchtung und Unterhaltung
27.000+
neue Sitze, so viele wie nie zuvor bei Lufthansa
80+
fabrikneue Jets: A350, Boeing 787-9 und 777-9

Der Engpass

Die Sitzzulassung, nicht das Design, kostete die Jahre.

12
Sitztypen von vier verschiedenen Zulieferern
~2 Jahre
Verzug der Boeing 787-9 mit voller Business Class
1 Jahr
Verspätung der neuen First-Class-Suite

Der Fahrplan

Ausbau der Langstreckenflotte 2026.

jeder 3.
Langstreckenjet mit Allegris bis Ende 2026
26.10.2026
Start auf der Strecke München–Singapur

Quelle

[1] Lufthansa Group: „Lufthansa Allegris announced for the Lion City“

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