Mehr als 700 Millionen Menschen in China nutzen generative KI, hochgerechnet über die Hälfte der Bevölkerung. Das staatliche Netzwerkinformationszentrum CNNIC legte die Zahl am 29. September in Peking vor. Für Arbeitszusammenfassungen, Protokolle oder Präsentationen setzt allerdings nur knapp ein Drittel der Nutzer die Programme ein.

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Generative KI in China wächst damit langsamer als zuvor. Im ersten Halbjahr 2025 hatte sich die Nutzerzahl noch auf 515 Millionen verdoppelt.[2] In den zwölf Monaten danach kamen rund 185 Millionen hinzu, ein Plus von gut einem Drittel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut CNNIC nutzten Mitte 2026 über 700 Millionen Menschen in China generative KI, die Verbreitung lag bei über 50 Prozent.
  • 76 Prozent der Nutzer stellen der KI vor allem Fragen, Büroaufgaben wie Protokolle erledigen 32,5 Prozent damit.
  • Peking will die Verbreitung von KI-Endgeräten und KI-Agenten bis 2027 auf über 70 Prozent heben.
  • Gemessen an der Bevölkerung arbeiten in China ähnlich viele Menschen mit KI wie in der EU.

Wofür nutzen Chinas KI-Nutzer die Programme?

Stapel Sprechblasen-Icons, daneben oranger Ordner mit Aufschrift „ERLEDIGT“
76 Prozent der Nutzer befragen KI für Antworten, 47,8 Prozent bearbeiten Bilder und Videos, 37,6 Prozent erstellen Texte

Antworten auf Fragen holen sich 76 Prozent der Nutzer bei der KI, heißt es im „Bericht zur Entwicklung generativer KI-Anwendungen 2026“ des CNNIC.[1] Bilder und Videos bearbeiten 47,8 Prozent, Texte 37,6 Prozent. Erst danach folgen Arbeitszusammenfassungen, Sitzungsprotokolle und Präsentationen mit 32,5 Prozent. Die Aufrufe von KI-Assistenten und Büro-Apps stiegen laut Bericht im Jahresvergleich auf mehr als das Doppelte.

Verbreitet wird generative KI über Apps, die Chinesen ohnehin täglich öffnen und die in der Grundversion nichts kosten. ByteDance baut Doubao zum Allzweck-Agenten aus, über den Nutzer inzwischen auch Hotels buchen. Baidu meldete für seinen Büroassistenten KuKu AI 25 Millionen Nutzer, Tencent öffnete WorkBuddy für Fremdentwickler. Huawei stellt mit HarmonyOS 7 sein Smartphone-Betriebssystem auf KI-Agenten um.

Wie belastbar sind die Zahlen aus Peking?

Hochgerechnet hat das CNNIC die 700 Millionen; Rohdaten und Methodik legt die Einrichtung der Cyberspace-Behörde CAC nicht offen. Die Zahl passt zu einem politischen Ziel: Im Aktionsplan „KI+“ verlangte der Staatsrat im August 2025, dass bis 2027 über 70 Prozent und bis 2030 über 90 Prozent der Menschen KI-Endgeräte und KI-Agenten nutzen.[3]

Kapital erhielten KI-Firmen im ersten Halbjahr 2026 laut CNNIC in 1.255 Finanzierungsrunden, zusammen 250,14 Milliarden Yuan oder umgerechnet rund 32,9 Milliarden Euro zum EZB-Kurs vom 30. September. Nach sechs Monaten lag die Summe damit 82 Prozent über dem gesamten Vorjahr.

700 Millionen Nutzer belegen Reichweite, keine Produktivität. Für europäische Firmen zählt der Anteil, der mit KI tatsächlich Arbeit erledigt, und dort liegt China kaum vor der EU.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Generative KI in China im ersten Halbjahr 2026
Die wichtigsten Kennzahlen aus dem CNNIC-Bericht zur Entwicklung generativer KI-Anwendungen
über 700 Mio.
Menschen in China nutzen generative KI, hochgerechnet vom staatlichen CNNIC
über 50 %
der Bevölkerung erreicht generative KI, nach 36,5 Prozent im Juni 2025
rund 16 %
der Bevölkerung erledigen Büroaufgaben mit KI, in der EU nutzen 15,1 Prozent der 16- bis 74-Jährigen KI beruflich
rund 32,9 Mrd. €
flossen in 1.255 Finanzierungsrunden an chinesische KI-Firmen

Wofür Chinas Nutzer generative KI einsetzen

Anteil der Nutzer je Anwendung, Mehrfachnennungen möglich
Fragen beantworten lassen
76,0 %
Bilder und Videos bearbeiten
47,8 %
Texte bearbeiten
37,6 %
Zusammenfassungen, Protokolle, Präsentationen
32,5 %

Was bedeutet das für Unternehmen in der DACH-Region?

Chinas Vorsprung schrumpft, sobald nur die berufliche Nutzung zählt. Auf die Bevölkerung umgerechnet erledigen in China rund 16 Prozent der Menschen Büroaufgaben mit generativer KI. In der EU nutzten 2025 laut Eurostat 15,1 Prozent der 16- bis 74-Jährigen solche Werkzeuge beruflich, insgesamt griffen 32,7 Prozent darauf zurück.[4] Altersgrenzen und Methodik der Erhebungen unterscheiden sich, die Größenordnung stimmt trotzdem überein. Beim Personal erhöhen chinesische Konzerne dennoch das Tempo: Meituan verlangt in acht von zehn Stellenanzeigen KI-Kompetenz.

Zwei Aufgaben folgen daraus für Mittelständler. Messen Sie den KI-Einsatz an erledigten Vorgängen statt an Lizenzen oder Logins; laut Bitkom setzen vier von zehn deutschen Unternehmen KI produktiv ein. Prüfen Sie außerdem chinesische Assistenten vor dem Einsatz auf Datenflüsse, denn die Übermittlung personenbezogener Daten auf Server in China ist nach der DSGVO ein Drittlandtransfer ohne Angemessenheitsbeschluss. Seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 des AI Act Unternehmen zudem, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten zu sorgen. Welche Anbieter den Markt prägen, zeigt unsere Analyse zum KI-Chatbot-Markt 2026.

Quellen

[1] Science and Technology Daily (Keji Ribao): „我国生成式人工智能用户规模突破7亿人“ (Bericht des CNNIC, 29.09.2026)

[2] Xinhua: „我国生成式人工智能用户规模达5.15亿“ (CNNIC-Bericht 2025)

[3] Staatsrat der Volksrepublik China: „国务院关于深入实施‚人工智能+‘行动的意见“

[4] Eurostat: „32.7% of EU people used generative AI tools in 2025“

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