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Ein 71-jähriger Fußgänger ist in der Nacht zum Donnerstag auf der Interstate 80 bei Vallejo gestorben, erfasst von einem Tesla. Nach Angaben des Fahrers steuerte das Assistenzsystem FSD, die Dashcam zeigt bei rund 113 km/h noch eine Bremsung und ein Ausweichmanöver. Ob der 26-jährige Fahrer fahrlässig gehandelt hat, prüft jetzt die Polizei: Bei FSD bleibt die Verantwortung beim Menschen.

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„Trotz dieser Ausweichmanöver traf die rechte Frontpartie des Tesla die Person.“ So beschreibt die California Highway Patrol (CHP) die letzte Sekunde vor dem Aufprall, die sie auf dem Video der Bordkamera gesehen hat.[1] Der Fahrer, ein 26-Jähriger aus San Francisco, sagte den Beamten, sein Wagen sei im Modus Full Self-Driving gefahren.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Tesla hat am 22. Oktober gegen 2:35 Uhr Ortszeit auf der I-80 bei Vallejo einen 71-jährigen Fußgänger tödlich erfasst.
  • Laut Fahrer war FSD aktiv, das Video zeigt eine Bremsung und ein Ausweichen nach links.
  • Ein zweites Auto erfasste den am Boden liegenden Mann und fuhr weiter, die CHP sucht den Fahrer.
  • FSD ist ein Assistenzsystem der Stufe 2: Die Verantwortung bleibt beim Menschen, in den USA wie in Europa.

Was zeigt das Video der Bordkamera?

Schwarzes Lederlenkrad mit orangefarbenem Anhänger „Hände ans Steuer“ vor weißem Hintergrund
Tesla erfasst Mann auf Autobahn I-780 bei 113 km/h. Fußgänger lief von rechtem Seitenstreifen über Fahrbahn, wurde von zweitem Auto erfasst

Der Tesla fuhr auf der zweiten Spur in Richtung Westen, am Autobahnkreuz mit der Interstate 780, mit rund 113 km/h. Der Mann betrat die Fahrbahn vom rechten Seitenstreifen und lief quer über die Spuren zum Mittelstreifen, direkt vor das Auto.[1] Nach dem Aufprall lag er auf der Fahrbahn und wurde von einem zweiten Wagen erfasst, dessen Fahrer nicht anhielt.[2]

Der Tesla-Fahrer blieb am Unfallort und übergab den Beamten das Video.[1] Eine Anzeige bekam er laut einem CHP-Sprecher vorerst nicht, eine Anklage bleibt aber möglich, falls die Ermittlungen eine Fahrlässigkeit ergeben.[2] Ob FSD tatsächlich eingeschaltet war, hat die Polizei nicht bestätigt; Tesla äußerte sich in den bisherigen Berichten nicht.

Warum hilft eine Bremsung bei Tempo 113 kaum noch?

Nach der Faustformel aus der Fahrschule braucht ein Auto bei 113 km/h bis zum Stillstand rund 160 Meter, Reaktionsweg eingerechnet. So viel Abstand bleibt nicht, wenn ein Mensch nachts von der Seite auf die Spur tritt. Zu prüfen bleibt, ob FSD oder der Fahrer den Mann früher hätte erkennen können.

Mit einer ähnlichen Frage befasst sich die US-Verkehrsaufsicht NHTSA seit Oktober 2024. Anlass war unter anderem der Tod der 71-jährigen Johna Story, die im November 2023 in Arizona ausgestiegen war, um den Verkehr an einer Unfallstelle vorbeizuleiten. Ein Model Y mit FSD erfasste sie. Im März 2026 weitete die Behörde die Prüfung auf rund 3,2 Millionen Fahrzeuge aus. Ihr Befund: In den untersuchten Fällen bemerkte FSD erst unmittelbar vor dem Aufprall, dass die Sicht der Kameras eingeschränkt war. Mit Storys Familie hat sich Tesla inzwischen außergerichtlich geeinigt.[3]

Das System heißt Full Self-Driving, vor Gericht steht im Zweifel trotzdem der Fahrer.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Der Unfall auf der Interstate 80
Angaben der California Highway Patrol vom 22. Oktober 2026 und Stand der Zulassung in Europa
2:35 Uhr
Ortszeit ging der Notruf ein, auf der I-80 in Richtung Westen bei Vallejo
113 km/h
fuhr der Tesla laut Dashcam auf der zweiten Spur, rund 31 Meter pro Sekunde
160 m
Anhalteweg bei diesem Tempo nach der Faustformel aus der Fahrschule
3,2 Mio.
Teslas mit FSD prüft die US-Verkehrsaufsicht NHTSA seit März 2026 vertieft
8 EU-Länder
erlauben FSD Supervised, Deutschland nicht (Stand 29. September 2026)

Was bedeutet der Fall für Tesla-Fahrer in Europa?

Mindestens acht EU-Länder erlauben FSD Supervised auf Grundlage der niederländischen Typgenehmigung, Deutschland gehört nicht dazu. Über eine EU-weite Zulassung stimmen die Mitgliedstaaten nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums frühestens im Dezember ab.[4] Das Ministerium hält den Namen FSD ohnehin für etwas irreführend und hat mit Tesla die Umbenennung in Tesla Assisted Driving vereinbart.

Am Haftungsrecht ändert eine Zulassung nichts. Der Halter haftet nach dem Straßenverkehrsgesetz für Schäden, die sein Auto anderen zufügt, auch ohne Verschulden, der Fahrer ebenfalls, es sei denn, er beweist, dass ihn keine Schuld trifft.[5] Flottenbetreiber mit Teslas in den Niederlanden oder Belgien sollten deshalb in der Dienstwagenrichtlinie festhalten, wann das System eingeschaltet sein darf. Nach einem Unfall sichern Fahrer die Aufnahmen der Bordkamera am besten sofort; in Vallejo stützt sich die erste Auswertung der CHP auf genau dieses Video.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Los Angeles TimesSelf-driving Tesla hits and kills 71-year-old California pedestrian (Suhauna Hussain, 22. Oktober 2026, mit Angaben der California Highway Patrol)
  2. SFGATESF man operating self-driving Tesla hits, kills pedestrian on I-80, CHP says (Madilynne Medina)22.10.2026
  3. ElectrekTesla settles lawsuit over fatal ‚Full Self-Driving‘ pedestrian crash (Fred Lambert)26.06.2026
  4. Not a Tesla AppGermany Confirms December EU Vote on Tesla FSD Approval (Nehal Malik, 29. September 2026, mit einer Antwort des Bürgerservice im Bundesverkehrsministerium)
  5. Straßenverkehrsgesetz§ 7 Haftung des Halters und § 18 Ersatzpflicht des Fahrzeugführers

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