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Mit zehn Anleihen hat Microsoft am Donnerstag laut Bloomberg 25 Mrd. Dollar eingesammelt, umgerechnet rund 21,8 Mrd. Euro. Schwerer wiegen die Mietverträge für Rechenzentren: Unterschrieben, aber noch nicht in Kraft sind Verträge über rund 317 Mrd. Euro.

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Seine letzte große Dollar-Anleihe hatte Microsoft laut Bloomberg im Januar 2017 begeben, über rund 14,8 Mrd. Euro. Die Nachfrage lag laut Bloomberg mehr als viermal so hoch wie das Angebot.[1] Den Prospekt reichte der Konzern am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein.[2] Stand: Freitag, 30. Oktober, 2:30 Uhr. Zinssätze und Aufteilung auf die Laufzeiten von 2 bis 40 Jahren hat Microsoft noch nicht veröffentlicht, eine Stellungnahme gab es laut Bloomberg zunächst nicht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Microsoft hat laut Bloomberg rund 21,8 Mrd. Euro über zehn Anleihen aufgenommen.
  • Die Nachfrage war mehr als viermal so hoch, der Zinsaufschlag sank.
  • Ende September standen 30,9 Mrd. Euro Anleiheschulden und 61,7 Mrd. Euro Leasingschulden in der Bilanz.
  • Privatanleger in der EU können die Papiere bei der Ausgabe nicht zeichnen.

Warum leiht sich Microsoft Geld, obwohl die Kasse voll ist?

Server auf Stapel von Ordnern, orange umbunden, mit AAA-Anhänger vor weißem Grund
Microsofts Barreserven sanken auf 56,1 Mrd. Euro. Von 50,5 Mrd. Euro Geschäftsfluss investierte das Unternehmen 34,3 Mrd. Euro in Infrastruktur und gab 13,9 Mrd. Euro für Dividenden und Aktienrückkäufe aus

Ende September hielt Microsoft 56,1 Mrd. Euro an Barmitteln und kurzfristigen Wertpapieren, drei Monate zuvor waren es 66,9 Mrd. Euro.[3] Aus dem laufenden Geschäft flossen im Quartal 50,5 Mrd. Euro zu. Davon steckte der Konzern 34,3 Mrd. Euro in Rechenzentren, Server und Chips. Dividenden, Aktienrückkäufe und die Tilgung alter Anleihen kosteten zusammen weitere 13,9 Mrd. Euro.

Für Oktober bis Dezember hat Finanzchefin Amy Hood Investitionen von mehr als 43,5 Mrd. Euro angekündigt, nachdem andere Betreiber im Sommerquartal angemietete Rechenkapazität verspätet bereitgestellt hatten. Leihen kann sich Microsoft dafür günstig: Die Bestnote AAA von Moody’s und S&P teilt der Konzern unter den börsennotierten US-Firmen laut Bloomberg nur mit Johnson & Johnson. Für die Anleihe mit 40 Jahren Laufzeit sank der Renditeaufschlag gegenüber US-Staatsanleihen laut Bloomberg von anfangs bis zu 1,35 auf 1,05 Prozentpunkte.

Wo steckt die größere Verpflichtung?

Microsoft baut nicht jedes Rechenzentrum selbst, sondern mietet ganze Gebäude und Rechenleistung bei anderen Betreibern. Solche Verträge bucht der Konzern als Finanzierungsleasing, wirtschaftlich ähnlich wie einen Kredit. Ende September standen dafür 61,7 Mrd. Euro in der Bilanz, doppelt so viel wie die Anleiheschulden von 30,9 Mrd. Euro.[4]

Laut Quartalsbericht hat Microsoft weitere Mietverträge über 317 Mrd. Euro unterschrieben, vor allem für Rechenzentren. Die Verträge beginnen bis 2034 und laufen 1 bis 20 Jahre, manche hängen an Bedingungen.[4] Mit jedem Vertragsbeginn wandert ein Teil davon als Verbindlichkeit in die Bilanz.

Microsofts Schulden und Mietverträge
Stand 30. September 2026, dazu die neue Anleihe vom 29. Oktober
21,8 Mrd. €
neue Anleihen in zehn Tranchen, laut Bloomberg
30,9 Mrd. €
Anleiheschulden vor der neuen Ausgabe
61,7 Mrd. €
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
56,1 Mrd. €
Barmittel und kurzfristige Wertpapiere, Ende Juni waren es 66,9 Mrd. €
Größenvergleich der Verpflichtungen
Anleiheschulden30,9 Mrd. €
Finanzierungsleasing in der Bilanz61,7 Mrd. €
Mietverträge, unterschrieben und noch nicht in Kraft317,2 Mrd. €

Wie finanzieren die anderen Konzerne den KI-Ausbau?

Alphabet holte sich im dritten Quartal 25 Mrd. Euro über neue Anleihen und 10,8 Mrd. Euro über neue Aktien. Meta will mit neuen Aktien bis zu 83 Mrd. Euro einsammeln, weil weitere Kredite laut einem Ausschuss des Verwaltungsrats die Kreditwürdigkeit belasten könnten.

Wie teuer zu viel Fremdkapital werden kann, zeigt Oracle. S&P hat den Konzern im Juli auf BBB- herabgestuft, eine Stufe über Ramschniveau. Microsoft dagegen kommt mit Anleiheschulden an den Markt, die nur gut die Hälfte seiner Barmittel ausmachen.

Die Anleihe ist der kleinere Teil der Rechnung. Über Microsofts Bilanz entscheiden die 317 Mrd. Euro an Mietverträgen, die erst noch beginnen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet das für Anleger und Azure-Kunden?

Privatanleger in der EU können bei der Ausgabe nicht zeichnen. Microsoft hat kein Basisinformationsblatt nach der europäischen PRIIPs-Verordnung erstellt, der Prospekt schließt den Verkauf an sie deshalb aus.[2] Eine Börsennotierung ist nicht vorgesehen.

Für Azure-Kunden zählt weniger die Anleihe als die Lieferfähigkeit. Prüfen Sie bei langfristigen Verträgen, ob Rechenkapazität fest reserviert ist, denn Microsofts gemietete Rechenzentren gingen zuletzt verspätet in Betrieb.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergMicrosoft $25 Billion Blowout Bond Puts It in AI Winners’ Circle (29. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. MicrosoftPreliminary Prospectus Supplement, Form 424B2 (SEC)29.10.2026
  3. MicrosoftMicrosoft Cloud and AI strength drives first quarter results, Exhibit 99.1 zum Form 8-K (SEC)28.10.2026
  4. MicrosoftQuartalsbericht Form 10-Q zum 30. September 2026, Note 12 „Leases“ (SEC)28.10.2026

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