Artikel teilen

Mastercard steigert den Nettoumsatz im dritten Quartal um 14 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar, umgerechnet 8,5 Milliarden Euro. In Europa bezahlten Kunden mit Mastercard-Karten 922 Milliarden Euro, mehr als in den USA. Die Gebühren, die Mastercard dafür den Banken berechnet, die für Händler die Kartenzahlungen abrechnen, prüft die EU-Kommission.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen

„Wir warten nicht auf die Zukunft des Handels. Wir gestalten sie“, sagt Mastercard-Chef Michael Miebach in der Mitteilung vom Donnerstag. Der Gewinn stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 18 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro, je Aktie um 22 Prozent auf 4,59 Euro.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Mastercard setzte von Juli bis September 8,5 Milliarden Euro um, 14 Prozent mehr als vor einem Jahr.
  • Die Zusatzdienste rund um die Zahlung wuchsen um 19 Prozent, das Zahlungsnetz um 11 Prozent.
  • In Europa stieg das Zahlungsvolumen währungsbereinigt um 8,3 Prozent, in den USA um 5,9 Prozent.
  • Seit 2024 prüft die EU-Kommission, was Mastercard den Banken der Händler für das Netz berechnet.

Was meldet Mastercard für das dritte Quartal?

Einmachglas ohne Deckel füllt sich mit Münzen auf einer orangefarbenen Unterlage
Mastercard-Netz verzeichnet 2,6 Billionen Euro Zahlungsvolumen, währungsbereinigt 7 Prozent Wachstum. Grenzüberschreitende Zahlungen steigen um 11 Prozent, Transaktionen um 9 Prozent

Das Zahlungsvolumen im Mastercard-Netz lag bei 2,6 Billionen Euro, währungsbereinigt 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Grenzüberschreitende Zahlungen legten um 11 Prozent zu, die Zahl der abgewickelten Transaktionen um 9 Prozent. Die operative Marge lag bei 59,8 Prozent, Banken haben weltweit 3,8 Milliarden Karten der Marken Mastercard und Maestro ausgegeben.[1]

Europa ist nach Volumen die größte Region: 922 Milliarden Euro gegenüber 754 Milliarden Euro in den USA, verteilt auf 994 Millionen Karten. Für Rückkäufe eigener Aktien gab Mastercard im Quartal 2,6 Milliarden Euro aus, für Dividenden 664 Millionen Euro.[1]

Warum wachsen die Zusatzdienste schneller als das Netz?

Mit der Abwicklung im eigenen Zahlungsnetz verdiente Mastercard 5,0 Milliarden Euro, 11 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ein Teil davon fließt zurück: Rabatte und Anreizzahlungen, mit denen Mastercard Banken und große Händler an sich bindet, stiegen um 18 Prozent. Die Zusatzdienste rund um die Zahlung brachten 3,5 Milliarden Euro, ein Plus von 19 Prozent.[1]

Für 1,22 Milliarden Euro kaufte Mastercard im August BVNK, einen Anbieter von Technik für Stablecoins, also an den Dollar gebundene Kryptowährungen; bis zu 261 Millionen Euro kommen bei erreichten Zielen hinzu.[2] Bei Visa zeigte sich am Dienstag ein ähnliches Bild: Beratung und Zusatzdienste wuchsen um 40 Prozent.

Europa zahlt am meisten mit Mastercard
Drittes Quartal 2026, Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal
8,5 Mrd. €
Nettoumsatz, plus 14 %
3,5 Mrd. €
Zusatzdienste rund um die Zahlung, plus 19 %
5,0 Mrd. €
Umsatz mit dem Zahlungsnetz, plus 11 %
plus 18 %
Rabatte und Anreizzahlungen an Banken und Händler
Zahlungsvolumen nach Region
922 Mrd. €
Europa, währungsbereinigt plus 8,3 %, 994 Millionen Karten
754 Mrd. €
USA, plus 5,9 %, 747 Millionen Karten

Was prüft die EU-Kommission an den Netzgebühren?

Seit 2015 begrenzt eine EU-Verordnung das Entgelt, das die Bank des Karteninhabers bei jeder Zahlung erhält, auf 0,2 Prozent bei Debitkarten und 0,3 Prozent bei privaten Kreditkarten.[3] Die Systemgebühren, die Mastercard selbst von den Händlerbanken verlangt, deckelt sie nicht. Genau dazu hat die EU-Kommission 2024 Unterlagen angefordert, sie prüft mögliche Wettbewerbsverstöße. Mastercard arbeite mit der Kommission zusammen, heißt es im Quartalsbericht.[2]

Die Händlerbank reicht diese Gebühren in der Regel an den Händler weiter. Warum das Netz trotz Deckel beim Bankentgelt so profitabel bleibt, rechnet unsere Analyse des Mastercard-Geschäftsmodells vor. In den USA kosteten Vergleiche mit Händlern, die außerhalb einer Sammelklage selbst gegen Mastercard vorgegangen waren, im Quartal 64 Millionen Euro.[1]

Den Anteil der Banken hat die EU 2015 gedeckelt, den Anteil von Mastercard prüft sie erst seit 2024.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Zitat teilen

Verlangen Sie vom Zahlungsdienstleister ein Interchange-plus-plus-Modell, bei dem Bankentgelt, Systemgebühr und dessen eigener Aufschlag getrennt auf der Abrechnung stehen. Nur dann sehen Sie, was davon auf Mastercard entfällt. Zahlungen von Konto zu Konto laufen ohne Kartenorganisation, so nimmt dm die europäische Bezahl-App Wero im Onlineshop an.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Mastercard IncorporatedMastercard Incorporated Reports Third Quarter 2026 Financial Results (Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC)29.10.2026
  2. Mastercard IncorporatedForm 10-Q für das Quartal bis 30. September 2026 (Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht SEC)29.10.2026
  3. Europäisches Parlament und RatVerordnung (EU) 2015/751 über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge (Amtsblatt der EU)29.04.2015

Mehr Newshunger?

4,2 22 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?