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Die irische Zentralbank hat Coinbase Ireland mit einem Bußgeld von 3,25 Mio. Euro belegt. Das Konto, auf dem die Tochter der US-Kryptobörse das Geld ihrer Kunden sichern musste, war anderthalb Jahre lang an jedem Tag unterdeckt. Die Kontrolle darüber hatte sie der Muttergesellschaft in den USA überlassen.

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Am 2. März 2023, kurz vor dem Aus der Silvergate Bank, wies Coinbase Ireland 30 Geschäftskunden an, ihre Dollar auf ein Konto der US-Mutter Coinbase Inc. bei der Signature Bank zu überweisen. Zehn Tage später brach auch die Signature Bank zusammen.[1] Verloren ging kein Geld, doch es lag 19 Monate lang auf Konten, die nicht der irischen Tochter gehörten.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Angesetzt waren 4,65 Mio. Euro, der Vergleich senkt die Strafe um 30 Prozent. Der irische High Court muss sie noch bestätigen.
  • Von Juli 2022 bis Oktober 2024 fehlte auf dem Treuhandkonto Geld, an Spitzentagen bis zu 5,2 Mio. Euro.
  • Coinbase Ireland hat die Verstöße eingeräumt, einen Schaden für Kunden stellte die Zentralbank nicht fest.

Wie konnte das Treuhandkonto über zwei Jahre unterdeckt sein?

Zwei mit Münzen gefüllte Gläser sind über ein orangefarbenes Rohr verbunden
Coinbase Ireland gibt E-Geld aus: Kunden zahlen Fiat-Währungen ein und kaufen Kryptowerte. Kundengelder landen täglich auf segregierten Treuhandkonten bei Banken

Coinbase Ireland gibt E-Geld aus: Kunden zahlen Euro, Pfund oder Dollar ein und kaufen damit Kryptowerte. Das Geld muss spätestens am folgenden Geschäftstag auf einem getrennten Treuhandkonto bei einer Bank liegen, damit es eine Pleite des Unternehmens übersteht. Die nötige Summe errechnete ein täglicher Bericht aus dem Analysewerkzeug Looker.[1]

Im Juli 2022 änderte Coinbase die Pflege der Datentabellen, aus denen dieser Bericht schöpfte. Danach fehlten Buchungen, und der Bericht wies zu wenig aus. Vom 1. Januar 2023 bis zum 27. Juni 2024 war das Konto deshalb an jedem Tag unterdeckt, im Schnitt um 0,54 Prozent von 323 Mio. Euro (2023) und 470 Mio. Euro (2024).[1]

Warum genügte die Kontrolle durch die US-Mutter nicht?

Den täglichen Abgleich, den Bericht und das Umbuchen erledigte Coinbase Inc. in den USA. Auch die Personen, die das überwachen sollten, arbeiteten für andere Konzerngesellschaften außerhalb Irlands.[1] Eine eigene verantwortliche Person für die Sicherung benannte die Tochter erst im Dezember 2024, nach einer Prüfung der Zentralbank vor Ort.

Coinbase verwies auf die Kundenkonten im eigenen Buchungssystem und auf die US-Einlagensicherung FDIC für die Konten der Mutter. Das ließ die Zentralbank nicht gelten: Das Verbot, Kundengeld mit fremdem Geld zu vermischen, kenne keine Ausnahme.[1] Schon 2022 und 2023 hatte sie schriftlich verlangt, dass die Tochter die ausgelagerten Aufgaben enger überwacht. Weil das ausblieb, erhöhte sie die Strafe um fünf Prozent.[1]

Auslagern lässt sich die Arbeit, die Verantwortung für das Geld der Kunden bleibt in Dublin.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Coinbase Ireland und das Geld der Kunden
Was die irische Zentralbank im Vergleich vom 21. Oktober 2026 festhält
3,25 Mio. €
Bußgeld nach 30 Prozent Nachlass für den Vergleich, angesetzt waren 4,65 Mio. Euro
5,2 Mio. €
größter Fehlbetrag an einem einzelnen Tag auf dem Treuhandkonto, erreicht 2024
18 Monate
lang war das Treuhandkonto an jedem Tag unterdeckt, vom 1. Januar 2023 bis zum 27. Juni 2024
21,46 Mio. €
Bußgeld gegen die Schwester Coinbase Europe im November 2025 wegen Lücken in der Geldwäscheprüfung

Was bedeutet das für Coinbase-Kunden in Deutschland?

Coinbase Ireland bietet seine Dienste im ganzen Europäischen Wirtschaftsraum an und hat alle Kunden der früheren Coinbase Germany GmbH übernommen.[1] Ein Euro-Guthaben bei Coinbase ist damit E-Geld, keine Bankeinlage. Die gesetzliche Einlagensicherung greift nicht, geschützt ist das Geld allein durch die getrennte Verwahrung. In Deutschland verlangt Paragraf 17 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes dieselbe Trennung, beide Regeln gehen auf die E-Geld-Richtlinie der EU zurück.

Coinbase trifft damit die zweite Strafe aus Dublin binnen eines Jahres. Im November 2025 belegte die Zentralbank die Schwester Coinbase Europe mit 21,46 Mio. Euro, weil eine falsch eingestellte Geldwäscheprüfung über 30 Millionen Transaktionen nicht ordnungsgemäß überwacht hatte.[3] Den Handel mit Kryptowerten führt die Kryptobörse inzwischen über eine nach der EU-Verordnung MiCA zugelassene Gesellschaft in Luxemburg.[1]

Schwächen bei der Sicherung von Kundengeld dulde sie nicht, erklärte die Zentralbank.[2] Kunden sollten auf der Plattform nur so viel Euro liegen lassen, wie sie für anstehende Käufe brauchen. Die Mängel beim Treuhandkonto sind seit Oktober 2024 behoben.[1]

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Central Bank of IrelandSettlement Notice to Coinbase Ireland Limited, Verwaltungssanktionsverfahren, PDF21.10.2026
  2. Central Bank of IrelandThe Central Bank takes enforcement action against Coinbase Ireland22.10.2026
  3. Central Bank of IrelandEnforcement action against Coinbase Europe Limited06.11.2025

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