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Lightspark, das Bitcoin-Unternehmen des früheren PayPal-Präsidenten David Marcus, verpackt Geld in eine Datei mit der Endung .money. Der Prototyp dotMoney verschickt Testguthaben per AirDrop, E-Mail oder Link. Eine gemeinsame Bezahl-App brauchen Sender und Empfänger dafür nicht.

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Geld als Datei: Unter diesem Titel stellte Geoff Teehan am 6. Oktober im Designblog von Lightspark den Prototyp dotMoney für Mac und iPhone vor.[1] Ein Betrag landet im Finder, im Mailanhang oder auf einer SD-Karte und wechselt den Besitzer wie ein Geldschein. Echte Dollar fließen noch nicht, dotMoney läuft ausschließlich mit Testguthaben ohne Geldwert.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • dotMoney macht aus einem Betrag eine .money-Datei mit eigener kleiner Wallet.
  • Versand per Link, als Datei oder direkt von iPhone zu iPhone, einlösbar genau einmal.
  • Jede Kopie einer offenen Datei gibt Zugriff auf das Guthaben, ein Passwort fehlt.
  • Der digitale Euro soll offline ebenfalls Token direkt zwischen Geräten tauschen.

Wie funktioniert Geld als Datei?

Metallklammer auf gefaltetem hellblauen und weißem Papier mit Aufschrift „ANHANG“
dotMoney erstellt eine temporäre Wallet, überweist den Betrag ein und speichert den Schlüssel in der Datei. Die erste Einlösung leert die Wallet, weitere Kopien gehen leer aus

Beim Erstellen legt dotMoney eine temporäre Wallet an und überweist den Betrag hinein. Die Datei enthält den Schlüssel zu dieser Wallet, die erste erfolgreiche Einlösung leert sie.[2]

Kopien vervielfachen das Geld deshalb nicht, alle weiteren Exemplare gehen nach der ersten Einlösung leer aus. Bis dahin kann der Absender stornieren. Nicht abgeholte Dateien verfallen nach einer Frist, die App holt das Guthaben beim nächsten Start zurück. Die Überweisungen laufen über Spark, ein Bitcoin-Layer-2-Protokoll, das Lightspark im Oktober 2024 vorgestellt hat.[3] Als Währung dient eine Testversion des Dollar-Stablecoins USDB.

Warum ist die Datei eine Designentscheidung?

Dateien kennen Mac- und iPhone-Nutzer längst. Finder, Nachrichten, AirDrop und Mailanhang werden so ohne neue Oberfläche zum Zahlungsweg.[1]

Die Apps entstanden laut Lightspark mit einem KI-Coding-Agenten auf Basis der eigenen Dokumentation. Deutlich mehr Aufwand kostete das Testen über wechselnde Netze und abgebrochene Verbindungen hinweg. Unterwegs strich das Team die Wahl zwischen Datei und Link vor dem Erstellen und speichert neue Dateien nicht mehr automatisch auf dem Schreibtisch. Statt umgerechneter Satoshi zeigt die App inzwischen Dollarbeträge.[2]

Die Kehrseite benennt Lightspark selbst: Eine offene Datei funktioniert wie ein Geldschein, den Betrag erhält der erste Einlöser. Ein weitergeleiteter Anhang oder eine synchronisierte iCloud-Kopie genügen für den Zugriff. Für Einlösungen im Browser verwahrt der dotMoney-Dienst die Gelder selbst.

dotMoney: Geld als Datei im Überblick
Was der Prototyp von Lightspark kann und wo er an Grenzen stößt

So wandert eine Geld-Datei

3
Versandwege: Link im Browser, .money-Datei oder Übergabe von iPhone zu iPhone
1-mal
einlösbar: Die erste Einlösung leert die Wallet, Kopien gehen leer aus
0 €
Geldwert: Der Prototyp nutzt nur Testguthaben

Voraussetzungen und Grenzen

macOS 15
oder iOS 18 per TestFlight, Empfang auch im Browser ohne App
kein Passwort
schützt eine offene Datei, jede Kopie gibt Zugriff auf das Guthaben
Offline tragbar, online eingelöst: Die Datei passt auf einen USB-Stick, die Einlösung braucht eine Verbindung zum Spark-Netz. Der digitale Euro soll ab 2029 auch offline von Gerät zu Gerät funktionieren.

Bezahl-Apps verlangen eine neue Oberfläche, dotMoney nutzt Finder und AirDrop. Der digitale Euro sollte sich diese Abkürzung genau ansehen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was lernt der digitale Euro aus dotMoney?

Die Offline-Variante des digitalen Euro folgt einem ähnlichen Gedanken: Nutzer sollen Token direkt zwischen Geräten tauschen. Parlament und Rat verhandeln seit September im Trilog, die Ausgabe plant die EZB für 2029.[4]

Den wichtigsten Unterschied räumt Lightspark offen ein: Eine Datei lässt sich offline transportieren, die Einlösung braucht trotzdem eine Verbindung zum Spark-Netz. Für Händler soll die Annahme des digitalen Euro zur Pflicht werden, die Bedienung entscheidet dann über die Akzeptanz an der Kasse.

Fintechs und Agenturen, die Bezahlabläufe gestalten, finden in dotMoney vor allem ein Interaktionsmuster: Geld reist über Kanäle, die Kunden ohnehin nutzen, etwa die Teilen-Funktion, für die chinesische Hersteller gerade einen gemeinsamen Standard vereinbart haben. Nutzen beide Seiten dieselbe App wie Wero oder PayPal, bleibt der Weg dort laut Lightspark einfacher. dotMoney 0.1 läuft ab macOS 15 und iOS 18, Auszahlungen auf Bankkonten baut Lightspark noch über die eigene Plattform Grid.

Quellen

[1] Lightspark Design: „Money as a file“

[2] dotMoney: „Money that works like a file“

[3] Lightspark: „Introducing Spark“

[4] netzpolitik.org: „Digitaler Euro: Was Parlament und EU-Länder bei der Privatsphäre trennt“

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