Der Drogeriemarkt dm nimmt Wero in seinen Onlineshop auf und reiht sich hinter Lidl und Decathlon in die Liste der großen Händler ein, die auf Europas eigene Bezahl-App setzen. Ab dem 25. August zahlen Kundinnen und Kunden im dm-Onlineshop direkt vom Bankkonto, ohne Kreditkarte und ohne Umweg über einen US-Anbieter. Für Handelsentscheider steckt darin mehr als eine neue Bezahlmethode: Die europäische Zahlungsinfrastruktur gewinnt spürbar an Boden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • dm bietet Wero ab dem 25. August im Onlineshop an, zusätzlich zu Kreditkarte, Klarna, Apple Pay und PayPal.
  • Wero bucht in Echtzeit direkt von Konto zu Konto über den europäischen Standard SEPA Instant, ohne die Kartennetze von Visa und Mastercard.
  • Hinter dem Verfahren steht die European Payments Initiative, ein Verbund von 16 Banken und Zahlungsdienstleistern.
  • Nach Lidl, Rossmann und Decathlon holt mit dm die nächste Handelskette die Konto-zu-Konto-Zahlung an die Onlinekasse.

Wie funktioniert die Bezahlung mit Wero?

Einkaufswagen-Rückseite mit Sparbuch im Kartenschlitz
Wero ermöglicht Direktüberweisungen vom Kundenkonto zum Händlerkonto via SEPA Instant ohne Kartennummer

Konto zu Konto lautet das Prinzip. Wero überträgt den Betrag im Checkout direkt vom Konto der Kundschaft auf das Konto des Händlers und stützt sich dabei auf SEPA Instant, den Echtzeit-Überweisungsstandard der Eurozone.[1] Die Zahlung landet in Sekunden beim Empfänger, und es fließt keine Kartennummer über die Netze von Visa oder Mastercard.

Ein Freigabetipp genügt. Im dm-Onlineshop wählen Kundinnen und Kunden Wero, bestätigen die Zahlung in ihrer Banking-App und schließen den Kauf ab, ganz ohne Kartendaten. Getragen wird das Verfahren von der European Payments Initiative, dem Bankenverbund hinter Wero, in Deutschland von den Sparkassen bis zur Deutschen Bank.[1] Wie stark die Grundlagen des Zahlungsverkehrs über den Geschäftserfolg entscheiden, unterschätzen viele Gründer.

Warum setzen immer mehr Händler auf Wero?

Niedrigere Gebühren sind das erste Argument. Jede Karten- oder PayPal-Transaktion kostet den Händler eine Provision, die Konto-zu-Konto-Zahlung spart die Kartennetze und ihre Interbankenentgelte aus. Genau dieser Kostendruck treibt die Branche: Kürzlich fiel bei Visa der Rotstift, der Kartenriese streicht 2.600 Stellen und schichtet Mittel in neue Bezahlwege um.

Der Massenmarkt zieht nach. Seit November 2025 läuft Wero im deutschen Onlinehandel, und der Verbund zählt europaweit mehr als 46 Millionen registrierte Nutzer.[2] Den Anfang machte im Sommer der Discounter, als Lidl Wero in den Onlineshop holte. Dass dm mit Rossmann seinen direkten Wettbewerber im Wero-Feld trifft, erhöht den Druck auf jeden Shop, der die Methode noch nicht anbietet.

Wero verschafft dem Handel eine Bezahlung, die das Geld direkt zwischen zwei europäischen Konten bewegt und die Provision an die US-Kartennetze spart. dm führt vor, dass Zahlungssouveränität im Massenmarkt ankommt und nicht in Sonntagsreden stehen bleibt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Die Bewegung reicht über einzelne Ketten hinaus. Parallel baut die EZB den digitalen Euro auf, dessen Annahme für Händler zur Pflicht werden soll, und die Kreditwirtschaft rüstet die girocard für die In-App-Zahlung auf. Selbst der Softwarekonzern SAP macht die digitale Souveränität zur Chefsache. Wero ist der Baustein, der diese Idee an der Ladenkasse sichtbar macht.

Wero an der dm-Onlinekasse
Europas Konto-zu-Konto-Bezahlung in Zahlen und im Ablauf
25.08.2026
Start von Wero im dm-Onlineshop, zusätzlich zu Karte, Klarna, Apple Pay und PayPal
46 Mio.
registrierte Wero-Nutzer in Europa (Stand Ende 2025)
16
Banken und Zahlungsdienstleister tragen die European Payments Initiative
Nov 2025
seither läuft die Wero-Zahlung in deutschen Onlineshops

So läuft die Zahlung an der Kasse

Schritt 1
Im dm-Onlineshop Wero als Bezahlmethode wählen, keine Kartennummer nötig.
Schritt 2
Die Zahlung in der Banking-App oder der Wero-App freigeben.
Schritt 3
Der Betrag geht über SEPA Instant in Sekunden vom Konto zum Händler.

Was bedeutet Wero für Händler im DACH-Raum?

Eine echte Alternative steht bereit. Im Onlinehandel kostet jede Provision an die Kartennetze bare Marge, und die Konto-zu-Konto-Zahlung bietet dem Handel erstmals einen europäischen Weg, der diese Kosten senkt und den die Kundschaft bereits kennt. Der Handel löst sich damit Stück für Stück von Visa, Mastercard und PayPal, mit jedem Shop, der Wero anbietet.

Der Zeitpunkt spricht für einen Test. Händler prüfen, ob ihr Shopsystem oder ihr Payment-Dienstleister Wero schon anbindet, und beobachten die Akzeptanz an der Kasse. Die reine Reichweite von 46 Millionen Nutzern ersetzt keine Analyse, doch mit dm, Lidl und Rossmann verlässt Wero die Nische und wird für den Mittelstand zur Option auf der Prüfliste.

FAQ: Wero im dm-Onlineshop

Ab wann können Sie bei dm mit Wero bezahlen?

dm bietet Wero ab dem 25. August 2026 im Onlineshop an. Ein Funktionstest läuft, danach steht die Bezahlmethode allen Kundinnen und Kunden im dm-Onlineshop offen. Die bisherigen Optionen Kreditkarte, Klarna, Apple Pay und PayPal bleiben erhalten.

Wie funktioniert die Bezahlung mit Wero?

Wero überträgt den Betrag direkt vom Bankkonto der Kundschaft auf das Konto des Händlers, über den europäischen Echtzeit-Standard SEPA Instant. Die Zahlung wird in der Banking-App oder der Wero-App freigegeben und ist in Sekunden beim Empfänger, ohne dass eine Kartennummer über die Netze von Visa oder Mastercard läuft.

Was ist die European Payments Initiative?

Die European Payments Initiative ist ein Zusammenschluss von 16 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern, der mit Wero ein eigenes, europäisches Bezahlverfahren aufbaut. Ziel ist eine von US-Anbietern unabhängige Zahlungsinfrastruktur für den Euroraum.

Welche Händler akzeptieren Wero schon?

Wero läuft seit November 2025 im deutschen Onlinehandel. Zu den Händlern zählen unter anderem Lidl, Rossmann, Decathlon, CEWE und Hornbach. Mit dm kommt Ende August 2026 die nächste große Kette hinzu.

Quellen

[1] European Payments Initiative: „Wero unveils its e-commerce solution and announces first merchants in Germany“

[2] European Payments Initiative: „After 12 months of existence, Wero has successfully positioned itself on payments“

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