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Chinas Zentralbank erlaubt Visa, ein eigenes Netz für Kartenzahlungen in Yuan aufzubauen. Für die Vorbereitung bleibt ein Jahr, den Betrieb muss die Zentralbank danach gesondert freigeben. Mastercard brauchte für diesen zweiten Schritt fast vier Jahre.

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Für Visa in China endet eine Wartezeit von gut sechs Jahren. Im Mai 2020 hatte der Konzern bei der People’s Bank of China beantragt, eine Clearingstelle für Bankkarten aufzubauen. Am 13. Oktober 2026 kam die Zusage, vorerst nur für die Vorbereitung.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die chinesische Zentralbank genehmigt Visas Antrag, das Inlandsgeschäft vorzubereiten.
  • Visa hat ein Jahr Zeit und braucht danach eine zweite Genehmigung für den Start.
  • American Express und Mastercard haben eine Lizenz, Mastercard wartete darauf fast vier Jahre.
  • Im Euroraum wickeln internationale Kartensysteme 64 Prozent der Kartenzahlungen ab.

Was hat die chinesische Zentralbank genehmigt?

Rote Vorrichtung mit weißer Karte und orangefarbenem Anhänger
Chinas Zentralbank genehmigt Visas Antrag zur Gründung einer Yuan-Zahlungsgesellschaft für chinesische Banken und Händler mit einjähriger Vorbereitungsfrist

Die Zentralbank hat Visas Antrag auf Vorbereitung genehmigt.[1] Visa darf damit eine Gesellschaft aufbauen, die Kartenzahlungen in Yuan zwischen chinesischen Banken und Händlern verrechnet. Wie zuvor bei American Express setzt die Behörde dafür eine Frist von einem Jahr, den Betrieb gibt sie anschließend gesondert frei.

Visa-Chef Ryan McInerney spricht von einem „bedeutenden Schritt nach vorn in Visas langjährigem Engagement für China“ und dankt den Staatsführungen der USA und Chinas für eine konstruktive Beziehung. Seit mehr als 40 Jahren ist Visa im chinesischen Zahlungsverkehr aktiv. Auf Karten mit beiden Logos wickelt im Inland bislang UnionPay die Zahlungen ab, Visa verarbeitet nur die Zahlungen im Ausland.

Warum öffnet China seinen Kartenmarkt so langsam?

Lange durfte allein China UnionPay Kartenzahlungen in Yuan abwickeln. Die USA brachten dieses Monopol 2010 vor die Welthandelsorganisation, deren Panel im Juli 2012 einen Teil der Vorgaben als Verstoß gegen das Dienstleistungsabkommen GATS einstufte.[2]

Seither lässt Peking ausländische Netze einzeln und mit chinesischem Partner herein. American Express bekam die Vorbereitungszusage im November 2018 und die Lizenz im Juni 2020, über ein Gemeinschaftsunternehmen mit LianLian.[3] Mastercard wartete mit dem Partner NetsUnion von Februar 2020 bis November 2023 auf die Lizenz. Die Genehmigung kam wenige Tage nach dem Treffen von Joe Biden und Xi Jinping.

Kartenlizenzen vergibt Peking nach politischer Wetterlage. Visa bekommt nach sechs Jahren Wartezeit erst einmal ein Jahr zum Vorbereiten.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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So lange warten US-Kartennetze auf Chinas Zusage
Wartezeiten bei Chinas Zentralbank und Europas Abhängigkeit von Kartennetzen, Stand 13. Oktober 2026
19 Monate
brauchte American Express von der Vorbereitungszusage bis zur Lizenz
45 Monate
vergingen bei Mastercard zwischen Vorbereitungszusage und Lizenz
77 Monate
wartete Visa vom Antrag bis zur Vorbereitungszusage
64 %
der Kartenzahlungen im Euroraum laufen über internationale Kartensysteme
Vom WTO-Streit zur Zusage an Visa
Juli 2012WTO: Auf Klage der USA wertet ein Panel Teile des UnionPay-Monopols als Regelverstoß
Mai 2020Visa: Der Konzern beantragt den Aufbau einer Clearingstelle
Juni 2020American Express: Als erstes ausländisches Netz erhält der Konzern die Lizenz
November 2023Mastercard: Das Gemeinschaftsunternehmen mit NetsUnion bekommt die Lizenz
13. Oktober 2026Visa: Die Zentralbank genehmigt die Vorbereitung, die Betriebslizenz steht aus

Was bedeutet Visas China-Zusage für Europa?

Internationale Kartensysteme wickeln 64 Prozent der Kartenzahlungen im Euroraum ab, schrieb EZB-Präsidentin Christine Lagarde im November 2024 an das Europaparlament.[4] Gemeint sind vor allem Visa und Mastercard. Kleine Händler zahlen dafür laut Lagarde drei- bis viermal so hohe Gebühren wie große Unternehmen. Mit diesem Argument wirbt die EZB für den digitalen Euro, parallel baut die Bankeninitiative EPI die Bezahl-App Wero aus. China hat sein eigenes Netz verteidigt, Europa muss eines erst aufbauen.

Für Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich vorerst wenig:

  • Geschäftsreisende zahlen in China weiter meist per App, Tencent öffnet WeChat Pay gerade für Reisende ohne chinesische Handynummer.
  • Firmen mit Filialen oder Onlineshop in China klären mit ihrem Zahlungsdienstleister, ob die Kassen Inlandskarten von Visa abrechnen können, sobald Visa die Betriebslizenz hat.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Visa Inc.Visa Receives Approval to Begin Preparations for a Domestic Business in China
  2. WelthandelsorganisationDS413: China, Certain Measures Affecting Electronic Payment Services
  3. American ExpressAmerican Express Receives Clearance to Begin Processing Local Transactions in Mainland China
  4. Europäische ZentralbankLetter from the ECB President to Mr Auke Zijlstra, MEP, on the digital euro

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