Das Geschäftsmodell von Mastercard beginnt mit einem Rabatt: Von umgerechnet 35 Milliarden Euro Gebühren, die der Kartenkonzern 2025 für sein Netz berechnete, flossen 18 Milliarden Euro an Banken und Partner zurück. Vom restlichen Nettoumsatz blieben trotzdem knapp 58 Prozent als Betriebsgewinn. Fast den gesamten Überschuss reichte Mastercard anschließend an seine Aktionäre weiter.

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Seit dem 23. September verrechnet die US-Digitalbank SoFi ihr gesamtes Kartenprogramm über das Mastercard-Netz in einem eigenen, an den Dollar gekoppelten Stablecoin, bei einem Jahresvolumen von umgerechnet mehr als 21,9 Milliarden Euro. Die Technik für solche Abrechnungen hatte sich Mastercard mit dem Londoner Stablecoin-Spezialisten BVNK gesichert, dessen Übernahme für bis zu 1,58 Milliarden Euro am 3. August abgeschlossen wurde. Zwei Wochen vor der SoFi-Meldung reichten 978 US-Händler und Branchenverbände vor Gericht Einwände gegen den Gebührenvergleich ein, den Mastercard und Visa mit dem Handel geschlossen haben.

Die beiden Nachrichten markieren die zwei Fronten des Konzerns aus Purchase im Bundesstaat New York. Nach vorn erschließt Mastercard neue Zahlungswege, nach hinten verteidigt der Konzern ein Gebührensystem, das im zweiten Quartal 2026 umgerechnet 8,1 Milliarden Euro Nettoumsatz und eine operative Marge von 60,2 Prozent brachte. Diese Analyse zeigt, woraus die Marge der Nummer zwei unter den Kartennetzen tatsächlich entsteht, warum Mastercard jedes Jahr mehr als die Hälfte seiner Bruttogebühren zurückgibt und was das Modell für Händler und Verbraucher in Deutschland bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mastercard erzielte 2025 umgerechnet 28,8 Milliarden Euro Nettoumsatz, 57,6 Prozent davon blieben als Betriebsgewinn.
  • Von 35,1 Milliarden Euro Bruttogebühren im Zahlungsnetz gingen 18,0 Milliarden Euro als Rabatte und Anreize an Kunden zurück, vor allem an Banken.
  • Mehrwertdienste wie Betrugserkennung, Datenanalyse und Cyberabwehr liefern bereits 41 Prozent des Nettoumsatzes, 2023 waren das noch 37 Prozent.
  • Rückkäufe und Dividenden summierten sich 2025 auf 12,7 Milliarden Euro, 97 Prozent des Nettogewinns.
  • In Deutschland profitiert Mastercard vom Ende der Maestro-Karte, während mit Wero und dem digitalen Euro Zahlungswege ohne Kartennetz entstehen.

Fünf Fragen an die Nummer zwei

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Wissenstest
Wie gut kennen Sie das Geschäftsmodell von Mastercard?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Welcher Anteil seiner Bruttogebühren im Zahlungsnetz floss bei Mastercard 2025 als Rabatte und Anreize an Kunden zurück? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Von 35,1 Milliarden Euro Bruttogebühren gingen 18,0 Milliarden Euro zurück, vor allem an Banken. Die Rechnung steht im Kapitel zum Erlösmodell.
2 Unter welchem Namen gaben deutsche Banken bis 2003 die Kreditkarten aus, die über das Mastercard-Netz liefen? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Bis 2003 waren in Deutschland rund 8,8 Millionen Eurocards im Umlauf, dann verschwand die Marke zugunsten von Mastercard. Die Geschichte steht im ersten Kapitel.
3 Welchen Anteil am Nettoumsatz erreichten die Mehrwertdienste von Mastercard im ersten Halbjahr 2026? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Betrugserkennung, Datenanalyse und weitere Dienste brachten 6,4 von 15,5 Milliarden Euro. 2023 lag der Anteil noch bei 37 Prozent.
4 In welchem Land außerhalb der USA zahlte Mastercard 2025 die meisten Ertragsteuern? Aufklappen ↓
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Richtig: C. In Belgien, dem Sitz der Europazentrale in Waterloo, zahlte Mastercard 586 Millionen Euro, doppelt so viel wie in Großbritannien. Mehr dazu im Kapitel über Politik.
5 Wie viele US-Händler und Verbände reichten am 10. September 2026 Einwände gegen den Gebührenvergleich von Visa und Mastercard ein? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Die 978 Einwender halten die Entlastung für zu gering und zu kurz befristet. Über den Vergleich verhandelt das Gericht am 16. November.

Wer steckt hinter Mastercard und wie fing alles an?

Mastercard entstand 1966 in Buffalo im Bundesstaat New York als Interbank Card Association, ein Zusammenschluss von Banken rund um Karl H. Hinke von der Marine Midland Bank. Die Institute wollten der BankAmericard der Bank of America ein gemeinsames Kartensystem entgegensetzen.

Der Anstoß kam aus Kalifornien. Bank of America hatte ihre BankAmericard seit 1966 an Banken in anderen Bundesstaaten lizenziert und bestimmte als Lizenzgeberin die Regeln allein. Mehrere Regionalbanken wollten nicht zu Lizenznehmern eines Konkurrenten werden. Hinke lud Vertreter dieser Banken nach Buffalo ein, und aus dem Treffen ging die Interbank Card Association hervor, ein Verbund, der allen Mitgliedsbanken gemeinsam gehörte. Bis Ende 1967 zählte der Verbund bereits 150 Mitglieder. Von Beginn an verstand sich der Verbund als Gegenmacht zu einem Marktführer, und diese Rolle prägt Mastercard bis heute.

Den Namen lieferte eine Übernahme aus dem Westen. 1969 kombinierte die Interbank Card Association das Logo der kalifornischen Western States Bankcard Association, zwei sich überlappende Kreise in Orange und Gelb, mit dem Namen „Master Charge“, den die First National Bank of Louisville für ihre Karte nutzte. Die Karte hieß fortan „Master Charge: The Interbank Card“. Zehn Jahre später, 1979, folgte der kürzere Name MasterCard. Das Logo mit den zwei Kreisen hat alle Umbenennungen überlebt und steht heute auf 3,7 Milliarden Karten mit den Marken Mastercard und Maestro.

Europa ging lange einen eigenen Weg. Ein Mitglied der schwedischen Bankiersfamilie Wallenberg führte 1964 die Eurocard ein, ein Jahr später gründeten mehrere europäische Banken in Brüssel die Eurocard International. 1968 ging die Organisation eine Allianz mit dem amerikanischen Verbund ein: Seitdem akzeptierten die Händler beider Netze auch die Karten des jeweils anderen. In Deutschland verwalteten die Banken ihre Karten über die 1982 gegründete Gesellschaft für Zahlungssysteme in Frankfurt, die aus Eurocard Deutschland und der deutschen Eurocheque-Zentrale hervorging. Bis 2003 kamen so rund 8,8 Millionen Eurocards in deutsche Portemonnaies.

Mit dem heutigen Konzern hat die Gründungsidee wenig gemein. Die Interbank Card Association war ein Werkzeug der Banken, die über ihre Karten Kredite vergaben und an Zinsen verdienten. Mastercard vergibt heute keinen einzigen Kredit, gibt keine Karte aus und führt kein Kundenkonto. Der Konzern berechnet Gebühren für Regeln, Marke und Technik, während die Banken Kreditrisiko und Kundenbeziehung behalten. Aus einem Kreditgeschäft wurde ein Geschäft mit Nutzungsgebühren, das ohne eigenes Ausfallrisiko auskommt.

Einen engen Deutschland-Bezug hat Mastercard auch an der Spitze. Seit dem 1. Januar 2021 führt Michael Miebach den Konzern. Der Manager wurde 1968 im Allgäuer Obergünzburg geboren und studierte an der Universität Passau. Miebach begann 1994 bei der Citibank in Frankfurt, arbeitete danach bei Barclays in Deutschland und kam 2010 zu Mastercard. Als Produktchef ab 2016 trieb er Echtzeitüberweisungen, Open Banking und Cyberabwehr voran, bevor er Ajay Banga als Konzernchef nachfolgte. Mit Miebach steht ein Deutscher an der Spitze eines der wertvollsten US-Konzerne.

Auf den PunktVom Gegenverbund zum Gebührennetz
  • Start: 1966 gründeten Banken in Buffalo die Interbank Card Association als Antwort auf die BankAmericard.
  • Europa: Ab 1968 akzeptierten Eurocard und das US-Netz gegenseitig ihre Karten, in Deutschland waren 2003 rund 8,8 Millionen Eurocards im Umlauf.
  • Heute: Mastercard vergibt keine Kredite und verdient an Gebühren für Regeln, Marke und Technik.

Wie wurde aus dem Bankenverbund ein Weltkonzern?

Zwei weiße Sparschweine, verbunden durch ein orangerotes Seil, mit einem Fahrradschild
1966 schlossen sich Banken in Buffalo zusammen, um der BankAmericard ein eigenes Kartennetz entgegenzusetzen.

Zum Weltkonzern wurde Mastercard durch drei Schritte: die Fusion mit Europay im Jahr 2002, den Börsengang im Mai 2006 und eine Serie von Zukäufen seit 2017, mit denen der Konzern Technik für Echtzeitüberweisungen, Open Banking, Cyberabwehr und zuletzt Stablecoins einkaufte.

Der erste Schritt schloss die europäische Lücke. 2002 verschmolz Mastercard International mit Europay International, der Dachorganisation, die inzwischen die Eurocard führte. Die europäischen Banken brachten ihr Netz, ihre Kundschaft und die Debitmarke Maestro ein, Mastercard lieferte die weltweite Akzeptanz. Ein Jahr später gaben die deutschen Banken die Marke Eurocard auf und stellten ihre Karten auf Mastercard um. Heute stammen 57 Prozent des Nettoumsatzes aus der Berichtsregion Asien-Pazifik, Europa, Nahost und Afrika, in der Mastercard sein Europageschäft ausweist.

Der zweite Schritt war der Börsengang. Am 25. Mai 2006 platzierte Mastercard 95,5 Millionen Aktien zum Preis von umgerechnet 34,20 Euro an der New Yorker Börse. Die Banken, denen der Verbund bis dahin gehört hatte, gaben die Kontrolle ab, eine Stiftung erhielt einen großen Aktienblock, und die Gewinne standen fortan den Aktionären zu. Der Zeitpunkt hatte Gründe: Händler klagten in den USA gegen die Gebühren, die der Bankenverbund gemeinsam festlegte. Eine Aktiengesellschaft mit eigenem Vorstand konnte sich gegen den Vorwurf eines Bankenkartells besser verteidigen als ein Verbund, in dem die Banken selbst die Preise bestimmten.

Visa ging zwei Jahre später an die Börse. Seitdem stehen sich zwei Konzerne mit fast identischem Modell gegenüber, die in den meisten Ländern gemeinsam den Kartenmarkt beherrschen. Mastercard blieb dabei stets die kleinere Marke. Der Nettoumsatz stieg von umgerechnet 22,0 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 28,8 Milliarden Euro im Jahr 2025. Mit rund 39.800 Beschäftigten erwirtschaftete Mastercard 2025 einen Nettogewinn von umgerechnet 13,1 Milliarden Euro, rund 330.000 Euro je Beschäftigten.

Der dritte Schritt begann 2017 und hält bis heute an. Mastercard kaufte Unternehmen, deren Technik über die Karte hinausreicht: 2017 für umgerechnet rund 813 Millionen Euro 92,4 Prozent am britischen Echtzeit-Betreiber Vocalink, 2020 für 723 Millionen Euro den Open-Banking-Anbieter Finicity, 2021 für 2,85 Milliarden Euro das Überweisungsgeschäft der dänischen Nets, im selben Jahr den Identitätsprüfer Ekata. 2024 folgte für 2,32 Milliarden Euro der Cyberabwehr-Spezialist Recorded Future. Mit Vocalink, Finicity und Nets sicherte sich der Konzern einen Zugang zu Zahlungen, die ohne Karte ablaufen, und damit ein Standbein für den Fall, dass die Karte an Bedeutung verliert.

Den bislang größten Schritt in Richtung Digitalgeld machte Mastercard im März 2026. Der Konzern vereinbarte den Kauf des Londoner Stablecoin-Dienstleisters BVNK für bis zu 1,58 Milliarden Euro, darunter 263 Millionen Euro an erfolgsabhängigen Zahlungen. Laut CNBC hatte BVNK zuvor Gespräche mit der Kryptobörse Coinbase über einen Verkauf abgebrochen. Mit dem Abschluss am 3. August besitzt Mastercard eine Plattform, die Zahlungen in herkömmlichen Währungen und in Stablecoins in mehr als 130 Ländern verknüpft, und die Grundlage für das SoFi-Programm.

Vom Bankenverbund zum Konzern
Neun Stationen, die Mastercard geprägt haben
Gründung, Fusionen, Börsengang und Zukäufe von 1966 bis 2026, Beträge in Euro umgerechnet.
  • 1966

    Banken gründen in Buffalo die Interbank Card Association

    Gegenentwurf zur BankAmericard, Ende 1967 bereits 150 Mitglieder

  • 1968

    Allianz mit der europäischen Eurocard

    gegenseitige Akzeptanz in Europa und den USA

  • 1969 und 1979

    Aus Master Charge wird MasterCard

    das Logo mit den zwei Kreisen bleibt

  • 2002

    Fusion mit Europay International

    2003 verschwindet die Marke Eurocard in Deutschland

  • 2006

    Börsengang in New York

    95,5 Mio. Aktien zu je 34,20 €

  • 2017 bis 2021

    Vocalink, Finicity, Nets-Überweisungsgeschäft, Ekata

    Echtzeitzahlungen, Open Banking, Identitätsprüfung

  • 2021

    Michael Miebach aus dem Allgäu wird Konzernchef

    Nachfolger von Ajay Banga

  • 2024

    Kauf von Recorded Future

    2,32 Mrd. € für Cyberabwehr

  • 2026

    BVNK übernommen, SoFi rechnet in Stablecoins ab

    bis zu 1,58 Mrd. € Kaufpreis, 21,9 Mrd. € Jahresvolumen bei SoFi

Wie verdient Mastercard tatsächlich sein Geld?

Münzen fallen aus einem Wasserhahn mit einem „Rabatt“-Schild in ein Glas
Wie beim Brauereidarlehen zahlt Mastercard Banken Anreize, damit das eigene Netz auf die Karte kommt.

Mastercard verdient an Gebühren, die Banken und Zahlungsabwickler für jede Zahlung über das Netz entrichten, und an Zusatzdiensten wie Betrugserkennung und Datenanalyse. 2025 ergab das umgerechnet 28,8 Milliarden Euro Nettoumsatz, nachdem 18 Milliarden Euro Rabatte an Kunden abgezogen waren.

Vier Gebühren und ein Rabatt größer als der Rest

Mastercard weist seinen Umsatz in zwei Blöcken aus. Das Zahlungsnetz brachte 2025 netto 17,1 Milliarden Euro, die Mehrwertdienste 11,7 Milliarden Euro. Hinter der Netto-Zahl für das Netz stehen vier Gebührenarten, die der Konzern im Geschäftsbericht einzeln beziffert: Inlandsgebühren von 9,7 Milliarden Euro für Zahlungen im Land der Karte, Auslandsgebühren von 10,5 Milliarden Euro für grenzüberschreitende Zahlungen, Abwicklungsgebühren von 14,0 Milliarden Euro für das Freigeben, Verrechnen und Abrechnen jeder Transaktion sowie sonstige Netzgebühren von 0,9 Milliarden Euro. Zusammen ergibt das 35,1 Milliarden Euro Bruttogebühren.

Davon zieht Mastercard 18,0 Milliarden Euro ab, also 51 Prozent der Bruttogebühren, die als Rabatte und Anreize an Kunden zurückfließen, vor allem an kartenausgebende Banken. Der Rabatt ist damit größer als der gesamte Nettoumsatz des Zahlungsnetzes. Im zweiten Quartal 2026 wuchs dieser Posten um 22 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so schnell wie der Nettoumsatz des Netzes, der um 10 Prozent zulegte. Mastercard begründet den Anstieg im Quartalsbericht mit höheren Volumina sowie mit neuen und verlängerten Verträgen. Wir lesen diesen Posten als den Preis, den Mastercard für seine Marktmacht zahlt: Der Konzern bezahlt die Banken dafür, dass das eigene Logo auf der Karte steht und nicht das von Visa.

Erlöskette 2025
Wie aus 35,1 Mrd. € Gebühren 16,6 Mrd. € Betriebsgewinn werden
Bruttogebühren des Zahlungsnetzes, Rabatte an Kunden, Mehrwertdienste und Betriebsgewinn im Geschäftsjahr 2025.
  • Inlandsgebühren9,7 Mrd. €
  • Auslandsgebühren10,5 Mrd. €
  • Abwicklungsgebühren14,0 Mrd. €
  • Sonstige Netzgebühren0,9 Mrd. €
  • Bruttogebühren Netz35,1 Mrd. €
  • Rabatte und Anreize an Kundenminus 18,0 Mrd. €
  • Nettoumsatz Zahlungsnetz17,1 Mrd. €
  • Mehrwertdienste11,7 Mrd. €
  • Nettoumsatz gesamt28,8 Mrd. €
  • Betriebsgewinn16,6 Mrd. €

Gemessen am Zahlungsvolumen fallen die Beträge winzig aus. Über Karten mit Mastercard-Logo liefen 2025 Zahlungen von umgerechnet 9,3 Billionen Euro. Je 100 Euro berechnete der Konzern im Schnitt rund 38 Cent Bruttogebühren, gab 19 Cent davon an Kunden zurück und nahm mit den Mehrwertdiensten zusammen 31 Cent netto ein. Die Hälfte des Volumens entfiel auf Debit- und Prepaidkarten, 37 Prozent auf private Kreditkarten und 13 Prozent auf Firmenkarten. Für die Abwicklung von 175,5 Milliarden Transaktionen stellte Mastercard 14,0 Milliarden Euro in Rechnung, knapp 8 Cent je Transaktion.

Postenje 100 € ZahlungsvolumenSumme 2025
Bruttogebühren des Zahlungsnetzes38 Cent35,1 Mrd. €
Rabatte und Anreize an Kundenminus 19 Centminus 18,0 Mrd. €
Nettoumsatz Zahlungsnetz18 Cent17,1 Mrd. €
Mehrwertdienste13 Cent11,7 Mrd. €
Nettoumsatz gesamt31 Cent28,8 Mrd. €
Betriebsgewinn18 Cent16,6 Mrd. €
Was Mastercard an 100 Euro Kartenumsatz verdient, Durchschnitt über alle Länder und Kartenarten. Quelle: Mastercard Inc., Form 10-K 2025, eigene Berechnung; Rundungsdifferenzen möglich. Beträge in Euro, Umrechnung nach EZB-Referenzkurs vom 25.09.2026.

Das Geld im Kleingedruckten

Besonders einträglich ist eine Gebühr, die Kunden selten sehen: die Auslandsgebühr. Mit 10,5 Milliarden Euro brachte diese Gebühr 2025 mehr ein als alle Inlandsgebühren zusammen, obwohl der weitaus größte Teil der Kartenzahlungen im Heimatland der Karte stattfindet. Auslandsgebühren stiegen 2025 um 18 Prozent, Inlandsgebühren nur um 8 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 legten die Auslandsgebühren sogar um 21 Prozent zu, während das grenzüberschreitende Volumen um 12 Prozent wuchs. Jede Urlaubsreise, jeder Einkauf in einem Onlineshop im Ausland und jede Währungsumrechnung spült überproportional viel Geld in die Kasse.

Die zweite versteckte Quelle bilden die Mehrwertdienste. Der Geschäftsbericht fasst darunter Sicherheitslösungen, Dienste zur Kundengewinnung und Kundenbindung, Markt- und Geschäftsanalysen, digitale Identitätsprüfung sowie Abwicklungs- und Gateway-Dienste zusammen. Banken kaufen viele dieser Produkte als Paket zum Kartenprogramm hinzu. Im zweiten Quartal 2026 wuchsen die Mehrwertdienste um 20 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, doppelt so schnell wie das Netz. Der Quartalsbericht nennt dabei ausdrücklich auch Preiserhöhungen als Wachstumstreiber.

Was die Daten wert sind

Aus jeder der 175,5 Milliarden Transaktionen entsteht ein Datensatz: Betrag, Händler, Ort, Uhrzeit, Kartentyp und ob die Zahlung freigegeben wurde. Mastercard verkauft Auswertungen dieser Daten in anonymisierter und zusammengefasster Form an Banken, Händler und Regierungen. Die Betrugserkennung bewertet jede Zahlung in Echtzeit mit einem Risikowert, den die Bank für ihre Freigabe nutzt. 2025 startete der Konzern mit Mastercard Commerce Media ein eigenes Werbenetz, das Händlern gezieltere Anzeigen auf Grundlage von Transaktionsdaten verspricht.

In der Bilanz taucht der Wert dieser Daten nicht auf. Die immateriellen Vermögenswerte ohne Firmenwert standen Mitte 2026 bei 4,8 Milliarden Euro und stammen aus Zukäufen und selbst entwickelter Software. Der Datenbestand aus Jahrzehnten Kartenverkehr, auf dem Betrugserkennung, Werbenetz und Marktanalysen aufbauen, erscheint dagegen mit null Euro. Mit dem Kauf von Recorded Future kam 2024 eine zweite Datenquelle hinzu: Informationen über Cyberangriffe, die Mastercard seit 2025 mit den eigenen Zahlungsdaten zu einem Frühwarndienst für Banken kombiniert.

57,6 Cent Betriebsgewinn je Euro

Getrennte Margen für Netz und Dienste veröffentlicht Mastercard nicht, der Konzern berichtet als ein einziges Segment. Die Gesamtrechnung spricht trotzdem eine klare Sprache: Von 28,8 Milliarden Euro Nettoumsatz blieben 2025 16,6 Milliarden Euro als Betriebsgewinn, eine operative Marge von 57,6 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 stieg die operative Marge auf 60,2 Prozent. Ein Industriekonzern bräuchte für einen vergleichbaren Überschuss Fabriken, Lager und Material, auf die Mastercard verzichten kann.

Einzelne Asymmetrien lassen sich dennoch ablesen. Die Abwicklung einer Zahlung verursacht Rechenzentrums- und Leitungskosten, die bei jeder weiteren Transaktion kaum steigen. Die Auslandsgebühr dagegen richtet sich nach dem Betrag und nicht nach dem Aufwand. Eine Zahlung über 1.000 Euro in einem Hotel im Ausland kostet das Netz technisch kaum mehr als die Zahlung für einen Kaffee zu 3 Euro, bringt aber ein Vielfaches an Gebühren. Gebühren, die am Volumen hängen, bilden deshalb den Margenkern des Modells.

Umsatzmix im Wandel
Die Dienste holen das Netz ein
Anteil von Zahlungsnetz und Mehrwertdiensten am Nettoumsatz von Mastercard.
ZahlungsnetzMehrwertdienste
202363 %37 %Nettoumsatz 22,0 Mrd. €, Dienste 8,1 Mrd. €
202461,5 %38,5 %Nettoumsatz 24,7 Mrd. €, Dienste 9,5 Mrd. €
202559,4 %40,6 %Nettoumsatz 28,8 Mrd. €, Dienste 11,7 Mrd. €
1. Hj. 202658,8 %41,2 %Nettoumsatz 15,5 Mrd. €, Dienste 6,4 Mrd. €

Rabatte als Brauereidarlehen

Die 18 Milliarden Euro an Rabatten funktionieren wie ein Brauereidarlehen in der deutschen Gastronomie. Die Brauerei finanziert dem Wirt die Zapfanlage und die Einrichtung, der Wirt verpflichtet sich im Gegenzug, jahrelang nur ihr Bier auszuschenken. Mastercard zahlt Banken ebenso Geld dafür, dass die Institute ihre Kunden über mehrere Jahre mit Mastercard-Karten ausstatten. Einen Teil zahlt der Konzern vorab und verteilt ihn über die Vertragslaufzeit, 2025 buchte Mastercard auf diese Weise 1,8 Milliarden Euro an früher gezahlten Anreizen als Aufwand. Bezahlt wird der Rabatt aus den Gebühren, die über die Karten der Bank später wieder hereinkommen.

Eine zweite Quersubventionierung verläuft außerhalb der Mastercard-Bilanz. In den USA finanzieren die Banken aus der hohen Interchange auf Kreditkartenzahlungen Meilen, Cashback und Bonuspunkte. Kunden mit Premiumkarten bekommen so einen Teil der Händlergebühren zurück, während Barzahler dieselben Preise ohne jeden Bonus zahlen. Ökonomen der Federal Reserve Bank of Boston haben diese Umverteilung von Barzahlern zu Kartenzahlern schon 2010 beschrieben. Über die Netzgebühren verdient Mastercard an jeder dieser Kartenzahlungen mit.

Ein Netz, das mit jeder Karte wertvoller wird

Der Wert des Netzes wächst mit jeder Karte und jedem Händler, die hinzukommen. Ende 2025 waren 3,39 Milliarden Karten mit Mastercard-Logo im Umlauf, ohne Maestro und Cirrus gerechnet: 2,13 Milliarden Debit- und Prepaidkarten, 1,08 Milliarden private Kreditkarten und 174 Millionen Firmenkarten. Je mehr Karten im Umlauf sind, desto mehr Händler akzeptieren die Marke, und je mehr Händler akzeptieren, desto attraktiver wird die Karte für Banken und Kunden. Die Kosten des Netzes wachsen dagegen deutlich langsamer als der Umsatz: Von 2024 auf 2025 stieg die operative Marge von 55,3 auf 57,6 Prozent.

Wohin sich das Modell verschiebt

Der Umsatzmix hat sich in drei Jahren spürbar verschoben. 2023 kamen 37 Prozent des Nettoumsatzes aus Mehrwertdiensten, im ersten Halbjahr 2026 waren das bereits 41,2 Prozent. Neu hinzugekommen sind Erlöse aus Cyberabwehr, Identitätsprüfung und Open Banking, also Diensten, die auch bei Zahlungen abseits des Kartennetzes Geld bringen. Zugleich hängt der Konzern an wenigen Großkunden: Auf die fünf größten Kunden entfielen 2025 6,1 Milliarden Euro, 21 Prozent des Nettoumsatzes.

Die strategische Richtung zeigt der Einstieg in Stablecoins. Seit Juni 2026 bietet Mastercard Banken und Partnern an, Kartenzahlungen in Stablecoins abzurechnen, SoFi ist seit dem 23. September der erste Großkunde, der sein komplettes Kartenprogramm darauf umgestellt hat. SoFi-Chef Anthony Noto betonte bei der Vorstellung, beide Unternehmen hätten die Abrechnung in sechs Monaten von der Idee zum fertigen Produkt gebracht. Für Mastercard bleibt die Kartenzahlung dabei unverändert, nur die Verrechnung zwischen Bank und Netz läuft über die Blockchain, und die Gebühren fließen weiter.

Auf den PunktDrei Mechanismen erzeugen die Marge
  • Auslandsgebühren: 10,5 Mrd. € aus grenzüberschreitenden Zahlungen, mehr als alle Inlandsgebühren zusammen.
  • Rabatte: Vorauszahlungen an die Banken sichern die Kartenportfolios wie ein Brauereidarlehen, refinanziert aus späteren Gebühren.
  • Dienste: Betrugserkennung, Daten und Cyberabwehr liefern 41 Prozent des Umsatzes und wachsen doppelt so schnell.

Wie groß ist die Marktmacht von Mastercard?

Zwei Holz-Schachkönige, einer davon kleiner und mit
Gemeinsam mit Visa wickelt Mastercard im Euroraum rund zwei Drittel aller Kartenzahlungen ab.

Außerhalb Chinas ist Mastercard hinter Visa das zweitgrößte Kartennetz der Welt. Gemeinsam mit Visa wickelt der Konzern im Euroraum rund zwei Drittel aller Kartenzahlungen ab, in den USA laufen die meisten Kartenzahlungen über eines der beiden Netze.

Die Rangfolge zwischen den beiden Konzernen ist eindeutig. Nach Zahlen des Branchendienstes Nilson Report erreichten Karten mit Visa-Logo in den USA 2025 ein Kaufvolumen von umgerechnet 6,2 Billionen Euro, Karten mit Mastercard-Logo 2,6 Billionen Euro. Vom gemeinsamen Volumen beider Netze entfiel damit knapp 30 Prozent auf Mastercard. Weltweit wickelten die sechs großen Netze 2025 zusammen 828 Milliarden Kartenkäufe ab, 40,76 Prozent davon über Visa. Die chinesische UnionPay ist vor allem im Heimatmarkt stark, American Express, JCB und Discover bleiben international deutlich kleiner.

Die eigentliche Macht liegt im Doppelpack. In fast jedem Land der Welt akzeptieren Händler beide Netze, und fast jede Bank gibt Karten eines der beiden aus. Das restliche Drittel der Kartenzahlungen im Euroraum decken vor allem nationale Systeme wie die deutsche girocard ab, wie Bloomberg im Zusammenhang mit der laufenden EU-Prüfung berichtete. Für Händler ergibt sich daraus eine einfache Rechnung: Ein Geschäft, das beide Marken ablehnt, verliert den Großteil der Kartenkunden, und ein Geschäft, das nur eine Marke annimmt, verprellt die Kundschaft der anderen.

Der Wettbewerb zwischen Visa und Mastercard findet fast ausschließlich auf der Seite der Banken statt. Beide Konzerne werben um Kartenportfolios mit Rabatten, Anreizen und Dienstleistungspaketen, und große Banken wechseln gelegentlich das Netz. Um die Händler dagegen konkurrieren die beiden Netze kaum über den Preis, weil Händler die Karte ihrer Kunden nicht auswählen. Mastercard selbst nennt im Geschäftsbericht den Preisdruck durch große Kunden als Risiko und meint damit die Rückzahlungen an die Banken, nicht die Händlergebühren.

Den Wechsel erschweren Verträge und Technik gleichermaßen. Eine Bank, die von Mastercard zu Visa wechselt, muss Millionen Karten neu ausgeben, Systeme umstellen und oft vorab erhaltene Anreize zurückzahlen. Für Händler gilt in den USA bislang die Regel, alle Kreditkarten einer Marke anzunehmen, auch die teuren Premiumkarten mit hoher Interchange. Erst der Vergleich mit den Händlern, über den das Gericht im November entscheidet, würde diese Annahmepflicht für bestimmte Kartentypen lockern.

Diese Stellung beschäftigt Behörden auf beiden Seiten des Atlantiks. Die EU-Kommission verhängte 2019 eine Geldbuße von 570,6 Millionen Euro, weil Mastercard Händlern den Zugang zu günstigeren Abwicklern im EU-Ausland versperrt hatte. Seit 2024 prüft die Kommission die Gebühren, die Mastercard und Visa den Abwicklern der Händler berechnen. In den USA verlangt das Justizministerium von Mastercard Unterlagen zum Debitgeschäft, und Mastercard erklärt, mit der Behörde zu kooperieren. Die britische Zahlungsaufsicht PSR stellte 2025 fest, dass beide Netze ihre Kerngebühren von 2017 bis 2023 real um mehr als 25 Prozent erhöht hatten, ohne dass Händler ausweichen konnten.

Auf den PunktZweiter Platz, doppelte Macht
  • Rang: In den USA entfallen knapp 30 Prozent des gemeinsamen Volumens von Visa und Mastercard auf Mastercard.
  • Doppelpack: Im Euroraum laufen rund zwei Drittel der Kartenzahlungen über die beiden Netze.
  • Wettbewerb: Die Netze konkurrieren um Banken, kaum aber über die Gebühren der Händler.

Wer ist bei Mastercard eigentlich das Produkt?

Schlüssel mit orangefarbenem Anhänger
Mastercard verkauft den Zugang zu den Karteninhabern der Banken, die Rechnung zahlen die Händler.

Bei Mastercard ist die Kundenbeziehung der Bank das eigentliche Produkt. Der Konzern kauft sich mit Rabatten den Zugang zu den Karteninhabern einer Bank und verkauft diesen Zugang über die Abwickler an Händler, die ohne das Netz keine Kartenzahlung dieser Kunden annehmen können.

Die zahlenden Kunden von Mastercard sind Banken und Zahlungsabwickler, keine Verbraucher. Die kartenausgebende Bank, der sogenannte Issuer, entrichtet Gebühren für ihre Karten und die Transaktionen ihrer Kunden. Der Abwickler auf Händlerseite, der Acquirer, zahlt für jede Zahlung, die er für einen Händler annimmt. Dem Karteninhaber stellt Mastercard nie direkt eine Rechnung, der Kunde kennt den Konzern nur als Logo auf seiner Karte.

Aus Sicht des Verbrauchers wirkt das Modell kostenlos, und genau darin liegt seine Stärke. Die Gebühren tauchen auf keinem Kontoauszug auf, weil der Händler dafür aufkommt und die Kosten in seine Preise einrechnet. Sichtbar werden die Kosten nur bei Zahlungen im Ausland, falls die Bank ein Auslandseinsatzentgelt verlangt, in dem auch die Auslandsgebühr des Netzes steckt.

Die Händler bilden die Seite des Modells mit der geringsten Verhandlungsmacht. Ein Händler wählt weder die Karte seiner Kunden noch das Netz, über das die Zahlung läuft, und kann in der EU keinen Aufschlag für Verbraucherkarten verlangen. Selbst große Plattformen kommen am Kartennetz nicht vorbei: PayPal reicht knapp 0,9 Prozent seines Zahlungsvolumens als Transaktionskosten an Banken, Kartennetze und Abwickler weiter. Apple Pay und Google Pay hinterlegen die Mastercard-Karte des Kunden und leiten die Zahlung am Ende über dasselbe Netz.

Der Karteninhaber liefert zusätzlich einen Rohstoff, für den er nichts erhält: seine Zahlungsdaten. Jede Transaktion speist Betrugserkennung, Marktanalysen und das neue Werbenetz des Konzerns. Mastercard betont, die Daten verantwortungsvoll und in geschützter Form zu nutzen, in Europa unterliegt die Verarbeitung der Datenschutz-Grundverordnung. Wirtschaftlich bleibt der Befund trotzdem eindeutig: Aus dem Verhalten von Milliarden Karteninhabern entstehen Dienste, die Mastercard an Banken und Händler verkauft.

Die Banken wiederum spielen eine Doppelrolle. Als Kunden zahlen die Institute Gebühren an Mastercard, als Partner erhalten die Banken Interchange von den Händlern und Rabatte vom Netz. Mit Einnahmen auf beiden Seiten der Zahlung haben die Institute wenig Anlass, das System infrage zu stellen. Die Kasse der Händler finanziert so beide Seiten der Allianz, das Netz und die Banken.

Auf den PunktZugang als Ware
  • Kunden: Mastercard stellt Banken und Abwicklern Rechnungen, nie den Karteninhabern.
  • Händler: Die Händler wählen weder Karte noch Netz und dürfen in der EU keinen Aufschlag verlangen.
  • Daten: Zahlungsdaten der Karteninhaber speisen Betrugserkennung, Analysen und Werbung.

Was kostet eine Mastercard-Zahlung wirklich, und wer trägt die Kosten?

Kuchen auf Platte mit orangefarbenen Fähnchen „NETZ“, „BANK“, „ABWICKLER“ und Spruchplakette
Bank, Netz und Abwickler teilen sich die Gebühr einer Kartenzahlung, bezahlt über den Warenpreis.

Eine Mastercard-Zahlung kostet einen Händler in Deutschland die gedeckelte Interchange von höchstens 0,2 Prozent bei Debit- und 0,3 Prozent bei Kreditkarten, dazu Netzgebühren und die Marge des Abwicklers. Am Ende zahlen alle Kunden über den Warenpreis mit, auch die Barzahler.

Die Gebühr, die ein Händler zahlt, setzt sich aus drei Teilen zusammen. Den ersten Posten bildet die Interchange für die Bank des Kunden, die in der EU seit 2015 für private Karten gedeckelt ist. Hinzu kommen die Netzgebühren, die Mastercard den Banken und Abwicklern berechnet und die keinem Deckel unterliegen. Den dritten Teil bildet die frei verhandelte Marge des Abwicklers, der die Zahlung für den Händler annimmt und ihm den Betrag gutschreibt.

Onlinehändler sehen diese Bestandteile oft gar nicht. Zahlungsdienstleister wie Stripe bündeln Interchange, Netzgebühren und eigene Marge zu einem Pauschalpreis je Transaktion. Genau diese Bündelung kritisierte die britische Aufsicht PSR: Händler erhielten keine klare Auskunft darüber, welcher Teil der Kosten beim Netz landet. Eine Gebühr, die niemand einzeln sieht, verhandelt auch niemand gezielt herunter, und davon profitiert vor allem das Netz im Hintergrund.

In den USA fällt die Rechnung deutlich teurer aus. Die Interchange für Kreditkarten von Visa und Mastercard lag dort 2025 im Schnitt bei 2,36 Prozent, fast achtmal so hoch wie der europäische Deckel. US-Händler zahlten 2025 laut Nilson Report umgerechnet rund 174 Milliarden Euro an Kartengebühren. Der Vergleich, den Mastercard und Visa mit den Händlern geschlossen haben, würde die Interchange für Kreditkarten fünf Jahre lang um 0,1 Prozentpunkte senken und den Satz für normale Verbraucherkarten acht Jahre lang auf 1,25 Prozent begrenzen.

Wofür Mastercard das eingenommene Geld selbst ausgibt, zeigt die folgende Aufstellung der Kosten je 100 Euro Nettoumsatz.

Kostenbestandteilje 100 € NettoumsatzBetrag 2025
Allgemeine Verwaltung, Personal, Technik und Datenverarbeitung34,50 €9,9 Mrd. €
Abschreibungen3,50 €1,0 Mrd. €
Werbung und Marketing2,80 €0,8 Mrd. €
Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten1,50 €0,4 Mrd. €
Betriebsgewinn57,60 €16,6 Mrd. €
Kostenstruktur von Mastercard im Geschäftsjahr 2025. Quelle: Mastercard Inc., Form 10-K 2025, eigene Berechnung; Rundungsdifferenzen möglich. Beträge in Euro, Umrechnung nach EZB-Referenzkurs vom 25.09.2026.

Die Aufstellung zeigt ein Unternehmen mit schlanker Kostenbasis. Der größte Kostenblock umfasst Personal, Rechenzentren, Datenverarbeitung und Beratung, zusammen 34,50 Euro je 100 Euro Nettoumsatz. Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten fielen 2025 mit 0,4 Milliarden Euro vergleichsweise niedrig aus, 2024 lagen die Rückstellungen noch bei 0,6 Milliarden Euro.

Die Last der Gebühren verteilt sich ungleich. Händler zahlen die Gebühren zunächst, geben die Kosten aber über die Preise an alle Kunden weiter. In der EU verbietet das Recht einen Aufschlag für private Debit- und Kreditkarten, sodass Barzahler und Kartenzahler denselben Preis sehen. Erhöhungen der Netzgebühren erreichen die Händler über den Abwickler meist schnell, Senkungen durch Regulierung kommen bei den Kunden kaum an, weil sich Ladenpreise selten um Bruchteile eines Prozents bewegen.

Auf den PunktDrei Teile, eine Rechnung
  • Interchange: In der EU gedeckelt auf 0,2 und 0,3 Prozent, in den USA im Schnitt 2,36 Prozent.
  • Netzgebühren: Die Netzgebühren unterliegen keinem Deckel und bleiben für Händler kaum sichtbar.
  • Kostenträger: Alle Kunden über den Warenpreis, Barzahler eingeschlossen.

Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Waage mit Geld für
2025 flossen 97 Prozent des Nettogewinns über Rückkäufe und Dividenden an die Aktionäre.

Am stärksten profitieren die Aktionäre von Mastercard, die 2025 über Rückkäufe und Dividenden 12,7 Milliarden Euro erhielten, 97 Prozent des Nettogewinns. Die Kosten landen bei Händlern und über die Preise bei allen Kunden, besonders bei denen, die bar zahlen.

Mastercard gibt fast jeden verdienten Euro an seine Eigentümer weiter. 2025 kaufte der Konzern 21,1 Millionen eigene Aktien für umgerechnet 10,3 Milliarden Euro zurück und zahlte 2,4 Milliarden Euro Dividende. Im ersten Halbjahr 2026 folgten weitere 4,3 Milliarden Euro für Rückkäufe. Von 1,406 Milliarden jemals ausgegebenen Aktien waren Mitte 2026 nur noch 871 Millionen im Umlauf, 38 Prozent hat Mastercard seit dem Börsengang wieder eingesammelt.

Die Folge steht in der Bilanz. Bei einer Bilanzsumme von 50,6 Milliarden Euro wies Mastercard Mitte 2026 nur 4,9 Milliarden Euro Eigenkapital aus. Die Rückkäufe vieler Jahre haben das Eigenkapital fast aufgezehrt: Ende 2024 standen eigene Aktien zum Kaufpreis von 62,6 Milliarden Euro in den Büchern. Einen Teil der Rückkäufe finanziert Mastercard mit Anleihen, die langfristigen Schulden stiegen im ersten Halbjahr 2026 von 16,0 auf 19,5 Milliarden Euro. Möglich macht das ein operativer Mittelzufluss von 15,5 Milliarden Euro im Jahr 2025, der sich so verlässlich wiederholt wie eine Gebühr.

GruppeRolle im ModellBilanz
AktionäreEigentümerGewinner: 12,7 Mrd. € Rückkäufe und Dividenden 2025
Große BankenKartenausgabe, KreditvergabeGewinner: Interchange plus Anteil an 18,0 Mrd. € Rabatten
Mastercard FoundationGroßaktionär mit mehr als 5 Prozent der StimmrechteGewinner: Dividenden für Stiftungsprogramme
ZahlungsabwicklerAnnahme für HändlerGewinner mit Einschränkung: Marge unter Preisdruck
Kleine HändlerZahlen das HändlerentgeltVerlierer: kaum Verhandlungsmacht, kein Aufschlag erlaubt
BarzahlerNutzen keine KarteVerlierer: zahlen Kartengebühren über den Preis mit
Britische VerbraucherKläger im Fall MerricksTeilentschädigung: Vergleich über 232 Mio. € statt geforderter 16 Mrd. €
Gewinner und Verlierer des Mastercard-Modells. Quellen: Mastercard Inc., Form 10-K 2025 und Form 10-Q zum 30.06.2026; Law Gazette. Beträge in Euro, Umrechnung nach EZB-Referenzkurs vom 25.09.2026.

Wie wenig die Verlierer zurückbekommen, zeigt ein Fall aus Großbritannien. Im Streit um die Interchange-Gebühren in Großbritannien hatte der frühere Ombudsmann Walter Merricks im Namen von rund 44 Millionen Verbrauchern mehr als 16 Milliarden Euro Schadenersatz gefordert, gestützt auf eine Entscheidung der EU-Kommission aus dem Jahr 2007. 2025 genehmigte das Competition Appeal Tribunal einen Vergleich über 232 Millionen Euro, einzelne Verbraucher können mit 52 bis 81 Euro rechnen. Die Summe entsprach rund 1,4 Prozent des Betriebsgewinns, den Mastercard allein 2025 erzielte.

Die Standorte des Konzerns merken vom Erfolg vergleichsweise wenig. Mastercard betreibt seine Zentrale in Purchase bei New York, das wichtigste Technikzentrum in O’Fallon in Missouri und die Europazentrale im belgischen Waterloo, doch 70 Prozent der 39.800 Beschäftigten arbeiten außerhalb der USA, verteilt auf mehr als 90 Länder. Anfang 2026 buchte Mastercard 177 Millionen Euro für einen Umbau der Organisation. Die Gewinne des Modells fließen an die Aktionäre, nicht in die Region, in der das Netz betrieben wird.

Mastercard kauft sich seine Banken jedes Jahr neu, 2025 für 18 Milliarden Euro. Bezahlt wird diese Prämie an jeder Ladenkasse, und mit Wero haben Europas Händler erstmals ein grenzüberschreitendes Werkzeug in der Hand, um die Prämie zu umgehen.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Wie politisch ist Mastercard?

Offener weißer Koffer mit Briefumschlägen, Froschfigur und Schild „BRÜSSEL“ im Deckel
In Brüssel meldete Mastercard für 2025 Lobbykosten zwischen 800.000 und 899.999 Euro.

Mastercard ist ein zutiefst politischer Konzern, weil Parlamente, Gerichte und Kartellbehörden über die Höhe fast jeder Gebühr im Netz mitentscheiden. Der Konzern lobbyiert in Washington und Brüssel, verhandelt Vergleiche mit Händlern und zahlt außerhalb der USA die meisten Steuern in Belgien.

In Washington kämpft die Branche seit Jahren gegen ein einziges Gesetz. Der Credit Card Competition Act der Senatoren Dick Durbin und Roger Marshall würde große US-Banken verpflichten, auf ihren Kreditkarten neben Visa oder Mastercard ein zweites Netz freizuschalten, über das Händler günstiger abrechnen könnten. Laut einer Auswertung des Magazins Forbes vom Juli 2026 haben Kartennetze, Großbanken und ihre Verbände seit 2023 umgerechnet rund 175 Millionen Euro aufgewendet, um solche Reformen zu verhindern. Mastercard ist Teil dieser Allianz, die sich in Washington als Electronic Payments Coalition organisiert.

In Brüssel tritt der Konzern bescheidener auf, zumindest auf dem Papier. Für 2025 meldete Mastercard Europe im EU-Transparenzregister Lobbykosten zwischen 800.000 und 899.999 Euro, bei 2,75 Vollzeitstellen. Einen Großteil davon zahlte der Konzern an die Beratungsfirma FTI Consulting, die mit 700.000 bis 799.999 Euro verzeichnet ist. Zwischen Dezember 2014 und Dezember 2024 trafen Vertreter des Konzerns laut der Plattform LobbyFacts 98-mal Kommissare, Kabinettsmitglieder oder Generaldirektoren der EU-Kommission. Zudem sitzt Mastercard in der Expertengruppe der Kommission zum Markt für Zahlungssysteme.

Bei den Steuern führt die Spur nach Belgien. Im Jahr 2025 zahlte Mastercard weltweit 2,65 Milliarden Euro an Ertragsteuern, davon 1,19 Milliarden Euro an den US-Bund. Mit 586 Millionen Euro folgte Belgien, wo die Europazentrale in Waterloo sitzt, vor Großbritannien mit 289 Millionen Euro und Brasilien mit 147 Millionen Euro. Die effektive Steuerquote stieg 2025 auf 19,4 Prozent, nach 15,6 Prozent im Vorjahr. Deutschland taucht in der Aufstellung nicht gesondert auf, der Konzern fasst die Zahlungen aller übrigen Länder in einem Sammelposten zusammen.

Steuern und Einfluss
Wo Mastercard 2,65 Mrd. € Ertragsteuern zahlte
Gezahlte Ertragsteuern 2025 nach Ländern, dazu die gemeldeten Lobbyzahlen in Brüssel und Washington.

USA, Bundesebene

1,19 Mrd. €

45 Prozent der Zahlungen

Belgien

586 Mio. €

Sitz der Europazentrale

Großbritannien

289 Mio. €

Sitz von Vocalink

Brasilien

147 Mio. €

wichtigster Markt in Lateinamerika

US-Bundesstaaten und übrige Länder

434 Mio. €

einzeln nicht ausgewiesen

Brüssel 2025

800.000 bis 899.999 €

gemeldete Lobbykosten, 2,75 Vollzeitstellen, 98 Treffen mit der Kommissionsspitze 2014 bis 2024

Washington seit 2023

rund 175 Mio. €

Ausgaben von Kartennetzen, Großbanken und Verbänden gegen Reformen der Kartengebühren

Vor Gericht ficht Mastercard derzeit den größten Streit seiner Geschichte aus. Seit 2005 klagen US-Händler gegen die Interchange-Regeln von Visa und Mastercard, ein erster Vergleich scheiterte, ein zweiter wurde 2024 von einer Richterin abgelehnt. Die überarbeitete Fassung erhielt am 9. Juni 2026 die vorläufige Zustimmung von Richter Brian Cogan in New York. Am 10. September legten 978 Händler und Verbände Einwände ein und forderten, den Vergleich zu verwerfen. Laut dem Fachdienst Merchant Fraud Journal kritisieren die Einwender, die Entlastung sei vorübergehend und gering, während die Netze eine weitreichende Immunität gegen künftige Klagen erhielten.

Wir halten die Einwände für berechtigt. Eine Senkung um 0,1 Prozentpunkte für fünf Jahre entlastet Händler kaum, solange die Netzgebühren selbst unangetastet bleiben und neue Gebühren möglich sind. Für Mastercard wäre der Vergleich dagegen ein gutes Geschäft: Der Konzern kauft sich Ruhe vor Klagen, die seit zwei Jahrzehnten Rückstellungen und Anwaltskosten verursachen. Am 16. November entscheidet das Gericht in einer Anhörung über die Genehmigung.

VerfahrenStand im September 2026Streitpunkt
Sammelklage der US-HändlerVergleich vorläufig genehmigt am 09.06.2026, 978 Einwände, Anhörung am 16.11.2026Interchange und Annahmeregeln bei Kreditkarten
US-JustizministeriumAuskunftsverlangen zum Debitgeschäft, Mastercard kooperiertWettbewerb im US-Debitmarkt
EU-Kommission, Prüfung seit 2024Auskunftsersuchen an MastercardNetzgebühren gegenüber Abwicklern
Payment Systems Regulator, GroßbritannienAbschlussbericht 2025, Auflagen zur TransparenzAnstieg der Kerngebühren um mehr als 25 Prozent real
Merricks gegen Mastercard, GroßbritannienVergleich über 232 Mio. € genehmigt 2025Interchange von 1992 bis 2008
Credit Card Competition Act, US-KongressGesetzentwurf, Lobbykampf der Branchezweites Netz auf Kreditkarten großer Banken
Die wichtigsten Verfahren rund um Mastercard. Quellen: Mastercard Inc., Form 10-K 2025; American Banker; Merchant Fraud Journal; Payment Systems Regulator; Law Gazette. Beträge in Euro, Umrechnung nach EZB-Referenzkurs vom 25.09.2026.

In Europa hat die Politik die Kartennetze bereits mehrfach an die Leine gelegt. 2007 untersagte die EU-Kommission die damaligen grenzüberschreitenden Interchange-Sätze von Mastercard, der Europäische Gerichtshof bestätigte die Entscheidung 2014. Seit 2015 deckelt die EU-Verordnung über Interbankenentgelte die Interchange für Verbraucherkarten. 2019 verpflichteten sich Mastercard und Visa, die Entgelte für Zahlungen mit Karten aus Nicht-EU-Ländern im Onlinehandel auf höchstens 1,15 Prozent bei Debit- und 1,5 Prozent bei Kreditkarten zu senken. Die laufende Prüfung der Netzgebühren zielt auf den Teil der Kette, den diese Regeln bislang ausgespart haben.

Öffentlich präsentiert sich Mastercard als Technologie- und Sicherheitskonzern, nicht als Gebühreneintreiber. Die Werbekampagne „Priceless“ verbindet die Marke seit den späten 1990er-Jahren mit Erlebnissen, und der Geschäftsbericht betont Betrugsabwehr, Cybersicherheit und finanzielle Teilhabe. Für die deutsche Debatte ist ein anderer Punkt wichtiger: Die EZB und europäische Banken begründen den digitalen Euro und Wero ausdrücklich mit der Abhängigkeit von amerikanischen Kartennetzen. Ausgerechnet ein Deutscher führt den Konzern, von dessen Netz sich Europa unabhängiger machen will.

Auf den PunktGebühren sind Politik
  • Washington: Rund 175 Mio. € gaben Netze und Banken seit 2023 gegen Gebührenreformen aus.
  • Gericht: Über den Vergleich mit den US-Händlern entscheidet Richter Cogan am 16. November.
  • Steuern: Nach den USA zahlt Mastercard die meisten Ertragsteuern in Belgien.

Was könnte Mastercard zu Fall bringen?

Modelleisenbahnweiche mit weißem Unterbau auf weißem Grund. Oben rechts ein oranges Feld mit der Aufschrift „DIREKT“. Unten links ein rotes Symbol einer zeigenden Hand mit Pfeil
Echtzeitüberweisungen wie Wero leiten Zahlungen am Kartennetz vorbei.

Gefährlich werden Mastercard vor allem Zahlungswege, die das Kartennetz umgehen: Echtzeitüberweisungen wie Wero, staatliche Systeme wie der digitale Euro und langfristig Stablecoins. Hinzu kommen Gerichte und Gesetze, die die Gebühren direkt angreifen. Kurzfristig ist keines dieser Risiken existenziell.

Das greifbarste Risiko wächst in Europa. Der Sparkassen-Dienstleister S-Payment meldete am 10. September 10 Millionen Wero-Nutzer in Deutschland und 60 Millionen in Europa. Wero überträgt Geld direkt von Konto zu Konto über die SEPA-Echtzeitüberweisung, ohne Interchange und ohne Gebühr eines Kartennetzes. Jeder Einkauf per Wero fällt aus der Gebührenkette von Mastercard heraus. Wie weit dieser Weg führen kann, zeigen Indien mit UPI und Brasilien mit Pix, wo staatlich gestützte Echtzeitsysteme den Alltag der digitalen Zahlungen prägen.

Stablecoins bilden die zweite Front, und hier hat sich Mastercard bereits abgesichert. Sollten Unternehmen und Verbraucher künftig direkt in digitalen Dollar oder Euro bezahlen, bräuchten diese Zahlungen kein Kartennetz mehr. Mit BVNK und der Abrechnung für SoFi versucht der Konzern, die neue Technik in das eigene Netz zu holen, bevor die Technik das Netz ersetzt. Wie gut die Strategie aufgeht, hängt von einer offenen Frage ab: Werden Stablecoins vor allem zur Abrechnung zwischen Banken genutzt oder direkt an der Kasse?

Ein drittes Risiko entsteht an der Kundenschnittstelle. Apple kontrolliert mit Apple Pay den Moment der Zahlung auf dem iPhone und hat die NFC-Schnittstelle 2024 auf Druck der EU-Kommission auch für andere Bezahl-Apps geöffnet. Bezahlen künftig KI-Agenten im Auftrag der Kunden, bestimmt der Anbieter des Agenten die Zahlart. Mastercard reklamiert für sich, als erstes Netz eine Funktion für agentisches Bezahlen gestartet zu haben. Der Wettlauf um diese Schnittstelle entscheidet, ob Mastercard auch künftig an jeder Zahlung beteiligt ist.

Die übrigen Risiken liegen in der Struktur des Geschäfts. Wechselte einer der fünf Großkunden zu Visa, entstünde eine spürbare Lücke im Umsatz. Ein Scheitern des US-Vergleichs könnte einen Prozess mit ungewissem Ausgang auslösen, ein Erfolg des Credit Card Competition Act die Gebühren in den USA unter Druck setzen. Als schwarze Schwäne gelten ein längerer Ausfall des Netzes durch einen Cyberangriff und geopolitische Brüche wie 2022, als Mastercard sein Geschäft in Russland aussetzen musste.

Risiko-Matrix
Fünf Gefahren für das Mastercard-Modell
Einschätzung der Redaktion: Wahrscheinlichkeit bis 2031 und mögliche Wirkung auf die Gebühren.

Wero und Echtzeitüberweisung

Wahrscheinlichkeit
Wirkung

10 Mio. Nutzer in Deutschland, keine Netzgebühr

US-Gebührenrecht

Wahrscheinlichkeit
Wirkung

Vergleich, Einwände, Gesetz für ein zweites Netz

Stablecoins an der Kasse

Wahrscheinlichkeit
Wirkung

Zahlung ohne Kartennetz, BVNK als Absicherung

Wallets und KI-Agenten

Wahrscheinlichkeit
Wirkung

Wer die Schnittstelle besitzt, wählt die Zahlart

Abhängigkeit von Großkunden

Wahrscheinlichkeit
Wirkung

Top 5 Kunden liefern 21 Prozent des Umsatzes

Für die kommenden fünf Jahre halten wir drei Szenarien für realistisch. Im günstigsten Fall wird der US-Vergleich genehmigt, Stablecoins laufen über das eigene Netz, und die Mehrwertdienste wachsen weiter zweistellig. Im mittleren Szenario gewinnen Wero und der digitale Euro in Europa spürbar Anteile im Onlinehandel, Mastercard wächst langsamer, bleibt aber hochprofitabel. Im ungünstigsten Fall scheitert der Vergleich, der Kongress erzwingt ein zweites Netz auf Kreditkarten, und Europa baut ein eigenes Zahlungssystem für den gesamten Handel auf.

Selbst im ungünstigsten Szenario verschwindet das Modell nicht, weil Mastercard Zahlungen in mehr als 150 Währungen abwickelt, verteilt auf über 220 Länder und Gebiete. Für internationale Reisen, Firmenkarten und Onlinekäufe im Ausland steht kaum ein anderes Netz bereit. Wahrscheinlicher ist eine schleichende Verschiebung, bei der die Marge im Inlandsgeschäft sinkt und die Dienste den Ausfall teilweise auffangen. Auf dieses Szenario zielen die Zukäufe der vergangenen neun Jahre.

Auf den PunktSchleichend statt plötzlich
  • Umgehung: Wero, digitaler Euro und Stablecoins greifen das Netz selbst an.
  • Absicherung: Mit BVNK, Vocalink und Nets verdient Mastercard auch an Zahlungen ohne Karte.
  • Szenario: Wahrscheinlich ist eine sinkende Marge im Inland, kein Zusammenbruch.

Was bedeutet Mastercard für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Weißes Portemonnaie mit Frage auf orangefarbenem Zettel: GIROCARD ODER DEBIT?
Nach dem Ende von Maestro stellen viele deutsche Banken auf die Debit Mastercard um.

Für deutsche Verbraucher wird die Debit Mastercard gerade zur Standardkarte fürs Girokonto, weil viele Banken nach dem Ende von Maestro auf die Debit Mastercard umstellen. Deutsche Händler zahlen dafür gedeckelte, aber schwer durchschaubare Gebühren und sollten Alternativen wie girocard und Wero aktiv nutzen.

Die Karte hat den deutschen Handel erobert. Nach der EHI-Studie Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026 liefen 2025 bereits 65,1 Prozent des Einzelhandelsumsatzes über Karten. Die girocard bleibt mit 40,5 Prozent der wichtigste Weg, internationale Debitkarten von Visa und Mastercard erreichten 9,4 Prozent, Kreditkarten 8,2 Prozent. Die Bundesbank ermittelte für 2025, dass erstmals 55 Prozent aller Alltagszahlungen bargeldlos abliefen. Für Mastercard öffnet sich damit ein Markt, der lange als Hochburg des Bargelds galt.

Den Schub hat Mastercard selbst ausgelöst. Im Juli 2023 stellte der Konzern die Ausgabe neuer Maestro-Karten ein, die jahrzehntelang als Zusatzfunktion auf der girocard für Zahlungen im Ausland dienten. Viele Banken ersetzten Maestro durch eine Debit Mastercard oder eine Visa Debitkarte, direkt auf der girocard oder als eigene Karte. Aus unserer Sicht war das Maestro-Aus der klügste Schachzug des Konzerns in Deutschland: Mastercard gab eine schwach bepreiste Zusatzfunktion auf und brachte die Banken zu einer vollwertigen Debitkarte, die online, im Ausland und an fast jeder Kasse funktioniert und entsprechend höhere Gebühren einbringt.

Der aktuelle Aufhänger betrifft deutsche Leser nur mittelbar. Der US-Vergleich gilt für amerikanische Händler, und die Stablecoin-Abrechnung von SoFi läuft zwischen einer US-Bank und dem Netz. Für deutsche Händler zählt eine andere Entwicklung: Sollte sich die Abrechnung in Stablecoins durchsetzen, könnte Mastercard grenzüberschreitende Zahlungen schneller verrechnen, ohne dass sich an den Gebühren für den Händler etwas ändert. Die Einsparung bleibt dann beim Netz und bei den Banken.

Szenario bis Herbst 2027EntwicklungFolgen für Deutschland
OptimistischWero wächst im Onlinehandel, die EU-Prüfung der Netzgebühren endet mit TransparenzauflagenMehr Wettbewerb bei Gebühren, Händler gewinnen Verhandlungsmacht
RealistischDebit Mastercard und Visa Debit gewinnen weiter Anteile von der girocard, Gebühren bleiben stabilKaum spürbare Änderungen für Verbraucher, leicht steigende Kosten für Händler
PessimistischNetzgebühren steigen weiter, Wero bleibt eine Nischenlösung, der digitale Euro verzögert sichWachsende Abhängigkeit von zwei US-Netzen, höhere Kosten im Handel
Szenarien der Redaktion für Deutschland bis Herbst 2027. Grundlage: EHI Retail Institute 2026, Deutsche Bundesbank, S-Payment, Mastercard Inc.

Für Händler lohnt ein genauer Blick auf die Abrechnung des Zahlungsdienstleisters. Eine aufgeschlüsselte Abrechnung zeigt, welcher Anteil auf die Interchange, welcher auf die Netzgebühren und welcher auf die Marge des Abwicklers entfällt. Parallel sollten Händler prüfen, ob sich girocard und Wero an der Kasse und im Onlineshop als günstigere Alternativen anbieten lassen. Softwareanbieter und Fintechs, die auf Mastercard-Schnittstellen aufbauen, sollten ihr Risiko auf mehrere Zahlungswege verteilen.

Verbraucher behalten mit girocard, Debit Mastercard und Wero die Wahl, welcher Weg eine Zahlung nimmt. Bei Zahlungen im Ausland prüfen Verbraucher am besten das Auslandseinsatzentgelt der eigenen Bank, und am Terminal sollten Kunden die Umrechnung in Euro durch den Händler ablehnen, weil die Direktumrechnung oft teurer ist als die Umrechnung durch das Netz. An Zahlungen im Ausland verdient Mastercard über die Auslandsgebühr in jedem Fall mit.

Offen bleibt, ob Handel und Politik Wero und den digitalen Euro schnell genug zu einer echten Alternative machen, bevor sich deutsche Kunden an die Debit Mastercard als Standard gewöhnt haben. Mastercard hat in Deutschland die bessere Ausgangslage, Europa dagegen die besseren Argumente.

Auf den PunktWas deutsche Leser jetzt tun können
  • Händler: Abrechnung aufschlüsseln lassen und girocard sowie Wero als günstigere Wege anbieten.
  • Verbraucher: Im Ausland die Umrechnung am Terminal ablehnen und das Auslandsentgelt der Bank prüfen.
  • Fintechs: Nicht allein auf ein Kartennetz bauen.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum Mastercard-Geschäftsmodell

Ein offenes Buch mit leeren weißen Seiten und einem Lesezeichen mit orangefarbenem Reiter und Text
Von Acquirer bis Vierparteiensystem: die wichtigsten Begriffe zum Geschäftsmodell von Mastercard.

Account-to-Account-Zahlung

Account-to-Account-Zahlung: Zahlung, bei der Geld direkt vom Konto des Zahlers auf das Konto des Empfängers fließt, meist per Echtzeitüberweisung. Ein Kartennetz ist dafür nicht nötig. Beispiele sind Wero in Europa, UPI in Indien und Pix in Brasilien. Mastercard betreibt mit Vocalink selbst Infrastruktur für solche Zahlungen.

Acquirer

Acquirer: Zahlungsabwickler, der für Händler Kartenzahlungen annimmt und ihnen den Betrag gutschreibt. Der Acquirer berechnet dem Händler das Händlerentgelt, zahlt daraus Interchange und Netzgebühren und behält eine eigene Marge. Bekannte Beispiele sind Adyen, Stripe oder die Zahlungstöchter großer Banken.

Aktienrückkauf

Aktienrückkauf: Ein Unternehmen kauft eigene Aktien an der Börse zurück und verringert so die Zahl der umlaufenden Papiere. Der Gewinn verteilt sich danach auf weniger Aktien, der Gewinn je Aktie steigt. Mastercard gab 2025 umgerechnet 10,3 Milliarden Euro für Rückkäufe aus, mehr als das Vierfache der Dividende.

Clearing und Settlement

Clearing und Settlement: Die beiden Schritte nach der Freigabe einer Kartenzahlung. Beim Clearing tauschen Bank des Kunden und Acquirer die Transaktionsdaten aus, beim Settlement fließt das Geld zwischen den Banken. Mastercard übernimmt beide Schritte als Vermittler und berechnet dafür Abwicklungsgebühren.

Cross-Border-Gebühr

Cross-Border-Gebühr: Gebühr, die ein Kartennetz für Zahlungen berechnet, bei denen Karte und Händler aus verschiedenen Ländern stammen. Die Höhe richtet sich nach dem Betrag. Bei Mastercard wuchsen diese Auslandsgebühren 2025 um 18 Prozent auf brutto 10,5 Milliarden Euro.

Interchange

Interchange (Interbankenentgelt): Gebühr, die bei jeder Kartenzahlung vom Acquirer an die Bank des Karteninhabers fließt. Das Kartennetz legt die Sätze fest, behält die Interchange aber nicht selbst. In der EU ist die Interchange für Verbraucherkarten auf 0,2 Prozent bei Debit- und 0,3 Prozent bei Kreditkarten begrenzt.

Issuer

Issuer: Bank oder Finanzdienstleister, der Karten an Kunden ausgibt, das Konto führt, bei Kreditkarten den Kredit gewährt und jede Zahlung freigibt. Der Issuer erhält die Interchange und von Mastercard häufig zusätzliche Anreize für die Wahl des Netzes.

Kundenanreize

Kundenanreize (Rebates and Incentives): Zahlungen und Rabatte, die ein Kartennetz Banken, Händlern oder Partnern gewährt, um Kartenprogramme zu gewinnen oder zu halten. Mastercard zieht diese Beträge direkt vom Umsatz ab. 2025 machten die Kundenanreize 51 Prozent der Bruttogebühren im Zahlungsnetz aus.

Mehrwertdienste

Mehrwertdienste (Value-added Services and Solutions): Leistungen eines Kartennetzes jenseits der reinen Zahlungsabwicklung, etwa Betrugserkennung, Identitätsprüfung, Datenanalysen, Beratung und Cyberabwehr. Bei Mastercard wachsen die Mehrwertdienste seit Jahren schneller als das Zahlungsnetz.

Netzwerkeffekt

Netzwerkeffekt: Ein Produkt wird für jeden Nutzer wertvoller, je mehr andere Nutzer dasselbe Produkt verwenden. Bei Kartennetzen wirkt der Effekt auf zwei Seiten, bei Karteninhabern und bei Händlern. Neue Wettbewerber müssen deshalb beide Seiten gleichzeitig gewinnen.

Open Banking

Open Banking: Zugang von Drittanbietern zu Kontodaten und Zahlungsfunktionen einer Bank über gesicherte Schnittstellen, mit Einwilligung des Kunden. In der EU regelt die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 diesen Zugang. Mastercard kaufte 2020 den US-Anbieter Finicity, um solche Dienste anzubieten.

Operative Marge

Operative Marge: Anteil des Betriebsgewinns am Umsatz, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern je Euro Umsatz. Die Kennzahl zeigt, wie viel ein Unternehmen aus seinem Kerngeschäft herausholt. Mastercard erreichte 2025 eine operative Marge von 57,6 Prozent, im zweiten Quartal 2026 von 60,2 Prozent.

Stablecoin

Stablecoin: Digitale Münze auf einer Blockchain, deren Wert an eine staatliche Währung gekoppelt ist, meist an den Dollar. Der Herausgeber hinterlegt dafür Reserven, etwa Bargeld oder Staatsanleihen. Stablecoins können Zahlungen rund um die Uhr und ohne klassische Bankverrechnung abwickeln.

Vierparteiensystem

Vierparteiensystem: Aufbau offener Kartennetze wie Mastercard und Visa, bei dem Karteninhaber, Issuer, Händler und Acquirer über ein zentrales Netz verbunden sind. Anders als in einem Dreiparteiensystem wie American Express gibt das Netz selbst keine Karten aus und vergibt keine Kredite.

FAQ: Mastercard Geschäftsmodell

Stufenpodest mit orangefarbenem Fragezeichen und Aufschrift „FAQ“ vor weißem Hintergrund
Häufige Fragen zu Gebühren, Maestro, Stablecoins und Debitkarten bei Mastercard.

Wie verdient Mastercard Geld, obwohl der Konzern keine Karten ausgibt?

Mastercard berechnet Banken und Zahlungsabwicklern Gebühren für Zahlungen im Inland, für grenzüberschreitende Zahlungen und für die Abwicklung jeder Transaktion. Hinzu kommen Zusatzdienste wie Betrugserkennung und Datenanalyse. 2025 ergab das umgerechnet 28,8 Milliarden Euro Nettoumsatz, 57,6 Prozent davon blieben als Betriebsgewinn.

Was unterscheidet Mastercard von Visa?

Beide Konzerne betreiben offene Kartennetze nach demselben Prinzip und geben selbst keine Karten aus. Visa ist deutlich größer, in den USA entfallen rund 70 Prozent des gemeinsamen Kartenvolumens auf Visa. Mastercard ist in Europa durch die frühere Eurocard und die Maestro-Karte traditionell stark verankert.

Was kostet eine Mastercard-Zahlung einen Händler in Deutschland?

Die Interchange für die Bank des Kunden beträgt bei privaten Kreditkarten höchstens 0,3 Prozent und bei Debitkarten höchstens 0,2 Prozent. Hinzu kommen die Netzgebühren von Mastercard und die Marge des Zahlungsabwicklers. Firmenkarten und Karten aus Ländern außerhalb der EU sind teurer.

Was ist aus der Maestro-Karte geworden?

Mastercard gibt seit Juli 2023 keine neuen Maestro-Karten mehr aus. Bestehende Karten bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum gültig. Viele deutsche Banken ersetzen Maestro durch eine Debit Mastercard oder eine Visa Debitkarte, oft direkt kombiniert mit der girocard.

Warum kauft Mastercard Stablecoin-Firmen?

Stablecoins könnten Zahlungen künftig am Kartennetz vorbeileiten. Mastercard kaufte deshalb 2026 den Stablecoin-Dienstleister BVNK für bis zu 1,58 Milliarden Euro und bietet Banken die Abrechnung in Stablecoins an. Als erster Großkunde rechnet die US-Bank SoFi seit September 2026 ihr gesamtes Kartenprogramm so ab.

Ist eine Debit Mastercard ein Ersatz für die girocard?

Beide Karten buchen den Betrag direkt vom Girokonto ab. Die girocard funktioniert vor allem im deutschen Handel, die Debit Mastercard zusätzlich online und im Ausland. Für Händler ist die girocard meist günstiger. Viele Banken kombinieren beide Funktionen auf einer Karte, damit ihre Kunden im In- und Ausland zahlen können.

Quellen

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Mastercard Inc. | Annual Report Form 10-K for fiscal year 2025 | https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1141391/000114139126000013/ma-20251231.htm | besucht am 27.09.2026

Mastercard Inc. | Mastercard Incorporated Reports Fourth Quarter and Full Year 2025 Financial Results (29.01.2026) | https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1141391/000114139126000003/ma12312025-exx991xearnings.htm | besucht am 27.09.2026

Mastercard Inc. | Mastercard completes acquisition of BVNK to advance global stablecoin capabilities (03.08.2026) | https://investor.mastercard.com/investor-news/investor-news-details/2026/Mastercard-completes-acquisition-of-BVNK-to-advance-global-stablecoin-capabilities/default.aspx | besucht am 27.09.2026

Mastercard Inc. | Mastercard to Acquire BVNK to Connect On-Chain Payments and Fiat Rails (17.03.2026) | https://investor.mastercard.com/investor-news/investor-news-details/2026/Mastercard-to-Acquire-BVNK-to-Connect-On-Chain-Payments-and-Fiat-Rails/default.aspx | besucht am 27.09.2026

Mastercard Inc. | Mastercard expands settlement capabilities to include stablecoin (Juni 2026) | https://www.mastercard.com/global/en/news-and-trends/press/2026/june/mastercard-expands-settlement-capabilities-to-include-stablecoin.html | besucht am 27.09.2026

Mastercard Deutschland | Der Deutsche Michael Miebach wird globaler Mastercard-Chef (März 2020) | https://www.mastercard.com/news/europe/de-at/newsroom/pressemitteilungen/de-at/2020/marz/der-deutsche-michael-miebach-wird-globaler-mastercard-chef/ | besucht am 27.09.2026

Mastercard Inc. | MasterCard Announces Acquisition of VocaLink (21.07.2016) | https://investor.mastercard.com/investor-news/investor-news-details/2016/MasterCard-Announces-Acquisition-of-VocaLink/default.aspx | besucht am 27.09.2026

Mastercard Inc. | Mastercard to Acquire Finicity to Advance Open Banking Strategy (2020) | https://investor.mastercard.com/investor-news/investor-news-details/2020/Mastercard-to-Acquire-Finicity-to-Advance-Open-Banking-Strategy/default.aspx | besucht am 27.09.2026

Mastercard Inc. | Mastercard Completes Acquisition of Nets’ Account-to-Account Payment Business (2021) | https://investor.mastercard.com/investor-news/investor-news-details/2021/Mastercard-Completes-Acquisition-of-Nets-Account-to-Account-Payment-Business/default.aspx | besucht am 27.09.2026

Mastercard Inc. | Mastercard invests in continued defense of global digital economy with acquisition of Recorded Future (September 2024) | https://www.mastercard.com/global/en/news-and-trends/press/2024/september/mastercard-invests-in-continued-defense-of-global-digital-economy-with-acquisition-of-recorded-future.html | besucht am 27.09.2026

Fintech Global | SoFi brings stablecoin settlement to Mastercard network (23.09.2026) | https://fintech.global/2026/09/23/sofi-brings-stablecoin-settlement-to-mastercard-network/ | besucht am 27.09.2026

PYMNTS | Mastercard and SoFi Team on Stablecoin Settlement to Cards (September 2026) | https://www.pymnts.com/cryptocurrency/2026/mastercard-sofi-bring-stablecoin-settlement-cards-step-one-broader-rollout/ | besucht am 27.09.2026

CNBC | Mastercard says it’s acquiring stablecoin startup BVNK in bet on future of payments (17.03.2026) | https://www.cnbc.com/2026/03/17/mastercard-acquiring-stablecoin-startup-bvnk-in-crypto-bet.html | besucht am 27.09.2026

Merchant Fraud Journal | Nearly 1,000 Merchants File Objections Against Visa/Mastercard Swipe Fee Settlement (September 2026) | https://www.merchantfraudjournal.com/nearly-1000-merchants-file-objections-against-visa-mastercard-swipe-fee-settlement/ | besucht am 27.09.2026

American Banker | Judge approves card network-fee settlement with merchants | https://www.americanbanker.com/payments/news/judge-approves-card-network-fee-settlement-with-merchants | besucht am 27.09.2026

Payments Dive | Merchants assail card fees pact | https://www.paymentsdive.com/news/merchants-assail-card-fees-pact/807846/ | besucht am 27.09.2026

Nilson Report | Mastercard and Visa Cards in the US 2025 (Ausgabe 1301) | https://nilsonreport.com/articles/mastercard-and-visa-cards-in-the-us-2025/ | besucht am 27.09.2026

Nilson Report | Global Network Card Results Worldwide 2025 (Ausgabe 1310) | https://nilsonreport.com/articles/global-network-card-results-worldwide-2025/ | besucht am 27.09.2026

Merchants Payments Coalition | Credit and Debit Card Swipe Fees Reach Record (Nilson-Daten 2025) | https://merchantspaymentscoalition.com/credit-and-debit-card-swipe-fees-reach-record-19825-billion-president-and-congress-call-action | besucht am 27.09.2026

Bloomberg Law | Visa, Mastercard Fees Hit by New Round of EU Antitrust Scrutiny | https://news.bloomberglaw.com/banking-law/visa-mastercard-fees-hit-by-new-round-of-eu-antitrust-scrutiny | besucht am 27.09.2026

Payment Systems Regulator | MR22/1.10 Market review of card scheme and processing fees: final report | https://www.psr.org.uk/publications/market-reviews/mr22110-market-review-of-card-scheme-and-processing-fees-final-report/ | besucht am 27.09.2026

Europäische Kommission | Commission fines Mastercard for obstructing merchants‘ access to cross-border card payment services (22.01.2019) | https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/IP_19_582 | besucht am 27.09.2026

Europäische Kommission | Commission accepts commitments by Mastercard and Visa to cut inter-regional interchange fees (29.04.2019) | https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/el/ip_19_2311 | besucht am 27.09.2026

EUR-Lex | Verordnung (EU) 2015/751 über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge | https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32015R0751 | besucht am 27.09.2026

Law Gazette | Mastercard: Merricks demands apology from funder as settlement approved by Competition Appeal Tribunal | https://www.lawgazette.co.uk/news/mastercard-merricks-demands-apology-from-funder-as-200m-settlement-approved/5123342.article | besucht am 27.09.2026

LobbyFacts | Mastercard Europe, Datenblatt aus dem EU-Transparenzregister | https://www.lobbyfacts.eu/datacard/mastercard-europe?rid=58204758673-16 | besucht am 27.09.2026

Forbes | Credit Card Competition Act: Why Industry Is Spending Millions To Preserve Swipe Fees (23.07.2026) | https://www.forbes.com/sites/alisondurkee/2026/07/23/why-the-credit-card-industry-is-spending-200-million-to-oppose-this-legislation-while-big-box-retailers-support-it/ | besucht am 27.09.2026

Congress.gov | S.3623, Credit Card Competition Act of 2026 | https://www.congress.gov/bill/119th-congress/senate-bill/3623/all-info | besucht am 27.09.2026

Federal Reserve Bank of Boston | Who Gains and Who Loses from Credit Card Payments? (2010) | https://www.bostonfed.org/publications/public-policy-discussion-paper/2010/who-gains-and-who-loses-from-credit-card-payments-theory-and-calibrations.aspx | besucht am 27.09.2026

BankingClub | EHI-Studie 2026: Kartenzahlung erreicht 65 Prozent (07.05.2026) | https://www.bankingclub.de/ehi-studie-2026-kartenzahlung-erreicht-65-prozent/ | besucht am 27.09.2026

Deutsche Bundesbank | Bargeldlos im Trend: Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 (17.06.2026) | https://www.bundesbank.de/de/presse/pressemitteilungen/zahlungsverhalten-in-deutschland-2025-964736 | besucht am 27.09.2026

S-Payment | 10 Millionen Wero-Nutzer in Deutschland, 60 Millionen in Europa (10.09.2026) | https://www.s-payment.com/newsroom/pressemeldungen/news26-10-millionen-wero-nutzer-deutschland-60-millionen-europa.html | besucht am 27.09.2026

Presseportal | Eurocard wird 2003 MasterCard | https://www.presseportal.de/pm/38715/410329 | besucht am 27.09.2026

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Europäische Zentralbank | Euro-Referenzkurse | https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/html/index.de.html | besucht am 27.09.2026

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