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Bis zu 4.000 der rund 16.000 Beschäftigten von Virgin Media O2 könnten nach einem Bericht von Sky News ihre Stelle verlieren. Der britische Netzbetreiber gehört je zur Hälfte Liberty Global und Telefónica und trägt rund 22 Mrd. Pfund Schulden, umgerechnet etwa 25,5 Mrd. Euro.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Welche Stellen will Virgin Media O2 streichen?
  2. Warum drücken die Eigentümer jetzt auf die Kosten?
  3. Was bedeutet der Umbau für Partner aus dem deutschsprachigen Raum?
  4. Mehr Newshunger?

Stand: Samstag, 31. Oktober 2026, 12:30 Uhr. Sky News berief sich am Vormittag auf Personen aus dem Umfeld des Unternehmens.[1] Die genaue Zahl der wegfallenden Stellen steht laut dem Bericht noch nicht fest. Eine Stellungnahme von Virgin Media O2 liegt bislang nicht vor.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Sky News will Virgin Media O2 bis zu ein Viertel der Belegschaft abbauen, vor allem in Bereichen ohne Kundenkontakt.
  • Die Eigentümer Liberty Global und Telefónica verlangen laut Financial Times Einsparungen von rund 600 Mio. Pfund (rund 700 Mio. Euro).
  • Umsatz und operatives Ergebnis sinken, die Anleihen haben deutlich an Wert verloren.
  • Bis Mitte Dezember entscheidet die britische Wettbewerbsbehörde über einen Glasfaser-Zukauf für rund 2 Mrd. Pfund.

Welche Stellen will Virgin Media O2 streichen?

Schräger Router an Hantelscheibe gekabelt, daneben Klemmbrett mit Text „Sparliste“
Sky News meldet: Konzern baut Stellen ab, vor allem ohne Kundenkontakt. Führungswechsel laufen bereits. Prüfung von externen Dienstleistern geplant

Treffen soll der Abbau laut Sky News vor allem Stellen ohne direkten Kundenkontakt.[1] In der Führungsebene laufen nach dem Bericht bereits Wechsel. Zusätzlich will der Konzern prüfen, wie viele externe Dienstleister und Lieferanten er künftig noch beauftragt.

Der geplante Abbau fällt bis zu doppelt so groß aus wie der vom Juli 2023, als Virgin Media O2 den Abbau von bis zu 2.000 Stellen ankündigte.

Warum drücken die Eigentümer jetzt auf die Kosten?

Virgin Media O2 entstand 2021 aus dem britischen Kabelnetz von Liberty Global und dem Mobilfunker O2 von Telefónica. Die Erlöse des Gemeinschaftsunternehmens schrumpfen: Im zweiten Quartal sank der Serviceumsatz um 3,9 % auf 2,04 Mrd. Pfund (rund 2,4 Mrd. Euro), das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um 2,9 %.[2] Im Festnetz verlor der Anbieter 29.900 Privatkunden.

Die Schulden von rund 25,5 Mrd. Euro schrumpfen nicht mit. An den Anleihemärkten zeigt sich der Druck: Laut Financial Times fiel der Kurs einer besicherten Anleihe über 1,4 Mrd. Dollar von 92 auf 76 Prozent des Nennwerts. Im September berichtete die Zeitung, die beiden Eigentümer verlangten Einsparungen von rund 700 Mio. Euro durch Stellenabbau sowie geringere Betriebs- und Investitionsausgaben. Fallende Anleihekurse verteuern jede künftige Refinanzierung, und beim Personal greift eine Kürzung schneller als beim Netzausbau.

Offen ist zudem ein Zukauf: Nexfibre, das Glasfaser-Gemeinschaftsunternehmen von Liberty Global, Telefónica und InfraVia, will für rund 2 Mrd. Pfund (rund 2,3 Mrd. Euro) das Glasfasernetz Netomnia übernehmen. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat in einem Zwischenbericht Bedenken geäußert und muss bis zum 15. Dezember entscheiden.[4]

Virgin Media O2 unter Spardruck
Stellenabbau, Schulden und Termine des britischen Netzbetreibers
bis zu 4.000
von rund 16.000 Stellen stehen laut Sky News zur Disposition
25,5 Mrd. €
Schulden, umgerechnet aus rund 22 Mrd. Pfund
700 Mio. €
Einsparungen verlangen die Eigentümer laut Financial Times
−3,9 %
Serviceumsatz im zweiten Quartal 2026

Vom ersten Abbau zur Entscheidung über Netomnia

Juli 2023
Virgin Media O2 kündigt den Abbau von bis zu 2.000 Stellen an
Sommer 2026
der Kurs einer Anleihe über 1,4 Mrd. Dollar fällt laut Financial Times von 92 auf 76 Prozent des Nennwerts
September 2026
die Eigentümer verlangen laut Financial Times rund 600 Mio. Pfund Einsparungen
31. Oktober
Sky News berichtet über den Abbau von bis zu 4.000 Stellen
3. November
Zahlen zum dritten Quartal
15. Dezember
Frist der CMA für die Entscheidung über den Kauf von Netomnia

Was bedeutet der Umbau für Partner aus dem deutschsprachigen Raum?

Die angekündigte Prüfung externer Dienstleister trifft auch IT-Häuser, Agenturen und Zulieferer aus dem deutschsprachigen Raum, sofern sie für Virgin Media O2 arbeiten. Laufende Aufträge können auf den Prüfstand kommen, neue Projekte sich verzögern.

Für Lieferanten und Firmenkunden mit britischen Standorten lohnen zwei Schritte:

  • Verträge mit Virgin Media O2 auf Laufzeiten, Kündigungsfristen und Preisanpassungsklauseln prüfen, bevor die Einkaufsabteilung des Netzbetreibers nachverhandelt.
  • Bei wichtigen Ansprechpartnern nachfragen, ob ihre Zuständigkeit bleibt, denn in der Führung wird bereits umbesetzt.

Am 3. November veröffentlicht Virgin Media O2 die Zahlen zum dritten Quartal.[3] Offen ist, ob das Unternehmen dann schon eine Zahl zum Stellenabbau nennt.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Sky NewsVirgin Media O2 to axe thousands of jobs in sweeping shake-up (31. Oktober 2026, Exklusivbericht)
  2. Virgin Media O2Q2 2026 financial results (Quartalsbericht)Juli 2026
  3. Virgin Media O2Investors (Termin der Q3-Zahlen am 3. November 2026)
  4. Competition and Markets Authoritynexfibre / Substantial merger inquiry (Verfahrensseite, Zwischenbericht vom 2. Oktober 2026)

Mehr Newshunger?

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