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Für ein eigenes Mobilfunknetz in den USA verhandelt SpaceX laut Bloomberg über mindestens 80.000 Antennenstandorte. Gespräche laufen mit mindestens einem großen Turmbetreiber, genannt wird Crown Castle. Neben AT&T, Verizon und T-Mobile US könnte so ein vierter landesweiter Netzbetreiber entstehen.

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„Die muss er erst mal bauen“, sagte Telekom-Chef Tim Höttges am 12. Oktober über die Antennen, die Elon Musk für ein eigenes Mobilfunknetz fehlen. Als Maßstab nannte Höttges die 85.000 Standorte der Telekom-Tochter T-Mobile US. Statt zu bauen, will SpaceX laut Bloomberg mieten.[1] SpaceX hat sich zu dem Bericht bisher nicht geäußert (Stand: Freitag, 23. Oktober, 2:30 Uhr).

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • SpaceX sucht laut Bloomberg Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten, gut der Hälfte aller freistehenden Funktürme in den USA.
  • Verhandelt wird mit mindestens einem großen Turmbetreiber, darunter Crown Castle. Unterschrieben ist noch nichts.
  • Ein landesweites Netz aus Sendemasten kostet laut dem Analysehaus TD Cowen mehr als 80 Milliarden Dollar, umgerechnet knapp 70 Milliarden Euro.
  • Die Aktien von AT&T, Verizon und T-Mobile US gaben nachbörslich um 4 bis 5 Prozent nach.

Warum braucht SpaceX eigene Sendemasten?

Ein Modell-Antennenmast vor weißem Hintergrund mit einem Schild „Zu vermieten“
SpaceX kauft Funkfrequenzen im 800-MHz-Band für besseren Starlink-Empfang in Gebäuden. Der Kauf von bis zu 14 MHz soll 2027 abgeschlossen sein

Bisher erreicht Starlink Mobile Smartphones direkt aus dem All, in Gebäuden bricht der Empfang dabei oft ab. Am 8. Oktober vereinbarte SpaceX deshalb den Kauf von bis zu 14 MHz im 800-MHz-Band, dessen Signale besser durch Wände dringen. Abgeschlossen sein soll der Kauf im ersten Halbjahr 2027, die Behörden müssen noch zustimmen.[2]

Frequenzen allein ergeben aber kein Netz, jede Funkzelle braucht einen erhöhten Standort mit Stromanschluss und Glasfaser- oder Richtfunkanbindung. Laut Bloomberg zählte der Branchenverband Wireless Infrastructure Association im vergangenen Jahr 158.500 freistehende Funktürme in den USA. Auf gut der Hälfte davon will SpaceX Antennen montieren.

Warum können AT&T, Verizon und T-Mobile das kaum verhindern?

Höttges riet den US-Mobilfunkern, SpaceX keine Kapazität im eigenen Netz zu vermieten. Diese Sperre endet an der Antenne, denn die Masten gehören den Netzbetreibern oft gar nicht mehr. AT&T etwa überließ Crown Castle 2013 Vermietung und Betrieb von rund 9.100 eigenen Türmen und mietet seitdem selbst Platz darauf.[3] Heute besitzen Crown Castle und American Tower in Nordamerika jeweils rund 40.000 Türme.

Für einen Turmbetreiber bringt jeder zusätzliche Mieter fast reinen Gewinn, denn Stahl, Grundstück und Stromanschluss sind längst bezahlt. Ein Kunde für 80.000 Standorte ist für diese Firmen deshalb ein Großauftrag. Crown Castle hat Gespräche mit SpaceX bisher nicht bestätigt.

Die Telekom kann SpaceX ihr Netz verweigern, die Masten dafür vermieten in Amerika andere.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Das Netz, das SpaceX noch fehlt
Standorte, Frequenzen und Kosten für einen vierten US-Netzbetreiber
80.000
Mobilfunkstandorte in den USA will SpaceX mindestens mieten (laut Bloomberg)
158.500
freistehende Funktürme zählte der Branchenverband WIA im vergangenen Jahr in den USA
85.000
Antennenstandorte betreibt T-Mobile US nach Angaben von Telekom-Chef Tim Höttges
über 69 Mrd. €
kostet ein landesweites Netz aus Sendemasten laut TD Cowen
1. Halbjahr 2027
soll der Kauf der 800-MHz-Frequenzen abgeschlossen sein

Was zeigt der Fall 1&1 in Deutschland?

Wie mühsam ein Neuling ohne eigene Masten startet, zeigt 1&1. Der vierte deutsche Netzbetreiber vereinbarte 2021 mit der Vodafone-Turmfirma Vantage Towers die Mitnutzung einer vierstelligen Zahl von Standorten. Nach vorläufiger Einschätzung des Bundeskartellamts verzögerte sich die Übergabe so stark, dass sie 1&1 beim Markteintritt rechtswidrig behinderte.[4] Vodafone bestreitet das.

Mitte 2026 erreichte das eigene Netz von 1&1 rund 34 Prozent der Haushalte, für den Rest funkt Vodafone. In den USA gehören die meisten Türme dagegen Firmen ohne eigene Mobilfunkkunden. Den Ausbau von SpaceX bremsen dort eher Kosten und Bauzeit als die Konkurrenz.

In Europa will die EU das Satellitenband für Handys 2027 bevorzugt an europäische Betreiber vergeben. Telekom, Vodafone, Orange und Telefónica prüfen ein gemeinsames Gebot. Für Firmen mit US-Niederlassungen gilt:

  • Rechnen Sie bei Mobilfunkverträgen in den USA nicht mit schnellem Preisdruck: Ein landesweites SpaceX-Netz aus Sendemasten dauert laut TD Cowen viele Jahre.
  • Fragen Sie für Außendienst in abgelegenen Regionen nach T-Satellite. Den Satellitendienst von T-Mobile US gibt es bereits, er läuft über Starlink.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergSpaceX Pursues Deals With Tower Companies to Build Nationwide Mobile Carrier (22. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. SpaceXSpaceX Reports Third Quarter 2026 Results, Form 8-K, Anlage 99.120.10.2026
  3. AT&TForm 8-K zum Rahmenvertrag mit Crown Castle18.10.2013
  4. BundeskartellamtVerdacht der kartellrechtswidrigen Behinderung von 1&1 durch Vodafone und Vantage Towers11.04.2025

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