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SpaceX setzt mit seiner KI-Sparte inzwischen mehr um als mit Starlink und Raketen zusammen. Im dritten Quartal kam der Konzern auf 14,6 Milliarden Dollar Umsatz, umgerechnet 12,7 Milliarden Euro, und meldete 4,4 Milliarden Dollar Gewinn, rund 3,8 Milliarden Euro. Für das Schlussquartal plant SpaceX Investitionen von bis zu 34,8 Milliarden Euro, mehr als das Doppelte des jüngsten Quartalsumsatzes.

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Vor drei Monaten stammte ein Drittel des SpaceX-Umsatzes aus der KI-Sparte, im dritten Quartal lag der Anteil bei 52 Prozent.[1] Umgerechnet wird zum Kurs von 0,87 Euro je Dollar (Stand 21. Oktober 2026).

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz stieg um 161 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro, der Nettogewinn lag bei 3,8 Milliarden Euro.
  • Die KI-Sparte setzte 6,6 Milliarden Euro um, gut neunmal so viel wie ein Jahr zuvor, Starlink 4,6 Milliarden Euro.
  • Rund 1,4 Milliarden Euro des Nettogewinns stammen nicht aus dem operativen Geschäft.
  • Für das vierte Quartal plant SpaceX Investitionen von 30,5 bis 34,8 Milliarden Euro.

Woher kommt der Gewinn?

Weiße Rakete mit „Nebenjob“-Schild steht auf einem Server-Stapel
Operatives Geschäft erwirtschaftet 2,4 Milliarden Euro. Nettogewinn von 3,8 Milliarden Euro durch zusätzliche Zinserträge, sonstige Erträge und Steuererträge

Das operative Geschäft brachte 2,4 Milliarden Euro ein. Bis zum Nettogewinn von 3,8 Milliarden Euro kommen drei Posten außerhalb des Kerngeschäfts hinzu: 760 Millionen Euro Zinserträge, 892 Millionen Euro sonstige Erträge und ein Steuerertrag von 339 Millionen Euro, abzüglich 587 Millionen Euro Zinsaufwand.[1]

Die Zinserträge wachsen mit der Kasse. Ende September hielt SpaceX nach Börsengang und ersten Anleihen 78,2 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und Wertpapieren, gut dreieinhalbmal so viel wie Ende 2025.[1] Die KI-Sparte drehte ins Plus: 375 Millionen Euro operativer Gewinn nach 1,1 Milliarden Euro Verlust im Vorquartal. Im operativen Gewinn steckt gut eine Milliarde Euro an Aktienvergütung für die Beschäftigten von Cursor. SpaceX übernahm den Anbieter des KI-Programmierwerkzeugs im August, Cursor brachte bis Ende September 529 Millionen Euro Umsatz ein.

Wie lange reicht das Geld?

In den ersten neun Monaten investierte SpaceX 41,8 Milliarden Euro, das laufende Geschäft brachte 11,4 Milliarden Euro an Mittelzufluss.[1] Die Lücke von rund 30 Milliarden Euro schließt SpaceX mit dem Geld aus Börsengang und Anleihen. Im vierten Quartal sollen laut Finanzchef Bret Johnsen 30,5 bis 34,8 Milliarden Euro an Investitionen hinzukommen, nach 17 Milliarden Euro im dritten Quartal. Neue Rechenkapazität zahle sich bei heutigen Preisen in weniger als einem Jahr aus, sagte Johnsen. Für frisches Fremdkapital spreche SpaceX mit mehreren Geldgebern, laut Financial Times über rund 34,8 Milliarden Euro für Nvidia-Chips.

Auch der Datenbankkonzern Oracle investierte im Geschäftsjahr 2026 rund 48,5 Milliarden Euro in Rechenzentren und riss damit ein Loch von 20,6 Milliarden Euro in den freien Cashflow. Wie Oracle verweist SpaceX auf seinen Auftragsbestand von 54,8 Milliarden Euro, davon sollen laut Johnsen 36,5 Milliarden Euro binnen zwölf Monaten zu Umsatz werden.

SpaceX setzt mit KI inzwischen mehr um als mit Satelliten, den Ausbau bezahlen aber noch die Anleger.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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SpaceX: Rechenzentren statt Raketen
Kennzahlen aus der Bilanz zum dritten Quartal 2026
52 %
des Quartalsumsatzes kamen aus der KI-Sparte, im zweiten Quartal ein Drittel
1,4 Mrd. €
des Nettogewinns stammen aus Zinsen, sonstigen Erträgen und einem Steuerertrag
41,8 Mrd. €
investierte SpaceX in neun Monaten, das laufende Geschäft brachte 11,4 Mrd. € ein
1,7 GW
Anschlussleistung der Rechenzentren Ende September, bis Jahresende plant SpaceX 2,5 bis 3 GW

Was heißt das für Kunden in Europa?

Europäische Unternehmen binden sich vor allem über zwei Produkte an SpaceX. Die Lufthansa Group rüstet bis 2029 rund 850 Flugzeuge mit Starlink aus, Europas eigenes Satellitennetz IRIS² entsteht erst ab 2029. Entwicklerteams arbeiten mit Cursor, dem OpenAI nach der Übernahme den Modellzugang entzog. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen:

  • Bei Cursor-Lizenzen die Liste der Unterauftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO neu anfordern, denn das Werkzeug gehört seit August zu einem Konzern mit eigenen KI-Modellen.
  • Per Starlink angebundene Standorte und Flotten mit einer zweiten Verbindung über Mobilfunk oder Glasfaser absichern, damit kein einzelner Anbieter allein über Preise und Verfügbarkeit entscheidet.

Johnsen bekräftigte das Ziel, bis Jahresende einen hochgerechneten Jahresumsatz von 87 Milliarden Euro zu erreichen. Die Zahlen des vierten Quartals zeigen, ob die Rechenzentren dafür rechtzeitig ans Netz gehen.

Quelle

1 Quelle anzeigenQuellen ausblenden
  1. SpaceXSpaceX Reports Third Quarter 2026 Results, Quartalsbericht als Anlage 99.1 zum Formular 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC20.10.2026

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