Wie viel verdient SpaceX wirklich pro Falcon-9-Start?
4. Mai 2026
Reading Time: 20 minutes

Wie viel verdient SpaceX wirklich pro Falcon-9-Start?

Markus Seyfferth

Markus Seyfferth

Autor Dr. Web

SpaceX startet alle zwei Tage eine Rakete und verdient damit weniger Geld als mit Internet-Abos für Wohnmobilbesitzer. Der teuerste Börsengang der Geschichte steht für ein Geschäftsmodell, das mit Raketen begann und längst woanders Kasse macht. Wer SpaceX nur als Raumfahrtfirma versteht, übersieht den Trick.

Elon Musk gründete SpaceX 2002 mit 85 Mio. € Eigenkapital, um Marsraketen zu bauen. 23 Jahre später ist daraus ein Konstrukt im Bewertungskorridor zwischen 1,49 und 1,7 Bio. € geworden. Nur dass die Rakete inzwischen die Nebenrolle spielt.

Das Wichtigste in Kürze

  • SpaceX setzte 2025 nach Schätzungen von Sacra und Payload Space zwischen 12,75 und 13,2 Mrd. € um, davon kamen rund 8,5 bis 8,8 Mrd. € allein aus Starlink, dem Satelliten-Internet
  • Reuters berichtet von einem EBITDA-Profit von rund 6,8 Mrd. € im Jahr 2025, eine Marge, die in der Raumfahrt vorher niemand gesehen hat
  • Im Februar 2026 fusionierte SpaceX mit Musks KI-Firma xAI, das kombinierte Konstrukt wurde auf 1,06 Bio. € bewertet, das IPO-Filing vom 1. April 2026 zielt je nach Quelle auf 1,49 Bio. bis 1,7 Bio. €
  • 165 Falcon-9-Starts in einem Jahr, 85 Prozent aller US-Orbitalflüge, über 600 erfolgreiche Booster-Landungen seit 2015. Das ist die Maschine, die das Geschäft trägt
Womit verdient SpaceX wirklich?

13 Mrd. € Umsatz 2025 – die Verteilung überrascht

Umsatzverteilung 2025 (Schätzwerte)
Starlink Konsumenten
6,4 Mrd. €
Falcon-9 Starts
3,7 Mrd. €
Starshield (Regierung)
2,55 Mrd. €
Starlink Hardware
1,1 Mrd. €
Fast zwei Drittel des Umsatzes stammen aus Starlink-Internet-Abos. Die Rakete ist nicht das Produkt, sondern das Werkzeug, das die eigenen Satelliten ins All bringt.

Womit verdient SpaceX sein Geld eigentlich?

Ein Stapel orangefarbener Scheine mit Rakete und „Internet-Abo“-Notiz auf weißem Grund
SpaceX verdient 2025 etwa zwei Drittel seiner Einnahmen mit dem Satelliten-Internetdienst Starlink, nicht mit Raketenstarts

SpaceX wirkt nach außen wie eine Raketenfirma. Die Bilanz erzählt eine andere Geschichte.

Nach den Modellrechnungen von Sacra und Payload Space verteilten sich die geschätzten 12,75 bis 13,2 Mrd. € Umsatz 2025 in etwa so: rund 8,5 Mrd. € aus Starlink, 3,4 bis 3,7 Mrd. € aus Startdienstleistungen, der Rest aus sonstigen Geschäften. Starlink trägt damit knapp zwei Drittel des Konzernumsatzes. Die Rakete ist nicht mehr das Hauptprodukt, sondern das Werkzeug, mit dem Starlink-Satelliten in den Orbit kommen.

Quilty Space, ein auf Satellitenmärkte spezialisierter Analyst, schätzt die Starlink-Erlöse 2025 noch detaillierter: 6,4 Mrd. € aus Konsumentenabos, 1,1 Mrd. € aus Hardware-Verkäufen, rund 2,55 Mrd. € aus US-Regierungsverträgen. Das Konsumentengeschäft skaliert wie ein Streamingdienst. Über 9 Mio. zahlende Abonnenten in 155 Ländern, jährliche Verdoppelung der Kundenzahl seit 2023, Preise zwischen 20 € im Monat in Sambia und 4.250 € im Monat für Schiffe mit 5-Terabyte-Datenpaket.

Die Logik dahinter ist alt. Heißt bei Coca-Cola Sirup und bei Alnatura Eigenmarke. SpaceX produziert die Infrastruktur, lässt sie vom eigenen Werkzeug ins All hieven und kassiert dann Monat für Monat die Abogebühr. Ähnlich wie das Coca-Cola-Geschäftsmodell mit Sirup-Lizenzen statt eigener Flaschenproduktion setzt SpaceX auf wiederkehrende Abonnementserlöse, die das einmalige Launch-Geschäft schlagen.

Umsatzquelle 2025 (geschätzt)Wert (€)Anteil
Starlink Konsumenten-Abos6,4 Mrd.ca. 49 %
Falcon-9 Startdienstleistungen3,4 bis 3,7 Mrd.ca. 27 %
Starlink US-Regierung (Starshield)2,55 Mrd.ca. 19 %
Starlink Hardware1,1 Mrd.ca. 8 %
Sonstiges (Dragon, Sonderverträge)unter 0,85 Mrd.ca. 5 %

Schätzwerte addieren sich auf rund 13,2 Mrd. €. SpaceX ist als Privatunternehmen nicht zur Veröffentlichung geprüfter Geschäftszahlen verpflichtet, alle Werte sind Branchenanalysten-Modellrechnungen.

Auf den Punkt

Wer das Werkzeug verkauft, verdient einmal. Wer das Abo verkauft, verdient jeden Monat. Genau das ist der Trick hinter SpaceX.


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Warum sind Falcon-9-Starts so spottbillig?

Verrauchtes Raketentriebwerk auf Regal mit Schildern
Falcon-9-Booster werden bis zu 34 Mal wiederverwendet. Eine Refurbishment kostet nur zehn Prozent eines Neubaus.

Hier liegt der eigentliche Bruch mit der Branche. Bevor SpaceX kam, kostete ein Satellitenstart über die United Launch Alliance (ULA), das Boeing-Lockheed-Joint-Venture, 340 Mio. € pro Mission. SpaceX brachte diese Zahl auf 53 Mio. € pro Falcon-9-Start. Bei wiederverwendetem Booster sinkt der Preis auf rund 25 Mio. €.

Die zugrundeliegende Logik ist ingenieurstechnisch banal und ökonomisch revolutionär. SpaceX baut 70 Prozent jeder Falcon 9 selbst, ersetzt teure Spezialteile durch Standardkomponenten und fängt die erste Raketenstufe nach dem Start wieder ein. Ein Beispiel: Ein industriestandard-Funkgerät kostet 85.000 €, SpaceX baut die kommerzielle Variante für 4.250 € ein und bekommt dieselbe Funktion. Diese Detailbesessenheit summiert sich auf Mission-Skala zu enormen Kostenvorteilen.

Der Booster B1067 hält den aktuellen Wiederverwendungsrekord: 34 Flüge mit derselben ersten Stufe. Insgesamt landeten Falcon-Booster bisher über 600 Mal erfolgreich, bei nur 13 Fehlversuchen. 53 Booster sind mehrfach geflogen. Eine Refurbishment kostet etwa zehn Prozent des Neubaus, also 1,7 bis 2,55 Mio. € statt 17 bis 25,5 Mio. € für eine frische Stufe.

Das Ergebnis im Markt: 2025 startete SpaceX 165 Falcon-9-Raketen, das sind 85 Prozent aller US-Orbitalflüge und fast doppelt so viele Starts wie das gesamte chinesische Raumfahrtprogramm. Eine Rakete alle 53 Stunden, das ganze Jahr durch. Der Kapazitätsvorsprung ist so groß, dass die ESA seit der Suspendierung der russischen Sojus-Programme 2022 ihre eigenen Satelliten teilweise bei SpaceX startet.

Was passierte beim xAI-Merger im Februar 2026?

Zwei Modellraketen und ein geflochtener Ring liegen auf einem orangen Kissen
Der xAI-Merger im Februar 2026 war die größte Fusion der Wirtschaftsgeschichte: 1,06 Bio. € kombinierte Bewertung.

Am 2. Februar 2026 vollzog SpaceX die größte Fusion der Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern übernahm Musks KI-Firma xAI in einer All-Stock-Transaktion. Das Tauschverhältnis lautete: 0,1433 SpaceX-Aktie pro xAI-Aktie. Die kombinierte Bewertung: 1,06 Bio. €, davon 850 Mrd. € für SpaceX und 213 Mrd. € für xAI.

Wer SpaceX nur als Raumfahrtfirma bewertet, hat nicht verstanden, was hier gerade entsteht. Musk baut den ersten vertikal integrierten Konzern, der Energie, Daten, Kommunikation und Künstliche Intelligenz im Orbit zusammenführt.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Strategisch zielt der Merger auf ein einziges Großprojekt: orbitale Rechenzentren. Tesla entwickelt unter dem Namen Dojo eine eigene KI-Hardware, SpaceX liefert die Trägerrakete und Starlink den Datenrückkanal. Künstliche Intelligenz braucht Strom, viel Strom, und der Hauptkostenblock terrestrischer Rechenzentren ist der Energiebedarf. Im Orbit scheint die Sonne 24 Stunden, Kühlung passiert quasi gratis durch Vakuum.

Das IPO-Filing vom 1. April 2026 nennt als Verwendungszweck unter anderem den Aufbau von bis zu eine Million KI-Rechenzentrums-Satelliten. Die Größenordnung ist absurd, würde die heutige Starlink-Konstellation um den Faktor 100 übertreffen. Sam Altman, CEO von OpenAI, nannte die Idee öffentlich „lächerlich“. Nvidia-Chef Jensen Huang sieht die Wirtschaftlichkeit derzeit ebenfalls skeptisch, hält den Ansatz aber für mittelfristig plausibel.

Wie funktioniert das IPO mit 1,49 Billionen Euro?

Oranges Ticket und Holzschild mit Aufschriften vor weißem Hintergrund
Das SpaceX-IPO reserviert 30 Prozent für Privatanleger, dreimal so viel wie üblich.

Am 1. April 2026 reichte SpaceX vertraulich seinen S-1-Entwurf bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Ziel laut CNBC und Bloomberg: eine Bewertung von 1,49 Bio. € und ein Emissionsvolumen von rund 64 Mrd. €. Sacra meldet im aktuellen Equity Research sogar eine Zielbewertung von über 1,7 Bio. €. Zum Vergleich: Der bisherige Rekord-Börsengang von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 spielte 25 Mrd. € ein. SpaceX würde diesen Wert mehr als verdoppeln.

Vom Garagenstart zum größten IPO der Geschichte
×17.420

So ist die SpaceX-Bewertung in sechs Jahren explodiert

Bewertungs-Sprünge 2002 bis 2026
85 Mio.
39 Mrd.
179 Mrd.
298 Mrd.
680 Mrd.
1,7 Bio.
2002
Gründung
Aug 2020
Insider-Verkauf
Jun 2024
Insider-Verkauf
Dez 2024
Insider-Verkauf
Dez 2025
Insider-Verkauf
Apr 2026
IPO-Filing
Saudi Aramco 2019
25 Mrd. €
×2,5
SpaceX-Emission 2026
64 Mrd. €
Die Bewertung verdoppelt sich seit 2024 jedes halbe Jahr. Vom Insider-Verkauf im Dezember 2025 mit 680 Mrd. € zur IPO-Zielbewertung im April 2026 mit 1,7 Bio. € sind nur vier Monate vergangen.

Die letzte verifizierte Vor-IPO-Bewertung lag laut Sacra im Dezember 2025 bei rund 680 Mrd. € durch einen Insider-Aktienverkauf zu 358 € pro Aktie. Im Sommer 2025 lag die Bewertung noch bei 340 Mrd. €, im Dezember 2024 bei 298 Mrd. €. Die Verdopplungsrhythmik in einem einzigen Jahr ist außergewöhnlich.

Der Roadshow-Termin steht für die Woche ab dem 8. Juni 2026, die Erstnotiz an der Nasdaq ist für Mitte Juni geplant. 21 Banken konkurrieren um die Lead-Mandate, Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan gelten als gesetzt.

Drei Strukturmerkmale sind ungewöhnlich:

Dual-Class-Aktien: Musk hält aktuell 42 Prozent des Eigenkapitals, kontrolliert aber 79 Prozent der Stimmrechte. Diese Trennung soll auch nach dem IPO erhalten bleiben. Neue Aktionäre bekommen Kapitalbeteiligung ohne strategisches Mitspracherecht. Das Modell ist von Meta und Alphabet bekannt, in dieser Größenordnung aber neu.

Privatanleger-Quote 30 Prozent: Üblich bei US-IPOs sind 5 bis 10 Prozent für Retail-Investoren. SpaceX reserviert das Dreifache. Musk lässt 1.500 ausgewählte Privatanleger Anfang Juni durch die Starbase-Anlage in Boca Chica führen.

Geographische Verteilung: Das Angebot richtet sich nicht nur an US-Anleger, sondern explizit auch an Privatanleger aus EU, UK, Kanada, Australien, Japan und Südkorea.

Der Wachstumssprung in einem einzigen Jahr ähnelt strukturell Real Madrids Liquiditätsmanagement zwischen Rekordumsatz und schmelzenden Barreserven. Beide Konstrukte zeigen, wie Bewertungen und tatsächliche Cash-Polster auseinanderlaufen können, sobald Wachstumsfantasie auf reale Ausgaben trifft.

Gelbe deutsche Telefonzelle auf weißem Grund mit Starlink-Antenne und orangem Angebotsschild
Starlink staffelt Preise nach Land: 20 € im Monat in Sambia, 142 € in Deutschland, 4.250 € pro Schiff.

Hier wird es interessant. Starlink hatte Ende 2023 etwa 2,3 Mio. Abonnenten, Ende 2024 dann 4,6 Mio., Ende 2025 über 9 Mio. Eine Verdopplung pro Jahr. Payload Space prognostiziert für Ende 2026 zwischen 16,8 und 18,4 Mio. Abonnenten.

Die ARPU (Average Revenue Per User) variiert dramatisch nach Segment:

  • Privatkunden: rund 1.700 € pro Jahr (142 € pro Monat im Durchschnitt)
  • Schifffahrt: rund 28.900 € pro Jahr
  • Luftfahrt: rund 255.000 € pro Jahr (pro Flugzeug)

Die Hardware-Kosten sind dabei das entscheidende Effizienz-Argument. 2020 kostete eine Starlink-Antenne in der Produktion 2.040 €, verkauft wurde sie für 424 €, jeder Verkauf war ein Verlust. 2025 liegt der Verkaufspreis in den USA bei 297 €, die Produktion ist profitabel. Das 65.000 Quadratmeter große Werk in Bastrop, Texas, produziert über 5 Mio. Antennen pro Jahr, das ist potenziell die größte Leiterplattenfabrik der Welt.

Maersk hat im Oktober 2023 angekündigt, die gesamte Flotte von über 330 Schiffen mit Starlink auszustatten. United Airlines und Hawaiian Airlines bieten kostenloses In-Flight-WiFi über Starlink. T-Mobile, Verizon und AT&T schalten gemeinsam mit SpaceX Direct-to-Cell-Dienste, die normale Smartphones ohne Antenne im Funkloch erreichbar machen.

Welche Risiken hat das SpaceX-Geschäftsmodell?

Ein oranger Stoßdämpfer mit Federn und drei kleinen Etiketten
Drei Bruchstellen im SpaceX-Modell: politische Polarisierung, Amazon-Konkurrenz und xAI-Reputation.

Drei Bruchstellen werden im IPO-Prospekt aller Voraussicht nach prominent auftauchen.

Personenabhängigkeit: Elon Musks Forbes-Vermögen liegt im April 2026 bei rund 688 Mrd. € und stammt überwiegend aus Anteilen an Tesla und SpaceX. Das politische Engagement in der zweiten Trump-Administration und die Unterstützung rechtspopulistischer Parteien international werden bereits konkret monetarisiert: Im Dezember 2025 kündigte Ontario einen 58-Mio.-€-Vertrag mit Starlink für ländliches Internet. Italien suspendierte Verhandlungen über einen 1,3-Mrd.-€-Vertrag für sichere Behördenkommunikation. Der Effekt politischer Polarisierung schlägt direkt auf die Bilanz durch.

Konzentrationsrisiko Regierungsverträge: SpaceX hat seit 2008 über 20,7 Mrd. € aus US-Bundesverträgen erhalten (Quelle: FedScout). Allein der Pentagon-Auftrag vom April 2025 für 28 nationale Sicherheitsstarts bis 2029 hat ein Volumen von 5,0 Mrd. €. Im November 2025 kam ein 1,7-Mrd.-€-Auftrag im Rahmen des Golden-Dome-Programms hinzu. Eine politische Kursänderung in Washington könnte signifikante Anteile dieses Geschäfts gefährden.

Achtung

SpaceX hat seit 2008 über 20,7 Mrd. € aus US-Bundesverträgen erhalten. Kippt die politische Mehrheit in Washington, kippt fast ein Viertel des Umsatzes.

Wettbewerb durch Amazon: Amazons Project Kuiper plant ebenfalls eine Satellitenkonstellation für globales Internet und verhandelt im April 2026 über die Übernahme von Globalstar (88 Satelliten). Bezos‘ Blue Origin hat über 8,5 Mrd. € an Eigenkapital aufgebaut. Bisher fehlt der wiederverwendbare Großserien-Startbetrieb, der SpaceX seinen Vorsprung sichert. Der Rückstand ist groß, aber kein Naturgesetz. Wie ein Geschäftsmodell auf gleichzeitig sechs strukturelle Bruchstellen reagieren kann, zeigt sich beispielhaft im Krisenmuster der deutschen Autoindustrie, wo OEM-Vorsprünge in wenigen Jahren zerbröselten.

xAI-Reputationsrisiko: Die KI-Tochter steht unter regulatorischer Beobachtung in Europa, Asien und den USA, weil Grok die Erstellung explizit-sexualisierter Bilder ermöglichte, einschließlich von Minderjährigen. Mehrere Mitgründer haben das Unternehmen seit der Übernahme verlassen. Die SEC prüft zusätzlich die Disclosure-Anforderungen des Mergers, was das vertrauliche Filing-Verfahren erklärt.

Glossar: 13 wichtige Fachbegriffe zum SpaceX-Geschäftsmodell

Altes Buch und Tablet mit „Raumfahrt-Glossar“ nebeneinander auf weißem Hintergrund
Das Glossar erklärt 13 Fachbegriffe rund um SpaceX, Starlink und das Falcon-9-Programm.

ARPU (Average Revenue Per User)

ARPU bezeichnet den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer und ist die zentrale Kennzahl in Abomodellen. Bei Starlink reicht die Spanne von rund 1.700 € pro Jahr für Privatkunden bis zu 255.000 € pro Flugzeug in der Luftfahrt.

Booster

Booster bezeichnet die erste Stufe einer Trägerrakete, die den Großteil des Antriebs liefert. Bei Falcon 9 ist diese Stufe wiederverwendbar und landet nach dem Start vertikal auf einer autonomen Drohnenplattform im Atlantik oder am Startplatz selbst.

Dual-Class-Aktien

Dual-Class-Aktien trennen Stimmrecht und Kapitalbeteiligung. Eine Aktiengattung gewährt mehrfaches Stimmrecht, die andere nur Anspruch auf Dividende. SpaceX nutzt diese Struktur beim IPO, damit Musk operative Kontrolle behält.

EBITDA

EBITDA steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization, also Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Reuters berichtete für SpaceX 2025 von rund 6,8 Mrd. € EBITDA.

Falcon 9

Falcon 9 ist die mittelschwere Trägerrakete von SpaceX, eingeführt 2010 und seit 2018 in der Block-5-Variante im Einsatz. Die erste Stufe ist wiederverwendbar, Erfolgsquote über 99,4 Prozent.

IPO

IPO (Initial Public Offering) bezeichnet den Börsengang eines Unternehmens. SpaceX reichte am 1. April 2026 ein vertrauliches S-1-Filing bei der SEC ein, mit Zielbewertung 1,49 bis 1,7 Bio. € und Emissionsvolumen rund 64 Mrd. €.

LEO (Low Earth Orbit)

LEO ist die niedrige Erdumlaufbahn in einer Höhe zwischen 200 und 2.000 Kilometern. Starlink-Satelliten kreisen typischerweise auf 550 Kilometer Höhe.

Roadshow

Roadshow bezeichnet die Präsentationstour eines Unternehmens vor institutionellen Investoren vor dem Börsengang. Die SpaceX-Roadshow ist für die Woche ab 8. Juni 2026 angesetzt.

S-1-Filing

S-1-Filing ist das offizielle Registrierungsdokument bei der US-Börsenaufsicht SEC. Beim vertraulichen Filing prüft die SEC die Unterlagen, ohne dass die Inhalte der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Starlink ist das Satelliten-Internet-Angebot von SpaceX, gestartet 2021 mit 10.000 Beta-Nutzern. Ende 2025 zählt der Dienst über 9 Mio. Abonnenten in 155 Ländern und liefert mit 9.300+ Satelliten den Hauptumsatz des Konzerns.

Starship

Starship ist die Schwerlast-Trägerrakete der nächsten Generation, vollständig wiederverwendbar konzipiert. Im April 2026 absolvierte das System den ersten erfolgreichen vollständigen Stufentest.

Starshield

Starshield ist die Starlink-Variante für Behörden- und Militärkommunikation mit verschlüsselter Übertragung. 2024 wurde Starshield zum zweitgrößten Starlink-Erlösbringer.

ULA (United Launch Alliance)

ULA ist das Joint Venture von Boeing und Lockheed Martin, gegründet 2006. Vor SpaceX hielt ULA das faktische Monopol auf US-Regierungsstarts mit Kosten von rund 340 Mio. € pro Mission.

FAQ: Wie viel verdient SpaceX wirklich pro Falcon-9-Start?

Tisch mit Tafel (Häufige Fragen: SpaceX), Modellrakete und Fragezeichen-Aufsteller mit FAQ
Die häufigsten Leserfragen zu Umsatz, Börsengang, Falcon-9-Kosten und xAI-Übernahme.

Wie hoch ist der SpaceX-Umsatz 2025?

SpaceX setzte 2025 nach Schätzungen von Sacra und Payload Space zwischen 12,75 und 13,2 Mrd. € um. Davon entfielen rund 8,5 Mrd. € auf Starlink (Konsumenten-Abos, Hardware, Regierungsverträge) und etwa 3,7 Mrd. € auf Falcon-9-Startdienstleistungen. Da SpaceX nicht börsennotiert ist, gibt es keine geprüften Geschäftszahlen. Reuters berichtete unabhängig von einem ähnlichen Umsatzkorridor und einem EBITDA-Profit von rund 6,8 Mrd. €.

Wann geht SpaceX an die Börse?

SpaceX reichte am 1. April 2026 ein vertrauliches S-1-Filing bei der SEC ein. Die Roadshow ist für die Woche ab 8. Juni 2026 angesetzt, der Privatanleger-Event findet am 11. Juni statt. Die Erstnotiz an der Nasdaq ist für Mitte Juni 2026 geplant. Zielbewertung: 1,49 bis 1,7 Bio. €, Emissionsvolumen rund 64 Mrd. €. Das wäre der größte Börsengang der Geschichte.

Was kostet ein Falcon-9-Start für Kunden?

Ein kommerzieller Falcon-9-Start kostet rund 53 Mio. € bei neuer Erststufe. Bei wiederverwendetem Booster sinkt der Preis auf etwa 25 Mio. €. Vor SpaceX kostete ein vergleichbarer Start über die United Launch Alliance rund 340 Mio. €. Die Falcon-Heavy-Variante für Schwerlastmissionen liegt bei rund 106 Mio. € pro Flug.

Warum hat SpaceX xAI übernommen?

Am 2. Februar 2026 übernahm SpaceX die KI-Firma xAI in einer All-Stock-Transaktion. Bewertung: 850 Mrd. € für SpaceX, 213 Mrd. € für xAI. Der strategische Grund ist das Projekt orbitaler KI-Rechenzentren: Starlink liefert die Konnektivität, Tesla die KI-Hardware, SpaceX die Trägerrakete. Im IPO-Prospekt wird der Aufbau von bis zu eine Million KI-Datenzentrums-Satelliten als Verwendungszweck genannt.

Wie viele Falcon-9-Raketen sind 2025 gestartet?

SpaceX startete 2025 insgesamt 165 Falcon-9-Raketen. Das entspricht 85 Prozent aller US-Orbitalstarts und fast doppelt so vielen Missionen wie das gesamte chinesische Raumfahrtprogramm zusammen. Im Schnitt startete eine Rakete alle 53 Stunden. Der einzelne Booster B1067 hält den Wiederverwendungsrekord mit 34 Flügen.

Wer ist Hauptkonkurrent von SpaceX?

Im Launch-Geschäft konkurrieren die United Launch Alliance (ULA) mit der Vulcan-Rakete und Rocket Lab (Neutron, ab 2026). Bei Satelliten-Internet ist Amazons Project Kuiper der wichtigste Wettbewerber, kombiniert mit dem geplanten Globalstar-Kauf. Blue Origin von Jeff Bezos verfolgt ein ähnliches Konzept wie SpaceX, hinkt aber bei der Wiederverwendung großer Raketen mehrere Jahre hinterher.

Quellen

  • CNBC | SpaceX confidentially files for IPO, setting stage for record offering | https://www.cnbc.com/2026/04/01/spacex-confidentially-files-for-ipo-setting-stage-for-record-offering.html | abgerufen am 28.04.2026
  • CNBC | Musk’s xAI, SpaceX combo is the biggest merger of all time, valued at $1.25 trillion | https://www.cnbc.com/2026/02/03/musk-xai-spacex-biggest-merger-ever.html | abgerufen am 28.04.2026
  • Sacra | SpaceX revenue, valuation & funding | https://sacra.com/c/spacex/ | abgerufen am 28.04.2026
  • The Information | SpaceX Made $8 Billion Profit in 2025 | https://www.theinformation.com/briefings/spacex-made-8-billion-profit-2025 | abgerufen am 28.04.2026
  • The Motley Fool | Why the 2026 SpaceX IPO Is Actually All About Starlink | https://www.fool.com/investing/2026/01/31/why-2026-spacex-ipo-is-actually-all-about-starlink/ | abgerufen am 28.04.2026
  • SpaceNews | Starlink set to hit $11.8 billion revenue in 2025, boosted by military contracts | https://spacenews.com/starlink-set-to-hit-11-8-billion-revenue-in-2025-boosted-by-military-contracts/ | abgerufen am 28.04.2026
  • Crunchbase News | SpaceX IPO At $1.5T Valuation Would Be 10x Larger Than Biggest VC-Backed Listing Of All Time | https://news.crunchbase.com/public/spacex-ipo-1-5t-valuation-would-break-record/ | abgerufen am 28.04.2026
  • Communications Daily | Payload: SpaceX 2025 Revenue Hit $15B | https://communicationsdaily.com/news/2026/01/16/Payload-SpaceX-2025-Revenue-Hit-15B-2601150038 | abgerufen am 28.04.2026
  • NextBigFuture | Starlink is Now the SpaceX Cash Machine | https://www.nextbigfuture.com/2025/08/starlink-is-now-the-spacex-cash-machine.html | abgerufen am 28.04.2026
  • Business Insider Deutschland | SpaceX-Themenseite | https://www.businessinsider.de/themen/spacex/ | abgerufen am 28.04.2026
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