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Telekom-Chef Tim Höttges rät den Mobilfunkern in den USA, SpaceX keine Kapazität in ihren Netzen zu vermieten. Ohne solche Verträge müsste Elon Musk für Starlink Mobile in den Städten eigene Antennen aufstellen, die Telekom-Tochter T-Mobile US betreibt nach Konzernangaben bereits 85.000.

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„Herzlich willkommen!“ Mit diesen Worten kommentierte Höttges am 12. Oktober im Livestream der Telekom mit Finanz-Influencern den Plan von SpaceX, für Starlink ein Mobilfunknetz am Boden zu errichten.[1] Am Freitag zuvor hatte die Telekom-Aktie rund 7 % verloren, nachdem SpaceX in den USA Frequenzen im 800-MHz-Band gekauft hatte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Höttges hält Mietverträge mit SpaceX für gefährlich, weil billiger Netzzugang die eigenen Endkundenpreise drückt.
  • Den Frequenzen von SpaceX stellt Höttges 400 Megahertz Spektrum und 150 Millionen Kunden von T-Mobile US gegenüber.
  • Die neuen Frequenzen gelten nur in den USA, dort liegen nach einer Schätzung von Morgan Stanley aber 62 % des Telekom-Werts.
  • Die EU will das Satellitenband für Handys 2027 bevorzugt an europäische Betreiber vergeben.

Warum fürchtet Höttges den Netzzugang mehr als die Satelliten?

Ein Sendemast mit dem orangen Schild „BELEGT“ und ein Satellitenmodell auf weißem Grund
Telekom-Chef kritisiert Satellitenfunk für Millionenstädte als ineffizient und fordert Bodeninfrastruktur von Musk ein

Für Städte mit Millionen gleichzeitiger Telefonate taugt Mobilfunk über Satellit nach Höttges’ Urteil nicht. Warum ein Signal 400 Kilometer ins All und zurück laufen solle, obwohl die Antenne 100 Meter entfernt steht, fragte der Telekom-Chef. Musk brauche deshalb eine Versorgung am Boden. Dafür habe er zuerst einen MVNO-Vertrag gesucht, also Kapazität im Netz eines etablierten Betreibers, ihn aber nicht bekommen.

Nach Höttges’ Willen sollen auch die Konkurrenten SpaceX diesen Zugang weiter verweigern. Günstige Großhandelspreise brächten die eigenen Endkundenpreise unter Druck, warnte Höttges, ein MVNO nutze nur der Auslastung des Netzes. Als Beleg nannte er Deutschland: Vodafone gewann 1&1 als Netzkunden von O2 und bekam damit einen Rivalen, der dasselbe Netz billiger verkauft. Ein MVNO-Abkommen mit SpaceX wäre nach Höttges’ Worten keine gute Idee.

Was rechnet Höttges Musk vor?

Auf den 85.000 Antennen funkt T-Mobile US nach Höttges’ Rechnung in 400 Megahertz Spektrum, für das der Konzern hohe zweistellige Milliardenbeträge bezahlt habe. SpaceX komme auf höchstens 79 Megahertz. „Die muss er erst mal bauen“, sagte der Manager über die Antennen. Investoren trauten Musk zu, übers Wasser zu gehen, Höttges selbst bleibt skeptisch.

Für seine Frequenzen zahlt SpaceX Milliarden: 2025 vereinbarte das Unternehmen mit EchoStar Käufe für rund 14,8 Milliarden Euro, für das 800-MHz-Paket von Grain Management nennt das Wall Street Journal knapp 7 Milliarden Euro. Die Telekom spielt dabei eine Doppelrolle: T-Mobile US nutzt Starlink für seinen Satellitendienst T-Satellite, in Europa arbeitet der Konzern seit März 2026 in zehn Ländern mit Starlink zusammen. Als Lückenfüller im Funkloch akzeptiert Höttges die Satelliten, als vierten Netzbetreiber nicht.

T-Mobile US gegen Starlink Mobile
Die Rechnung von Telekom-Chef Tim Höttges für den US-Markt
Was T-Mobile US nach Höttges’ Angaben hat
Mobilfunkantennen
85.000

Diese Zahl an Standorten müsste SpaceX ohne Netzmiete erst aufbauen.

Spektrum
400 MHz

SpaceX kommt nach Höttges’ Rechnung auf höchstens 79 MHz.

Kunden im Netz
150 Mio.

Starlink Mobile hat laut Höttges kaum Kunden im eigenen Mobilfunknetz.

Was auf dem Spiel steht
Frequenzkäufe von SpaceX
≈ 21,8 Mrd. €

Rund 14,8 Mrd. € an EchoStar (2025) und knapp 7 Mrd. € an Grain Management laut Wall Street Journal.

Telekom-Wert in Amerika
62 %

Diesen Anteil schätzt Morgan Stanley, die neuen SpaceX-Frequenzen gelten nur in den USA.

Netzmiete für SpaceX
abgelehnt

Höttges rät allen Netzbetreibern, SpaceX keine Kapazität zu vermieten.

Ein Netzbetreiber, der SpaceX Kapazität vermietet, verkauft dem Angreifer die Abkürzung zu den eigenen Kunden.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet der Streit für Unternehmen in Deutschland?

Ihre Mobilfunkverträge in Deutschland berührt der Frequenzkauf nicht, das Spektrum gilt nach Höttges’ Worten nur in den USA. Das Kursrisiko trifft trotzdem deutsche Anleger: Der Wirtschaftsjournalist Holger Zschäpitz zitierte im Livestream eine Rechnung von Morgan Stanley, nach der 62 % des Telekom-Werts auf Amerika entfallen.[1] Der Bund hält über die KfW und direkt rund 28 % der Telekom, die ihre Fusion mit T-Mobile US plant.

In Europa entscheidet die Frequenzvergabe 2027 über den Satellitenempfang auf dem Handy. Telekom, Vodafone, Orange und Telefónica prüfen ein gemeinsames Satellitennetz gegen Starlink, SpaceX warnt laut Politico in einem vertraulichen Papier vor den EU-Plänen. Für Ihr Unternehmen heißt das:

  • Fragen Sie bei der nächsten Vertragsverlängerung, ob Ihr Netzbetreiber Satellitenempfang für Standorte im Funkloch anbietet und über welchen Partner.
  • Planen Sie die Notfallkommunikation mit mindestens zwei Anbietern.

Quelle

1 Quelle anzeigenQuellen ausblenden
  1. Deutsche Telekom Investor RelationsLive-Webcast: Finfluencer fragen, Tim Höttges antwortet zum Thema KI, YouTube, 12. Oktober 2026, ab Minute 28:21

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