S&P Global Ratings hat am Freitag den Ausblick für Meta von stabil auf negativ gesenkt. Die Bonitätsnote bleibt bei AA-, der vierthöchsten Stufe. Für 2026 erwartet die Ratingagentur, dass Metas Investitionen den Mittelzufluss aus dem Geschäft um 39 Mrd. Dollar übersteigen, umgerechnet 33,9 Mrd. Euro, für 2027 um 61,8 Mrd. Euro.
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Ein Ausblick zeigt nach der Definition von S&P an, in welche Richtung sich eine Note in den nächsten sechs Monaten bis zwei Jahren bewegen könnte.[3] Ein Meta-Sprecher widersprach laut Reuters der Einschätzung, der Konzern könne mit KI weniger verdienen als die Konkurrenz. Meta sehe große Chancen für Produkte und Geschäft, die seine sehr gute Bonität stützten.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Meta wies im dritten Quartal erstmals einen negativen freien Cashflow aus, minus 1,84 Mrd. Euro.
- Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit Investitionen von 117 bis 126 Mrd. Euro.
- S&P erwartet, dass Meta die Finanzierungslücke 2028 vollständig mit Schulden deckt.
Womit begründet S&P den negativen Ausblick?

Die Agentur zweifelt vor allem daran, dass sich die KI-Ausgaben auszahlen. Meta habe weniger Möglichkeiten als die Konkurrenz, mit KI Geld zu verdienen. Der Konzern hat zuletzt die KI-App Muse gestartet. Wann solche neuen Einnahmequellen mehr einbringen, als sie kosten, ist laut S&P unklar.[1][2]
S&P rechnet weiterhin damit, dass die Investitionen ab 2028 langsamer wachsen. Ob Meta die Ausgaben danach wie bisher angenommen kürzt, hält die Agentur für weniger sicher. Wie hoch die künftigen Investitionen ausfallen, sei unklar, die KI-Pläne über mehrere Jahre seien „sehr ehrgeizig“. Der Cashflow nach Investitionen könnte deshalb auch nach 2028 negativ bleiben.[1][2]
Welche Rolle spielen die Mietverträge für Rechenzentren?
2025 lag Metas Verschuldungsgrad in der Rechnung von S&P beim 0,1-Fachen. Die Agentur setzt dafür die bereinigten Schulden ins Verhältnis zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Seitdem steigt er laut S&P vor allem, weil Meta Rechenzentren mietet, statt sie über Anleihen zu finanzieren. Ab dem 1,0-Fachen hält S&P die Note AA- nicht mehr für gerechtfertigt. Diese Schwelle könnte Meta schon 2027 überschreiten.[1]
In der Bilanz standen Ende September langfristige Schulden von 70,4 Mrd. Euro, nach 51,1 Mrd. Euro Ende 2025. Hinzu kommen Mietverträge für Rechenzentren, Energieanlagen und Netze über 309,5 Mrd. Euro. Meta hat sie unterschrieben, sie beginnen aber erst nach und nach bis 2036 und stehen deshalb noch nicht in der Bilanz.[4]
Meta mietet Rechenzentren, statt Anleihen auszugeben. S&P zählt die Mieten trotzdem zu den Schulden.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Anleger und Kreditgeber?
Auf neun Monate gerechnet deckt Metas Geschäft die Ausgaben noch. Von Januar bis September flossen 84,3 Mrd. Euro aus dem laufenden Geschäft zu, die Investitionen samt Tilgungen aus Finanzierungsleasing lagen bei 74,7 Mrd. Euro.[4] Für den weiteren Ausbau hat Meta in dieser Woche neue Aktien für bis zu 82,7 Mrd. Euro angekündigt.[2]
Meta ist bei S&P nicht der einzige Fall. Einen Tag zuvor nahm die Agentur bei Broadcom den positiven Ausblick zurück, weil der Chiphersteller von wenigen Großkunden abhängt. Die Note von Oracle hatte S&P in diesem Jahr auf BBB- gesenkt.[1] Steigen die Investitionen weiter schneller als erwartet, verschlechtert sich die Bonität der Konzerne, sagte Naveen Sarma, bei S&P zuständig für Medien und Telekommunikation in den USA.[1] Wie Ratingagenturen eine Note vergeben, erklärt Dr. Web am Beispiel des Länder-Ratings.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Reuters, Vallari Srivastava und Prathik JayaprakashS&P Global revises outlook on Meta to ’negative‘ on cashflow concerns (Reuters über Lufkin Daily News)
- CNBCMeta outlook revised downward by S&P on cash flow and capex concerns (CNBC)
- S&P Global RatingsS&P Global Ratings Definitions (S&P Global, abgerufen am 31. Oktober 2026)
- Meta PlatformsForm 10-Q for the quarterly period ended September 30, 2026 (US-Börsenaufsicht SEC)
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