Rund 20 statt bis zu 30 Milliarden Dollar will OpenAI laut Financial Times in seiner neuen Finanzierungsrunde einsammeln, umgerechnet etwa 17 Milliarden Euro. An der Bewertung hält der ChatGPT-Anbieter fest, sie bleibt bei 1,25 Billionen Dollar.
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Bis Freitag, den 30. Oktober, sollten laut FT die Zusagen der Geldgeber vorliegen. In der Nacht zum Samstag meldete die Zeitung die kleinere Runde, Reuters griff den Bericht auf.[1][2] Eine Stellungnahme von OpenAI lag zunächst nicht vor (Stand: Samstag, 31. Oktober, 2:30 Uhr).
Das Wichtigste in Kürze
- OpenAI senkt das angestrebte Volumen der Runde laut FT um 10 Milliarden Dollar, rund 8,7 Milliarden Euro.
- Vor gut einer Woche hatte OpenAI bereits das Bewertungsziel von 1,4 auf 1,25 Billionen Dollar gesenkt.
- Amazon hat laut eigenem Quartalsbericht seit Januar 50 Milliarden Dollar in OpenAI gesteckt, davon 21,3 Milliarden im dritten Quartal.
Warum nimmt OpenAI lieber weniger Geld?

Eine Finanzierungsrunde hat zwei Stellschrauben: den Preis, also die Bewertung, und die Menge. Beim Preis hat OpenAI schon nachgegeben, jetzt verkleinert das Unternehmen die Menge. Laut CNBC ist die Runde als Brückenfinanzierung bis zum Börsengang gedacht, den OpenAI für 2027 plant.[3] Ihr Preis wird damit zum Maßstab, an dem sich spätere Käufer der Aktie orientieren. Ein zweiter Abschlag binnen weniger Wochen hätte diesen Maßstab gesenkt, eine kleinere Summe zum alten Preis lässt ihn stehen.
Den Anlass nennt die FT schon in der Überschrift: Anleger werden bei Technologiewerten nervöser. Dazu wirbt Anthropic um dieselben Fonds und plant laut Reuters den Börsengang für November. Schon Mitte Oktober berichtete Reuters, dass OpenAI die Runde vor dem Anthropic-Börsengang abschließen will.
Woher kommt OpenAIs Geld sonst?
Das große Geld kam bisher von Partnern. Amazon hat laut seinem Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht seit Januar umgerechnet 43,5 Milliarden Euro in Vorzugsaktien von OpenAI investiert.[4] Im selben Jahr hat OpenAI seinen Vertrag über Cloud-Dienste von AWS um 100 Milliarden Dollar über acht Jahre erweitert. Ein Teil des Geldes fließt also als Miete für Rechenzentren zurück. Amazon selbst hat seit Januar umgerechnet 100 Milliarden Euro an Anleihen und Krediten aufgenommen.
Ähnlich bei Microsoft: Der Konzern hält rund 24 Prozent an OpenAI und setzte von Juli bis September mit dem ChatGPT-Anbieter umgerechnet 8,7 Milliarden Euro um.[5] Für Rechenleistung will OpenAI laut CNBC bis 2030 rund 522 Milliarden Euro ausgeben. Die neue Runde deckt davon rechnerisch ein Dreißigstel.
Lieber weniger Geld als ein zweiter Preisnachlass: OpenAI schützt die Bewertung, an der sich der Börsengang messen wird.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Firmen, die OpenAI nutzen?
Bestehende Verträge berührt das nicht. Die kleinere Runde zeigt aber, dass auch OpenAI um Geldgeber werben muss. OpenAI-Modelle bekommen Firmen auch über Cloud-Anbieter: Amazon will laut Quartalsbericht Dienste mit OpenAI-Modellen auf AWS anbieten, Google Cloud verkauft sie ebenfalls. Für Firmen heißt das:
- Halten Sie fest, ob Ihre Anwendungen OpenAI-Modelle direkt oder über einen Cloud-Anbieter beziehen. Davon hängt ab, wer Preise und Vertragsbedingungen festlegt.
- Ab dem 12. Januar 2027 dürfen Anbieter von Cloud-Diensten in der EU für einen Wechsel kein Entgelt mehr verlangen.[6] Bauen Sie Anwendungen so, dass sich das Modell austauschen lässt.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Financial TimesOpenAI slashes funding target by $10bn as tech anxieties mount (31. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
- ReutersOpenAI cuts funding target by $10 billion, FT reports
- CNBCOpenAI nears up to $30 billion funding round at $1.25 trillion valuation led by UAE investors
- AmazonQuartalsbericht (Form 10-Q) für das dritte Quartal 2026 (SEC)
- MicrosoftQuartalsbericht (Form 10-Q) für das Quartal bis 30. September 2026 (SEC)
- EU-DatenverordnungVerordnung (EU) 2023/2854 (Data Act), Artikel 29
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