Strategy-Gründer Michael Saylor hält bis zu 30 Mrd. Dollar (26,1 Mrd. Euro) an neuen Vorzugsaktien für möglich, ohne dafür neue Stammaktien auszugeben oder auf einen steigenden Bitcoin-Kurs angewiesen zu sein. Saylor äußerte sich laut Cointelegraph am 29. Oktober in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Laut Quartalsbericht verkaufte Strategy 2026 Bitcoin für 431,8 Mio. Dollar (376 Mio. Euro), um einen Teil der Dividenden und Rückkäufe zu bezahlen.[1]
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Am 28. Oktober billigten die Aktionäre laut Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC eine Dividende für jeden Kalendertag bei vier Serien von Vorzugsaktien, auch an Wochenenden und Feiertagen; die Luxemburger Euro-Serie STRE gehört nicht dazu.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Saylor hält laut Cointelegraph bis zu 26,1 Mrd. Euro an neuen Vorzugsaktien für möglich, als festes Ziel nannte er die Summe nicht.
- Seit Ende Juli wuchs der Bitcoin-Bestand um 4.742 auf 848.517 Bitcoin, im ersten Halbjahr kaufte Strategy 174.895.
- Finanzchef Andrew Kang tritt zum 5. November zurück, ab 2027 teilen sich Vorstandschef Phong Le und Reza Virasteh die Aufgabe.
Was hat Saylor angekündigt?

Saylor ist Gründer von Strategy und Vorsitzender des Verwaltungsrats. In der Mitteilung zum Quartal schreibt er: „Wir stehen am Anfang des nächsten Bitcoin-Bullenmarkts.“ Banken öffneten sich für Bitcoin, die Nachfrage institutioneller Anleger ziehe wieder an. Zudem liege der Kurs 21 Prozent über seinem Durchschnitt der vergangenen 200 Wochen.[1] Neue Bitcoin will Strategy vor allem mit Vorzugsaktien bezahlen, sagte Vorstandschef Phong Le laut Cointelegraph. Saylor nannte dafür eine Spanne von 8,7 bis 26,1 Mrd. Euro, die die heutige Bilanz nach seinen Worten trägt.[3]
Den operativen Gewinn von 18,19 Mrd. Euro (20,91 Mrd. Dollar) im dritten Quartal lieferte allein die Neubewertung der Bitcoin. Das Softwaregeschäft setzte 109 Mio. Euro um, drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auf die Vorzugsaktien zahlte Strategy im Quartal 365 Mio. Euro Dividende.[1]
Finanzchef Andrew Kang verlässt Strategy zum 5. November laut Unternehmen aus persönlichen Gründen. Bis Jahresende leitet Le die Finanzabteilung, danach teilen sich Le und Reza Virasteh die Verantwortung.[5]
Warum setzt Saylor auf Vorzugsaktien?
Im dritten Quartal finanzierte sich Strategy fast nur über neue Stammaktien, sie brachten 4,71 Mrd. Euro (5,41 Mrd. Dollar), aus Vorzugsaktien kam nichts. Für die Stammaktionäre zahlt sich diese Finanzierung derzeit nicht aus: Die Kennzahl „BTC Yield“, die den Bitcoin-Bestand je Aktie misst, lag Ende Oktober für 2026 bei minus 3,7 Prozent. Jede Aktie steht also für weniger Bitcoin als im Januar. Vorzugsaktien erhöhen die Zahl der Stammaktien nicht, kosten aber feste Dividenden. Die Serie STRC zahlt derzeit 12 Prozent im Jahr.[1]
Weil STRC unter den Nennwert von 100 Dollar gefallen war, kaufte Strategy in diesem Jahr knapp 21 Millionen Papiere für 1,77 Mrd. Euro (2,04 Mrd. Dollar) zurück. Eine Dollar-Reserve von 4,41 Mrd. Euro soll Dividenden und Zinsen für 3,4 Jahre absichern. Der Verwaltungsrat erlaubt ausdrücklich Bitcoin-Verkäufe, um Dividenden, Zinsen und Rückkäufe zu bezahlen.[1] Im zweiten Quartal trennte sich Strategy von 1.395 Bitcoin, im Vorjahreszeitraum von keinem.[4]
Was bedeutet das für Anleger in Europa?
Europäischen Anlegern bietet Strategy die Vorzugsaktie STRE an, ein unbefristetes Papier mit 100 Euro Nennwert und 10 Prozent Dividende. Das Papier ist an der Luxemburger Börse im Segment Euro MTF notiert und zahlt vierteljährlich in Euro. Eine eigene Euro-Reserve hält Strategy nicht, für die Dividenden tauscht das Unternehmen Dollar in Euro um. Im Quartalsbericht zum Juni warnt Strategy zudem vor geringer Liquidität in Luxemburg.[4]
Käufer von STRE tragen neben dem Bitcoin-Risiko auch das Wechselkursrisiko, denn Strategy zahlt die Euro-Dividende aus Dollar-Beständen.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Strategy geht davon aus, dass seine Ausschüttungen auf Vorzugsaktien nach US-Bundessteuerrecht mindestens zehn Jahre als steuerfreie Kapitalrückzahlung gelten. Diese Einschätzung betrifft nur das US-Steuerrecht, Strategy verweist Anleger ausdrücklich an ihre Steuerberater.[1] Unter Beobachtung steht Strategy auch bei MSCI, dessen Entscheidung über den Indexplatz Saylor Mitte Oktober kritisierte. Ob Strategy den Rahmen von bis zu 26,1 Mrd. Euro ausschöpft, werden die laufenden Meldungen zu Aktienverkäufen und Bitcoin-Käufen an die SEC zeigen.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Strategy Inc bei der SECStrategy Announces Third Quarter Financial Results (Form 8-K, Exhibit 99.1, 29.10.2026, englisch)
- Strategy Inc bei der SECForm 8-K, Items 3.03, 5.03 und 5.07 (29.10.2026, Abstimmung vom 28.10.2026, englisch)
- CointelegraphStrategy eyes more Bitcoin buys as Saylor touts $30B credit capacity (30.10.2026, englisch)
- Strategy Inc bei der SECForm 10-Q for the quarterly period ended June 30, 2026 (03.08.2026, englisch)
- Strategy Inc bei der SECForm 8-K, Items 2.02 und 5.02 (29.10.2026, Wechsel im Finanzressort, englisch)
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