Gut ein Drittel seines Umsatzes hat SpaceX im dritten Quartal mit einem einzigen Kunden gemacht, laut Bloomberg mit dem KI-Entwickler Anthropic. Die Verträge über bis zu 104,8 Mrd. Euro haben feste Laufzeiten bis Januar und März 2027. Danach können beide Seiten mit 90 Tagen Frist kündigen.
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Im dritten Quartal setzte SpaceX 12,7 Mrd. Euro um. Davon stammten 34,5 Prozent, rund 4,4 Mrd. Euro, von einem Kunden, den der Quartalsbericht nur „Kunde B“ nennt und der KI-Sparte zuordnet. Ein Jahr zuvor lag er noch unter der Meldeschwelle von 10 Prozent.[1] Bloomberg führt die größte Umsatzquelle von SpaceX auf den Vertrag mit Anthropic zurück.[2] Umgerechnet wird mit 0,87 Euro je Dollar (Stand 30. Oktober 2026).
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Kunde brachte SpaceX im dritten Quartal 34,5 Prozent des Umsatzes, laut Bloomberg Anthropic.
- In der KI-Sparte stammen damit rund zwei Drittel der Erlöse von diesem Kunden.
- Anthropic hat bis 2029 bis zu 104,8 Mrd. Euro zugesagt, ab Dezember rund 2,7 Mrd. Euro im Monat.
- Nach den festen Laufzeiten können beide Seiten mit 90 Tagen Frist kündigen.
Wie viel hängt an einem Kunden?

Die KI-Sparte von SpaceX setzte im dritten Quartal 6,6 Mrd. Euro um, mehr als Starlink und Raketen zusammen. Rund zwei Drittel davon kamen von Kunde B. In den ersten neun Monaten waren es 5,7 Mrd. Euro, der Großteil davon im dritten Quartal.[1] Außer Kunde B überschritt nur Kunde A die Schwelle von 10 Prozent, mit 16,6 Prozent über alle drei Sparten.
Anthropic hat die Verträge mit SpaceXAI, der KI-Tochter von SpaceX, zwischen Mai und Oktober abgeschlossen und mehrfach erweitert. Bis 2029 sagt das Unternehmen Ausgaben von bis zu 104,8 Mrd. Euro zu. Sobald im Dezember die volle Rechenleistung bereitsteht, zahlt Anthropic rund 2,7 Mrd. Euro im Monat.[3] Auf ein Quartal gerechnet sind das 8,1 Mrd. Euro, fast zwei Drittel des gesamten SpaceX-Umsatzes im dritten Quartal.
Warum kann Anthropic so leicht kündigen?
SpaceX vermietet Rechenleistung mit Nvidia-Chips gegen feste Monatsgebühren. Solche Verträge laufen laut Quartalsbericht in der Regel drei Jahre, beide Seiten können mit 90 Tagen Frist aussteigen.[1] Anthropic nennt im Börsenprospekt die Einzelheiten: Die Verträge sind bis Januar beziehungsweise März 2027 unkündbar, erst danach gilt die Frist.[3]
Mit Amazon hat Anthropic anderes vereinbart. Diese Zusage ist nicht kündbar, solange Amazon den Vertrag nicht wesentlich verletzt.[3] Rechenleistung bezieht Anthropic außerdem von Google, Microsoft, Nscale und Lambda. Für Chips von Broadcom haben Banken und Blackstone 63 Mrd. Dollar bereitgestellt, ab 2027 kommen Systeme von AMD hinzu.
Wer braucht wen mehr?
Anthropic verteilt seinen Bedarf auf mindestens sieben Anbieter. SpaceX dagegen hat seine Investitionen auf Rechenzentren ausgerichtet: Ende September standen Server und Netzwerktechnik für 37,6 Mrd. Euro in der Bilanz, fast doppelt so viel wie Ende 2025.[1] Für das vierte Quartal plant SpaceX Investitionen von bis zu 34,8 Mrd. Euro, bezahlt aus Börsengang und Anleihen. Laut Financial Times verhandelt der Konzern zudem über Kredite für Nvidia-Chips.
Auch bei den offenen Rechnungen zeigt sich die Abhängigkeit. Auf einen einzelnen Kunden entfielen Ende September 27,7 Prozent der Forderungen, rund 1,2 Mrd. Euro. Ende 2025 erreichte kein Kunde 10 Prozent.[1] Welcher Kunde das ist, nennt SpaceX nicht.
Anthropic zahlt SpaceX mehr als jeder andere Kunde und kann nach dem März 2027 mit drei Monaten Frist kündigen. Diese Frist gehört in jede Bewertung der KI-Sparte.
Michael Dobler, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Anleger und Claude-Kunden?
Für Anleger wird der Anteil von Kunde B in den nächsten Quartalsberichten zur wichtigsten Zahl der KI-Sparte. Kündigt Anthropic nach dem Ende der festen Laufzeiten, fällt der größte Umsatzposten drei Monate später weg.
Für Unternehmen, die Claude einsetzen, ändern die Verträge am Angebot nichts. Anthropic bezieht seine Rechenleistung aus mehreren Quellen, ein Ausstieg träfe vor allem den Umsatz von SpaceX.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- SpaceXQuartalsbericht Form 10-Q zum 30. September 2026, Note 3 „Revenue“, Note 5 und Abschnitt zu den Cloud-Verträgen (SEC)
- BloombergSpaceX’s Largest Revenue Source Is a Finite Deal With Anthropic (29. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
- AnthropicBörsenprospekt Form S-1, Abschnitt zu den vertraglichen Verpflichtungen (SEC)
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- 80 von 261 Seiten: Anthropic warnt im Börsenprospekt vor existenziellen KI-Risiken
