Knapp 30 Geldgeber zahlen 105,5 Milliarden Yuan, umgerechnet 14,2 Milliarden Euro, in die zweite Finanzierungsrunde des chinesischen KI-Entwicklers DeepSeek. Investoren mit staatlichem Hintergrund stellen laut The Information 27 Prozent der Summe, in der ersten Runde im Frühjahr waren es 2 Prozent. Neu im Kreis sind der Speicherhersteller CXMT und der Chipfertiger SMIC.
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Am 22. Oktober meldete das US-Techportal The Information den Abschluss der Runde, noch ohne Namen. Die Liste der Geldgeber legte es am 30. Oktober nach und beruft sich auf zwei mit der Runde vertraute Personen.[1] DeepSeek hat weder die Summe noch die Investoren bestätigt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Runde ist mit 14,2 Milliarden Euro gut doppelt so groß wie die erste im Frühjahr.
- Tencent und CATL bleiben die größten Geldgeber, neu sind unter anderem CXMT, SMIC, Meituan und Xiaohongshu.
- Der Anteil staatsnaher Investoren steigt von 2 auf 27 Prozent.
- In der ersten Runde verzichteten die Geldgeber auf Stimmrechte, ausgenommen war der staatliche KI-Fonds.
Welche Geldgeber zahlen wie viel?

Tencent zahlt wie im Frühjahr 10 Milliarden Yuan, rund 1,35 Milliarden Euro. Batteriehersteller CATL und sein Chef Zeng Yuqun verdoppeln ihren Beitrag auf zusammen 10 Milliarden Yuan.[1] China Mobile, China Telecom, die Investmentbanken CICC und Citic Securities sowie der Versicherer China Life geben laut dem Bericht je 2 bis 8 Milliarden Yuan, rund 270 Millionen bis 1,08 Milliarden Euro.
Vivo, Meituan, Midea, Luxshare, Geely, Trip.com und Xiaohongshu steuern je 1 bis 3 Milliarden Yuan bei, rund 135 bis 405 Millionen Euro. Unter den Finanzinvestoren zahlt Boyu Capital 3,5 Milliarden Yuan, IDG Capital kommt über beide Runden auf 6,5 Milliarden Yuan, rund 877 Millionen Euro.[1]
Warum steigen Staatskonzerne und Chipfirmen ein?
Geldgeber mit staatlichem Hintergrund kommen über beide Runden auf rund 19 Prozent, Technologiefirmen auf etwa 42 Prozent. Als Grund für die verdoppelte Summe nennt The Information steigende Preise für Hochleistungschips und Sorgen vor einer Blase in der KI-Branche.[1] Geplant waren im Sommer 50 Milliarden Yuan, Mitte Oktober berichtete Caijing bereits von rund 100 Milliarden Yuan bei unveränderter Bewertung.
Mit CXMT, Chinas größtem Hersteller von Arbeitsspeicher, und dem Auftragsfertiger SMIC zahlen zwei Firmen ein, deren Chips in KI-Rechenzentren stecken. DeepSeek hatte im Juli selbst Aktien von CXMT gezeichnet, damit sind beide Firmen wechselseitig beteiligt. Ähnlich hält es Nvidia, das bei Meta einsteigt, während Meta mehr Nvidia-Chips einsetzt. Zugleich entwirft DeepSeek laut einem Bericht die nächste Generation von Huaweis KI-Chips mit.
Mitsprache kauften die Geldgeber in der ersten Runde kaum. Alle zahlten in eine Gesellschaft von Gründer Liang Wenfeng ein, verzichteten auf Stimmrechte und sagten fünf Jahre Haltefrist zu, sofern DeepSeek nicht vorher an die Börse geht. Ausgenommen war allein der staatliche KI-Fonds.[1]
Bei DeepSeek gelten für alle Geldgeber dieselben Regeln, nur nicht für den staatlichen KI-Fonds. Diese Ausnahme sagt mehr als die 27 Prozent.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet die Runde für Investoren und Anwender in Europa?
US-Geldgeber fehlen auf der Liste, Washington will ihnen den Einstieg bei Chinas KI-Start-ups verbieten. Die EU-Kommission empfiehlt den Mitgliedstaaten seit Januar 2025, Investitionen von EU-Investoren in KI-Firmen in Drittstaaten zu überprüfen. Erfasst sind generative Modelle, deren Training mehr als 1025 Rechenoperationen erforderte. Ihre Berichte dazu sollten die Mitgliedstaaten bis 30. Juni 2026 vorlegen.[2]
Für Unternehmen, die DeepSeek-Modelle über die Programmierschnittstelle nutzen, ändert die Runde am Vertrag nichts. Die vollständige Eigentümerliste zeigt erst der Prospekt für den Börsengang in Schanghai. Klären Sie bis dahin in der Lieferantenbewertung, welche Daten an DeepSeeks Server gehen, und betreiben Sie die frei herunterladbaren DeepSeek-Modelle für vertrauliche Vorgänge auf eigener Hardware.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- The InformationDeepSeek’s $16 Billion Funding: Chinese Tech Titans and State Players (englisch, hinter Bezahlschranke)
- Europäische KommissionEmpfehlung (EU) 2025/63 zur Überprüfung von Investitionen in Drittstaaten in Technologiebereiche, die für die wirtschaftliche Sicherheit der Union von entscheidender Bedeutung sind (Amtsblatt L)
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