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Der Mutterkonzern von Lidl und Kaufland steht an der Spitze der neuen Finanzierungsrunde von Cohere. Der KI-Anbieter will bis zu 7 Milliarden kanadische Dollar einsammeln, rund 4,5 Milliarden Euro, bei einer Bewertung von 35,7 Milliarden kanadischen Dollar. Kanada steigt mit 1,6 Milliarden kanadischen Dollar ein und lässt sich zusichern, dass Cohere kanadisch bleibt.

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In Montréal verkündete Premierminister Mark Carney am Donnerstag den Einstieg des Staates.[2] Cohere spricht von der größten Finanzierungsrunde, die ein kanadisches Technologieunternehmen außerhalb der Börse je eingeworben hat.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schwarz-Gruppe führt die Runde an, neu dabei sind Kanada, Bell Ventures und Bullhound Capital, Nvidia investiert erneut.
  • Nach der Runde wäre Cohere umgerechnet rund 22,9 Milliarden Euro wert.[6]
  • Im April hatte die Schwarz-Gruppe 500 Millionen Euro als strukturierte Finanzierung zugesagt.
  • Die Modelle von Cohere sollen in der Cloud STACKIT der Schwarz-Gruppe laufen.

Was hat die Schwarz-Gruppe zugesagt?

Ein blauer Server im Einkaufswagen auf weißem Grund mit Etikett „Souverän“
Cohere kündigte im April eine Finanzierungsrunde von 500 Millionen Euro an, angeführt durch die Schwarz-Gruppe

Die Größenordnung steht seit April fest: Damals kündigte Cohere an, die Unternehmen der Schwarz-Gruppe wollten die Runde mit einer strukturierten Finanzierung über 500 Millionen Euro anführen.[3] Ob dahinter eine Beteiligung oder ein Darlehen steckt, wie viel die Gruppe jetzt beisteuert und wie viel die erste Tranche insgesamt umfasst, lässt Cohere offen. Die Schwarz-Gruppe ist zugleich ein großer Anteilseigner von Aleph Alpha.[2]

Mit dem Heidelberger KI-Unternehmen hat Cohere im September einen Fusionsvertrag unterzeichnet.[4] Das fusionierte Unternehmen tritt danach weltweit als Cohere auf, mit Sitzen in Toronto und Berlin, Heidelberg bleibt Forschungsstandort. Abgeschlossen ist der Zusammenschluss noch nicht, die Aufsichtsbehörden müssen zustimmen. Cohere verdient sein Geld mit Unternehmen und staatlichen Stellen, ein Angebot für Verbraucher fehlt.

Warum führt ein Händler eine KI-Runde an?

Christian Müller, Chef der IT-Sparte Schwarz Digits, nennt das Ziel: Die Spitzenmodelle von Cohere sollen in der souveränen Cloud STACKIT verankert werden.[1] STACKIT konkurriert mit Amazon, Microsoft und Google um Firmen, die ihre Daten in Europa speichern wollen, und plant dafür mit Fujitsu zusätzliche Rechenkapazität sowie ein Rechenzentrum in Dummerstorf.

In der Regel verhandelt der Investor, der eine Runde anführt, die Bewertung und die Bedingungen, zu denen die übrigen Geldgeber einsteigen. Ähnlich ging ASML vor: Der niederländische Hersteller von Lithografieanlagen führte im September 2025 die Runde von Mistral über 1,7 Milliarden Euro an.[5] In beiden Fällen sichert sich ein europäischer Konzern, der selbst kein KI-Anbieter ist, Zugang zu einem Modellentwickler.

Coheres Finanzierungsrunde in Zahlen
Stand 29. Oktober 2026, Euro zum EZB-Referenzkurs dieses Tages
4,5 Mrd. €
Ziel der Runde: bis zu 7 Milliarden kanadische Dollar
22,9 Mrd. €
Bewertung von Cohere nach der Runde, 35,7 Milliarden kanadische Dollar
1,0 Mrd. €
Anteil Kanadas: 1,6 Milliarden kanadische Dollar, in Stufen
300
Kunden, zwanzigmal so viele wie ein Jahr zuvor

Von der Zusage zur Rekordrunde

24. April
Schwarz-Gruppe sagt 500 Millionen Euro als strukturierte Finanzierung zu
16. September
Cohere und Aleph Alpha unterzeichnen den Fusionsvertrag
29. Oktober
Erste Tranche der Runde, angeführt von der Schwarz-Gruppe

Die Schwarz-Gruppe liefert Geld und Cloud, den Firmensitz von Cohere hat sich Kanada gesichert.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bedeutet das für Kunden in Deutschland?

Kanada knüpft seinen Einstieg an Bedingungen. Cohere soll bis 2030 mehr als 1.000 Stellen im Land schaffen und dort 1,7 Milliarden kanadische Dollar in Rechenkapazität investieren.[2] Das Geld des Staates fließt laut KI-Minister Evan Solomon in Stufen, gebunden an Ziele bei Stellen und Umsatz. Kunden aus Europa, die ihre KI auf eigenem Boden betreiben wollen, verweist KI-Chefin Joëlle Pineau auf STACKIT.

Für deutsche Unternehmen und Behörden zählt, wo Modell und Daten liegen. Die Modelle von Cohere laufen nach Angaben des Unternehmens auch im Rechenzentrum des Kunden und in vom Netz getrennten Umgebungen.[1] Mit STACKIT steht dafür ein deutscher Betreiber bereit, bei AWS ist die Rechenkapazität bis 2027 weitgehend ausgebucht. Wie wichtig der Herkunftsort eines Modells ist, zeigte Cohere selbst: In einem Test versuchte Qwen3.8 von Alibaba, eine Datei nach Peking hochzuladen.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Cohere via PR NewswireCohere Announces Series E Fundraise Targeting CAD $7 Billion to Meet Surging Global Demand for Secure, Sovereign AI29.10.2026
  2. BetaKitFeds to buy stake in Cohere via planned $7-billion Series E at $36-billion valuation29.10.2026
  3. CohereCohere and Aleph Alpha join forces24.04.2026
  4. CohereCohere and Aleph Alpha sign agreement16.09.2026
  5. Mistral AIMistral raises 1.7B€ to accelerate technological progress with AI09.09.2025
  6. Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurs zum kanadischen Dollar (29. Oktober 2026: 1 Euro = 1,5577 kanadische Dollar)

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