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Li Auto kann einem Teil der Käufer seines Elektro-Vans MEGA die zugesagte Batterie von CATL nicht liefern. Kunden, die das Auto trotzdem abnehmen, bekommen die hauseigene Batterie und Zusatzleistungen im Wert von 3.500 Yuan, rund 470 Euro. Beim Rücktritt zahlt der Hersteller die Anzahlung doppelt zurück.

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„Die Liefermenge an Batterien ist insgesamt begrenzt, die Lücke beim Kontingent besteht tatsächlich“, sagte der Kundendienst von Li Auto dem Portal Sina Tech. Zuvor hatten mehrere Käufer berichtet, dass ihr MEGA nicht wie vereinbart mit CATL-Batterie geliefert wird, obwohl sie den Van vor dem 7. September, 15 Uhr, verbindlich bestellt hatten.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Einem Teil der Käufer mit verbindlicher Bestellung bis zum 7. September, 15 Uhr, fehlen die zugesagten CATL-Zellen.
  • Zur Wahl stehen die Li-Auto-Batterie mit Zusatzleistungen oder der Rücktritt, bei dem die Anzahlung doppelt zurückfließt, rund 1.350 Euro.
  • CATL-Zellen waren ohnehin nur für die erste Auslieferung geplant, danach stellt Li Auto alle Modelle auf die eigene Batterie um.
  • Ab dem 18. Februar 2027 zeigt in der EU ein Batteriepass, wer die Batterie eines Elektroautos hergestellt hat.

Was bietet Li Auto den betroffenen Käufern?

Eine weiße Batterie und ein oranges Schild mit „vergriffen“ auf weißen Podesten vor grau
Li Auto bietet Kunden beim MEGA Zusatzleistungen im Wert von 470 Euro für den Wechsel zur Eigenentwicklung-Batterie oder 1.350 Euro Rückerstattung bei Rücktritt

Kunden, die beim MEGA bleiben, wechseln auf die selbst entwickelte Batterie und erhalten Zusatzleistungen im Wert von 3.500 Yuan, rund 470 Euro. Beim Rücktritt erstattet Li Auto die Anzahlung von 5.000 Yuan und legt weitere 5.000 Yuan dazu, zusammen rund 1.350 Euro.[1] Wie viele Käufer betroffen sind, sagt Li Auto nicht.

Die Verdopplung schreibt Artikel 587 des chinesischen Zivilgesetzbuchs vor: Ein Verkäufer, der eine Anzahlung angenommen hat und nicht vertragsgemäß liefert, zahlt den Betrag doppelt zurück.[2] Li Auto wickelt den Rücktritt ausdrücklich als eigenen Vertragsbruch ab.[1]

Gebaut werde in der Reihenfolge der Bestellungen, erklärte der Kundendienst. Als Ausweg empfehlen die Berater die hauseigene Lianshan-Batterie, für die der Hersteller seit dem 20. Oktober einen Neuwagen verspricht, falls sich der Akku wegen eines Mangels entzündet.[1]

Warum reichen die CATL-Zellen nicht?

CATL war von Beginn an nur als Übergang vorgesehen. Laut Li Autos Mitteilung vom 7. September sollten allein die ersten ausgelieferten Exemplare des neu aufgelegten MEGA Schnellladezellen von CATL bekommen. Danach wechselt die Fertigung komplett auf die eigene Batterie, die mit derselben C-Rate von 5C rechnerisch in zwölf Minuten voll ist.[3]

Weil in den ersten Tagen mehr Bestellungen eingegangen waren als erwartet, war der CATL-Vorrat schon damals fast aufgebraucht. Vans mit Bestellung ab dem 7. September, 15 Uhr, bekommen deshalb die Li-Auto-Batterie und werden ab November ausgeliefert.[3] Sieben Wochen später reicht der Vorrat nicht einmal für alle früheren Bestellungen.

Auch das Familien-SUV i9 startet mit CATL-Zellen und wechselt nach dem Hochlauf der eigenen Fertigung.[3] Chinas Autobauer verteilen ihren Zellbedarf auf mehrere Lieferanten, was CATL an der Börse viel Wert kostete. Li Auto hat sich zudem am Zellhersteller Sunwoda beteiligt.

Li Auto hat sich bei der Nachfrage verschätzt. Umplanen müssen ausgerechnet die Kunden, die am frühesten bestellt haben.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Li Auto MEGA: Zwei Wege für betroffene Käufer
Angebote von Li Auto, umgerechnet zum EZB-Kurs vom 29.10.2026 (1 Euro = 7,4144 Yuan)
7. Sept.
Bis 15 Uhr verbindlich bestellte MEGA sollten Zellen von CATL bekommen
470 €
Zusatzleistungen für Käufer, die auf die Li-Auto-Batterie wechseln
1.350 €
zurück beim Rücktritt: die Anzahlung doppelt
ab Nov.
Auslieferung mit Li-Auto-Batterie für spätere Bestellungen

Was heißt das für Käufer in Europa?

Der Engpass trifft vorerst nur Kunden in China, denn Li Auto will erst 2027 in Norwegen und den Niederlanden starten. In der EU braucht ab dem 18. Februar 2027 jede neu in Verkehr gebrachte Elektrofahrzeugbatterie einen digitalen Batteriepass. Öffentlich einsehbar sind darin unter anderem Hersteller, Fertigungsort und chemische Zusammensetzung.[4]

Bezieht ein Hersteller Zellen von mehreren Lieferanten, lassen Sie sich Batterielieferant und Zellchemie gerne im Kaufvertrag zusichern. Fragen Sie zudem nach der Garantie, denn Li Autos Neuwagenzusage bei Akkubränden gilt nur für Akkus aus eigener Entwicklung. Wie lange ein Akku durchhält, bestimmt den Wiederverkaufswert mit, wie unser Ratgeber zur Akku-Degradation zeigt.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Kuai Keji, Abdruck bei Sina曝宁德电池供应不足 理想MEGA订单无法按约交付:官方给补偿方案 (chinesisch)29.10.2026
  2. The Paper, Wortlaut des Zivilgesetzbuchs der Volksrepublik China定金和订金,有何不同?《民法典》这样规定 (chinesisch)19.08.2024
  3. Li Auto, Mitteilung zur Eigenbatterie, nach Dahe Caifang bei 10jqka理想汽车:自研电池将全面搭载到所有车型 (chinesisch)07.09.2026
  4. Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und AltbatterienArtikel 77 sowie Anhänge VI und XIII (Amtsblatt der EU)

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