Artikel teilen

DeepSeek-Gründer Liang Wenfeng spricht nach Berichten chinesischer Wirtschaftsmedien mit Gründern von Roboter-Start-ups und prüft, ob sein Unternehmen eine eigene Robotik-Abteilung aufbaut oder Anteile an solchen Firmen kauft. Laut Bloomberg will DeepSeek die erste Finanzierungsrunde des Start-ups Winverse AI anführen. Im Mai stand die Robotik in Liangs Fahrplan noch an letzter Stelle.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

Sprachmodell, schrittweises Schlussfolgern, KI-Agent, kontinuierliches Lernen, Selbstverbesserung und erst am Ende der Roboter: So beschrieb Liang im Mai vor Investoren seinen Weg zur allgemeinen KI, wie chinesische Medien aus einem Gesprächsprotokoll zitieren.[3] Mit dem Roboter anzufangen, nannte er damals eine Plackerei.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Phoenix Tech prüft Liang ein eigenes Robotik-Team oder Beteiligungen an Start-ups.
  • Laut Bloomberg führt DeepSeek die erste Finanzierungsrunde von Winverse AI an, der Abschluss steht aus.
  • Eine Beteiligung am Start-up des Robotikforschers Yu Tao ist unbestätigt.
  • Maschinen mit lernender Sicherheitstechnik müssen in der EU ab 2027 von einer notifizierten Stelle geprüft werden.

Was plant Liang Wenfeng in der Robotik?

Prozessor-Chip mit angehängtem Preisschild und Aufschrift „SUCHT KÖRPER“ auf hellem Grund
Liang trifft sich regelmäßig mit Robotik-Gründern und diskutiert über ein eigenes Team oder Beteiligungen. Liang verfügt über wenig Erfahrung im Bereich

Phoenix Tech berichtete am 12. Oktober unter Berufung auf mehrere Informanten, Liang treffe sich oft mit Gründern aus der Robotik.[1] Im Gespräch seien ein eigenes Robotik-Team oder Beteiligungen. Liang sei auf dem Gebiet wenig erfahren und lerne gerade, zitiert das Portal einen Informanten. DeepSeek äußerte sich nicht.

Am selben Tag meldete Bloomberg die erste konkrete Beteiligung: DeepSeek habe zugesagt, die Seed-Runde von Winverse AI mit einem zweistelligen Millionenbetrag in Dollar anzuführen. Danach wäre das Start-up des früheren Tencent-Forschers Hu Han rund 400 Millionen Dollar wert, umgerechnet 348 Millionen Euro. Abgeschlossen ist das Geschäft laut Bloomberg noch nicht. Branchenkenner sagten Phoenix Tech, Winverse entwickle vor allem Technik, die KI-Modelle schneller rechnen lässt, und weniger Roboter.

Das Branchenportal Touzijie nennt ein zweites Ziel: das Start-up von Yu Tao, zuvor beim Roboterhersteller LimX Dynamics für die Basismodelle humanoider Roboter zuständig.[2] In zwei Runden sei die Firma mit 61 und dann 174 Millionen Euro bewertet worden, DeepSeek zähle zu den Geldgebern. Bestätigt ist das nicht.

Warum holt DeepSeek die Robotik nach vorn?

Ein Grund ist OpenAIs Vorsprung. Im September steuerte GPT-6 Astra in einem Test von RoboCurve einen Roboterarm und legte in 19 von 20 Versuchen einen Bauklotz in eine Schüssel.[3] DeepSeek liege bei einigen Fähigkeiten hinter GPT-6, soll Liang selbst eingeräumt haben, berichtet Phoenix Tech.[1]

Das Geld liegt bereit. In der zweiten Runde sammelt DeepSeek nach einem Caijing-Bericht rund 13,4 Milliarden Euro ein. Bei Unitree stieg das Unternehmen im August mit 18 Millionen Euro beim Börsengang ein, mit 36 Monaten Sperrfrist.

Chinas Robotik-Start-ups fehlen neue Geldgeber. Laut Touzijie sammelte die Branche im ersten Halbjahr 2026 mehr als 90 Milliarden Yuan ein, rund 12 Milliarden Euro. Seit dem Sommer stocken die Runden. In Hongkong warten 40 bis 50 Firmen auf ihren Börsengang, manche Gründer hoffen auf einen Verkauf an Liang.

Liang Wenfengs Wege in die Robotik
Was belegt ist, was berichtet wird und was offen bleibt
Liangs Fahrplan zur allgemeinen KI, Stand Mai 2026
  • Sprachmodell
  • schrittweises Schlussfolgern
  • KI-Agent
  • kontinuierliches Lernen
  • Selbstverbesserung
  • Roboter als letzte Stufe

Laut Gesprächsprotokoll mit Investoren, das chinesische Medien zitieren

Unitree
Belegt, August 2026
18 Mio. €

Aktien beim Börsengang, 36 Monate Sperrfrist, dazu eine Kooperationsvereinbarung

Winverse AI
Laut Bloomberg, nicht abgeschlossen
348 Mio. €

Bewertung nach der Seed-Runde, die DeepSeek anführen soll; Gründer ist der frühere Tencent-Forscher Hu Han

Start-up von Yu Tao
Laut Touzijie, unbestätigt
174 Mio. €

Bewertung in der zweiten Runde nach 61 Mio. € in der ersten; DeepSeek soll unter den Geldgebern sein

Ein Sprachmodell für den Roboter ist in Wochen eingekauft, die Zulassung für Europas Werkshallen dauert länger.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zitat teilen

Was heißt das für Unternehmen im DACH-Raum?

Ab dem 20. Januar 2027 gilt die EU-Maschinenverordnung. Übernimmt ein eingebettetes, selbstlernendes KI-System Sicherheitsfunktionen einer Maschine, muss eine notifizierte Stelle die Maschine prüfen. Im Juli 2025 war dafür laut Bundesregierung keine Stelle notifiziert und kein passendes Produkt marktreif.[4]

Neura Robotics aus Metzingen sammelte im Juni Zusagen über bis zu 1,2 Milliarden Euro ein. Wollen Sie solche Maschinen oder Geräte aus China anschaffen, fragen Sie den Anbieter, ob die Sicherheitsabschaltung unabhängig vom KI-Modell arbeitet und welche Firma in der EU als Hersteller haftet. Einsatzfelder ordnet Robotik 2026 ein, weitere Meldungen zu Konzernlenkern sammelt das Archiv der Tech-Titanen.

FAQ: DeepSeek und die Robotik

Investiert DeepSeek in Roboter-Start-ups?

Belegt ist eine Beteiligung am Roboterhersteller Unitree, die DeepSeek im August 2026 beim Börsengang für rund 18 Millionen Euro zeichnete. Laut Bloomberg will DeepSeek außerdem die erste Finanzierungsrunde von Winverse AI anführen. Abgeschlossen ist das Geschäft nach dem Bericht noch nicht.

Baut DeepSeek eigene Roboter?

Bestätigt ist das nicht. Laut dem chinesischen Portal Phoenix Tech prüft Gründer Liang Wenfeng zwei Wege: ein eigenes Robotik-Team oder Beteiligungen an Start-ups. DeepSeek hat sich zu den Berichten nicht geäußert.

Welche Rolle hat Liang Wenfeng bei DeepSeek?

Liang Wenfeng gründete DeepSeek 2023 und leitet die KI-Firma aus Hangzhou. Zuvor baute er den Hedgefonds High-Flyer mit auf, der DeepSeek lange allein finanzierte. In der laufenden Finanzierungsrunde erhalten neue Geldgeber laut Berichten kein Stimmrecht.

Was regelt die EU-Maschinenverordnung für lernende Roboter?

Ab dem 20. Januar 2027 brauchen Maschinen, deren Sicherheitsfunktionen auf selbst weiterlernender Software beruhen, eine Prüfung durch eine notifizierte Stelle. Im Juli 2025 war nach Angaben der Bundesregierung dafür noch keine Stelle notifiziert.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Phoenix Tech (ifeng.com)DeepSeek erwägt Einstieg in Embodied AI, Liang Wenfeng trifft sich intensiv mit Gründern (chinesisch)12.10.2026
  2. Touzijie via 36KrBericht zu den Robotik-Beteiligungen von Liang Wenfeng (chinesisch)16.10.2026
  3. HuxiuAnalyse zu Liang Wenfengs Einstieg in Embodied AI (chinesisch)15.10.2026
  4. Deutscher BundestagAntwort der Bundesregierung „Einhaltung der Anforderungen von KI-Systemen (Konformitätsbewertungen)“, Drucksache 21/115105.08.2025

Mehr Newshunger?

4,1 18 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?