Agibot übergab am 24. September seinen 20.000. Roboter an den Freizeitpark-Betreiber Chimelong im südchinesischen Zhuhai. Über 300 Roboter des Shanghaier Herstellers arbeiten dort nach festem Dienstplan, von der Bühnenshow bis zur Hotelrezeption.

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Wang Chuang, Senior Vice President bei Agibot, beschreibt den Wandel so: Veranstalter mieteten Roboter bisher meist für eine einzelne Show, nach dem letzten Auftritt verschwanden die Maschinen wieder. Im Chimelong Spaceship Park auf der Insel Hengqin bleiben die Roboter dauerhaft und absolvieren täglich mehrere Vorstellungen, wie das Tech-Portal Leiphone berichtet.[1] Genau dieser Wechsel vom Gastspiel zur Festanstellung macht die Meldung interessanter als die runde Stückzahl.

Das Wichtigste in Kürze

  • Agibot übergab den 20.000. Roboter am 24. September an Chimelong, die Marke von 10.000 fiel am 30. März.
  • Über 300 Roboter arbeiten an mehr als 100 Stationen in sieben Einsatzfeldern, im Endausbau rechnet Agibot mit mehreren Tausend.
  • Seit Ende 2025 kommen pro Quartal rund 5.000 Roboter hinzu, das Fertigungstempo bleibt damit konstant.
  • Statt drei Betreuern je Roboter soll künftig ein Mensch 10 bis 20 Roboter beaufsichtigen.

Warum zählt der Dienstplan mehr als die Stückzahl?

Weißer Roboter, Stempelkarte Nr. 20.000 und Zeiterfassungsgerät mit „FRÜHSCHICHT“
Agibot erreicht konstante Produktionsrate von 5.000 Robotern pro Quartal, etwa 55 Stück täglich

Die Fertigung läuft inzwischen im Gleichtakt. Ende 2025 stand der Zähler bei 5.000 Robotern, am 30. März 2026 bei 10.000, am 28. Juni bei 15.000.[3] Bis zum 24. September kamen weitere 5.000 hinzu. Seit drei Quartalen fertigt Agibot also pro Quartal rund 5.000 Stück, gut 55 pro Tag. Im Frühjahr stand noch die Beschleunigung im Vordergrund, als die Firma den 10.000. Roboter vom Band holte.

Der Engpass verlagert sich von der Fabrik in den Betrieb. Bei einem einzelnen Messeauftritt steht ein Techniker neben dem Roboter. Hunderte Geräte im Dauereinsatz verlangen dagegen eine zentrale Steuerung von Ladezyklen, Netzverbindung, Störungen und Einsatzplanung. Agibot und Chimelong richteten dafür eine gemeinsame Plattform für Betrieb und Wartung ein.[1] Wie viel Personal hinter solchen Flotten steckt, zeigt JD.com, das in China ein eigenes Servicenetz für Roboter aufbaut.

Die Technik ist auf lange Schichten ausgelegt. Agibot beziffert die Akkulaufzeit der eingesetzten Baureihe A3 auf zehn Stunden, den Branchenschnitt auf rund drei. Die Rechenleistung an Bord reicht allerdings nicht für jedes Gespräch, ein Teil der Verarbeitung läuft in der Cloud. Ein eigener Abschnitt im 5G-A-Netz von China Mobile trennt deshalb den Datenverkehr der Roboter vom Mobilfunkverkehr der Besucher.[2]

Was rechnet sich für einen Freizeitpark?

Das Personal bestimmt die Rechnung. Die Chimelong-Gruppe zählt jährlich über 40 Millionen Besucher, die Zahl ausländischer Gäste stieg binnen eines Jahres um knapp 50 Prozent.[1] Ein Roboter führt Gäste in Dutzenden Sprachen durch den Park, für die ein Betreiber sonst jeweils eigene Guides bräuchte. Einen ähnlichen Einsatz im Handel zeigt das Start-up Sharpa, dessen Roboter in einer Dairy-Queen-Filiale bedient.

Die Lebensdauer entscheidet über die Kosten je Einsatz. Preise nennt Agibot nicht. Der Kaufpreis fällt nur einmal an und verteilt sich auf umso mehr Führungen und Vorstellungen, je länger ein Gerät durchhält. Agibot-Co-Präsident Xiong Yan rechnet allerdings mit mindestens drei bis fünf Jahren, bis Roboter ganz ohne menschliche Nachjustierung auskommen.[1]

Die Branche hat genug Tanzvideos gedreht, jetzt zählt der Schichtplan. Die wichtigste Kennzahl lautet künftig, wie viele Betreuer ein Roboter braucht.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
20.000 Roboter, 300 im Dauerdienst
Wie Agibot vom Stückzahlrekord in den Schichtbetrieb wechselt
20.000
Roboter hat Agibot bis zum 24. September 2026 gefertigt
300+
Roboter arbeiten an über 100 Stationen im Chimelong Spaceship Park
10 statt 3 Std.
Akkulaufzeit der Baureihe A3 gegenüber dem Branchenschnitt, wie Agibot sie beziffert
1 : 10 bis 20
Zielverhältnis von Betreuern zu Robotern, bisher kamen drei Betreuer auf einen Roboter
Gefertigte Agibot-Roboter, Gesamtzahl
Ende 20255.000
30. März 202610.000
28. Juni 202615.000
24. September 202620.000

Seit Ende 2025 kommen pro Quartal jeweils rund 5.000 Roboter hinzu.

Was heißt das für Betreiber in Europa?

Die Regeln für solche Einsätze greifen in der EU gestaffelt. Ab dem 20. Januar 2027 gilt die neue Maschinenverordnung, nach der eine externe Prüfstelle Sicherheitsbauteile mit selbstlernendem Verhalten bewerten muss.[5] Die Hochrisiko-Pflichten des AI Act für KI in Maschinen und anderen regulierten Produkten gelten nach dem KI-Omnibus erst ab dem 2. August 2028.[4] Im Westen arbeiten Humanoide bisher vor allem in Fabrikhallen, etwa die Roboter von Figure bei BMW.

Kameras und Mikrofone machen jeden Serviceroboter im öffentlichen Raum zum Datenschutzfall. Die Chimelong-Roboter unterscheiden mehrere Sprecher und werten Lippenbewegungen aus, einen Teil der Gespräche verarbeiten Server in der Cloud. In der EU fällt ein solcher Einsatz unter die DSGVO. Überwachen Geräte öffentlich zugängliche Bereiche systematisch, schreibt Artikel 35 eine Datenschutz-Folgenabschätzung vor. Betreiber von Freizeitparks, Hotels oder Messehallen klären deshalb vor dem Kauf, wo die Daten verarbeitet werden, ob der Hersteller europäische Server anbietet, wer die Flotte wartet und wie viele Betreuer pro Roboter tatsächlich nötig sind.

Wie viele Roboter hat Agibot bisher gebaut?

Agibot übergab am 24. September 2026 seinen 20.000. Roboter an den Freizeitpark-Betreiber Chimelong. Die Marke von 10.000 Robotern erreichte der Shanghaier Hersteller am 30. März 2026, die von 15.000 am 28. Juni 2026.

Was machen die Agibot-Roboter im Chimelong-Park?

Über 300 Roboter arbeiten im Chimelong Spaceship Park in Zhuhai an mehr als 100 Stationen. Die Roboter treten in Shows auf, führen Besucher, beantworten Fragen im Handel und im Hotel und begleiten Sport- und Lernangebote.

Welche EU-Regeln gelten für Serviceroboter?

Ab dem 20. Januar 2027 gilt die EU-Maschinenverordnung, die für selbstlernende Sicherheitsbauteile eine externe Prüfung verlangt. Die Hochrisiko-Pflichten des AI Act für KI in Maschinen greifen ab dem 2. August 2028. Kameras und Mikrofone im öffentlichen Raum fallen zusätzlich unter die DSGVO.

Quellen

[1] Leiphone (雷峰网): „智元第20000台具身机器人交付长隆,首期超300台机器人常驻乐园“

[2] AGIBOT über PR Newswire: „AGIBOT and Chimelong Launch Large-Scale Embodied AI Theme Park with More Than 300 Robots“

[3] Shanghai Securities News (上海证券报): „智元第15000台机器人交付至龙旗产线 机器人‚工友‘交出怎样的答卷?“

[4] Europäische Kommission: „AI Omnibus enters into force“

[5] EUR-Lex: „Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen“

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