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Anthropic will 5 Prozent seiner Aktien in einen eigenen Fonds für das Gemeinwohl einbringen, zur Bewertung vom Mai wären das rund 42 Milliarden Euro. Mit jedem Wertzuwachs von 50 Prozent über einen noch nicht genannten Ausgangswert hinaus darf der Verwaltungsrat weitere 2 Prozent nachlegen. Die Aktionäre müssen noch zustimmen, an die Börse will Anthropic laut Bloomberg im November.

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„In der Tech-Branche ist es üblich, Führungskräften mit dem Wachstum steigende Aktienpakete zu versprechen. Wir widmen diese Anteile stattdessen dem Gemeinwohl.“ So begründet das Unternehmen in der Ankündigung vom 18. Oktober den Aufbau des Anthropic Public Benefit Fund.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Anthropic bringt 5 Prozent seiner Aktien in eine eigene Fondsgesellschaft ein, die Aktionäre müssen noch zustimmen.
  • Je 50 Prozent Wertzuwachs über einen Ausgangswert hinaus kann der Verwaltungsrat 2 Prozent nachlegen.
  • Mit den Zusagen von Gründern und Beschäftigten wären rund 20 Prozent der Aktien dem Gemeinwohl gewidmet.

Wie soll der Fonds arbeiten?

Glas mit Zuckerwürfeln, Aufschrift „GEMEINWOHL“, daneben Messstab mit „+2%“-Anhänger
Anthropic gründet AI-Sicherheitsfonds als LLC-Tochter statt gemeinnützige Organisation, um bei Mittelverteilung flexibler zu sein

Anthropic gründet den Fonds als hundertprozentige Tochter in der Rechtsform einer LLC, vergleichbar einer GmbH, statt als steuerbefreite gemeinnützige Organisation. Die Rechtsform lässt laut Anthropic mehr Spielraum bei der Vergabe der Mittel.[1] Infrage kommen Großspenden an gemeinnützige Organisationen oder Zahlungen direkt an bestimmte Bevölkerungsgruppen. Für Lobbyarbeit und Parteispenden darf der Fonds die Aktien nicht einsetzen, auch außerhalb der USA.

Als Beispiel nennt das Unternehmen die Folgen der KI für den Arbeitsmarkt. Um sie zu erforschen und abzufedern, hat Anthropic bereits 200 Millionen Dollar zugesagt, rund 174 Millionen Euro. Bei dem Tempo der KI-Entwicklung brauche es womöglich mutigere Ansätze, schreibt Anthropic.[1]

Warum hängt der Anteil an der Bewertung?

Vorbild ist ein Instrument der Vorstandsvergütung. Teslas Aktienpaket für Elon Musk von 2025 besteht aus zwölf Tranchen zu je 1 Prozent der Aktien, jede an einen Börsenwert zwischen 2 und 8,5 Billionen Dollar geknüpft.[3] Anthropic überträgt dieses Prinzip: Je höher der Wert, desto mehr Prozentpunkte gehen an den Fonds. Ausgangswert und Bewertungsschwellen will Anthropic erst in den kommenden Monaten nennen.

In der Finanzierungsrunde Series H bewerteten Investoren Anthropic im Mai mit 965 Milliarden Dollar, rund 840 Milliarden Euro zum Kurs von 0,87 Euro je Dollar (Stand 19. Oktober 2026).[2] Gemessen daran wären die 5 Prozent rund 42 Milliarden Euro wert. Läge der Ausgangswert bei dieser Bewertung, kämen ab einer Bewertung von 1,26 Billionen Euro weitere 2 Prozent hinzu. Für die bisherigen Aktionäre bedeutet jede Stufe eine Verwässerung, deshalb braucht der Plan ihre Zustimmung.

An der Kontrolle über Anthropic ändert der Fonds wenig. Die Fondsgesellschaft gehört Anthropic vollständig. Über eine Aktie der Klasse F halten die sieben Mitgründer 50,1 Prozent der Stimmrechte. Ob die Aktien im Fonds überhaupt mit Stimmrechten verbunden sind, hat Anthropic noch nicht offengelegt.

Ein Gemeinwohlfonds im Besitz des eigenen Unternehmens ist nur so unabhängig wie seine Satzung. Die hat Anthropic noch nicht vorgelegt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Ein Fonds, der mit der Bewertung wächst
Die Eckdaten des Anthropic Public Benefit Fund, angekündigt am 18. Oktober 2026
5 %
der Anthropic-Aktien gehen zum Start in den Fonds, sofern die Aktionäre zustimmen
+2 %
kann der Verwaltungsrat je 50 % Wertzuwachs über einen noch nicht genannten Ausgangswert hinaus nachlegen
42 Mrd. €
wären die 5 % rechnerisch wert, gemessen an der Bewertung von rund 840 Mrd. € im Mai 2026
rund 20 %
aller Aktien sind dann dem Gemeinwohl gewidmet, samt Zusagen von Gründern und Beschäftigten

Was zeigt der Vergleich mit Bosch?

Bei Bosch hält die Robert Bosch Stiftung rund 94 Prozent des Kapitals, hat aber keinen Einfluss auf die Ausrichtung des Konzerns.[4] Rund 93 Prozent der Stimmrechte liegen bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG. Die Stiftung ist eine eigene Organisation, Anthropics Fonds dagegen eine Tochter des Unternehmens, dessen Aktien er hält.

Anleger, die beim Börsengang zeichnen wollen, rechnen die Stufen besser in den Preis ein, denn mit jedem Wertsprung um 50 Prozent sinkt ihr Anteil. Sobald der Börsenprospekt öffentlich ist, lohnt der Blick auf den Ausgangswert und darauf, wer im Fonds über die Aktien und ihre Stimmrechte entscheidet. Dazu kündigt Anthropic einen Bericht über die Gemeinwohlziele an.[1]

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AnthropicInvesting in the public benefit18.10.2026
  2. AnthropicAnthropic raises $65B in Series H funding at $965B post-money valuation28.05.2026
  3. Tesla2025 CEO Performance Award, Anlage 99.2 zum Form 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC
  4. BoschUnternehmen, Abschnitt Eigentumsverhältnisse

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