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Rivian lieferte im dritten Quartal 19.248 Elektroautos aus und setzte 2,16 Mrd. Dollar um, umgerechnet 1,94 Mrd. Euro. Den Bruttogewinn von 158 Mio. Euro erwirtschaftete der Bereich Software und Dienste, das Autogeschäft blieb im Minus. Mehr als die Hälfte des Software-Umsatzes zahlte Volkswagen.

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Mit jedem ausgelieferten Auto machte Rivian von Juli bis September rechnerisch rund 3.700 Euro Verlust, noch bevor Entwicklung und Vertrieb bezahlt waren. Den Quartalsbericht legte der Hersteller aus Kalifornien am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC vor.[1][2] Die Euro-Beträge beruhen auf dem EZB-Kurs vom 29. Oktober.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Rivian lieferte 46 Prozent mehr Autos aus als im Vorjahresquartal, der R2 verkaufte sich am häufigsten.
  • Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 38 Prozent, der Nettoverlust sank von 1,05 Mrd. auf 820 Mio. Euro.
  • Software und Dienste verdienten brutto 230 Mio. Euro, das Autogeschäft verlor 72 Mio. Euro.
  • Für 2026 rechnet der Hersteller jetzt mit 67.000 bis 70.000 Auslieferungen.

Was bringt der R2?

Waage mit Auto und Chip, „Marge“-Schild; Chip wiegt schwerer, symbolisiert höhere Marge
Rivian R2 überholt R1 und Amazon-Lieferwagen in Verkaufszahlen. Zweite Schicht im Illinois-Werk gestartet

Seit Juni liefert Rivian den R2 aus, ein mittelgroßes SUV unterhalb des R1. Im dritten Quartal verkaufte sich der Wagen bereits häufiger als der R1 und der Elektro-Lieferwagen, den vor allem Amazon einsetzt.[1] Stückzahlen je Modell nennt das Unternehmen nicht. Im Werk in Normal, Illinois, läuft inzwischen eine zweite R2-Schicht.[3]

Das günstigere Modell drückt den Durchschnittspreis: Rechnerisch brachte jedes ausgelieferte Auto 68.600 Euro Umsatz, im Vorjahresquartal 77.700 Euro. Zugleich sanken die Herstellkosten je Auto gegenüber dem Vorquartal um mehr als 10.700 Euro, weil sich die Fixkosten des Werks auf mehr Autos verteilen.[3] Der Anlauf des R2 kostete trotzdem 108 Mio. Euro zusätzlich.[1]

Warum verdient Rivian mit Software mehr als mit Autos?

Software und Dienste setzten 544 Mio. Euro um, 318 Mio. Euro davon kamen aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Volkswagen.[2] Dort passen beide Partner Rivians Elektronikarchitektur und Software für künftige VW-Modelle an. Statt vieler Einzelsteuergeräte steuern darin wenige Zonensteuergeräte je einen Bereich des Fahrzeugs.

Einen großen Teil davon hatte Volkswagen schon früher überwiesen: Lizenzgebühr und Meilensteinzahlungen leistete der Konzern im Voraus, Rivian verbucht die Summe bis etwa Mitte 2028 schrittweise als Umsatz. Ende September standen noch 1,05 Mrd. Euro solcher Vorauszahlungen in der Bilanz, zum Jahreswechsel 1,61 Mrd. Euro.[2] Weil dabei kein frisches Geld hereinkam und der Hersteller Vorräte für den R2 aufbaute, lag der freie Cashflow bei minus 1,01 Mrd. Euro.[1] Anfang Oktober kam ein VW-Kredit über 898 Mio. Euro hinzu.[2]

Auch die CO2-Zertifikate, die Rivian für 73 Mio. Euro verkaufte, gingen zum Teil an den VW-Konzern.[2] Ohne diese Erlöse hätte das Autogeschäft brutto 145 Mio. Euro verloren. Geholfen hat außerdem eine erwartete Rückerstattung von US-Zöllen, die der Supreme Court im Februar für unzulässig erklärt hatte.

Brutto verdient Rivian nicht an seinen Autos, sondern an der Software, die Volkswagen bezahlt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Rivian im dritten Quartal 2026
Wo der Hersteller brutto verdient und wo nicht
19.248
Autos ausgeliefert, 46 Prozent mehr als im Vorjahresquartal
230 Mio. €
Bruttogewinn mit Software und Diensten
−72 Mio. €
Bruttoverlust im Autogeschäft, trotz verkaufter CO2-Zertifikate
1,05 Mrd. €
Vorauszahlungen von Volkswagen, die Rivian bis etwa Mitte 2028 als Umsatz verbucht

Was bedeutet das für Volkswagen?

Für Volkswagen ist Rivian Lieferant und Beteiligung zugleich, insgesamt hat der Konzern bis zu 5,2 Mrd. Euro zugesagt.[5] Nach einem Quartalsverlust von 5,8 Mrd. Euro prüft VW laut Manager Magazin, rund drei Viertel der kommenden E-Modelle von VW, Skoda und Cupra auf die günstigere China-Architektur zu setzen.[4] Rivians Zonensteuergeräte blieben dann den teureren Modellen vorbehalten.

Die Abhängigkeit von Volkswagen nennt Rivian im Quartalsbericht selbst als Risiko.[2] Mit der Architektur für die nächste Golf- und Octavia-Generation entscheidet VW deshalb auch mit, wie viel Geld künftig in Rivians größte Einnahmequelle neben dem Autoverkauf fließt. Zulieferer im Umfeld von VW sollten diese Entscheidung verfolgen, denn davon hängt ab, ob Steuergeräte und Software künftiger Konzernmodelle aus Kalifornien oder aus China kommen.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Rivian AutomotiveRivian Releases Third Quarter 2026 Financial Results (Pressemitteilung, SEC)29.10.2026
  2. Rivian AutomotiveForm 10-Q für das Quartal bis 30. September 2026 (SEC)29.10.2026
  3. Rivian AutomotiveQ3 2026 Earnings Presentation (SEC)29.10.2026
  4. Manager MagazinVolkswagen: VW will China-Software für zentrale Modelle und nicht Rivian (26. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  5. Rivian und Volkswagen GroupFaster, leaner, more efficient: Rivian and Volkswagen Group announce the launch of their joint venture (Pressemitteilung)12.11.2024

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