US-Geheimdienste halten eine frühere Managerin des Nvidia-Kunden Megaspeed für eine Quelle Pekings, berichtet die New York Times. Nach dem Bericht hatte sie engen Kontakt zu Nvidia-Chef Jensen Huang. Huang nennt die Geschäfte mit dem Rechenzentrumsbetreiber aus Singapur normal, Senatorin Elizabeth Warren verlangt, dass er sich vor dem Kongress erklärt.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Wir haben sämtliche bei ihnen eingesetzten Grafikprozessoren von uns untersucht und jeden einzeln gezählt“, sagte Huang am Donnerstag im Interview mit Bloomberg. So habe Nvidia sichergestellt, dass Megaspeed keine KI-Chips verbotenerweise nach China geliefert habe.[1] Seine Treffen mit der Managerin beschrieb Huang als üblich im Umgang mit chinesischen Kunden. Die Managerin arbeite inzwischen nicht mehr für Megaspeed.
Das Wichtigste in Kürze
- Laut New York Times stufen US-Geheimdienste eine frühere Megaspeed-Managerin als Quelle des chinesischen Geheimdienstes ein.
- Huang und Nvidia nennen die Kontakte gewöhnliche Kundenpflege, Megaspeed schaltete laut New York Times externe Anwälte ein.
- Senatorin Warren fordert, dass Huang und der Nvidia-Verwaltungsrat dem Kongress Rede und Antwort stehen.
Was berichtet die New York Times?

Die Zeitung beruft sich auf ungenannte Personen, die mit der Überwachung vertraut sind. Demnach beobachteten US-Behörden die Managerin zunächst wegen des Verdachts, Nvidia-Chips nach China zu schmuggeln. Laut New York Times kamen die Behörden zu dem Schluss, die Managerin habe Geschäftsinformationen an Peking weitergegeben.[2] Megaspeed beauftragte nach Angaben der Zeitung externe Anwälte mit einer Prüfung und bot den US-Behörden seine Mitarbeit an. Anfragen der Zeitung beantwortete die Managerin nicht.[3]
Nvidia widerspricht dem Bericht. Gespräche mit Kunden gehörten zur Arbeit eines Konzernchefs, Huang spreche jedes Jahr mit Tausenden Führungskräften von Kunden, erklärte ein Sprecher. Kunden wie Megaspeed erhielten gewöhnliche Geschäftsinformationen, nichts davon betreffe Betriebsgeheimnisse oder die nationale Sicherheit.[2] Die früheren Vorwürfe gegen den regionalen Cloud-Anbieter seien „im vergangenen Jahr gründlich untersucht und widerlegt“ worden, sagte der Sprecher dem Sender CNBC.[4]
Warum steht Megaspeed schon länger unter Beobachtung?
Megaspeed ging aus 7Road International hervor, einem chinesischen Spieleanbieter, und wurde laut Tom’s Hardware zu Nvidias größtem Abnehmer in Südostasien. Laut Tom’s Hardware prüfen das US-Handelsministerium und Behörden in Singapur, ob über das Unternehmen exportbeschränkte Chips nach China gelangten. US-Beamten fiel laut Bloomberg auf, dass die gekauften Mengen nicht zur angegebenen Fläche der Rechenzentren passten. Nvidia teilte im Dezember 2025 mit, Mitarbeiter hätten Megaspeed mehrfach besucht und die Chips dort vorgefunden, wo sie hingehörten.[5]
Die US-Regeln knüpfen die Genehmigungspflicht an das Bestimmungsland, in das die Chips geliefert werden. Nach Darstellung von Nvidia erlauben die Regeln ausdrücklich Rechenzentren außerhalb der Länder, für die Ausfuhrbeschränkungen gelten.[5] Welche Kunden die Rechenzeit am Ende nutzen, zeigt ein Besuch vor Ort kaum. Umwege über Südostasien sind aus anderen Verfahren bekannt. Die US-Justiz wirft dem Chef des kalifornischen Händlers Earthmade vor, Nvidia-Server über Malaysia und Singapur nach China geschleust zu haben. Im Supermicro-Schmuggelfall bekannte sich ein Vermittler schuldig. Mit Megaspeed haben beide Verfahren nach bisherigem Stand nichts zu tun.
Was folgt für Nvidia und Händler in Europa?
Huang und der Verwaltungsrat von Nvidia müssten sich vor dem Kongress erklären, schrieb die demokratische Senatorin Elizabeth Warren am Donnerstag auf X. Warren forderte ein parteiübergreifendes Gesetz, das leistungsfähige KI-Technik von China fernhält. Eine Einladung in den Bankenausschuss des Senats hatte Huang im Juni abgelehnt.[6]
Nvidia zählt die eigenen Chips beim eigenen Kunden und erklärt die Prüfung für bestanden.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Für Systemhäuser und Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt dieselbe Prüfpflicht. Das US-Exportrecht gilt für Waren aus US-Herstellung überall auf der Welt und für bestimmte im Ausland gefertigte Produkte, die auf US-Technik beruhen.[7] Verkauft ein Händler in Europa Nvidia-Server weiter, muss er Abnehmer und Verwendungszweck deshalb selbst prüfen.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- BloombergNvidia’s Huang Defends Megaspeed Ties as US Probes China Spying Allegations (29.10.2026, englisch, Bezahlschranke)
- The GuardianJensen Huang reported to have had close relationship with tech company executive suspected of passing intel to China (29.10.2026, englisch, nach The New York Times)
- International Business Times UKNvidia CEO Jensen Huang Defends Meetings With Woman US Intelligence Reportedly Identified as a Chinese Asset (29.10.2026, englisch)
- CNBCNvidia responds to report Jensen Huang was target of Chinese asset, says diversion allegations were ‚investigated and debunked’ (29.10.2026, englisch)
- Tom’s HardwareNvidia’s biggest SEA customer exposes the limits of US AI export controls (23.12.2025, ergänzt 25.12.2025, englisch)
- BenzingaElizabeth Warren Wants Nvidia CEO to Answer Congress on Suspected Spy (29.10.2026, englisch)
- eCFR15 CFR § 734.3 Items subject to the EAR (Export Administration Regulations, abgerufen 30.10.2026, englisch)
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