Nvidia-Chef Jensen Huang hat im ZDF für den geplanten KI-Pakt mit der Bundesregierung geworben: Deutschland sei souverän, solange Daten und Anwendungen im Land bleiben. Laut Handelsblatt will der Bund dafür einen dreistelligen Millionenbetrag bereitstellen, unter anderem für Rechenzeit in einer Telekom-Cloud mit Nvidia-Chips. Offiziell verkünden wollen Kanzler Friedrich Merz und Huang die Partnerschaft am Montag.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen„Was auf den Systemen läuft, sollte hier in Deutschland bereitgestellt werden“, sagte Huang am Freitagabend am Rande einer Produktvorstellung in Berlin.[1] Entscheidend sei nicht, wer die Hardware baue, sondern wer Daten und Anwendungen kontrolliere. So kontrolliere Deutschland seine Daten selbst: „Damit haben Sie die Souveränität.“
Das Wichtigste in Kürze
- Regierungskreise bestätigten ZDFheute den Plan, über den zuerst das Handelsblatt berichtet hatte.
- Das Geld könnte laut Handelsblatt aus der Hightech-Agenda stammen, Nvidia steuert Ingenieure und Chips bei.
- Rund ein Dutzend Firmen wollen mitmachen, darunter Siemens, Audi und Black Forest Labs.
- Die Ankündigung ist für den Auftakt des Gipfels „Invest in Germany“ am Montagabend geplant.
Was plant der Bund mit Nvidia?

Im Mittelpunkt steht laut Handelsblatt physische KI: Software, die Roboter, autonome Fahrzeuge oder automatisierte Fabriken steuert. Nvidia arbeite dafür bereits mit Siemens, Audi und Mercedes zusammen, sagte Huang. Mit Maschinenbau und Autoindustrie habe Deutschland gute Voraussetzungen, KI in Fabriken, Fahrzeuge und Maschinen zu bringen. „Ich freue mich sehr, dass die Bundesregierung die deutsche Industrie dabei unterstützen wird, diese Technologien im großen Maßstab auszubauen“, sagte der Nvidia-Gründer. Vertrag und genaue Summe sind bisher nicht veröffentlicht.
Wer verdient am Staatsgeld mit?
Die Industrial AI Cloud in München hatte die Telekom im November 2025 als „rein privatwirtschaftliche Initiative“ gestartet, mit bis zu 10.000 Grafikprozessoren der Blackwell-Generation von Nvidia.[2] Huang sprach damals neben Telekom-Chef Timotheus Höttges. Mietet der Bund dort Rechenzeit, wird der Staat zum zahlenden Kunden einer Anlage, deren Ausbau auf rund 20.000 Nvidia-Chips die Telekom bereits plant. Auch an Black Forest Labs ist Nvidia selbst beteiligt: Der Konzern zog im Dezember 2025 bei einer Finanzierungsrunde des Freiburger Entwicklers von KI-Bildgeneratoren mit.
Berlin ist die vierte Station einer Europa-Woche. In Paris verkündete Huang am Dienstag Beteiligungen an vier französischen Start-ups, am selben Tag sagte Nvidia britischen Forschern Rechenzeit im Wert von 218 Millionen Euro zu. In beiden Fällen bindet der Konzern künftige Abnehmer seiner Chips.
- 13.10.
Paris: Beteiligungen an vier Start-ups, am selben Tag Rechenzeit für 218 Mio. € an britische Forscher
- 14.10.
London: Huang hält einen Lieferstopp für gefährliche KI für denkbar, aber hypothetisch
- 15.10.
Stockholm: Huang verteidigt den Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave
- 16.10.
Berlin: Produktvorstellung und ZDF-Interview zur Souveränität
- 19.10.
Berlin: Ankündigung mit Kanzler Merz geplant, Gipfel „Invest in Germany“
- 21.10.
Berlin: Keynote auf der Entwicklerkonferenz GTC
- Geld
ein dreistelliger Millionenbetrag, womöglich aus der Hightech-Agenda des Bundes
- Rechenzeit
gemietet in der Industrial AI Cloud der Telekom in München, bis zu 10.000 Nvidia-Grafikprozessoren
- Nvidia
schickt Ingenieure und liefert Chips
- Firmen
rund ein Dutzend, darunter Siemens, Audi und Black Forest Labs
Vertrag und genaue Summe sind nicht veröffentlicht.
Souverän ist ein Land, das seinen Chiplieferanten wechseln kann. Staatsgeld für eine Nvidia-Cloud macht diesen Wechsel nicht leichter.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Pakt für Unternehmen im DACH-Raum?
Huangs Begriff von Souveränität endet am Rechenzentrum: Daten und Anwendungen sollen im Land bleiben, die Lieferung der Chips erwähnte er nicht. Wie politisch diese Lieferung ist, zeigte eine Exportbeschränkung der Biden-Regierung vom Januar 2025: Dutzende Länder, auch in Europa, hätten nur noch begrenzte Mengen an KI-Chips bekommen. Die Trump-Regierung hob die Beschränkung im Mai 2025 auf, zwei Tage bevor die Pflichten gegriffen hätten.[3] Am Mittwoch sagte Huang zudem in einem Bloomberg-Interview in London, Entwicklern gefährlicher KI würde er notfalls keine Chips mehr liefern, die Frage sei aber hypothetisch.
Für Mittelständler kann staatlich mitfinanzierte Rechenzeit den Einstieg in eigene KI-Modelle für die Industrie verbilligen. Vor der Zusage lohnt die Frage, ob Modelle und Trainingsdaten später zu einem anderen Anbieter umziehen können. Welche deutschen Rechenzentrumsbetreiber dafür infrage kommen, zeigt der Vergleich deutscher Hyperscaler. Nvidia ist nicht der einzige US-Konzern mit Plänen für den Gipfel: Amazon will dort weitere Investitionen in Deutschland ankündigen. Wie Nvidia verdient, erklärt die Analyse des Geschäftsmodells, weitere Meldungen zu Konzernchefs sammelt das Archiv der Tech-Titanen.
FAQ: Der KI-Pakt zwischen Bund und Nvidia
Was plant die Bundesregierung mit Nvidia?
Laut Handelsblatt will der Bund einen dreistelligen Millionenbetrag, womöglich aus der Hightech-Agenda, in physische KI stecken, also KI für Roboter, autonome Fahrzeuge und Fabriken. Das Geld soll unter anderem Rechenzeit in der Industrial AI Cloud der Telekom bezahlen, Nvidia steuert Ingenieure und Chips bei.
Was versteht Jensen Huang unter Souveränität?
Im ZDF-Interview vom 16. Oktober 2026 sagte der Nvidia-Chef, entscheidend sei nicht, wer die Hardware baue, sondern wer Daten und Anwendungen kontrolliere. Was auf den Systemen laufe, solle in Deutschland betrieben werden. Die Lieferung der Chips selbst erwähnte Huang nicht.
Welche Unternehmen beteiligen sich am KI-Pakt?
Laut Handelsblatt wollen sich rund ein Dutzend deutsche Unternehmen beteiligen. Genannt werden Siemens, die Volkswagen-Tochter Audi und das Freiburger KI-Unternehmen Black Forest Labs. An Black Forest Labs ist Nvidia seit einer Finanzierungsrunde im Dezember 2025 selbst beteiligt.
Wann wird der KI-Pakt offiziell verkündet?
Nach Informationen von ZDFheute wollen Bundeskanzler Friedrich Merz und Jensen Huang die Partnerschaft am Montag, 19. Oktober 2026, zum Auftakt des Investitionsgipfels „Invest in Germany“ in Berlin bekanntgeben. Vertrag und genaue Summe sind bis dahin nicht veröffentlicht.
Was ist die Industrial AI Cloud der Telekom?
Die Telekom betreibt in München ein KI-Rechenzentrum mit bis zu 10.000 Nvidia-Grafikprozessoren der Blackwell-Generation. Gestartet wurde die Industrial AI Cloud im November 2025 als privatwirtschaftliches Projekt, zu den ersten Partnern zählten Siemens, Agile Robots und PhysicsX.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- ZDFheuteNvidia und Bundesregierung planen Partnerschaft in Industrie-KI, Interview mit Jensen Huang
- Deutsche TelekomFür ein souveränes Deutschland: Telekom startet Industrial AI Cloud mit NVIDIA
- Bureau of Industry and SecurityDepartment of Commerce Announces Rescission of Biden-Era Artificial Intelligence Diffusion Rule
Mehr Newshunger?
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