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Die Gehälter seiner Beschäftigten zählt Amazon mit: Seit 2010 hat der Konzern nach eigener Rechnung mehr als 100 Milliarden Euro in Deutschland investiert. Die mehr als 3.000 neuen Arbeitsplätze in der Logistik stammen aus Projekten, die Amazon bereits angekündigt hatte. Die Zahl der festen Stellen nennt der Konzern wie im Mai 2025 mit mehr als 40.000.

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Neue Zusagen hebt sich der Konzern für die kommende Woche auf. Am 19. und 20. Oktober richtet die Bundesregierung in Berlin den „Invest in Germany Summit“ aus, dort will Amazon „weitere Investitionen für Deutschland“ ankündigen, so Deutschlandchef Rocco Bräuniger.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Amazon beziffert seine Investitionen in Deutschland seit 2010 auf mehr als 100 Milliarden Euro, allein 2025 auf 15 Milliarden Euro.
  • Eingerechnet sind Infrastruktur, Technik und Gehälter an mehr als 100 Standorten.
  • Die mehr als 3.000 neuen Stellen stammen aus bereits angekündigten Logistikprojekten.
  • Weitere Investitionen will Amazon beim Gipfel der Bundesregierung nennen.

Was steckt in den 100 Milliarden Euro?

Karton mit Aufschrift
Amazon investiert über 16 Jahre 18,4 Milliarden Euro in AWS-Rechenzentren und Infrastruktur in der Region Frankfurt

Die Summe ist eine Gesamtrechnung über 16 Jahre. Amazon zählt Gebäude, Technik und Löhne zusammen, Investitionen im engeren Sinn weist die Mitteilung nicht getrennt aus.[1]

Einen großen Block bildet die Cloud-Sparte AWS. Bis 2023 flossen 9,6 Milliarden Euro in die Rechenzentren der Region Frankfurt, weitere 8,8 Milliarden Euro hat AWS bis Ende 2026 zugesagt. Für die European Sovereign Cloud in Brandenburg plant AWS von 2024 bis 2040 insgesamt 7,8 Milliarden Euro. Dafür sind mehr als 100 Stellen ausgeschrieben.[1] Um dieselben Kunden wirbt die Schwarz-Gruppe, die bei Rostock ein KI-Rechenzentrum für 5,6 Milliarden Euro plant.

Solche Summen lassen sich schwer vergleichen. Bei der Initiative „Made for Germany“ fand das ZEW in den Jahresabschlüssen der Mitglieder keinen klaren Zusatzeffekt der 850 Milliarden Euro. Ob Amazon neues Geld bringt, wird sich erst bei der Ankündigung nächste Woche zeigen.

Wo entstehen die 3.000 Arbeitsplätze?

In den vergangenen Monaten hat Amazon fünf Verteilzentren eröffnet: in Ettenheim, Kassel, Salzgitter, Cottbus und Dahlewitz. Das Logistikzentrum in Zweibrücken soll bis Jahresende den Betrieb aufnehmen, in Könnern in Sachsen-Anhalt wird noch gebaut.[1] Für Könnern hatte Amazon im Mai 2025 mehr als 1.000 Stellen im ersten Betriebsjahr in Aussicht gestellt.[2] Das damals ebenfalls genannte Logistikzentrum in Rohr bei Regensburg fehlt in der neuen Mitteilung.

Parallel modernisiert Amazon bestehende Standorte, auch mit Robotik. Bad Hersfeld, Dortmund und Werne sollen 2027 fertig sein, in Koblenz, Pforzheim und Rheinberg laufen die Arbeiten noch 2028.[1] Weltweit setzt der Konzern inzwischen rund eine Million Roboter in seinen Lagern ein. Ob die Belegschaft seit Mai 2025 trotz neuer Zentren gewachsen ist, geht aus der unveränderten Angabe „mehr als 40.000“ nicht hervor.

Amazon in Deutschland: große Summe, gleiche Belegschaftszahl
Was der Konzern in seine Rechnung einbezieht und wie weit die Logistikprojekte sind
über 100 Mrd. €
seit 2010, Gehälter der Beschäftigten eingerechnet
15 Mrd. €
allein im Jahr 2025, eine Milliarde Euro mehr als 2024
7,8 Mrd. €
plant AWS von 2024 bis 2040 für die Sovereign Cloud in Brandenburg
über 40.000
feste Stellen, dieselbe Angabe wie im Mai 2025
Wo die mehr als 3.000 neuen Logistik-Stellen entstehen
Eröffnet
Verteilzentren in Ettenheim, Kassel, Salzgitter, Cottbus und Dahlewitz
Start bis Ende 2026
Logistikzentrum Zweibrücken
Im Bau
Logistikzentrum Könnern, 2025 mit mehr als 1.000 Stellen im ersten Betriebsjahr angekündigt
Umbau bis 2027/2028
Bad Hersfeld, Dortmund, Werne, Koblenz, Pforzheim und Rheinberg

Amazon rechnet Gehälter in seine 100 Milliarden Euro ein und nennt bei den festen Stellen dieselbe Zahl wie im Mai 2025. Maßstab ist die Zusage der nächsten Woche.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was erwartet die Bundesregierung vom Gipfel?

Martin Blessing, Investitionsbeauftragter von Bundeskanzler Friedrich Merz, nennt in der Mitteilung die Erwartung der Investoren: „dass Investitionen in Deutschland schneller und einfacher möglich werden“.[1] Der Gipfel soll ausländisches Kapital ins Land holen, Amazon liefert dafür vorab eine große Zahl.

Für Händler zählt eine andere Zahl. Deutsche Mittelständler setzten 2025 über Amazon mehr als 20 Milliarden Euro um, davon 5,9 Milliarden Euro im Export.[1] Immer mehr Ware schicken sie über den Dienst „Versand durch Amazon“, die Zahl der so abgewickelten Einheiten stieg um knapp zehn Prozent. Die Gebühren dafür gehören zum Geschäftsmodell des Konzerns. Logistikfirmen in Kassel, Cottbus oder Zweibrücken bekommen einen Konkurrenten um Lagerkräfte: Vollzeitkräfte verdienen bei Amazon nach zwei Jahren im Schnitt 41.600 Euro brutto.[1] Bei der Ankündigung nächste Woche lohnt der Blick darauf, ob Amazon neue Standorte nennt oder bekannte Projekte erneut aufzählt.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AmazonAmazon übertrifft Investitionsmeilenstein von 100 Milliarden Euro und schafft mehr als 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland15.10.2026
  2. AmazonVersprechen gehalten: Amazon schafft mehr als 4.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland und investiert weiter07.05.2025

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