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Der portugiesische Drohnenhersteller Tekever, bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit rund 5,6 Milliarden Euro bewertet, hat in München eine deutsche Gesellschaft gegründet. Von dort aus will das Unternehmen das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen. Im britischen Swindon baut der Hersteller dagegen eine Fabrik für bis zu 1.000 Beschäftigte.

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Die Bundeswehr hat bereits ein erstes System von Tekever erhalten: eine Schwerlastdrohne, mit der lange autonome Einsätze für Logistik und Truppenunterstützung erprobt werden.[1] Mit der Münchner Gesellschaft rückt der Hersteller näher an diesen Kunden heran. Ob daraus Fabrik und Arbeitsplätze werden, hängt von Aufträgen ab, die bisher niemand bekanntgegeben hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tekever hat in München die Gesellschaft Tekever Germany gegründet, als Sitz für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
  • Die Bundeswehr erprobt bereits eine Schwerlastdrohne des Herstellers.
  • Investitionssumme, Stellenzahl und eine Fertigung in Deutschland hat Tekever nicht genannt.
  • In Frankreich investiert Tekever 200 Millionen Euro, im britischen Swindon entsteht eine Fabrik für bis zu 1.000 Beschäftigte.

Was plant Tekever in München?

Ein Paket mit der Aufschrift „MÜNCHEN“ und einer Drohne darauf steht auf weißem Grund
Tekever Germany wird zum Zentrum für Engineering, Geschäftsentwicklung und Kundenbetreuung in der DACH-Region. CEO Ricardo Mendes lobt Deutschland als führenden europäischen Standort für Ingenieurskunst und Innovation

Tekever Germany soll das Zentrum für Engineering, Geschäftsentwicklung und Kundenbetreuung in der DACH-Region werden.[1] „Deutschland zählt zu Europas führenden Standorten für Ingenieurskunst, Innovation und industrielle Leistungsfähigkeit“, sagt Tekever-Chef Ricardo Mendes. Das Unternehmen spricht von erheblichen Investitionsplänen, ohne einen Betrag zu nennen.

Das Vorhaben steht damit bei der Standortentscheidung: Die Gesellschaft ist gegründet, Angaben zu Fläche und Belegschaft fehlen noch. Im September sammelte Tekever umgerechnet bis zu 505 Millionen Euro ein, angeführt von Baillie Gifford und UC Investments, dem Anlagearm der University of California.[2] Welcher Teil davon nach Deutschland fließt, hat der Hersteller nicht gesagt.

Wo baut Tekever seine Drohnen?

In Großbritannien folgte die Fabrik den Aufträgen. Im September 2025 kündigte Verteidigungsminister John Healey das Werk in Swindon an, zusammen mit einem weiteren Auftrag der Royal Air Force für Aufklärungsdrohnen vom Typ AR3. Bis zu 1.000 Arbeitsplätze sollen dort binnen fünf Jahren entstehen.[3] Inzwischen hat Tekever auch den Vertrag für das Aufklärungsprogramm Corvus der British Army unterschrieben.[2]

Im südwestfranzösischen Cahors baut Tekever auf 4.500 Quadratmetern eine Fertigung auf, die ersten Drohnen sollten bis zum Sommer 2026 entstehen.[4] Die Zusage für Frankreich hat der Hersteller auf 200 Millionen Euro über fünf Jahre verdoppelt.[1]

Hinter der Reihenfolge steckt ein Muster der Branche: Regierungen kaufen Drohnen am liebsten aus heimischer Produktion. Jede europäische Regierung verlange eine Fertigung im eigenen Land, sagte der frühere Google-Chef Eric Schmidt Anfang Oktober im Economist-Interview in Kiew. Schaeffler will ab November die Kampfdrohnen seines Partners Delair in Frankreich fertigen, wo die Beschaffungsbehörde DGA das erste Modell bereits freigegeben hat. Ein deutsches Tekever-Werk bräuchte eine Bundeswehr-Bestellung, die eine Linie auslastet.

Tekever in Europa: Fabriken in Swindon und Cahors, ein Büro in München
Was der Drohnenhersteller je Land zugesagt hat und was für Deutschland offen ist
rund 5,6 Mrd. €
Bewertung bei der Finanzierungsrunde im September 2026, umgerechnet aus 6,4 Milliarden Dollar (Kurs 0,87)
bis zu 1.000
Arbeitsplätze soll das Werk in Swindon binnen fünf Jahren schaffen
200 Mio. €
sagt Tekever Frankreich über fünf Jahre zu, gefertigt wird in Cahors
1
Schwerlastdrohne erprobt die Bundeswehr für Logistik und Truppenunterstützung
Wo Tekever Germany steht
13. Oktober 2026
Tekever gründet die Gesellschaft in München und wählt die Stadt als Sitz für die DACH-Region.
Investition offen
Tekever spricht von erheblichen Plänen und nennt keinen Betrag.
Stellen offen
Eine Zahl der Beschäftigten in München hat der Hersteller nicht veröffentlicht.
Fertigung offen
Ein Werk in Deutschland hat Tekever nicht angekündigt.

In Swindon plant Tekever bis zu 1.000 Arbeitsplätze, in München vorerst eine Landesgesellschaft. Über Fabriken entscheiden Aufträge, nicht Standortbekenntnisse.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet die Ansiedlung für Bayerns Drohnenbranche?

In Bayern wächst ein Drohnen-Cluster, in dem Tekever nun um Fachkräfte konkurriert. Der Münchner Rüstungsentwickler Helsing hat in den Flugzeugbauer Grob im unterallgäuischen Mattsies rund 18 Millionen Euro investiert, der bayerische Drohnenbauer Quantum Systems will Abfangdrohnen auch in der Ukraine bauen. Ingenieure für Luftfahrt und Elektronik sind gefragt: Audi verleiht inzwischen Fachkräfte aus Ingolstadt an Rüstungsfirmen.

Für Zulieferer in Süddeutschland lohnt der Kontakt früh. Die neue Schwerlastfamilie AR6 hat Tekever mit kleinen und mittleren britischen Partnerfirmen entwickelt, in Serie gehen soll sie bis Ende 2026 in Swindon.[5] Eine deutsche Fertigung bräuchte ein vergleichbares Netz, falls die Bundeswehr in Serie bestellt.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. TekeverTEKEVER launches in Germany, accelerating its role as Europe’s prime autonomy partner13.10.2026
  2. TekeverTEKEVER raises US$580 million, reaching US$6.4 billion valuation in Series D round23.09.2026
  3. Britisches VerteidigungsministeriumNew drone factory to open in Swindon, creating skilled jobs and strengthening British manufacturing15.09.2025
  4. TekeverTEKEVER unveils its Cahors industrial site and plans operational start-up ahead of summer 202605.02.2026
  5. TekeverTEKEVER unveils AR6, a new family of autonomous systems for heavy lift21.07.2026

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