Für rund 363 Millionen Euro wechseln 1,34 Prozent der koreanischen SK-Holding zu einem Fonds der Familie Dell. Verkäufer ist SK-Chef Chey Tae-won, der mit dem Erlös eine gerichtlich festgesetzte Zahlung aus seiner Scheidung leistet. Koreanische Aktionärsschützer verlangen Auskunft, ob befreundete Käufer eine neue Stimmrechtsgrenze aushebeln helfen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAnfang Oktober nannte SK den Käufer nur einen „strategischen Investor“. Seit dem 13. Oktober steht der Name in einer Pflichtmitteilung: DFO Public Investments, ein Fonds aus Delaware, der zu DFO Management gehört, dem Family Office von Dell-Gründer Michael Dell. Der Fonds zahlt 544 Milliarden Won für 972.493 Aktien, umgerechnet etwa 373 Euro je Stück.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Michael Dells Family Office kauft 1,34 Prozent von SK Inc., der Holding hinter SK Hynix.
- Chey verkauft insgesamt 2,3 Prozent für rund 629 Millionen Euro.
- Das Korea Corporate Governance Forum fragt, ob der Verkauf die 3-Prozent-Regel bei Wahlen zum Prüfungsausschuss umgeht.
- Deutsches Recht rechnet abgestimmte Stimmrechte nach § 34 WpHG dem Partner voll zu.
Warum verkauft Chey an Dells Family Office?

Chey trennt sich insgesamt von 1.653.924 SK-Aktien für 944 Milliarden Won, rund 629 Millionen Euro. Genau diese Summe muss der SK-Chef nach einem Urteil des Seoul High Court vom Juli als Vermögensausgleich zahlen. Den kleineren Teil, 0,94 Prozent für etwa 267 Millionen Euro, übernimmt Korea Investment & Securities. Über einen dreijährigen Kurstausch trägt Chey bei diesem Teil weiter Kursgewinne und Kursverluste.[1]
Michael Dell kauft über sein privates Vehikel, nicht über Dell Technologies. Geschäftlich liegen die Firmen nah beieinander: SK Hynix liefert Speicher für KI-Server, Dell baut solche Server. Im August stellte SK Hynix seinen HBM4-Speicher auf dem Dell Technologies Forum in Seoul vor. SK begründet den Einstieg mit der Wettbewerbsfähigkeit und den Wachstumsaussichten der Holding. Wie Dell selbst sein Geld verdient, zeigt unsere Analyse des Geschäftsmodells.
Das Muster kennt Korea: Auch die Familie von Samsung-Chef Lee Jae-yong bezahlte ihre Erbschaftsteuer mit großen Aktienpaketen und ordnet die Anteile gerade per Kauf und Schenkung von Samsung-Aktien neu.
Was hat die 3-Prozent-Regel damit zu tun?
Seit der Reform des koreanischen Handelsgesetzes zählen bei der Wahl des Prüfungsausschusses die Stimmen des größten Aktionärs und nahestehender Personen zusammen höchstens mit 3 Prozent. Ohne eigene Aktien gerechnet, entspricht Cheys Paket laut Korea Corporate Governance Forum ungefähr dieser Grenze. Die Aktionärsschützer fragen deshalb, ob der Verkauf an ausgewählte Käufer die Regel vor der Hauptversammlung im März umgehen soll.[2]
Stimmen die Käufer informell mit Chey ab, müssten die Anteile nach Ansicht des Forums als gemeinsamer Besitz gemeldet werden. Belege für eine solche Absprache nennt das Forum nicht. SK spricht von einem privaten Geschäft zwischen Einzelpersonen und gibt keine Details bekannt. An der Kontrolle ändert der Verkauf wenig: Cheys direkter Anteil sinkt von 17,8 auf 15,5 Prozent, mit nahestehenden Personen von 25,2 auf 22,9 Prozent.
972.493 Aktien, 1,34 Prozent. Fonds aus Delaware im Family Office von Michael Dell.
681.431 Aktien, 0,94 Prozent. Dreijähriger Kurstausch, Chey trägt Gewinn und Verlust.
Entspricht dem Vermögensausgleich laut Seoul High Court. Übertragungen ab 2. November 2026.
Mit nahestehenden Personen 25,2 → 22,9 Prozent. Chey bleibt größter Aktionär.
So groß ist das Paket ohne eigene Aktien laut Governance Forum, genau die Grenze bei Wahlen zum Prüfungsausschuss.
Ein befreundeter Ankeraktionär wird zum Meldefall, sobald er mit dem Verkäufer abstimmt.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was gilt in Deutschland für befreundete Ankeraktionäre?
Das deutsche Wertpapierhandelsgesetz regelt denselben Fall als abgestimmtes Verhalten. Verständigen sich zwei Aktionäre über die Ausübung ihrer Stimmrechte, rechnet § 34 WpHG jedem die Stimmen des anderen voll zu, Vereinbarungen im Einzelfall ausgenommen.[3] Die erste Meldeschwelle liegt bei 3 Prozent, gemeldet wird spätestens nach vier Handelstagen.[4] Wie solche Grenzen in der Praxis wirken, zeigen die Fälle ANTA bei Puma und Frasers bei Hugo Boss.
Familienunternehmer mit befreundetem Käufer sollten zwei Punkte klären:
- Halten Sie im Kaufvertrag fest, dass keine Absprache über die Stimmrechte besteht.
- Rechnen Sie Anteile von Familie, Holdings und Stiftungen zusammen, bevor Sie eine Meldeschwelle prüfen.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Seoul Economic DailyMichael Dell Fund Buys $380 Million SK Stake From Chey Tae-won
- MTN Money TodayStellungnahme des Korea Corporate Governance Forum zum SK-Aktienverkauf (koreanisch)
- Gesetze im Internet§ 34 WpHG, Zurechnung von Stimmrechten
- Gesetze im Internet§ 33 WpHG, Mitteilungspflichten des Meldepflichtigen
Mehr Newshunger?
- Michael Dell verteidigt Einzelaktien in den Trump Accounts für Kinder
- Lee Jae-yong bekommt Samsung-Aktien für 1,74 Milliarden Euro von seiner Mutter
- Musk, Huang und Su erhalten von Trump die höchste Wissenschaftsmedaille der USA
- SK Hynix und Intel verhandeln über die erste Speicherchip-Fertigung in den USA
- Wer sind die 15 reichsten Tech-Milliardäre?
- Puma: ANTA wird mit 29,06 Prozent größter Aktionär, ein Pflichtangebot bleibt aus
- Alle Meldungen über die Tech-Titanen
