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Samsung-Chef Lee Jae-yong bekommt von seiner Mutter Hong Ra-hee Aktien im Wert von rund 1,74 Milliarden Euro. Am Montag hatte er ihr bereits Papiere für 1,3 Milliarden Euro abgekauft. Die Schenkungsteuer schätzt die Branche auf gut 1 Milliarde Euro.

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Lee Jae-yong erhält am 12. November rund 11,16 Millionen Samsung-Aktien von seiner Mutter, das sind 0,17 Prozent von Samsung Electronics. Den Schenkungsvertrag haben beide am Montag unterzeichnet, Samsung gab ihn am Dienstag in einer Pflichtmitteilung bekannt. Lees direkter Anteil steigt damit von 1,58 auf 1,75 Prozent, der Anteil von Hong Ra-hee sinkt von 0,99 auf 0,82 Prozent.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Hong Ra-hee überträgt ihrem Sohn 0,17 Prozent von Samsung Electronics, Stichtag ist der 12. November.
  • Die Schenkungsteuer liegt nach Schätzungen bei rund 60 Prozent des Werts.
  • Mit dem Kauf vom Montag wächst Lees direkter Anteil binnen eines Monats von 1,47 auf 1,75 Prozent.
  • In Deutschland läge der Steuersatz für ein solches Paket bei höchstens 30 Prozent.

Warum kauft Lee erst und bekommt dann geschenkt?

Chip in offener Geschenkbox mit orangefarbener Schleife und Preisschild
Witwe von Lee Kun-hee verkauft 15 Millionen Samsung-Aktien zur Begleichung der Erbschaftsteuer nach seinem Tod 2020

Beide Geschäfte gehen auf die Erbschaftsteuer nach dem Tod von Lee Kun-hee im Jahr 2020 zurück. Rund 12 Billionen Won, umgerechnet etwa 8 Milliarden Euro, zahlte die Familie in fünf Jahresraten ab, die letzte im April 2026. Hong Ra-hee nahm dafür Kredite auf. Im April verkaufte sie 15 Millionen Samsung-Aktien für rund 2,1 Milliarden Euro, laut Treuhandvertrag für Steuern und Tilgung.[2]

Der Verkauf an den Sohn bringt der Mutter weiteres Bargeld. Am Montag kaufte Lee ihr laut Korea Herald 7,19 Millionen Aktien außerbörslich für rund 1,92 Billionen Won ab, also etwa 1,3 Milliarden Euro. Bei der Schenkung fließt kein Kaufpreis, die Steuer zahlt der Beschenkte. Branchenvertreter schätzen sie auf 1,55 Billionen Won. Festgesetzt wird sie Anfang 2027, nach dem Durchschnittskurs der zwei Monate vor und nach der Übertragung.[1]

Die 60 Prozent folgen aus zwei Regeln: Südkorea besteuert Schenkungen über 3 Milliarden Won, rund 2 Millionen Euro, mit 50 Prozent und setzt Aktien des größten Anteilseigners zusätzlich 20 Prozent höher an. Die Kontrolle über den Konzern sichert die Familie ohnehin über die Beteiligungskette aus Samsung C&T und Samsung Life Insurance. Branchenvertreter erwarten laut Korea Herald kaum Folgen für den Kurs, weil die Aktien in der Familie bleiben. Wie Samsung sein Geld verdient, zeigt unsere Analyse des Geschäftsmodells.

Wie Samsung-Aktien von der Mutter zum Sohn wandern
Drei große Pakete in sechs Monaten, alle Beträge in Euro
Die Transfers
April 2026: Blockverkauf
2,1 Mrd. €

Hong Ra-hee verkauft 15 Millionen Aktien, laut Treuhandvertrag für Steuern und Tilgung.

12. Oktober 2026: Kauf durch Lee
1,3 Mrd. €

Außerbörslicher Kauf von 7,19 Millionen Aktien, rund 0,11 Prozent des Konzerns.

12. November 2026: Schenkung
1,74 Mrd. €

11,16 Millionen Aktien, 0,17 Prozent. Vertrag unterzeichnet, Übertragung steht aus.

Die Folgen
Lees direkter Anteil
1,47 → 1,75 %

Stand vor dem Kauf und nach der Schenkung. Die Kontrolle läuft über Samsung C&T und Samsung Life.

Schenkungsteuer (Schätzung)
1,04 Mrd. €

Rund 60 Prozent des Werts. Festsetzung Anfang 2027. In Deutschland wären es etwa 520 Mio. €.

Über die Steuer bei der Nachfolge entscheidet selten der Satz, sondern ob der Anteil als Betriebsvermögen zählt.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was würde die Schenkung in Deutschland kosten?

Nach deutschem Recht fiele für ein Paket dieser Größe zwischen Mutter und Sohn deutlich weniger Schenkungsteuer an. In Steuerklasse I liegt der Höchstsatz bei 30 Prozent für Erwerbe über 26 Millionen Euro, Kinder haben einen Freibetrag von 400.000 Euro. Auf 1,74 Milliarden Euro wären rund 520 Millionen Euro fällig, halb so viel wie in Südkorea. Schenkungen derselben Person aus den zehn Jahren davor rechnet das Finanzamt allerdings hinzu.[3]

Die Verschonung für Betriebsvermögen greift bei 0,17 Prozent nicht. Anteile an Kapitalgesellschaften begünstigt das Erbschaftsteuergesetz erst ab einer Beteiligung von mehr als 25 Prozent oder bei Gesellschaftern, die sich in einem Pool binden.[4] Für Familienunternehmer folgen daraus zwei Aufgaben:

  • Prüfen Sie, ob Ihre Anteile die 25-Prozent-Grenze allein oder über eine Poolvereinbarung mit gemeinsamer Stimmabgabe erreichen.
  • Planen Sie Übertragungen in Zehnjahresschritten. Was ein Umzug ins Ausland zusätzlich auslöst, zeigt unser Beitrag zur Wegzugsbesteuerung.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. The Korea HeraldSamsung chief to receive W2.6tr stake from his mother13.10.2026
  2. The Korea HeraldSamsung chief Lee to buy W1.94tr stake from his mother09.09.2026
  3. Gesetze im InternetErbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG), §§ 14, 16 und 19
  4. Gesetze im Internet§ 13b ErbStG, Begünstigtes Vermögen

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