Am 7. Oktober verkündete Insolvenzverwalter Rolf Rombach, dass bei Kahla Porzellan in Thüringen zum Jahresende die Brennöfen ausgehen, nach mehr als 170 Jahren Porzellanproduktion. Fünf Tage später kündigten die Kaolinhersteller KaMin und CADAM aus Macon in Georgia an, ihre Preise ab dem 1. Dezember um bis zu 9,5 Prozent zu erhöhen. In beiden Begründungen stehen die Energiekosten.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenKnapp 19 Euro je Tonne war gewöhnlicher Ziegelton 2025 in den USA ab Werk wert, meldet der US-Geologiedienst USGS. Teuer wird der Stoff erst, sobald ein Werk ihn mahlt, formt und bei rund 1.000 Grad brennt, und für diese Hitze sorgt in Deutschland überwiegend Erdgas. Diese Stoffgeschichte folgt dem Rohstoff von einer 29.000 Jahre alten Figur aus Mähren über die Porzellanerde von Meißen bis zu den Güterzügen, die Westerwälder Ton nach Italien bringen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Anlass: Kahla Porzellan stellt nach der gescheiterten Investorensuche die Produktion zum Jahresende ein, knapp 100 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit. KaMin und CADAM verlangen ab 1. Dezember bis zu 9,5 Prozent mehr für Kaolin.
- Der Rohstoff: Ton entsteht aus verwittertem Feldspat und liegt fast überall im Boden. Der USGS nennt die weltweiten Ressourcen außerordentlich groß.
- Der Markt: 2025 wurden weltweit rund 50 Millionen Tonnen Kaolin und 20 Millionen Tonnen Bentonit gefördert. An keiner Börse wird Ton gehandelt, Lieferanten und Abnehmer handeln die Preise einzeln aus.
- Die deutsche Lage: Deutschland verkaufte 2022 rund 2,7 Millionen Tonnen Ton ins Ausland, gut 40 Prozent davon nach Italien. Unter Druck stehen die Werke, die Ton mit Erdgas brennen.
Angeberwissen in fünf Fragen
1 Woher hat Kaolin, die Porzellanerde, seinen Namen? Aufklappen ↓
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2 Wie alt ist die Venus von Dolní Věstonice, eine der ältesten Figuren aus gebranntem Ton? Aufklappen ↓
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3 Aus welchem Land bezogen italienische Keramikhersteller vor dem Krieg rund ein Viertel ihres Tons? Aufklappen ↓
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4 Welcher Kostenblock war 2019 in deutschen Ziegelwerken der größte? Aufklappen ↓
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5 Wofür wird in den USA fast die Hälfte des geförderten Bentonits verwendet? Aufklappen ↓
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Was ist Ton und wie entsteht das formbare Gestein?
Ton ist ein Lockergestein aus Mineralkörnchen, die kleiner sind als zwei Tausendstel Millimeter. Er entsteht, indem Wasser über lange Zeiträume Feldspat und andere Silikate zersetzt. Übrig bleiben Tonminerale wie Kaolinit, die mit Wasser formbar werden und im Feuer zu Stein verhärten.
Am Anfang steht der Feldspat, das häufigste Mineral der Erdkruste und Hauptbestandteil von Granit. Leicht saures Regen- und Grundwasser löst aus dem Kristallgitter Kalium und Kieselsäure heraus. Das Aluminium bleibt zurück und verbindet sich mit Wasser und dem Rest der Kieselsäure zu Kaolinit, dem Grundbaustein von Porzellanerde.
Die Tonlager, die heute abgebaut werden, sind meist viele Millionen Jahre alt. Der Westerwälder Ton lagerte sich im Tertiär ab, also lange vor der letzten Eiszeit.
Bleibt der Kaolin dort liegen, wo das Muttergestein verwittert ist, sprechen Geologen von einer primären Lagerstätte. So entstanden die Vorkommen in Cornwall direkt im zersetzten Granit.
Haben Flüsse die feinen Teilchen fortgeschwemmt und in Seen oder Meeresbuchten abgelagert, entsteht eine sekundäre Lagerstätte. Der Kaolingürtel von Georgia im Süden der USA gehört dazu, ebenso die meisten Tone für Fliesen und Ziegel.
Über den Wert entscheiden drei Eigenschaften: wie weiß der Ton brennt, wie formbar er mit Wasser wird und wie viel Eisen er enthält. Eisenreicher Ton brennt rot.
Die Tone aus der Gegend um Sassuolo, dem Zentrum der italienischen Fliesenindustrie, enthalten rund 7 Prozent Eisenoxid, schreibt die American Ceramic Society.
Was die Gruben im Durchschnitt ab Werk erlösen, ermittelt der US-Geologiedienst USGS jedes Jahr.
| Tonsorte | Was sie auszeichnet | Wert ab Werk in den USA 2025 | Wichtigste Verwendung in den USA |
|---|---|---|---|
| Kaolin | weiß, fein, eisenarm | rund 152 € je Tonne | Füll- und Bindestoffe (56 %), Keramik (20 %) |
| Bentonit | quillt in Wasser stark auf | rund 98 € je Tonne | Tierstreu (48 %), Bohrspülung (22 %) |
| Ball Clay | sehr formbar, brennt hell | rund 42 € je Tonne | Boden- und Wandfliesen (53 %) |
| Ziegelton | eisenhaltig, brennt rot | knapp 19 € je Tonne | Ziegel (43 %), Leichtzuschlag (31 %), Zement (21 %) |
| Feuerton | hält hohe Temperaturen aus | rund 15 € je Tonne | feuerfeste Erzeugnisse (Anteile nicht veröffentlicht) |
Indien förderte 2025 nach den Zahlen des USGS rund 8,4 Millionen Tonnen Kaolin, China 7,8 Millionen, Usbekistan 6,0 Millionen, Russland 5,0 Millionen und die USA 4,8 Millionen Tonnen. Beim Bentonit liegen die USA mit 4,1 Millionen Tonnen vorn, gefolgt von Indien und der Türkei.
Reserven nach Ländern weist der USGS für Ton nicht aus. Die Ressourcen aller Tonsorten nennt die Behörde außerordentlich groß.
Nach dem Rohstoffbericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) förderten die Betriebe 2022 rund 4,8 Millionen Tonnen kaolinhaltiges Rohmaterial, vor allem in Sachsen und in der Oberpfalz. Daraus entstanden rund 862.000 Tonnen verkaufsfähiger Kaolin.
Hinzu kamen 2,57 Millionen Tonnen feinkeramische Tone, überwiegend aus dem Westerwald, und 11,7 Millionen Tonnen Ton für Mauerziegel, Klinker und Dachziegel.
Gefördert wird fast überall im Tagebau mit Bagger und Radlader. Teure Schächte wie im Erzbergbau braucht keine Tongrube, deshalb liegen die Förderkosten niedrig. Über die Versorgung entscheidet wie beim Sand für die Bauindustrie vor allem die Genehmigung einer Grube.
Ton ist zersetzter Feldspat und kommt in riesigen Mengen vor. Wertvoll macht ihn erst die Reinheit: Weißer Kaolin bringt ab Werk achtmal so viel wie roter Ziegelton.
Wer formte den ersten Ton und wie begann der Porzellanrausch?

Einen Entdecker hat Ton nicht, Menschen brannten ihn schon vor rund 29.000 Jahren. Den Rausch löste das Porzellan aus: Europa kaufte das weiße Material jahrhundertelang teuer in China, bis Johann Friedrich Böttger 1708 in Dresden das Rezept fand.
Im Juli 1925 fanden Archäologen im mährischen Dolní Věstonice eine elf Zentimeter hohe Frauenfigur aus gebranntem Ton. Die Venus ist rund 29.000 Jahre alt und liegt heute im Mährischen Landesmuseum in Brünn. Gefäße kamen deutlich später: Die ältesten bekannten Scherben stammen aus der Höhle Xianrendong in Südchina, ein Forscherteam um Wu Xiaohong datierte sie 2012 in der Fachzeitschrift Science auf ein Alter von rund 20.000 Jahren.
In Mesopotamien wurde Ton zum ersten Datenträger. Um 3200 vor Christus ritzten Verwalter in Uruk Zahlen und Zeichen in feuchte Tontafeln. Das Metropolitan Museum of Art zählt rund 6.000 dieser frühen Tafeln.
Jahrtausende später ließ Chinas erster Kaiser eine ganze Armee aus Terrakotta brennen, die UNESCO zählt mehr als 8.000 Figuren.
Chinesische Werkstätten in Jingdezhen brannten seit Jahrhunderten ein hartes, durchscheinendes Material, das in Europa niemand nachmachen konnte. Den Rohstoff dafür lieferte ein Hügel bei dem Dorf Gaoling, dessen Name als Kaolin in die Weltsprachen einging. 1712 beschrieb der französische Jesuit François Xavier d’Entrecolles in einem Brief aus Jingdezhen, wie die Töpfer ihre Masse mischten.
In Sachsen gilt ein Laborprotokoll vom 15. Januar 1708 als Geburtsstunde des europäischen Hartporzellans. Der Alchemist Johann Friedrich Böttger arbeitete dafür im Auftrag Augusts des Starken mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus zusammen.
1710 gründete der Kurfürst auf der Albrechtsburg in Meißen die erste Porzellanmanufaktur Europas. Den weißen Ton bezog Böttger zunächst aus Colditz, später lieferte die Weißerdenzeche St. Andreas in Aue den Kaolin. Seit 1731 tragen die Stücke die gekreuzten Schwerter, 1875 ließ die Manufaktur das Zeichen als Marke eintragen.
1768 ließ sich der Apotheker William Cookworthy aus Plymouth ein Porzellan aus Cornwaller Kaolin und Cornwaller Stein patentieren. Aus den Gruben um St Austell wuchs eine ganze Industrie. Deren größter Betrieb, English China Clays, ging 1999 an den französischen Konzern Imetal, der sich danach Imerys nannte.
Im Westerwald brannten Töpfer zu dieser Zeit längst Steinzeug. Belegt ist das Handwerk seit mindestens 1402, im späten 16. Jahrhundert zogen Töpferfamilien aus Siegburg und Raeren zu. Die vielen Krug- und Kannenbäcker gaben der Gegend den Namen Kannenbäckerland.
1858 erhielt Friedrich Eduard Hoffmann ein Patent auf einen Ofen, in dem das Feuer durch 14 bis 20 Kammern wandert, während Arbeiter hinter der Glut gebrannte Ziegel entnehmen und vor ihr neue einsetzen. Ein solcher Ringofen schaffte bis zu zwei Millionen Ziegel je Saison und machte den Mauerstein zur Massenware.
Die Porzellanfabrik in Kahla in Thüringen stellt seit mehr als 170 Jahren industriell Porzellan her.
Ton gehört zu den ältesten Werkstoffen der Menschheit. Zum Industriegut machten ihn zwei deutsche Durchbrüche: Böttgers Nacherfindung des Porzellans von 1708 und Hoffmanns Ringofen von 1858.
Wie hat Ton die Weltkarte verändert?

Ton hat Handelswege verändert, keine Grenzen. Erst holten europäische Handelskompanien das Porzellan aus China, dann das Wissen um seine Herstellung. Heute zeigt der Krieg in der Ukraine, wie eng Europas Fliesenindustrie an den Gruben des Donbas hing.
Porzellan als Kolonialware
Die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) verschiffte nach den Berechnungen des Historikers T. Volker zwischen 1602 und 1682 rund 16 Millionen Stück Porzellan nach Europa.
In Delft entstanden daraufhin Dutzende Töpfereien, die das blau-weiße Vorbild mit Zinnglasur nachahmten, weil ihnen der Kaolin fehlte.
Die Jesuitenmission in Jingdezhen lieferte Europa 1712 nebenbei, was die Kompanien nicht kaufen konnten: das Wissen, wie die Masse entsteht.
Heute gehören große Kaolingruben in Schwellenländern europäischen und amerikanischen Konzernen. Im brasilianischen Bundesstaat Pará baute der französische Imerys-Konzern lange Kaolin für die Papierindustrie ab. Im Juli 2024 verkaufte Imerys das Papiergeschäft an die US-Investmentgruppe Flacks, der Betrieb heißt seitdem Artemyn und nennt sich selbst den größten Kaolinbetrieb der Welt.
Keine Grenze, kein Kartell
Eine Grenze wegen Ton hat niemand gezogen, und kein Staat verdankt seine Existenz einer Tongrube. Ton ist zu häufig und zu billig, um Grenzen oder Staaten zu begründen. Aus demselben Grund fehlt ein Kartell nach dem Vorbild der OPEC.
Verwundbar ist der Markt trotzdem, und zwar bei den Spezialtonen, die nur an wenigen Orten in der nötigen Reinheit vorkommen.
Für weiß brennende Fliesen in großen Formaten brauchen die Hersteller hochplastischen Ball Clay, und den lieferte bis 2022 vor allem die Ukraine.
Der Krieg im Donbas
Die Ukraine besitzt rund 40 Lagerstätten für Feuerfest- und Bindetone mit mehr als 600 Millionen Tonnen Ressourcen, die meisten im Donbas. 2019 exportierte das Land nach Zahlen der American Ceramic Society fast fünf Millionen Tonnen Ball Clay, 81 Prozent aller Ausfuhren dieser Tonsorte weltweit.
Größter Förderer ist die Gruppe Vesco in Druschkiwka im Gebiet Donezk. 2021 holte das Unternehmen 4 Millionen Tonnen Ton aus seinen Gruben und exportierte nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Fortune für mehr als 179 Millionen Euro in 18 Länder.
Italiens Keramikhersteller bezogen damals ein Viertel ihres Tons aus der Ukraine, Spaniens Fliesenhersteller nach Daten des Branchendienstes GMK Center sogar 70 Prozent ihres weißen Ball Clays.
Vor Kriegsbeginn brachte Vesco noch rund eine Million Tonnen Ton außer Landes. Nach dem russischen Angriff im Februar 2022 waren die Häfen blockiert, der Ton rollte per Bahn nach Polen und weiter in Lager in Italien und Spanien.
Die Fliesenwerke von Sassuolo und Castellón mussten ihre Massen umstellen, auf Ton aus der Türkei, aus Indien und aus Deutschland. Im Juni 2022 vereinbarten der italienische Verband Confindustria Ceramica und der deutsche Bundesverband Keramische Rohstoffe und Industrieminerale (BKRI) in München, die Lieferungen deutscher Tone zu steigern. Italien bezog bis dahin rund eine Million Tonnen deutscher Rohstoffe im Jahr per Bahn, bis Ende 2022 sollten bis zu 30 Prozent hinzukommen.
Ein Teil der Donezker Lagerstätten liegt inzwischen im russisch besetzten Gebiet. Belarussische Staatsbetriebe beziehen Kaolin aus der besetzten Lagerstätte Bila Balka über russische Zwischenfirmen, berichteten das ukrainische Portal Ukrinform und die belarussische Initiative BELPOL im April 2026. Die Lieferungen, die sich belegen ließen, hatten demnach einen Wert von mehr als 6,7 Millionen Euro.
Lithium aus Ton und teure Seewege
In Nevada baut Lithium Americas am Thacker Pass eine Anlage, die Lithium aus Tonstein lösen und 40.000 Tonnen Lithiumcarbonat im Jahr liefern soll. Die mechanische Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant, die Kosten schätzt das Unternehmen auf rund 2,62 Milliarden Euro.
KaMin und CADAM begründen ihre Preiserhöhung vom 12. Oktober neben Energie und Löhnen mit Störungen auf wichtigen Seewegen, längeren Laufzeiten, teurerem Treibstoff und höheren Versicherungsprämien.
Für einen Rohstoff, dessen Tonne ab Werk in den USA rund 150 Euro kostet, fällt jeder Umweg auf See ins Gewicht.
Warum ist Ton für die Weltwirtschaft so wichtig?

Ton steckt am Anfang ganzer Industrien: Bau, Keramik, Papier, Gießerei und Bohrtechnik. Weltweit wurden 2025 rund 50 Millionen Tonnen Kaolin und 20 Millionen Tonnen Bentonit gefördert, in den USA übertrifft die Förderung von gewöhnlichem Ziegelton die von Kaolin und Bentonit zusammen.
Nach den Zahlen der UN-Handelsstatistik, ausgewertet vom Datendienst TrendEconomy, führten die Länder der Welt 2023 Kaolin für rund 1,51 Milliarden Euro ein. Der Handel mit anderen Tonen wie Bentonit und Ball Clay kam auf rund 1,95 Milliarden Euro.
Zum Vergleich: Allein die USA förderten 2025 Ton im Wert von rund 1,61 Milliarden Euro, meldet der USGS.
Von den rund 26 Millionen Tonnen, die US-Gruben 2025 förderten, gingen nur rund 3,3 Millionen ins Ausland, der Rest blieb im Herkunftsland und landete im Ziegelwerk, in der Zementfabrik oder in der Fliesenfabrik in der Nähe.
Bei Kaolin führen die USA den Export an, 2023 mit Ausfuhren für rund 471 Millionen Euro. Dahinter folgen Großbritannien, China, Brasilien und Deutschland. Die größten Käufer sind China, Japan, Italien und Deutschland. Bei den übrigen Tonen liefern China, die USA, die Türkei, Indien und Deutschland am meisten. Mit Abstand größter Käufer ist Italien, das 2023 für rund 214 Millionen Euro einführte, gefolgt von Deutschland, den Niederlanden und Polen.
Deutschland taucht damit auf beiden Seiten auf: Das Land verkauft Spezialtone aus dem Westerwald und kauft Kaolin und Bentonit für Papier, Gießereien und Keramik zu.
Einen Börsenpreis für Ton gibt der Markt nicht her, die Preise stehen in Einzelverträgen, je nach Sorte, Reinheit und Körnung.
Als öffentliche Richtgröße dienen die Durchschnittswerte, die der USGS aus den Angaben der US-Gruben errechnet.
Für Kaolin stieg der Durchschnittswert von umgerechnet rund 135 Euro je Tonne im Jahr 2021 auf rund 152 Euro im Jahr 2025, ein Plus von knapp 13 Prozent.
Weil Ton schwer und billig ist, entscheidet die Fracht mit über den Preis. Ein Massengut, dessen Tonne weniger als 20 Euro wert ist, lohnt keine weite Reise. Kaolin und Ball Clay fahren dagegen in Güterzügen und Schiffen über Kontinente, weil die richtige Qualität nicht überall liegt. Westerwälder Ton rollt in eigenen Zügen über die Alpen nach Sassuolo, US-Kaolin geht per Schiff nach Mexiko, Japan und China. Brasilianischer Kaolin kam lange in großen Mengen in die USA.
Ohne Bentonit fehlt den Gießereien der Binder für Sandformen und den Bohrfirmen die Bohrspülung, die das Bohrloch stabilisiert. Ohne Ball Clay müssen Fliesenwerke ihre Rezepturen umstellen, wie 2022 in Italien und Spanien. Mauer- und Dachziegel entstehen nur aus Ziegelton.
Deutschland ist bei gewöhnlichem Ton Selbstversorger, bei einzelnen Sorten aber auf Importe angewiesen.
2022 führte das Land nach Zahlen der BGR rund 335.000 Tonnen Kaolin ein, vor allem aus Tschechien, den USA, Belgien und Großbritannien. Bentonit kam auf rund 553.000 Tonnen, gut ein Viertel davon aus den Niederlanden.
Ton wird in großen Mengen und zu niedrigen Preisen gefördert. Die meisten Länder versorgen sich selbst, gehandelt werden vor allem die reinen Sorten, und genau dort entstehen die Abhängigkeiten.
In welchen Produkten steckt Ton und was verschwindet ohne ihn?

Ton steckt in Ziegeln, Fliesen, Waschbecken und Porzellan, aber auch in Papier, Katzenstreu, Wein und Zement. Ersetzen lässt er sich dort, wo er nur füllt oder bindet. Wo er im Feuer zu Keramik wird, fehlt ein gleichwertiger Ersatz.
Wo der Rohstoff überall drinsteckt
Den größten Teil nimmt der Bau ab: Deutsche Ziegelwerke stellten 2025 nach Zahlen ihres Bundesverbands 376 Millionen Dachziegel, 3,23 Millionen Kubikmeter Hintermauerziegel und 517.000 Kubikmeter Vormauerziegel her. Die Werke brannten außerdem 320.000 Kubikmeter Pflasterklinker für Wege und Plätze.
Fliesen bestehen zum großen Teil aus Ton, in den USA geht mehr als die Hälfte des geförderten Ball Clays in Boden- und Wandfliesen.
Die Masse für ein WC oder Waschbecken aus Sanitärporzellan enthält typischerweise 20 bis 28 Prozent Ton und 25 bis 35 Prozent Kaolin, der Rest sind Quarz und Feldspat. Gebrannt wird bei rund 1.250 Grad.
Geschirr aus Porzellan ist ohne Kaolin nicht denkbar, er gibt dem Scherben die weiße Farbe und die Festigkeit.
Kaolin macht Papier glatter und weißer und dient als Füllstoff in Farben, Kunststoffen und Gummi. In Kosmetik und Arzneimitteln steckt er als Bolus alba, etwa in Pudern.
Bentonit saugt Flüssigkeit auf und quillt dabei. In den USA geht fast die Hälfte davon in Tierstreu, vor allem Katzenstreu, gut ein Fünftel als Bohrspülung.
In Deutschland nennt die BGR als weitere Einsätze Gießereisand, Abdichtungen von Deponien, die Sanierung von Altlasten und das Klären von Speiseöl, Wein, Bier und Säften.
Gewöhnlicher Ton geht außerdem in den Zement, in den USA rund ein Fünftel des Ziegeltons. Im finnischen Endlager Onkalo soll ein Polster aus Bentonit die Kupferbehälter mit abgebranntem Kernbrennstoff in rund 450 Metern Tiefe umschließen.
Was ohne Ton wegfiele
Der USGS listet die Ersatzstoffe nüchtern auf: Calciumcarbonat für Füllstoffe, Kieselgur, Silikagel, Zeolithe, Kunststoffe und organische Streu für Saugmittel, andere Wand- und Dachmaterialien im Bau. Leicht zu ersetzen ist Ton im Papier. Dort hat Calciumcarbonat den Kaolin längst verdrängt. In europäischen Papieren machen Carbonate nach einer Übersicht der Fachzeitschrift BioResources rund 8,4 Prozent der Masse aus, Kaolin nur noch 3,2 Prozent. Katzenstreu lässt sich auch aus Holz, Mais oder Silikat herstellen.
Ersetzbar ist auch der Ziegel. Häuser lassen sich ebenso aus Kalksandstein, Porenbeton, Beton und Holz bauen, auf dem Dach kann der Betondachstein den Tonziegel ablösen.
Ohne Ersatz bleiben Porzellan und Sanitärkeramik, bei Fliesen geht der Wechsel nur mit Abstrichen. Porzellan lässt sich ohne Kaolin nicht herstellen, ein Waschbecken aus Sanitärporzellan aus keinem anderen Rohstoff brennen.
Selbst ein Wechsel der Tonsorte hat Folgen: Seit der ukrainische Ball Clay 2022 knapp wurde, prüfen Fliesenhersteller eisenreichere rote Tone. Mit diesen Tonen werden die Fliesen dunkler und rötlich, und genau diese Farbe lässt sich nach einer Auswertung der American Ceramic Society nicht einfach korrigieren. Sehr weiße Großformate wurden knapp.
Wie setzt sich der Preis eines Ziegels zusammen?

Vom Erlös eines deutschen Ziegelwerks gingen 2019 rund 27 Prozent an das Personal, 19 Prozent an das Material und gut 10 Prozent an die Energie. Der Ton selbst versteckt sich im Materialanteil und kostet ab Grube nur wenige Euro je Tonne. Beim Händler kommen Marge und 19 Prozent Mehrwertsteuer hinzu.
Die Zahlen stammen aus der Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamts für die Branche „Herstellung von Ziegeln und sonstiger Baukeramik“, veröffentlicht im Zahlenspiegel des Bundesverbands Baustoffe, Steine und Erden. Erfasst sind Unternehmen ab 20 Beschäftigten, gemessen wird jeder Posten als Anteil am Bruttoproduktionswert, also grob am Umsatz des Werks.
Neuere Werte hat die Statistik für die Branche nicht veröffentlicht. Die Zahlen beschreiben deshalb die Zeit vor dem Gaspreisschock von 2022.
Den größten Block bilden mit 27,2 Prozent die Personalkosten. Ziegelwerke sind zwar hoch automatisiert, brauchen aber Leute an Presse, Trockner, Ofen und Verladung, oft im Schichtbetrieb. Auf das Material entfallen 19,1 Prozent, auf zugekaufte Handelsware weitere 9,8 Prozent.
Der Ton selbst macht davon nur einen Bruchteil aus. Viele Ziegeleien graben ihn in eigenen Gruben direkt neben dem Werk, seine Kosten verteilen sich dann auf Löhne, Bagger und Abschreibungen. In den USA erlöste gewöhnlicher Ziegelton 2025 knapp 19 Euro je Tonne ab Werk.
Die Energie kam 2019 auf 10,5 Prozent. Gemessen an der Wertschöpfung, also dem Umsatz abzüglich der Vorleistungen, machen die Energiekosten in brennintensiven Branchen wie Ziegel, Fliesen, Zement und Kalk bis zu ein Drittel aus, schreibt der Bundesverband Baustoffe.
Gebrannt wird überwiegend mit Erdgas, deshalb ist für Ziegel- und Porzellanwerke der Preis für Erdgas wichtiger als der Preis des Tons.
Für Abschreibungen, Zinsen, Mieten und Pachten setzt die Statistik 7,1 Prozent an, für Lohnarbeit und Dienstleistungen 5,6 Prozent. Unter sonstige Kosten fallen 17,3 Prozent, darin stecken Fracht, Werbung, Reisen, Leiharbeit und Kostensteuern. Was danach übrig bleibt, rund 3,4 Prozent, umfasst unter anderem Unternehmerlohn und Gewinn vor Steuern.
Die Beschäftigten erhalten über ein Viertel des Erlöses, Energieversorger und Lieferanten gemeinsam knapp 40 Prozent.
Der Staat kassiert über Kostensteuern im Werk und mit der Mehrwertsteuer beim Verkauf an Privatkunden. Für den Eigentümer der Grube bleibt wenig, weil Ton im Boden fast nichts wert ist.
Ob Ziegelhersteller Preissteigerungen schneller weitergeben als Senkungen, dazu haben wir keine belastbaren Zahlen gefunden. Belegt ist, womit die Hersteller ihre Lage begründen: Kahla nannte im Insolvenzverfahren die gestiegenen Energiepreise, der Fliesenhersteller Panariagroup in Leisnig den schwachen Bau und die hohen Energiepreise.
Kauft ein europäischer Abnehmer Kaolin in den USA ein, mildert ein starker Euro jede Preiserhöhung.
Beim aktuellen Kurs von 1,1195 Dollar je Euro bedeutet der Aufschlag von KaMin und CADAM auf den US-Durchschnittswert von rund 152 Euro je Tonne bis zu 14 Euro mehr.
Wer verdient an Ton und wer zahlt drauf?

Am Ton verdienen vor allem die Konzerne, die ihn veredeln: Imerys, Sibelco, Minerals Technologies und die großen Ziegelhersteller wie Wienerberger. Drauf zahlen Anwohner von Kaolingruben in Brasilien, Arbeiter in den Ziegeleien Südasiens und zuletzt die Beschäftigten deutscher Porzellan- und Fliesenwerke.
Der französische Konzern Imerys setzte 2025 mit rund 12.300 Beschäftigten in 40 Ländern 3,38 Milliarden Euro um. Unter dem Strich stand ein Verlust von 409 Millionen Euro, vor allem wegen einer Abschreibung auf Firmenwerte von 467 Millionen Euro. Das Kaolingeschäft für Papier hat Imerys 2024 abgegeben, die verkaufte Sparte hatte 2023 rund 370 Millionen Euro umgesetzt.
Der belgische Konkurrent Sibelco beschäftigt rund 5.000 Menschen in 32 Ländern und meldete für 2025 einen stabilen Umsatz. Der US-Konzern Minerals Technologies nennt sich selbst den größten Bentonitproduzenten der Welt, allein mit Katzenstreu und Körperpflegeprodukten erlöste die Sparte Household & Personal Care 2025 umgerechnet rund 458 Millionen Euro.
Der größte Kunde des gewöhnlichen Tons ist die Ziegelindustrie, und deren größter Konzern sitzt in Wien. Wienerberger setzte 2025 rund 4,6 Milliarden Euro um und verdiente netto 168 Millionen Euro. Im laufenden Jahr verschlechterte sich die Lage: Im September stellte der Konzern die Ziegelproduktion im österreichischen St. Andrä ein und fuhr sie in Göllersdorf herunter, die Aktie verlor bis Ende September 44 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn.
Im Westerwald verdient der Mittelstand. Die Stephan Schmidt Gruppe aus Dornburg betreibt 20 eigene Gruben, fördert mehr als 1,5 Millionen Tonnen Rohstoffe im Jahr und exportiert über 60 Prozent davon in mehr als 40 Länder.
Einen klassischen Ressourcenfluch hat Ton nie ausgelöst. Bei Erdöl und Erdgas bläht ein Rohstoffboom die Exporterlöse so stark auf, dass die Landeswährung steigt und die übrige Exportwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit verliert, Ökonomen nennen das die holländische Krankheit. Ton bringt für eine holländische Krankheit zu wenig Umsatz, kein Land lebt von seinen Tongruben.
In Barcarena im brasilianischen Bundesstaat Pará brach 2007 ein Absetzbecken der Imerys-Tochter Rio Capim Caulim, rund 200.000 Kubikmeter Kaolinschlamm liefen in die Umwelt. Im Mai 2014 meldeten Anwohner erneut Lecks, Imerys räumte eines davon ein. Rund 7.000 Menschen waren betroffen, berichtete das Institut IHU Unisinos, ein Bundesgericht untersagte die weitere Nutzung des Beckens.
In Cornwall fielen für jede Tonne China Clay rund fünf Tonnen Abraum an. Die weißen Halden um St Austell heißen im Volksmund bis heute Cornish Alps.
Indien zählt nach einer Studie des Centre for Policy Research mehr als 100.000 Ziegelöfen, die rund 250 Milliarden Ziegel im Jahr brennen. Die Internationale Arbeitsorganisation schätzt die Zahl der Beschäftigten auf rund zehn Millionen.
Im Bundesstaat Punjab stellte die Organisation Anti-Slavery International 2017 fest, dass 96 Prozent der Ziegelformer verschuldet waren und Löhne über acht bis zehn Monate einbehalten wurden.
Bei Kahla gehen die Brennöfen aus, nicht wegen des Kaolins, sondern wegen Gasrechnung und fehlender Aufträge.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
In Deutschland verlieren Beschäftigte der Werke, die Ton mit Gas brennen, ihre Arbeit. Bei Kahla trifft das knapp 100 Menschen, im Fliesenwerk Leisnig der Panariagroup rund 230, im Ziegelwerk Eder im sächsischen Freital 37. Die Begründungen gleichen sich: hohe Energiepreise und eine schwache Nachfrage aus Bau und Gastronomie.
| Akteur | Lage | Bilanz |
|---|---|---|
| Kaolinhersteller wie KaMin und CADAM | Preiserhöhung um bis zu 9,5 Prozent ab Dezember 2026 | gewinnen |
| Westerwälder Tonförderer | Exportquote über 60 Prozent, Ersatzlieferant für ukrainischen Ton | gewinnen |
| Wienerberger | Gewinn 2025, Werksstillstände und Kursverlust 2026 | verliert an Boden |
| Ukraine und Vesco | Lagerstätten im Donbas teils besetzt, Exporte 2022 eingebrochen | verlieren |
| Anwohner in Barcarena | Kaolinschlamm 2007, Lecks 2014 | verlieren |
| Ziegelarbeiter in Indien | Schuldknechtschaft, einbehaltene Löhne | verlieren |
| Beschäftigte in Kahla, Leisnig und Freital | Werksschließungen wegen Energiekosten und Auftragsmangel | verlieren |
Am Ton verdienen vor allem Veredler wie Minerals Technologies und die Ziegelkonzerne, kein Förderland lebt davon. Die Kosten landen bei Anwohnern von Gruben, bei Ziegelarbeitern in Südasien und bei den Beschäftigten europäischer Werke, deren Öfen mit Gas laufen.
Wie mächtig ist die Ton-Lobby?

Die Ton-Lobby gibt wenig Geld aus. Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie meldet für 2025 Lobbyausgaben von gut 210.000 Euro, sein wichtigstes Ziel ist billiger Strom für die Umstellung der Öfen. Bei den Gratis-Zertifikaten im Emissionshandel hat die Branche bereits gewonnen.
Die Interessen der Branche verteilen sich auf die Verbände der Abnehmer: Ziegel, Keramik und Baustoffe insgesamt, dazu der Bundesverband Keramische Rohstoffe und Industrieminerale für die Gruben. Im Lobbyregister des Bundestags lassen sich die Budgets nachlesen.
| Verband | Lobbyausgaben 2025 | Vollzeitstellen für Interessenvertretung | Wichtigste Anliegen |
|---|---|---|---|
| Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden | 480.001 bis 490.000 € | 1,6 | Rohstoffsicherung in der Raumordnung |
| Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie | 210.001 bis 220.000 € | 1,6 | Strompreiskompensation, Emissionshandel, Ökobilanz des Ziegels |
| Bundesverband Keramische Industrie | 60.001 bis 70.000 € | 0,27 | Netzentgelte, Aussetzung des nationalen CO₂-Preises, günstigerer Strom |
Der Ziegelverband nahm 2025 rund 2,5 Millionen Euro Mitgliedsbeiträge ein, größter Zahler ist die Wienerberger Deutschland GmbH. In Brüssel spricht der europäische Dachverband Cerame-Unie für die Keramik. Laut dem Transparenzregister der EU, ausgewertet von LobbyFacts, beschäftigt er 4,5 Vollzeitkräfte für die Interessenvertretung und hatte 72 Treffen mit hochrangigen Vertretern der EU-Kommission.
Die EU führt die Herstellung von Ziegeln, Fliesen und Baukeramik aus gebranntem Ton auf ihrer Carbon-Leakage-Liste für 2021 bis 2030. Die Werke erhalten Emissionszertifikate bis zur Höhe des Benchmarks kostenlos, weil ihnen sonst die Abwanderung in Länder ohne CO₂-Preis droht.
Beim Strom ist die Branche leer ausgegangen. „Leider befindet sich die Ziegelindustrie (NACE 23.32) nicht auf der Liste der beihilfeberechtigten Sektoren“, schrieb der Ziegelverband im Oktober 2025 an das Bundesumwelt- und das Bundeswirtschaftsministerium. Gemeint ist die Strompreiskompensation, mit der der Staat stromintensiven Branchen einen Teil der CO₂-Kosten im Strompreis erstattet. Ohne deutlich billigeren Strom werde die Branche nicht in elektrische Öfen investieren, warnt der Verband.
Am 16. April 2026 genehmigte die EU-Kommission den deutschen Industriestrompreis, der den Preis für die Jahre 2026 bis 2028 auf rund 5 Cent je Kilowattstunde drücken soll. Berechtigt sind nur Betriebe aus Branchen einer festen EU-Liste, und die Hälfte der Entlastung muss in eine klimafreundlichere Produktion fließen. Ob Ziegelwerke dazugehören, hängt am Branchenschlüssel des einzelnen Betriebs.
Gefördert wird die Umstellung schon heute im Einzelfall. Das Ziegelwerk Janinhoff in Münster nimmt am Bundesprogramm Klimaschutzverträge teil.
Der Dachziegelhersteller Jacobi testet mit Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums elektrische Lufterhitzer in einem Tunnelofen, das Ministerium trägt zwei Drittel der Kosten von rund 1,5 Millionen Euro.
In Broschüren der Ziegelindustrie entsteht der Ziegel aus vier Elementen: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Ausgebeutete Tongruben werden darin zu neuen Lebensräumen oder Ackerland. Im Lobbyregister führt der Ziegelverband „Langlebigkeit der Ziegelbauweise“ ausdrücklich als Regelungsvorhaben, gemeint ist die Ökobilanz, mit der Gebäude künftig bewertet werden.
Der Bundesverband Baustoffe begrüßte 2024 in einer Stellungnahme zum Raumordnungsgesetz, dass der Bund die Sicherung von Lagerstätten als Grundsatz präzisieren will. Kritisch sah der Verband den Zusatz „verbrauchsnah“. Für Spezialtone aus dem Westerwald, die bis nach Italien fahren, passt das Wort nicht.
Unsere Einordnung: Eine Entlastung beim Strompreis für Ziegeleien ist gut angelegtes Geld, weil sich der Umbau der Öfen erst damit rechnet. Gratis-Zertifikate ohne Umbaupflicht verlängern dagegen nur das Erdgaszeitalter der Branche.
Die Ziegel- und Keramikverbände geben zusammen weniger als eine Million Euro im Jahr für Lobbyarbeit in Berlin aus. Gratis-Zertifikate hat die Branche schon, um billigeren Strom ringen die Verbände noch.
Wie kommen wir vom Erdgas im Tonofen los?

Ton ist reichlich vorhanden, das Klimaproblem liegt im Brennen: Die meisten Öfen laufen mit Erdgas. Elektrische Tunnelöfen und Wasserstoff können das Gas ersetzen, kalzinierter Ton kann im Zement einen Teil des Klinkers ersetzen.
529 Keramikanlagen im europäischen Emissionshandel meldeten für 2024 zusammen 8,41 Millionen Tonnen verifizierte CO₂-Emissionen, hat die Gemeinsame Forschungsstelle der EU ausgewertet. Die Zementklinker-Werke kamen zum Vergleich auf 81,9 Millionen Tonnen. Ein Teil des CO₂ entsteht unabhängig vom Brennstoff. Eine Studie des britischen Prüfinstituts Lucideon für die britische Ziegelindustrie ergab 0,252 Tonnen CO₂-Äquivalent je Tonne gebrannter Ziegel. Rund 31 Prozent davon stammten aus dem Rohstoff selbst, aus Kohlenstoff im Ton und aus zerfallenden Carbonaten, rund 64 Prozent aus Brennstoff und Strom.
Strom statt Gas
Den Beweis, dass sich Ziegel elektrisch brennen lassen, hat Wienerberger im österreichischen Uttendorf angetreten. Im November 2024 nahm der Konzern dort für rund 30 Millionen Euro einen Elektroofen in Betrieb, den Wienerberger als den größten industriellen Elektroofen der Welt bezeichnet. Im Testbetrieb brennt er 270 Tonnen Ziegel am Tag, mit Ökostrom sinken die CO₂-Emissionen um rund 90 Prozent.
Das Ziegelwerk Janinhoff in Münster plant einen eigenen Elektrolyseur für grünen Wasserstoff, die Stephan Schmidt Gruppe im Westerwald will Wasserstoff aus dem eigenen Windpark Arborn bei der Herstellung ihres Mahltons nutzen. Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie beziffert in seiner Klima-Roadmap den Umbau auf 2,3 Milliarden Euro Investitionen bis 2050.
Eine Kilowattstunde Strom kostet die Industrie deutlich mehr als eine Kilowattstunde Gas, ohne Förderung rechnet sich der Elektroofen für den Mittelstand deshalb nicht. Aus diesem Grund drängt der Ziegelverband auf die Strompreiskompensation.
Ton als Klimaretter im Zement
Erhitzt man Ton auf rund 800 Grad statt Kalkstein auf 1.450 Grad für Zementklinker, entsteht ein reaktiver Stoff, der zusammen mit Kalksteinmehl bis zur Hälfte des Klinkers ersetzen kann. Das Labor für Baustoffe der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) hat das Rezept als LC3 entwickelt und beziffert die CO₂-Einsparung auf bis zu 40 Prozent.
Beim Brennen von Kalk und Klinker entweicht CO₂ aus dem Kalkstein selbst, kalzinierter Ton setzt dieses Prozess-CO₂ nicht frei.
Im Juli 2025 nahm Rohrdorfer im oberbayerischen Rohrdorf eine Versuchsanlage für getemperte Tone in Betrieb, die bis zu 50 Tonnen Rohton am Tag verarbeitet und mit bis zu 8,65 Millionen Euro von Bund und EU gefördert wird.
Holcim eröffnete am 3. September 2026 im tschechischen Čížkovice eine Linie für 580.000 Tonnen Zement im Jahr, der mit kalziniertem Ton rund 30 Prozent weniger CO₂ verursacht.
Recycling, Papier und Endlager
Recycling spielt beim Rohstoff selbst keine Rolle. Der USGS nennt die Wiederverwertung von Ton unbedeutend.
In der Papierindustrie hat Calciumcarbonat den Kaolin als wichtigsten Füllstoff abgelöst. In den USA stieg gefälltes Calciumcarbonat in den 1990er Jahren zum wichtigsten Füllstoff auf und erreichte mehr als 80 Prozent Anteil in Druckpapieren, schreiben die Forscher Martin Hubbe und Robert Gill in BioResources.
Das finnische Endlager Onkalo mit seinem Bentonitpolster hat die Sicherheitsprüfung der Aufsichtsbehörde STUK bestanden und soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen.
Rund zwei Drittel der Ziegelemissionen stammen aus Brennstoff und Strom, knapp ein Drittel aus dem Ton selbst. Elektroöfen funktionieren bereits, rechnen sich aber erst mit billigerem Strom. Kalzinierter Ton kann den Zement um bis zu 40 Prozent klimafreundlicher machen.
Was bedeuten teurer Kaolin und das Aus von Kahla für Deutschland?

Verbraucher spüren den Kaolinaufschlag kaum, weil der Rohstoff nur einen kleinen Teil vom Preis eines Tellers oder einer Fliese ausmacht. Für den Standort ist das Aus von Kahla ernster: Werke, die Ton mit Gas brennen, verdienen ihre Energiekosten bei schwacher Nachfrage nicht mehr.
Am 7. Oktober sagte der Erfurter Insolvenzverwalter Rolf Rombach dem MDR, er habe keinen Käufer für Kahla Porzellan gefunden, zuletzt war ein türkischer Interessent abgesprungen. Bis Jahresende arbeiten die knapp 100 Beschäftigten die offenen Aufträge ab, danach gehen die Brennöfen aus. Die Restware will das Unternehmen in den ersten Monaten 2027 im Werksverkauf und online verkaufen.
Vor der ersten Insolvenz 2020 arbeiteten in Kahla rund 250 Menschen. Zu DDR-Zeiten gehörten zum VEB Feinkeramik mit Sitz in Kahla 17 Betriebe mit rund 18.000 Beschäftigten.
Fünf Tage nach der Meldung aus Thüringen kündigten KaMin und CADAM aus Georgia ihre Preiserhöhung für Kaolin an. Ab dem 1. Dezember verlangen die beiden Unternehmen mit rund 800 Beschäftigten und Kunden in mehr als 70 Ländern bis zu 9,5 Prozent mehr, je nach Sorte und Region. Für Logistik und Handling sind weitere Zuschläge möglich.
Ein Rechenbeispiel: Angenommen, Kaolin machte zehn Prozent der Herstellkosten eines Porzellantellers aus. Dann verteuerte ein Aufschlag von 9,5 Prozent den Teller um knapp ein Prozent. Für Papier, Farben und Kunststoffe, in denen Kaolin als Füllstoff steckt, fällt die Rechnung ähnlich aus.
Neben Kahla hat die Branche in diesem Jahr das größte deutsche Fliesenwerk verloren: Die Panariagroup Deutschland fuhr im Juni im sächsischen Leisnig die Öfen herunter, rund 230 Menschen arbeiteten dort. Das Ziegelwerk Eder hat die Produktion in Freital zum Jahreswechsel 2025/26 beendet. Insolvenzverwalter und Unternehmen nennen dieselben Gründe: hohe Energiepreise und zu wenige Aufträge.
Die Ziegelindustrie zählte 2025 noch 96 Werke mit 7.100 Beschäftigten, meldet ihr Bundesverband.
Im ersten Halbjahr 2026 genehmigten die Behörden 126.300 Wohnungen, 15,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, meldet das Statistische Bundesamt. Vom Niveau des ersten Halbjahrs 2016 mit 182.800 Wohnungen ist der Wohnungsbau damit noch weit entfernt. Genehmigte Wohnungen werden mit Verzögerung gebaut, die Nachfrage nach Ziegeln dürfte deshalb erst im kommenden Jahr anziehen.
Die Bundesregierung setzt auf den Industriestrompreis von rund 5 Cent je Kilowattstunde, den die EU-Kommission im April genehmigt hat. Anträge für 2026 nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ab Anfang 2027 rückwirkend an.
Wir halten das für zu spät und zu eng: Ein Betrieb wie Kahla hätte eine Entlastung für 2026 frühestens im Frühjahr 2027 erhalten, und Ziegelwerke stehen nicht einmal sicher auf der Liste.
Drei Szenarien für die kommenden Monate
- Optimistisch: Der Gaspreis bleibt stabil, die Baugenehmigungen steigen weiter, und die Ziegelwerke kommen unter den Industriestrompreis. Der Kaolinaufschlag geht im Winter in den Preisen unter.
- Realistisch: Die Abnehmer akzeptieren einen Teil des Aufschlags, weitere Hersteller in den USA und Europa ziehen nach. Einzelne Keramikwerke mit hoher Gasrechnung und schwachem Absatz geben auf, die Ziegelwerke halten sich dank der steigenden Baugenehmigungen.
- Pessimistisch: Neue Störungen auf den Seewegen treiben Fracht und Energie weiter nach oben. Weitere Porzellan-, Fliesen- und Ziegelwerke schließen, bevor die Förderung für 2026 ausgezahlt ist.
Was Sie jetzt tun können
- Als Einkäufer von Kaolin: Prüfen Sie Ihre Lieferverträge vor dem 1. Dezember auf Preisgleitklauseln und Logistikzuschläge, und fragen Sie bei Westerwälder und tschechischen Lieferanten Vergleichsangebote an.
- Als Keramik- oder Ziegelhersteller: Gleichen Sie den Branchenschlüssel Ihres Betriebs mit der Liste für den Industriestrompreis ab und bereiten Sie den Antrag beim BAFA für Anfang 2027 vor.
- Als Bauherr: Lassen Sie sich Ziegelpreise im Angebot für die gesamte Bauzeit festschreiben, solange die Werke noch freie Kapazitäten haben.
- Als Kunde von Kahla: Nachkaufbares Geschirr kommt nur noch aus der Restware, die im Werksverkauf und online Anfang 2027 angeboten wird.
Der Rohstoff selbst bleibt dabei, was er seit Millionen Jahren ist: billig, reichlich und überall zu haben. Teuer macht ihn erst das Brennen, und ob in Deutschland weiter Ton gebrannt wird, entscheidet der Preis der Energie.
Der Kaolinaufschlag verteuert einen Teller um knapp ein Prozent, die Gasrechnung dagegen zwingt Werke zur Aufgabe. Ob Deutschland Porzellan, Fliesen und Ziegel im eigenen Land brennt, hängt am Industriestrompreis und an den Baugenehmigungen.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Ton

Ball Clay
Ball Clay heißt ein besonders feinkörniger, sehr formbarer Ton, der hell brennt. Er besteht vor allem aus Kaolinit, Glimmer und Quarz und lagert sich in Becken ab. Fliesen- und Sanitärhersteller brauchen ihn für weiße Scherben. Bis 2022 lieferte die Ukraine den größten Teil der weltweit gehandelten Mengen.
Bentonit
Bentonit ist ein Ton aus dem Mineral Montmorillonit, der Wasser aufnimmt und dabei stark aufquillt. Er dient als Katzenstreu, Bohrspülung, Binder für Gießereisand, Dichtung von Deponien und Klärmittel für Wein und Säfte. In Endlagern für Atommüll soll er die Behälter mit abgebranntem Brennstoff umschließen.
Carbon-Leakage-Liste
Die Carbon-Leakage-Liste der EU nennt Branchen, bei denen die Gefahr besteht, dass Produktion wegen des CO₂-Preises in Länder ohne Klimaschutzauflagen abwandert. Betriebe dieser Branchen erhalten Emissionszertifikate bis zur Höhe eines Benchmarks kostenlos. Ziegel, Fliesen und Baukeramik stehen für 2021 bis 2030 auf der Liste.
Feldspat
Feldspat ist die häufigste Mineralgruppe der Erdkruste, etwa im Granit. Zersetzt Wasser den Feldspat, entsteht Kaolinit. In der Keramik dient gemahlener Feldspat als Flussmittel, das beim Brand schmilzt und den Scherben dicht macht, etwa bei Porzellan und Sanitärkeramik.
Feuerton
Feuerton (englisch Fire Clay) ist ein Ton, der sehr hohe Temperaturen aushält, ohne zu schmelzen. Hersteller brennen daraus feuerfeste Steine und Massen für Hochöfen, Glasschmelzen und Brennöfen. Gebrannter und gemahlener Feuerton heißt Schamotte und wird neuen Massen als Magerungsmittel zugesetzt.
Kalzinierter Ton
Kalzinierter Ton entsteht, wenn Hersteller kaolinhaltigen Ton bei mehreren Hundert Grad erhitzen, bis seine Kristallstruktur zerfällt. Der Stoff reagiert danach mit Kalk und kann einen Teil des Zementklinkers ersetzen. Zusammen mit Kalksteinmehl bildet er den Zement LC3, der bis zu 40 Prozent weniger CO₂ verursacht.
Kaolin
Kaolin (Porzellanerde) ist ein weißer, eisenarmer Ton, der überwiegend aus dem Mineral Kaolinit besteht. Der Name geht auf den Hügel Gaoling bei der chinesischen Porzellanstadt Jingdezhen zurück. Kaolin ist Grundstoff für Porzellan und dient als Füllstoff in Papier, Farben, Kunststoffen und Kosmetik.
Kostenstrukturerhebung
Die Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamts erfasst, wofür Industriebetriebe ihr Geld ausgeben, etwa für Material, Energie, Personal und Abschreibungen. Die Anteile beziehen sich auf den Bruttoproduktionswert, grob den Umsatz. Für die Ziegelindustrie zeigt die Erhebung, dass der Rohstoff Ton nur einen kleinen Teil der Kosten ausmacht.
Plastizität
Plastizität bezeichnet die Eigenschaft von Ton, sich mit Wasser formen zu lassen und die Form danach zu halten. Die Formbarkeit entsteht durch die plättchenförmigen Tonminerale, zwischen denen Wasser als Gleitfilm wirkt. Hochplastische Tone wie Ball Clay lassen sich zu großen, dünnen Fliesen pressen, ohne zu reißen.
Porzellan
Porzellan ist eine Keramik aus Kaolin, Feldspat und Quarz, die bei Temperaturen um 1.400 Grad dicht und durchscheinend gebrannt wird. Chinesische Werkstätten stellten Porzellan Jahrhunderte vor Europa her. Das erste europäische Hartporzellan gelang 1708 in Sachsen, 1710 gründete August der Starke die Manufaktur in Meißen.
Ringofen
Der Ringofen ist ein ringförmiger Brennofen aus vielen Kammern, durch die das Feuer langsam wandert. Friedrich Eduard Hoffmann erhielt 1858 ein Patent darauf. Weil hinter dem Feuer fertige Ziegel entnommen und davor neue eingesetzt werden, brennt der Ofen ohne Pause und nutzt die Abwärme für das Vorheizen.
Steinzeug
Steinzeug ist eine dicht gebrannte Keramik, die kein Wasser aufnimmt und deshalb auch ohne Glasur dicht bleibt. Im Westerwald entstand daraus salzglasiertes Geschirr in Grau und Blau. Heute bestehen viele Bodenfliesen aus Feinsteinzeug, für das die Hersteller hochwertige Bindetone wie Ball Clay brauchen.
Strompreiskompensation
Die Strompreiskompensation erstattet stromintensiven Unternehmen einen Teil der Kosten, die der europäische Emissionshandel über den Strompreis verursacht. Berechtigt sind nur Branchen auf einer Liste der EU-Kommission. Die Ziegelindustrie steht nicht darauf und fordert die Aufnahme, um elektrische Öfen bezahlen zu können.
Tunnelofen
Der Tunnelofen ist die heute übliche Bauform in Ziegelwerken. Die Rohlinge fahren auf Wagen langsam durch einen langen, beheizten Tunnel und durchlaufen Vorwärm-, Brenn- und Kühlzone. Die meisten Tunnelöfen werden mit Erdgas beheizt, Wienerberger betreibt in Uttendorf einen elektrisch beheizten Ofen.
FAQ: Ton kostet fast nichts, teuer wird er erst im Ofen

Was ist der Unterschied zwischen Ton und Lehm?
Ton besteht überwiegend aus feinsten Tonmineralen unter zwei Tausendstel Millimetern, Lehm ist ein Gemisch aus Ton, Schluff und Sand. Durch den Sandanteil fühlt sich Lehm rauer an und ist weniger formbar. Ziegeleien verarbeiten beides, für Porzellan und weiße Fliesen taugt nur reiner Ton wie Kaolin oder Ball Clay.
Ist Ton ein knapper Rohstoff?
Nein, der US-Geologiedienst USGS nennt die weltweiten Ressourcen aller Tonsorten außerordentlich groß. Knapp werden einzelne Spezialtone in hoher Reinheit, etwa der weiße Ball Clay aus der Ukraine nach dem russischen Angriff 2022. In Deutschland entscheidet vor allem die Genehmigung neuer Gruben über die Versorgung.
Wofür wird Kaolin verwendet?
Kaolin ist der Grundstoff für Porzellan und Sanitärkeramik und dient als Füll- und Streichstoff in Papier, Farben, Kunststoffen und Gummi. In Kosmetik und Arzneimitteln steckt er als Bolus alba. In den USA gehen 56 Prozent des Kaolins in Füll- und Bindestoffe und 20 Prozent in Keramik.
Wo wird in Deutschland Ton abgebaut?
Die wichtigsten Reviere für Spezialtone liegen im Westerwald in Rheinland-Pfalz, Kaolin kommt vor allem aus Sachsen und aus der Oberpfalz um Hirschau und Schnaittenbach. Bentonit fördert Clariant im Raum Moosburg in Bayern. Ziegelton wird in fast allen Regionen in Gruben direkt neben den Ziegelwerken gewonnen.
Was kostet eine Tonne Ton?
Gewöhnlicher Ziegelton erlöste 2025 in den USA knapp 19 Euro je Tonne ab Werk, Kaolin rund 152 Euro und Bentonit rund 98 Euro. Das sind Durchschnittswerte des US-Geologiedienstes USGS, umgerechnet zum EZB-Kurs vom 14. Oktober 2026. Spezialsorten für Papier oder Kosmetik kosten deutlich mehr, an einer Börse notiert Ton nicht.
Wie lange dauert die Entstehung von Ton?
Ton entsteht über viele Tausend bis Millionen Jahre, während Wasser Feldspat und andere Silikate zersetzt. Die Lagerstätten, die heute abgebaut werden, sind meist Millionen Jahre alt, der Westerwälder Ton stammt aus dem Tertiär. Für menschliche Zeiträume wächst Ton deshalb nicht nach.
Quellen
66 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 15.10.2026
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- PulpapernewsKaMin announce price increases for kaolin
- Volksstimme (dpa)Nach Insolvenz: Kahla stellt Betrieb Ende des Jahres ein
- Berliner ZeitungKahla Porzellan: Produktion schließt in Thüringen
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- Bundesverband Baustoffe, Steine und Erdenbbs-Zahlenspiegel 2022 (Kostenstruktur nach Statistischem Bundesamt)
- Bundesverband der Deutschen ZiegelindustrieBranchenzahlen 2025
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- American Ceramic Society, Ceramic Tech TodayTile manufacturers face clay shortages due to war in Ukraine
- FortuneThe war in Ukraine is disrupting world supply chains in unexpected ways
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- TrendEconomyOther clays (HS 2508), World Trade
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- Global Mining ReviewFlacks Group acquires Artemyn
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- IHU UnisinosEmpresa francesa é suspeita de poluição na Amazônia
- Royal Geographical Society, Discovering BritainBritain from the air: China clay
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- Anti-Slavery InternationalSlavery in India’s brick kilns
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- Wirtschaft in SachsenZiegelwerk Eder schließt Werk in Freital
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- CleanthinkingHochtemperatur-Prozesswärme elektrifizieren
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- Joint Research Centre der EU-KommissionDecarbonisation of the ceramics industry (JRC144122)
- Zi Ziegelindustrie InternationalLucideon compiles carbon footprint report for the UK clay brick industry
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- Baunetz WissenRoadmap für eine treibhausgasneutrale Ziegelindustrie in Deutschland
- EPFL, Laboratory of Construction MaterialsA new greener cement
- ingenieur.deNeue Versuchsanlage für getemperte Tone
- VermögenszentrumHolcim eröffnet erste Produktionslinie für kalzinierten Ton in Tschechien
- BioResourcesHubbe, Gill: Fillers for papermaking, a review
- CerâmicaMartini et al.: Sanitser, an innovative sanitary ware body
- American Nuclear SocietyOnkalo SNF repository passes safety assessment
- QuarzwerkeStandort Hirschau-Schnaittenbach
- Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurse vom 14.10.2026
- University of Nottingham RepositoryStudie zum Porzellanhandel der VOC nach T. Volker
- Essential VermeerDelftware
- Société Chimique de FranceKaolin, Herkunft des Namens und Brief von d’Entrecolles 1712
- UNESCO World Heritage CentreMausoleum of the First Qin Emperor
- Stein Collectors InternationalWesterwald Stoneware
