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Der Gütersloher Hausgerätehersteller hat bei Volkswagen Nutzfahrzeuge 840 batterieelektrische Transporter für seinen Kundendienst in Europa bestellt. 440 davon fahren in Deutschland. Im Service für Gewerbekunden fahren damit fast alle Fahrzeuge elektrisch.

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Fast alle 420 Beschäftigten, die bei Miele die Profigeräte in Wäschereien, Kliniken und Kantinen betreuen, steigen auf einen elektrischen VW Transporter um. Darüber berichtet das Fachportal ecomento unter Berufung auf eine Mitteilung von Miele und Volkswagen.[1] Die Fahrzeuge stammen aus einer europaweiten Ausschreibung für 2026 und 2027.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Miele bestellt 840 E-Transporter, 440 davon für Deutschland.
  • Im Kundendienst für Haushalte fährt bisher knapp jedes dritte Fahrzeug elektrisch.
  • Den Transporter baut Ford Otosan in der Türkei, die EU-Kommission will Förderung ab 2028 an eine Fertigung in der EU knüpfen.

Was hat Miele bestellt?

Spielzeug-E-Transporter mit Ladekabel und Werkzeugschlüssel auf dem Dach
VW-Transporter mit leichten Sortimo-Regalen für Miele-Kundendienst. Leichtbauweise reduziert Energieverbrauch bei Elektrofahrzeugen

Den Zuschlag bekam der Transporter von Volkswagen Nutzfahrzeuge, die Einrichtung für Werkzeug und Ersatzteile liefert Sortimo.[2] Miele begründet die Wahl der leichten Regale mit dem Verbrauch: Weniger Gewicht senke den Energiebedarf, gerade bei Elektrofahrzeugen. Im Kundendienst für Haushalte liegt der Anteil der Elektrofahrzeuge bei rund 30 Prozent und soll mit jedem Fahrzeugtausch steigen.

Erfahrung mit Elektrofahrzeugen im Kundendienst hat Miele seit November 2022. Damals übernahm das Unternehmen in Gütersloh die ersten fünf ID. Buzz Cargo für den Kundendienst.[3] Reichweite, Ladezeiten und Rückmeldungen der Techniker flossen laut Miele in die Anforderungen der Ausschreibung ein. Die größte Elektroflotte in Deutschland fährt die Deutsche Post mit 40.000 Fahrzeugen.

Warum passt der Zeitraum 2026 und 2027?

Für Elektrofahrzeuge, die ein Unternehmen nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 anschafft, erlaubt § 7 Abs. 2a EStG eine Abschreibung von 75 Prozent im ersten Jahr.[4] Die Ausschreibung von Miele deckt genau diesen Zeitraum ab. Ob Miele kauft oder least, steht nicht in der Mitteilung; beim Leasing nutzt der Leasinggeber die Abschreibung. Kfz-Steuer zahlen Halter von Elektrofahrzeugen mit Erstzulassung bis Ende 2030 nicht, längstens bis Ende 2035.[5]

Mieles neue Serviceflotte
Bestellung bei Volkswagen Nutzfahrzeuge und die Fristen, die für Elektrotransporter in Firmenflotten gelten
840
batterieelektrische Transporter für den Kundendienst in Europa
440
davon im Einsatz in Deutschland
fast 100 %
Anteil der Elektrofahrzeuge im Kundendienst für Gewerbekunden, rund 420 Beschäftigte
rund 30 %
Anteil der Elektrofahrzeuge im Kundendienst für Haushalte

Fristen für Elektrotransporter in Firmenflotten

November 2022
Miele übernimmt die ersten fünf ID. Buzz Cargo für den Kundendienst
2026 und 2027
Auslieferung der 840 Transporter aus der europaweiten Ausschreibung
Bis Ende 2027
Anschaffungen erhalten die Abschreibung von 75 Prozent im ersten Jahr
Ab 2028
Förderung nur noch für Fahrzeuge aus der EU (Vorschlag der Kommission)
Ab 2030
Mindestens 43 Prozent rein elektrische neue Transporter großer Unternehmen in Deutschland (Vorschlag)

Planbare Touren machen den Umstieg auf Strom leicht. Eine Quote aus Brüssel braucht es dafür nicht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet die EU-Debatte für Flottenbetreiber?

Rund 90 Prozent der neuen Transporter in der EU sind Firmenfahrzeuge, rechnet die EU-Kommission vor.[6] Ihr Verordnungsvorschlag zu Firmenfahrzeugen verlangt, dass ab 2030 mindestens 43 Prozent der neuen Transporter großer Unternehmen in Deutschland rein elektrisch fahren. Im Parlament will eine Mehrheit daraus laut electrive unverbindliche Ziele ohne Sanktionen machen.[7]

Offen bleibt die Herkunftsregel. Ab 2028 sollen die Staaten Firmenfahrzeuge nur noch fördern, wenn sie in der EU gebaut sind. Die Kriterien will die Kommission später per delegiertem Rechtsakt festlegen.[6] Den aktuellen Transporter fertigt Ford Otosan im türkischen Kocaeli, entwickelt gemeinsam mit dem Ford Transit Custom.[8] In Hannover baut VW nur noch den ID. Buzz und den Multivan. Mieles Bestellung bis 2027 betrifft die Regel nicht. Für Flotten, die danach bestellen, entscheidet die Definition der Kommission mit, welches Modell förderfähig bleibt.

Quellen

8 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. ecomentoMiele elektrifiziert seine Serviceflotte in Europa29.10.2026
  2. Management & KrankenhausMiele elektrifiziert seine Serviceflotte in Europa, Mitteilung von Miele29.10.2026
  3. transport-onlineVW Nutzfahrzeuge: Erste ID. Buzz rollen zu Kunden, darunter Miele16.11.2022
  4. Bundesministerium der Justiz§ 7 Einkommensteuergesetz, Absatz 2a, abgerufen am 30. Oktober 2026
  5. Bundesministerium der Justiz§ 3d Kraftfahrzeugsteuergesetz, abgerufen am 30. Oktober 2026
  6. EU-KommissionVerordnungsvorschlag zu Firmenfahrzeugen, COM(2025) 994, Artikel 3 und 4 sowie Begründung16.12.2025
  7. electriveEVP organisiert Mehrheit gegen bindende E-Quoten für große Firmenflotten27.10.2026
  8. Daily SabahVW unveils all-new Transporter to be built in Türkiye16.09.2024

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